Versteck unter dem Hut (Abschnitt 5 – der Schluss)

Öffentliches Arbeiten an einer Kurzgeschichte:

… Er sah unruhig auf seine Uhr. Gleich 12 Uhr Mittag. Sein Blick suchte die pulsierende Straßenlandschaft ab, da tippte ihm jemand sacht auf die Schulter. Vor ihm stand die Zauberin mit einer großen Sonnenbrille auf der Nase. „Schlecht geschlafen?“ fragte er vielsagend und zog ihr den Stuhl neben sich zurecht.
„Zu wenig.“ Sie reichte ihm die Hand: „Tina Morgenstein und Sie?“
„Julius Silvester. Ich habe Sie gestern Nacht hier wirklich bewundert, Sie können Handlinien lesen?“
„Nicht nur das, denn von irgendetwas muss man ja diese irren Mieten zahlen können, dafür reicht mein Bürojob schon lange nicht mehr aus.“
„Verstehe. Und was können Sie noch?“
„Och, Feuerspucken, Jonglieren, Tango tanzen, Socken stricken und Geheimnisse hüten.“ Sie grinste, er lachte: „Eine Verschwiegene, dass ist selten.“
„Verschwiegen heißt nicht schweigsam.“ Dass bekam der Mann in den nächsten Stunden zu spüren. Sie erzählte und gestikulierte. Der Abend kam, sie tranken Wein bis sie trunken waren, etliche Tassen Kaffee machte sie wieder nüchtern. Als sie am Morgen den Biergarten verließ, glaubte er ihr ganzes Leben zu kennen. Seines hatte sie erspürt, als er den bunten Hut ablegte. Vorsichtiges Zutrauen lag in dieser Geste. Zu seiner Überraschung hatte sie seine traurige Seele nicht verschreckt. Sie würden sich nach ihrer Ostseetour wiedersehen. Doch Julius Silvester litt von der ersten Minute nach ihrem Abschied an schmerzhafter Sehnsucht. Die Zauberin besetzte sein Herz und seine Gedanken. Zwei Tage später stieg er abends am Alexanderplatz in den Fernbus nach Norden.

Tina Morgenstern hantierte elegant mit ihren Flämmchen auf der Heringsdorfer Promenade und ein Musikerkollege spielte dazu französische Melodien auf dem Akkordeon. Als Julius Silvester in den Halbkreis der Zuschauer trat, fauchte sie einen Feuerbogen in den Nachthimmel. Der Schlusspunkt ihrer Show brachte die Menge zu einem entzückten Raunen. Im prasselnden Beifall zogen sich die beiden Künstler zu einer Parkbank an den Dünen zurück, um zu verschnaufen und etwas Wein zu trinken. Das Meer rauschte. Julius Silvester trat zu den beiden in das Halbdunkel: Darf ich um ihre Hand bitten, verehrte Feuerzauberin?“
Tina Morgenstern lächelte etwas irritiert und reichte ihm zögerlich die Hand, die er leicht drehte und mit einem Feuerzeug beschien: „Sehen Sie hier, diesen Abschnitt ihrer Schicksalslinie, der bis ans Ende aller Tage reicht? Er markiert jenen Tag dieses Sommers, als es Pappelsamen schneite.“ Er hielt seine Hand daneben: „Und nun schauen Sie genau hin, meine Schicksalslinie zeigt von diesem Punkt an exakt den gleichen Verlauf. Sie wissen, was das bedeutet?“ Die Zauberin schmunzelte, ergriff seine Hand und zog den Mann unter dem bunten Hut über das Strandland in das große Rauschen des Blutes und der Wellen.

