Morgenstunde (651. Blog-Notat)

Irgendwie hat es mir keine Ruhe gelassen – die alleinige virtuelle Veröffentlichung von „Die Zeit der weißen Wälder“.  Denn es gibt immer noch so viele Menschen, die nicht mit einem Computer, Tablet oder Smartphon umgehen und das Lesen vom Blatt oder Buch vorziehen. Und ja, natürlich entsteht dabei eine gänzlich andere Stimmung als vor einem Bildschirm. Grundsätzlich hat sich nichts an meiner Entscheidung – die Novelle nicht zum klassischen Buchdruck zu führen – geändert, aber ich habe eine Lösung gefunden: Die handgefertigte, limitierte Künstlerausgabe. Also habe ich diese Woche ein Layout auf Naturpapier entwickelt und die ersten fünf Hefte mit je 48 Seiten gedruckt und gebunden. Ein Heft kostet 10 € (zzgl. Versand). Endlich kann ich innerlich mit dem Stoff abschließen und der Kopf ist frei für Neues…

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Morgenstunde (650. Blog-Notat)

An der Havel in Mildenberg.

Am Morgen lag alles und jedes unter einer gelben, klebrigen Schicht Kiefern-Blütenstaub. Mangels Regen versinken wir gerade in diesem pulverisierten Gelb. Beim Laufen durch die Wiese staubte es und beim Rasenmähen auch. Mittags waren wir nach einem Termin im Mildenberger Hafen essen und auch dort lag selbst der Wasserspiegel der Hafenbecken stumpf und trüb. Allein die Havel nahm die Pollen mit sich hinfort. Wir allerdings müssen bis Freitag durchhalten, dann gibt es Gewittergüsse, die es hoffentlich richten werden. Ich bitte den Wettergott, dass er Samstag zu meiner Gartenlesung die Wolken dichthält. Notfalls müssen alle Gäste verteilt ins Häuschen. Mit Mikro und Verstärker kann man meine Geschichten dann überall im und am Haus hören. Hatten wir schon mal in einem sehr kalten April mit den Kulturbündlern aus Zehdenick, die fanden es nett so dicht beieinander. 25 Leute in der Wohnküche, sie wollten kaum gehen. Aber lieber wär‘s mir trocken im Garten. Wir werden improvisieren…

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Morgenstunde (649. Blog-Notat)

Der Teich ist frisch frisiert und die meisten Jungpflanzen sind in der Gartenerde. Im hinteren Garten mähe ich nicht, es ist viel zu trocken… Brandenburg versteppt. Bei diesen körperlichen Verrichtungen schmeiße ich wieder Kilos. Bin wieder runter auf 50, das fühlt sich klapprig an. Bei meinem Morgenkaffee entscheide ich: Heute nicht, heute einfach sitzen und zeichnen, reichlich essen und wachsen 😊.
Der Postbote wird später einen mächtigen Karton Passepartout-Karton vorbeibringen, damit geht’s in den nächsten Tagen ans Zuschneiden. Die örtliche Feuerwehr feiert im Juli ihren 90. und wünscht sich eine Ausstellung… soll sie haben. Ehrenamtlich.
Der Imkergatte hatte Sonntag seinen ersten kleinen Schwarm in diesem Jahr, der aber ließ sich nicht fangen. Er sitzt immer noch am Fuße eines Eiben-Busches, sehr ungewöhnlich.  Vielleicht kann die Weisel nicht richtig fliegen, wer weiß. Wahrscheinlich werden sie in ihren Stock zurückkehren. Ein Volk spinnt immer, jedes Jahr ein anderes…

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Morgenstunde (648. Blog-Notat)

„Sonntag – es fällt nie wieder Schnee…“ der Manne Krug-Song säuselt mir durchs Hirn an diesem Morgen. Es liegt so ein wunderfeines Frühlingslicht vor der Tür, da kommen diese Assoziationen von ganz allein.  Es juckt mir in den Fingern, endlich die vorgezogenen Pflanzen in die Hochbeete zu setzen. Seit Februar habe ich sie im/am Haus… Das Gras wächst inzwischen als wollte es Buschland werden… die ganze Woche über knatterte ein Rasenmäherdröhnen durch das Dorf und wir müssen auch ein Gartenteil frisieren, denn am Samstag gibt es Besuch im Quartier. Ich gebe für den örtlichen Kulturverein eine Märchenlesung im Garten. Dafür übe ich dieser Tage, denn die Stimme will trainiert werden nach dem ganzen Desaster. Es ist für mich ein Test, will sehen, wieweit die Luft reicht. Allerdings ist das alle Tage anders…  Der Grobentwurf für die das Kollegen-Buchcover steht, ich könnte an die Reinzeichnung gehen, hab aber irgendwie keine Lust. Dafür „möwte“ es mal wieder im Atelier, wohl vom Fernweh getrieben – ans Meer wäre schön, aber der Imkergatte steckt jetzt in der Bienensaison… Habt einen schönen Sonntag alle miteinander 😊.

