Morgenstunde (681. Blog-Notat)

Der Honig fließt. Die ersten 120 Gläser haben wir gefüllt und etikettiert. Es sind es zwei Sorten Frühsommerblüte, eine liebliche und eine würzigere. In den nächsten Tagen wird dann die eine oder andere Sommerblüte nachfolgen und bei möglichen Verkostungen die Geschmacksknospen kitzeln. 😊 Für uns ist es die schönste Zeit der Honigernte. Nachdem die letzten Tropfen geflossen waren, haben wir die Straßenlinde mit der „Neuer Honig“-Fahne versehen. Sie winkt den Interessenten jetzt freundlich zu. Schluss für heute 😊.

Morgenstunde (680. Blog-Notat)

Naja, die meisten werden es nicht hören wollen, weil ja Sommerferien gerade begonnen haben, aber für den Imker beginnt jetzt der Bienenherbst. Deshalb waren wir gestern beim Imkereifachhandel in Hirschfelde, um 420 Liter Winterfutter einzukaufen. Es wird wohl keinen verwundern, auch der Futtersirup ist um 50 € teurer geworden und so dreht sich die Schraube weiter: Wir werden unseren Honig für das 500-Gramm-Glas um 1 € erhöhen müssen, also nun für 6 € anbieten. Hätten wir eigentlich schon letztes Jahr…, denn schon in den vergangenen zwei Jahren sind Gläser und Deckel erheblich im Preis gestiegen. Da war die Inflation noch schleichend. Irgendwie läuft alles aus dem Ruder, die Preise steigen und steigen und die Einkommen stagnieren. Beim Imker wollen wir besser nicht von Einkommen reden, es ist wohl eher eine Trostprämie für die leidenschaftliche Plackerei, von der die meisten wohl eher eine romantische Vorstellung haben. Nun gut, aber die 1 ½-stündige Überlandfahrt auf der B 167 war ganz entspannt und wir machten eine kleine Entdeckung: Die Brücke in Eichhorst war gesperrt und keine Umleitung ausgeschildert. Wir hofften rechterhand auf einen Schleichpfad und gelangten auf eine freie Waldstraße, die irgendwann auf ein schmales Asphaltband stieß. Ich dachte, links müsste Rosenbeck liegen, wo wir nie hingefahren waren, weil es ja jenseits unserer Standartpisten lag. Und wirklich, ein liebreizender Ort zeigte sich uns sehr bald mit einem schönen Schleusensee. Ein friedlicher Ort zum Rasten und Schiffe gucken, aber wir waren natürlich in „Eile“ und halt unterwegs. Nur ein Schnappschuss aus dem Autofenster von der Felderwirtschaft vor Tiefensee war ohne Boxenstopp möglich. Der Liebste hatte ein Ziel…
Heute geht’s an der Bilderfahne weiter… Schönes Wochenende allerseits!

Morgenstunde (679. Blog-Notat)

Es ist kein Gurkenjahr. Ich weiß ja nicht wie es bei Euch so im Garten oder auf Balkonien ausschaut, aber hier… gleich nach der ersten Hitzewelle im Juni mickerten die Pflanzen und jetzt bekommen sie Mehltau. Die glatten Minigurken – wie es auf dem Samentütchen hieß, ringeln sich und sich super stachlig. Aus dem „Cosmea“-Samen kam stattdessen eine Malvenart zum Vorschein. Von der Pflanzenerde von Phillips ganz zu schweigen, ich hatte offenbar eine Charge Weihnachtsbaumkomposterde erwischt, gespickt mit Restmüll aus Kronenverschlüssen und Plastikverpackungen. An allen Ecken lauert der Anschiss oder halt die Ärgernisse in der Einkaufstüte…
Vorgestern debattierten der Liebste und ich über die Zusage der Regierung, die privaten Haushalte hätten Priorität bei der Gasversorgung. Ich unkte, das würde bestimmt bald fallen. Keinen Tag später kam Habecks Richtungswechsel. Ein aufgeschreckter Hühnerhaufen agiert, soziale Marktwirtschaft ade. Irgendwie bekommt man das Gefühl (und die Indizien mehren sich), dieser Gesellschaftsumbau könnte nicht gut ausgehen und führt zu allererst in schlimme soziale Verwerfungen. Und was erwartet uns als Sommerlochthema? Die Energieversorgung. Dazu trötet uns jetzt jeden Tag ein anderer Hinterbänkler-Experte Schauergeschichten durchs Land. Kinner nee. ENERGIE – ohne sie ist nix. Sie ist existenziell – kein Laber-Thema. Nicht von ungefähr wird jetzt die geächtete Kohleverstromung wieder hochgefahren. Ich wünschte mir weniger panische mediale Aufregung und dass nicht alles und jedes durch die Brille des Ukrainekrieges gesehen wird. Auch ohne ihn stünden wir vor einem fundamentalen Gesellschaftswandel.