© Petra Elsner
17. Juli 2019

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Versteck unter dem Hut (Abschnitt 4)

Öffentliches Arbeiten an einer Kurzgeschichte:

…Der Stein brannte förmlich auf seiner Haut, wie der Gedanke an die Zauberin. Er hatte sich ungebeten in seinem Kopf breitgemacht. Julius Silvester konnte nicht einschlafen, denn er kämpfte gegen das besitzergreifende Gefühl. Dieser Zustand hatte immer kurz über lang zu seiner Enttarnung geführt und die Frauen zogen in diesem Erkenntnismoment eisenhart die Grenzen ihrer Liebe zu ihm. Die meisten Menschen sind nur für ein Lebensweilchen füreinander gemacht, aber Julius Silvester war ein Schwan, ein monogames Wesen, das jede Trennung in die tiefste Krise stürzte. Er wollte sich nicht mehr verlieben, doch diese tiefsinnige Mittagsfrau schlich durch seine Nachtgedanken. Genervt wälzte er sich von seinem Laken, zog sich wieder an und schlenderte zu jenem Biergarten, in dem er schon zur Mittagsstunde saß. Eine Italienische Nacht hing über der Schönhauser Allee. Der Asphalt glänzte vom Smog, als hätte es gerade geregnet. Überall in den Freisitzen Gelächter und Musik, es schien, als würde kein Mensch an Schlaf denken. Der Biergarten war rappelvoll, so holte sich Julius Silvester vom Tresen ein Nulldreier-Bier und hockte sich damit auf die Bordsteinkante. Da sah er sie, bei den Tischen auf der anderen Straßenseite. Die Zauberin ging in einem bunten, wallenden Kleid von Tisch zu Tisch und las den Menschen aus ihren Händen. Eine Wahrsagerin? Immer wenn sie in keine Hand blickte, jonglierte sie mit Flämmchen und spuckte aufsehenerregend Feuerfontänen. Geheimnisvoll. Die Mitternachtsfrau erstaunte ihn. In ihrem Treiben sammelte sie Geldscheine und verteilte schöne Blicke. Julius Silvester zog sich unbemerkt zurück, er wollte ihre Straßenaktion nicht durch eine Begegnung stören…

© Petra Elsner
16. Juli 2019

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Versteck unterm Hut (Abschnitt 3)

Öffentliches Arbeiten an einer Kurzgeschichte:

… Nur wenn Emotionen ins Spiel kamen, nahm diese Gabe eine Auszeit. Dann war die Zauberin vollkommen machtlos und sah die Welt durch die berühmte rosarote Brille, wie alle verliebten Frauen. War es das traurige Naturell von Julius Silvester oder der bunte Hut – sie wusste es nicht, jedenfalls war Tina Morgenstern nach dem letzten Herzschlag fasziniert von ihrem Gegenüber und konnte sich diesem Gefühl nicht mehr entziehen. Ein wenig ratlos bestellte sie sich  den dritten Kaffee, obgleich ihre Mittagspause längst überschritten war und wagte eine erste Ansprache: „Verraten Sie mir ihr Sternzeichen?“
Julius Silvester stutzte. Er hatte das wortlose Beieinandersitzen durchaus genossen und dabei die Frau nur ab und zu aus seinen Augenwinkeln taxiert. Die aparte Dunkle war offenbar auf der Jagd. Das hatte ihm ihr Blick erzählt.  Ihr Anschleichen amüsierte ihn: „Zwilling, und wie lautet Ihre Erkenntnis daraus?“
„Ach, herrje, ein Zwilling! Leicht beeinflussbar, distanziert, flatterhaft, leichtfertig, etwas zu nervös, oberflächlich und selbstgefällig, stressanfällig, nicht wirklich ehrlich, unzuverlässig und zerstreut,“ dozierte die Zauberin.
„Na, diese Analyse gleicht aber einem Säbelrasseln. Sie haben die guten Seiten der Zwillinge vollkommen außer Acht gelassen: Sie sind nämlich äußerst charmant, flexibel, freundlich, humorvoll, intelligent und wissbegierig.“ Julius Silvester funkelte die Frau an, ganz offen und ungeschützt, so dass die Zauberin einen Moment tief in sein Inneres sehen konnte und dabei seine wunde Seele zum Klingen brachte. Noch war es ein leises, zögerliches Klingen. Das sollte sich ändern, doch jetzt musste Tina Morgenstern wirklich aufbrechen. Sie zahlte und fragte noch: „Sind Sie morgen vielleicht wieder zur Mittagszeit hier?“
„Wenn Sie es sich wünschen.“
Sie strahlte ihn vollkommen entwaffnet an, griff in ihre Jackentasche und legte dem Mann zum Abschied einen schwarzen, blanken Stein neben sein Bierglas: „Das ist ein Gagat. Halten Sie ihn schön warm, er wird ihre Seele heilen.“ Julius Silvester sah erstaunt ihnen flinken Schritten hinterher. Was wusste sie von seinen Verletzungen?…

