Kommt eine Zeit

Kommt eine Zeit
im dunklen Glanz
versenkt der Jahre Mühe
in einem weichen Tanz
vergibt Missgunst und Seitenhiebe
was bleibt ist Liebe.
Kommt eine Zeit
im dunklen Glanz
verwandelt alles Leben
zur letzten Chance.

© Petra Elsner
17. September 2019

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Morgenstunde (215. Blog-Notat)

Das frisch sananierte PARK-HAUS in Fürstenberg/Havel. Fotos: Petra Elsner

Kurz nach dem Erwachen ging es heute nach Fürstenberg mit meinen handgebauten Büchern und einigen Kunstdrucken. Über die Dörfer Burgwall, Marienthal, Tornow, Blumenow und Bredereiche – gab es unterwegs satt-lauschige Blicke. Im Fürstenberger Park-Haus (der ehemaligen Kurverwaltung) am Bahnhofspark haben wir die Kisten in Kommission geben und hatten dazu ein gutes Mal-sehen-was-wie-wird-Gespräch. Die Zeit wird schlussendlich die Erkenntnisse reifen lassen und meine Handfertigkeiten werden dort nicht schlecht. Das Örtchen hat sich gerade regelrecht aus dem Ei gepellt. Was vorher wie ein verrotteter Imbiss anmutete, ließ Michael Wittke mit seinem Partner von der Kaffenkahn Company unter klaren Auflagen des Denkmalschutzes fein sanieren. In diesem winzigen Häuschen am Park werden voraussichtlich um den Herbstbeginn regionale Produkte angeboten – von Biokartoffeln, Senf, Honig, Kunsthandwerk… bis zu kleinen Kunstobjekten. Möge das Projekt unter einem guten Stern stehen.

Die Rückfront
Die Rückfront
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Morgenstunde (214. Blog-Notat)

Kürbistraktor 2019 – Cartoon von Petra Elsner

Der Cartoon zum 11. Kürbisfest am 5. Oktober 2019 ist fertig und kann in die Plakatgestaltung einfließen. Soweit ich mich entsinne, haben wir 2008 mit dem Kürbisfest in Kurtschlag begonnen. Kürbiskönige werden ehrenhalber seit 2012 gekrönt. Man braucht aber nicht mit der dicken Beere von weiter weg anreisen, denn die Kronjuwelen bestehen hier nur Blumenzwiebeln fürs nächste Frühjahr, Kohle gibt’s keine… Von 2009 an habe ich jedes Jahr in Folge Cartoons zum Thema Kürbisfest kreiert. Wie lange mir dazu noch etwas einfällt? Keine Ahnung, das Ende ist offen.

Ein entspanntes Septemberwochenende wünscht Euch erst einmal

Petra

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Morgenstunde (213. Blog-Notat)

Die letzten Bienen sind zurück.

Kurz nach 7 Uhr schafft sich der Imkergatte schon. Die letzten Wanderbienen sind zurück. Spät im Jahr. Die Hitze des Sommers verlangt nach neuen Arbeitsgewohnheiten – nächstes Jahr. Nach der Winterfütterung wird es im Bienengarten leiser, endlich.
Hinter mir liegen zwei Schnippeltage. Habe 33 Künstlerhefte für die „Kurschlager Edition“ gebaut und etliche Passepartouts für Drucke geschnitten. Jetzt ist die kleine Test-Collection für Fürstenberg fertig. Erstes Resultat: Muskelkater 😊.
Da so ein zauberhafter Altweibersommer vor der Tür wartet, werde ich mir einen Gartentag gönnen und einige Pflanzen vor den ersten Nachtfrösten retten. Im Topf am Haus halten die Tomaten noch ein bisschen länger durch.