Morgenstunde (678. Blog-Notat)

Wozu Bierbänke doch alles gut sein können, in diesem Falle ist unsere gerade eine passende Arbeitsfläche für die Bilderfahne. Bin ein Stückchen weiter und jetzt an einem Schriftzug. Der erinnert mich schon etwas an meine Lehrzeit in der Malerei der Berliner DEWAG-Werbung: Malstab und uferlos Lettern. Reines Handwerk, wenig Kreatives. Nicht selten hatte ich dabei einen Buchstaben ausgelassen und dann: Nochmal von vorne und WUT! Ging mir gestern auch so – ein „I“ hatte ich mir wohl nur gedacht…😊 Gut, dass ich es gleich nach dem Anreißen gesehen hatte, und nicht erst nach dem farbigen Anlegen der Buchstaben. Dieses Schriftenmalen ist nicht mehr so meins, die Übung fehlt, aber hier unterstreicht und verbindet es die einzelnen Motive… Nun denn, ich schaff dann mal weiter…

Morgenstunde (677. Blog-Notat)

Der erste halbe Meter der neuen 2 Meter Bilderfahne nimmt Gestalt an. Sinnsuche und Zeitenwende heißt ihr Thema und sie wird neben Formen, mehrdeutigen Hintergrundzeichen auch klare Schriftzüge zeigen. Ein Denkpuzzle. Latent kommt Verborgenes zum Vorschein, denn diese Gewebefahnen stammen aus vergangenen Architektur-Ausstellung, die Fotos zur „Sozialen Stadt“ zeigte. Die habe ich überstrichen, aber hier und da spielen sie, je nach Lichteinfall, noch ein bisschen im Untergrund mit. Den Sinnsucher mit Pestmaske hatte ich schon im Winter für mich als Gestalt der Zeit entdeckt. Hier kommt er etwas größer ins Spiel und spuckt Schlüsselworte aus. Düsen ja genug davon durch die Nachrichtengewitter…
Als nächstes muss ich mir eine lange Arbeitsfläche aufbauen. Aber heute ist so ein dämmriges Wetter, dass sich besser zum Postmachen eignet. Ein Kollege hat mir diese Woche einen sehr, sehr langen Brief geschrieben, wie in alten Zeiten als die Telefone noch Seltenheitswert hatten. So eine besondere Zuwendung verlangt einfach nach Zwiesprache. Sehr schön. Da hab ich jetzt was vor, neben den klebrigen Angelegenheiten, die mir der Imkergatte in diesen Tagen reichlich zuschiebt. Heute wird er wieder Waben entdeckeln und ausschleudern…noch reift die bisherige Ausbeute so vor sich hin, wird täglich gerührt und abgeschäumt. Vielleicht dauerts noch zwei Wochen, dann haben wir den ersten Honig im Glas – der Honig bestimmt es, nicht der Imker…😊

Habt ein entspanntes Wochenende alle miteinander!

Morgenstunde (676. Blog-Notat)

Großer Bocksbart – Samenstand

Gestern Abend sah sich Christian Seipel, der neue Leiter der Klosterscheune Zehdenick, sehr interessiert im Atelier und Bilderspeicher um.  Es gab keine speziellen Absichten, er will die Künstler des Landkreises einfach kennenlernen (eine Gemeinschaftsausstellung der sogenannten Buschdorfkünstler ist bereits für 2023 geplant). Die haben seinen Vorgänger in all den Jahren nicht interessiert. Er war eher der Verhinderer ostdeutscher Künstler. Seipel ist das ganze Gegenteil und man darf gespannt sein, wie sich das auf das Schaffen der regionalen Künstlerschaft auswirkt. Für mich ist das leider ein bisschen zu spät. Vor 10 Jahren wäre eine Ausstellung in dieser herrlichen Kunsthalle eine inspirierende Herausforderung gewesen, heute fehlt einfach das wichtigste – die Kraft. Sehr schade, aber eine Lesung wird schon noch werden. Planen hat für die Klosterscheune gegenwärtig viele Fragezeichen, nicht nur wegen Corona, ganz elementar geht es nun auch darum, wird man sie im kommenden Winter beheizen können. Das weiß heute noch keiner… alles offen. Für Seipel habe ich auch die alten Arbeiten auf Papier (70 x 100) aus der großen Mappe im Zeichenschrank hervorgezerrt, die haben ihn offenbar mehr angesprochen, als was er im Bilderspeicher sah. Er meinte, da wären Motive dabei, die gehörten größter – an eine Hausfassade zum Beispiel. An sowas hatte ich noch nie gedacht….