© Petra Elsner
15. Juli 2019

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Versteck unterm Hut (Abschnitt 2)

Öffentliches Arbeiten an einer Kurzgeschichte:

… Das stimmte, doch Julius Silvester fühlte sich beobachtet von dieser fremden Frau, die ihren Mittagskaffee schlürfte und diesen interessierten, saugenden Blick aufgesetzt hatte. Der Mann Mitte 30 war Frauen gegenüber sehr vorsichtig geworden. Als er seinen bunten Schlapphut aufsetzte, konnte Tina Morgenstern nichts mehr erspüren. Der Zauberin war es so, als hätte sie in diesem Moment einen Kollegen vor sich, aber Julius Silvester war kein Zauberer, er war ein Versteckkünstler und der bunte Hut half ihm dabei. Unter ihm war sein umwölktes Gemüht nicht zu erkennen. Ansonsten aber konnte der Hut gar nichts, außer optisch täuschen. Aber Tina Morgenstern hatte einen seismografischen Spürsinn, dem gewöhnlich nichts entging…

© Petra Elsner
13. Juli 2019

Montag gehts weiter, schönes Wochenende einstweilen 🙂

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Versteck unterm Hut (1 – der Einstieg)

Öffentliches Arbeiten an einer Kurzgeschichte:

Es war der Tag im Juli, an dem unzählige Pappelsamen die Straßenränder weiß wie Schnee säumten. Ein Mann und eine Frau saßen auf einer Bank in einem Biergarten, und genau hier beginnt diese Geschichte: Ein dünnes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ihre Augen hielten seine fest und sie schlüpfte währenddessen in seine Gedanken. Sie waren weiß, wie die weiße Flocke, die gerade auf seinem Haar gelandet war.  Das verwunderte sie. Offenbar dümpelten in diesem schönen Herrenkopf nur weiße Wolken, die verschleierten, dass dahinter nur die große Leere wohnte. Die Zauberin erkannte auf seiner Gedankenspur, dieser Ritter der traurigen Gestalt litt schon länger an seinen Seelenwunden. Tina Morgenstern konnte Seelen erspüren, aber diese von Julius Silvester war viel zu leicht, sie hatte ihre materielle Substanz irgendwo aufgerieben…

 

© Petra Elsner
12. Juli 2019

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Morgenstunde (188. Blog-Notat)

Wolkenzug über Kurtschlag von vorgestern. Foto: pe

Imposante Wolkenzüge ziehen seit zwei Tagen über den Nordhimmel, leider bringen sie uns keinen Regen und so gieße ich wieder allabendlich gut eine Stunde lang den großen Garten. Nach der Reparatur können wir nun auch wieder abends die Heizung anwerfen und ich muss nicht in eine dicke Decke eingepackt schlottern. Es geht mir von Tag zu Tag gesundheitlich besser. Seit es kühler ist, bin ich viel im Garten, alles was in der Hitze liegenblieb, wird jetzt beschnitten, gehackt, gezupft und gebunden, die Arbeit ist gut zu verkraften. Natürlich geht mir auch mal beim Mähen der Laufpfade durch die Wiese die Puste aus, aber das ist ja eine bleibende Baustelle. Was aber das allerwichtigste nach dem Abbruch der Hormon-Therapie ist – alles ist wieder leichter und heller. Will sagen, die Psyche erholt sich. Der Liebste lächelt, weil er wieder mit mir Scherze machen kann, die auch wieder gekontert werden. Das war lange nicht so. Heute Nachmittag ist das nächste Honigschleudern dran. Die Beuten dazu stehen nicht in unserem Bienengarten, sondern in Neu Tornow, dort scheint sogar die Linde zu honigen, ich bin gespannt….