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Morgenstunde (647. Blog-Notat)

Das Gartengrün vom Freitag.

Der Imkergatte ist bei seinen Bienen hinter dem spritzigen Gartengrün bei den dunklen Kiefern. Die Mücken sind gut unterwegs, also kümmere ich mich um das Anbringen der Insektenschutznetze vor unseren Fenstern. Der Rost kriecht durch die Farbe am Ständerwerk des Vordachs. Habe begonnen das Metallgerüst zu streichen, damit der Sonnenschutz unterm Glas aufgehängt werden kann. Es soll ja nächste Woche richtig heiß werden. Die vorgezogenen Gemüsepflanzen bekommen einen 24-Stunden-Brennnesselauszug zu Stärkung … Frühlingsverrichtungen durchziehen das Wochenende. Zwischendurch Küchenschichten, mein lange verstorbener Kochfreund Andi wäre stolz. Er hat mich angeregt, dafür zu sorgen, dass es einen nicht nur ernährt… Das Leben kann entspannt sein, denn das Kortison wirkt seit gestern. Ich weiß nicht, ob nachhaltig (denn es wird ja wieder abgesetzt), aber zum ersten Mal seit meiner Lungenentzündung, schaffe ich wieder etwas mehr körperliche Arbeit. Kein Leichtfuß, aber immerhin. Morgen setze ich mich in den kühlen Morgenstunden an die Zeichenarbeit für das Buchcover, auf das ein Kollege wartet… Habt einen schönen Sonntag alle miteinander.

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Morgenstunde (646. Blog-Notat)

Das Kunst- und Honig-Häuschen zum Saisonstart.

Eine ganz schöne Wuselwoche war das. Hunderterlei Kleinigkeiten in Haus und Hof und größere Brocken, wie das Einrichten des Bilderspeichers. Mittwoch gabs eine Überlandfahrt nach Prenzlau mit Mittags-Picknick am (diesmal touristenfreien) Potzlower Seenblick. Weiter gings durch das wunderschöne Kuppenland hinab nach Fergitz und Suckow. Ein Traum. Hier atmet die Seele. Den Lyrik-Krümel „Mai“ habe ich mir aus dieser Landschaft gepflückt. Wenn es Wiedergeburt geben sollte, würde ich gern in ebendiesem Landstrich Kopfweide sein 😊.
Das Wort „Butterblumenwetter“ hatte ich schon auf der Zunge, als wir zum Dorf rausfuhren und darüber ergab sich mit dem Imkergatten ein kleines Wortgefecht. Er, der gebürtiger Sachse, meinte trocken: Butterblumen seien was anderes, das sei Löwenzahn. Und ich pochte darauf, dass Löwenzahn in unseren Breiten im Volksmund auch „Butterblume“ genannt wird, oder ob er schon mal vom Löwenzahnfest gehört habe… Wir hatten beide recht, hab‘s nachgeschlagen:
„Wenn die Rede von Butterblumen ist, ist nicht ganz klar, ob der Löwenzahn oder der Scharfe Hahnenfuß gemeint ist. Beide werden auch als Butterblumen bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen volkstümlichen Namen, der je nach Region mehr oder weniger verbreitet ist. Der Löwenzahn, ist neben dem Namen Butterblume auch als Kuhblume (in Sachsen), Bumbaumel und Pusteblume bekannt.“ (Gartenjournal)
Jetzt wissen wir es genau und mein „Butterblumenwetter“ darf so heißen 😊.
Die Ausfahrt tat mir gut, aber die Kraft ist immer noch eher klapprig.

Potzlower Seenblich am 4. Mai 2022.

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Morgenstunde (645. Blog-Notat)

Soweit ist er wieder eingerichtet, der Bilderspeicher für 2022. Wie man rechts im Foto sieht, wartet da noch ein neues Fenster auf seinen Einbau. Ist letzten Herbst wegen Corona nicht zustande gekommen und jetzt – krieg‘ mal einen Handwerker… Die großen Arbeiten auf Papier dämmern dieses Jahr im Zeichenschrank, ich spare mir einfach mal das anstrengende Rahmen hinter Glas. Es gibt genug Leinwände zu sehen… Draußen beginnt das Gartengrün wieder blickdichte Ecken und Nischen zu zaubern. Bald wird das pralle Grün  Kraftquelle sein, kann ich gut gebrauchen…

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Morgenstunde (664. Blog-Notat)