Morgenstunde (675. Blog-Notat)

Gestern Abend kam nach 20 Uhr noch Atelierbesuch. Auf eine Viertelstunde und eine schnelle Suche nach einem passenden Geschenk für eine angehende Ruheständlerin. Die Ferien werfen ihre Schatten voraus. Morgen ist Schulschluss in Brandenburg und die allermeisten hocken schon auf gepackten Koffern, um kaum später hinaus in die Welt zu düsen. Apropos Koffer. Ich suche nach einem kleinen braunen Lederköfferchen von anno knips. Vielleicht hat ja noch einer einen auf dem Boden rumstehen und braucht ihn nicht mehr? Ich würde Zeichnungen darin vor dem Sonnenlicht verbergen wollen, der Zeichenschrank ist längst gefüllt…
Da es heute nicht mehr so heiß wird, kann mein Tag zwischen Garten und Atelier pendeln. Eine neue Geschichte entsteht. Zwischendurch werde ich einen weiteren Satz Bücher bauen und danach schauen, was im Garten zu tun ist oder einfach nur schauen… Ohne Hitze sind die Tage gut zu mir 😊.

Morgenstunde (674. Blog-Notat)

Es war nicht mein Wochenende. Die Wärme ließ mich nicht gut atmen, so dass die Luft schon beim Sprechen knapp wurde. Sehr bald musste ich mich aus dem Dorffest zurückziehen. Hab dann anderthalb Tage still vor mich hin layoutet. Gestern Abend waren die ersten drei handgefertigten Exemplare zum 12. Titel der KURTSCHLAGER EDITION fertig. „Sonntagsmärchen“ nenne ich das Künstlerheft. Es enthält vier Märchen aus 2022: „Das Sonnenmädchen“, „Die Raureifelfe“, „Die Heideelfe“ und „Im Schattenwald“. Ja, und weil ich mich beim hin- und herschieben der Seitenverläufe wie so oft um eine Winzigkeit verrechnet hatte, gibt’s da auch noch ein Gedicht, sozusagen als „Platzhalter“, der sich ganz gut dort macht 😊. Frau ist eben nicht perfekt, aber einfallsreich. Heute werde ich stoisch weiterbauen und die limitierte Auflage wachsen lassen…
Habt alle eine schöne Woche miteinander!

Morgenstunde (673. Blog-Notat)

Nach drei Jahren findet endlich wieder ein Sommerfest im Dorf statt. Und weil die Feuerwehr 90 wird, gibt es sogar einen Umzug, wofür gerade geschmückt wird. Es hingen noch die Regentropfen in den Linden, als kurz nach 8 Uhr überall in der Nachbarschaft Luftballons, Bänder und Wimpel auf die Straße getragen wurden. Das feierfreudige Dorf macht sich fein…und ich muss nach dem Schmücken erst einmal verschnaufen, denn für so frühzeitige Aktivitäten ist der Atem noch zu flach. Da zittern rasch die Hände und die Knie. Es braucht ein, zwei Morgenstunden, bevor die Medikamente für den Tag das Atemvolumen etwas aufbauen. Aber was solls, es nützt nichts die Schwäche zu beklagen. Ich hab zwei Stühle bereitgestellt, von dort aus schauen wir dem Festumzug zu. Das einst quirlige Umrunden von möglichen Fotomotiven fällt aus.

Morgenstunde (672. Blog-Notat)

Gestern haben wir in der Groß Döllner Kirche zwei große Fahnenbilder aufgehängt. Es wird dort auf der Empore von Siegfried Haase eine Gemeinschaftsausstellung von zehn Bildschaffenden gehängt, die den ganzen Sommer zu sehen sein wird. Im Rahmen der Offenen Kirche (täglich von 10 bis 18 Uhr). Dummerweise hab ich kein Foto geschossen, wird aber nachgereicht. Anschließend haben wir noch ein paar Stündchen in seinem verwunschenen Garten gesessen, inmitten seiner hintersinnigen Schrottkunst und über Gott und die Welt sinniert. Zu guter Letzt durfte ich mir einen seiner Schrägen Vögel aussuchen, als Gegengeschenk für einige meiner Bücher, in denen sein Kunstwald eine Rolle spielt. Der Rostige  wohnt jetzt bei uns und wird sich gewiss mit meinen Schrägen Vögeln gut vertragen… 😊