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Seitenwechsel (Abschnitt 3 – der Schluss)

Eine Kurzgeschichte in Arbeit:
…Die Tropfen fielen im Sekundentakt. Betty Kellermann stöhnte, als sie in der nächsten Traumsequenz das Dunkelkind in einem Graumädchen erkannte. Es war fast schon eine junge Frau – ernst und stark trotz der geschnürten Taille. Perfekt erzogen, galt sie bald als versierte Mitarbeiterin der Strategieetage der Dunkelzeit. Die Lorbeeren dafür kassierte jedoch ein Graumann, der auch statt ihrer befördert wurde. Mit dieser herablassenden Attitüde verschreckte er das Graufräulein.  Es dachte schließlich, es sei nicht gut genug und so arbeitete es immer mehr. Das Graufräulein erkannte einfach das eherne Graumann-Prinzip nicht und so blieb es eine freudlose Magd. Lange, bis die Graufrau erkrankte.
Der letzte Tropfen war gefallen. Betty Kellermann hörte die Schwester sagen: „Vergessen Sie ihre Verpflichtungen, es geht jetzt nur um sie selbst.“ Sie verließ den weißen Ort und spazierte langsam in die sommerliche Stadt. In einem der vielen bunten Schaufenster entdeckte sie ein rotes Kleid mit Schläppchen dazu. Sie lächelte und ging in den Laden. Als die Frau in Rot wieder die Straße betrat, tanzte sie sich davon, weiter und weiter, bis sie an ein grünes Ufer gelangte, wo die Dunkelzeit im Licht zerrann.

© Petra Elsner
9. Juli 2019

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Seitenwechsel (Abschnitt 2)

Eine Kurzgeschichte in Arbeit:

… Betty Kellermann schrie währenddessen über den Fluss: „Nein, tu‘ das nicht, du wirst nie wieder tanzen!“ Aber die Trittchen waren schon in den Fluten versunken und das Kind ging stocksteif von der Uferbühne ab. Die Tropfen perlten wie Tränen dazu.
Hinter den Augenlidern blickte die Frau wie durch ein Fenster auf ein Latzhosenmädchen. Enges Pepita. Kerzengerade hielt es sich. Noch schienen die Schritte tänzerisch. Aber sie kannten keine Schleifen und Pirouetten mehr. Das Kind kam an einen schnurgeraden Tunnel und zögerte. Hinter sich mildes Sonnenlicht, vor sich ein Weg im Dunkel. Der Graumann nickte dem Pepitamädchen zu und als es keinen Schritt weiterging, schnürte sein Blick einen Strick, der es auf den lichtlosen Weg zog. Es roch nach Strenge. Eine Stoppuhr nahm die kindliche Laufzeit auf diesem Weg. Doch wie weit und wie schnell das Pepitamädchen auch lief, es war nie genug in den Augen des Graumanns. Das Mädchen marschierte seither zackig durch die Dunkelzeit. Ohne Lob und ohne ein Lächeln. Der Weg führte fort aus allem Vertrauten. Unterwegs übernahmen andere Graumänner das Zugband und kassierten dafür Prämien. Manchmal hatte das Pepitamädchen einen Tunnel durchschritten. Während der paar Schritte im Licht zum nächsten Tunnel erblickte es über dessen Eingang einen herrlichen Berg, auf dem Kinder johlend spielten, und das Dunkelkind fragte sich: Was machen die dort, haben die nichts zu tun? …