Ein fröhlicher Baum thront seit gestern Abend auf der Bleiche am Döllnfließ. Nach gut zwei Jahren haben wir wieder einen Maibaum im Dorf. Seit jeher gilt er als Symbol der Liebe, der Zuneigung, der Lebensfreude und der Fruchtbarkeit. Ein Stimmungsaufheller. Vor ein paar Jahren hatte der örtliche Kulturverein die Tradition wiedererweckt, auch, um den jungen Dorfbewohnern den Bändertanz zu überliefern. Schon damals waren die Agierenden keine jungen Mädchen mehr, die den üblicherweise ausrichten. Doch die Jungen übernahmen nicht das Geflecht an der Stange und die Alten wollten auf die Dauer nicht mehr. Aber einen Maibaum wollte man schon. Nachbarin Christina kam auf die Idee, die Baumstange nach bayerischem Vorbild zu bemalen – nicht weiß-blau, sondern rot-weiß, den Farben Brandenburgs. Weitestgehend allein legte sie die Bemalung an. Auch den Bänderkranz mit Birkengrün band sie. Ihr Mann Jürgen schlug die Hülse in die Wiese und transportierte das Ganze zum Platz, wo helfende Hände die Lichtgestalt mitaufrichteten. Es gab Bier, Bratwürste, Fischhäppchen und ein wärmendes Feuer. Es sind meist ganz wenige Menschen, die eine so schöne Aktion ermöglichen. Die Stimmung war heiter und half mit, das Gemeinschaftsleben im Dorf nach der Corona-Pause wieder anzuschubsen. Für mich war es schon seltsam, einfach nur dabeizustehen und das Szenario zu genießen. Muss ich auch erst noch lernen.  Aber ich hatte eh meine Kräfte für den Tag schon verschossen. Wir haben die Winterabdeckung zum Dachgeschoss geöffnet, danach galt es Winterschäden mit Wandfarbe zu beheben. Heute packe ich die Bilder aus und hänge sie auf – langsam und mit Verschnaufpausen natürlich…

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Morgenstunde (643. Blog-Notat)

Das war eine Woche mit Berg- und Talfahrten. Der Allergologie-Prof war am Mittwoch echt in Sorge, ob der schlechten Werte, und empfahl sofort eine Woche Kortison. Der Lungenarzt meinte einen Tag später nur: „Ja, arg eingeschränkte Lungenfunktion, wir lassen erst mal alles wie es ist.“ Die Werte sind um reichlich 10 % abgerutscht, als Folge der Lungenentzündung im Februar. Da stehe ich wieder dort, wo ich vor anderthalb Jahren war, als die Dupixent-Therapie begann. Mist. Gute Nachrichten sehen anders aus. Viel machen kann ich nicht, außer: Keine Panik aufkommen lassen. Einen Notartermin für eine Generalvollmacht (das ist mehr als eine Patientenverfügung!)  für den Liebsten machen wir trotzdem in den nächsten Tagen. Man weiß ja nie, und wer will als Ehepaar schon, dass plötzlich ein staatlich bestellter Betreuer mit am Küchentisch sitzt und meine Dinge gegenüber dem Ehemann regelt. Keiner.  Im Übrigen finde ich diesen Umstand, allein dass das möglich ist und so viele Menschen das gar nicht wissen, verstörend. Man denkt, wir sind doch verheiratet, da ist alles klar… aber nein. Der Staat grätscht sogar bis in die Ehe, kaum zu glauben, aber wahr. Also Generalvollmacht machen und das böse Kortison einwerfen, hoffen auf eine Verbesserung und weiter wie immer: Je nach Tagesform.  

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Morgenstunde (642. Blog-Notat)

Kalte Luft.

Die Novelle „Zeit der weißen Wälder“ ist aus der Korrektur zurück. Die Perle Ines hat den Text in ihrem Osterurlaub gelesen und war angetan. Das ist mein zweites positives Feedback. Schnauf. Man selbst weiß es eben nie… Aber nun kommen die Seiten in die Sammelkiste und ich hoffe, mir fallen noch ein paar passende Kurzgeschichten für Erwachsene ein, damit sie zusammen ein Buchvolumen ergeben. Es drängt nichts.
Die kalte Luft der letzten Tage hat mich wieder ausgebremst. Gut, dass sich so viele Bänke im Garten befinden. Es ist, als zöge jemand schlagartig den Energiestecker. Doch zum Wochenende soll es endlich wärmer werden, da werden wir langsam die Winterabdeckung zur Empore abnehmen und den Bilderspeicher erneut einrichten. Saisonal erweitert sich das Schauangebot im Atelier damit um einiges. Ich bin gespannt, ob es wieder so viele Ausflügler zu uns verschlägt wie 2021 oder ob sich die Leute zurück auf die großen Touri-Meilen begeben werden. Man wird sehen. Bei den Tagen der offenen Ateliers am 7./8. Mai machen wir nicht mehr mit, der Extra-Aufwand ist für mich kräftemäßig nicht mehr leistbar, aber geöffnet ist ja bei uns im Grunde immer😊.

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