© Petra Elsner
8. Juli 2019

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Seitenwechsel (Abschnitt 1)

Eine neue Kurzgeschichte in Arbeit:

Sie sprang nicht wirklich über den Fluss, es war nur ein Gedankenwechsel: Was wäre, wenn? Kann man ein heiteres Naturell wiedererwecken? Betty Kellermann sah matt dem Fluss der Infusion zu und zählte die Tropfen wie Schafe. Wo nur war ihr diese unbekümmerte Art abhandengekommen? Und wie kam sie in dieses imaginäre Korsett, an dessen Schnürbändern so viele zogen, jahrelang, bis ihr den Atem stockte. Das war jetzt und sie wusste, es geht ums nackte Leben. Aus dem Kalender riefen Termine nach ihr, aber Betty Kellermann war kaltgestellt, sie würde nirgendwo hingehen, vielleicht niemals mehr. Aber noch wollte sie kein Asyl im Nachthimmel, sie hatte einfach noch nicht den richtigen Stern für sich gefunden.
Hinter ihren geschlossenen Augen stand sie an diesem reißenden Fluss, einem grünen Wasser mit Schaumkronen. Jemand rief ihr vom anderen Ufer zu: „Komm zu dir!“ Er war eine kleine Gestalt im roten Kleidchen mit schwarzem Samtkragen und semmelblondem Seitenzopf. Das Mädchen lief auf Spitzenschuhen mit rosa Schleifenbändern das Ufer entlang und tanzte mit den Schmetterlingen. Ein Pas de deux der Träume, wild und schön. Plötzlich betrat ein grauer Mann aus einem Seitenpfad das Ufergrün und sah auf das Mädchen mit dieser herablassenden Attitüde, die Betty Kellermann sehr gut kannte. Ihr ganzes Leben lang hatten Männer Frauen genauso angesehen und sie damit verhindert. Sie schaute abermals über den Fluss. Das Kind zog die Tanzschuhe aus und warf sie in die starke Strömung…

© Petra Elsner
7. Juli 2019

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Morgenstunde (187. Blog-Notat)

Blumenbienchen von Petra Elsner

Schafskälte überland. Die gab es gefühlt schon lange nicht mehr. Gut, um das Quartier zu kühlen. Aber jetzt schlottere ich schon abends, denn die Steuerung der Heizung hat nach dem großen letzten Stromausfall offenbar ‘nen Knacks bekommen. Nichts hält ewig. Wir fahren heute zum Imkereifachhandel Hirschfelde in Märkisch-Oderland, um Winterfutter für die Bienen zu kaufen, denn das Bienenjahr neigt sich schon wieder. Die letzte große Tracht – die Linden – scheint dieses Jahr nicht „zu honigen“. Es ist zu trocken, da bilden die Blüten keinen Nektar. Wenn es trotzdem in der Linde summt, dann werden Pollen gesammelt, aus denen die Bienen Futtersaft bereiten. Schade, ich mag Lindenhonig, aber wer will all die Straßenbäume so wässern … eine Unmöglichkeit, denn es geht hier nicht um einen kühlen Schwaps, sondern um stundenlanges Wässern. Natürlich gibt es überall noch Blüten in den Gärten, die auch besucht werden von den Sumsis, aber echte Mengen sind das nicht mehr. So wird der Imkergatte wohl Ende Juli Abschleudern und Einfüttern.
Für alle in der Nähe, wir haben derzeit Frühsommerblütenhonig (vordergründig Raps) und Sommertrachthonig im Glas. Etliche Sommerblüten-Schleudern befinden sich noch in Abfüllgefäßen zum Reifen und Rühren. Es kommt also noch etwas nach. Einstweilen wünsche ich allen ein frohes Wochenende.

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