Auf meinem Zeichenplatz wartet ein Cartoon, die Strichzeichnung zu den Kürbisvögeln für das nächste dörfliche Herbstfest steht schon, die Farbgebung wird noch einen ganzen Tag verbrauchen. Heute nicht, jetzt fang ich mir die Spinnweben mit dem Rasenmäher ein. Habt einen schönen Tag, Ihr da draußen in der Welt, Eure Petra

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Morgenstunde (212. Blog-Notat)

Weitere Bücher-Kiste in Arbeit

Schönes Grau dort draußen, das macht fleißig. Gestern nach meinen Kunstmarkt-Notat rief mich ein Kulturmacher aus Fürstenberg an, der spezielle Regionalprodukte suchte. Er dachte da an meine Bücher, aber ich bin ja kein Selbstverleger, so musste ihn an „meinen“ Hausverlag (Verlagsbuchhandlung Ehm Welk in Schwedt an der Oder) verweisen, der sich um Weiterverkäufer kümmert. Aber eine handgefertigte Collection konnte ich dem Herrn anbieten, in Kommission. Nun bin ich dabei Künstlerhefte für diese “Fürstenberger Kiste“ zu bauen. Drei Titel von sechs möglichen stecke ich darein, als Testballon, man muss schließlich erst einmal sehen, ob dort Menschen ankommen, die ein Gespür für handgefertigte Künstlerhefte haben. Nachliefern kann frau immer noch ….
Habt einen schönen Tag alle miteinander,
Eure Petra

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Morgenstunde (211. Blog-Notat)

Spätes Mädchen auf dem Kunstmarkt Pankow 2019. Foto: Lutz Reinhardt

Was hatten wir am Wochenende für ein Glück. Es war der perfekte Stadtschlendertag. Nicht zu warm und trocken. Heute Landregen, lang erwartet. Herrlich. 10.30 Uhr hatte ich die Strapazen weggeschlafen, nur das Plätschern auf dem Fensterbrett ließ mich noch ein bisschen dösen und den zwei Kunstmarkttagen in Pankow nachspüren. Naja, der Markt an sich zeigt leichte Auflösungserscheinungen. Zu lange schon zaudern die Entscheider mit ihren Wandelwünschen und so wird eben neuerdings so spät die Wahl des Veranstalters getroffen, dass ein Teil der Künstlerschaft sich längst andere Schauplätze gesucht hat. Jedenfalls fehlten 17 Kunst-Aussteller, das war spürbar. Dennoch, für uns war es ein gelungener Auftritt mit guten Geschäften. Zwei Bücherkisten haben sie mir leer gekauft, Kalender und drei Originale (darunter das jüngste „Hafenlicht“!). Sehr ermutigend. Aber darüber hinaus trafen wir so viele Freunde und Bekannte, dass es zuweilen zu viel wurde und ich nicht wusste, wem ich zuerst meine Aufmerksamkeit zuwenden sollte. Beim Feierabendgetränkt in unserer alten Stammkneipe (Wins) beglückten uns Gäste, die einen wunderbaren Abend herbeizauberten, den man dort auch nicht immer erleben konnte. Die Euphorie trug uns weit in die Nacht. Herrliches Geplauder. Das Wunderbarste an diesen zwei Tagen war überhaupt dieses viele Sprechen. Ich war sehr bald heiser. „GeloRevoice“ zum Lutschen empfahl mir Stefan, der Dozent, am Stand – ja, hilft der Stimme gut. Reden, debattieren, lästern, schnattern, witzeln, beraten – herrje, wie mir das hier auf dem Lande fehlt und die schrägen Stadtkauze natürlich auch. Eine todkranke Uraltfreundin schleppte sich an den Stand, für ein Lächeln und gute Worte, der Herr Direktor vom Kriminaltheater holte sich gespannt meinen Krimi, ein Pankower Maler und Fotograf brachte mir eine Marktfoto aus dem Jahre 2000 (die Frau mit dem schwarzen Pagenkopf, war mal ich…😊). Es gab am Wochenende von allem alles, wunderbar, dieses Lebensgefühl muss ich nun wieder für ein Jahr konservieren…

Petra Elsner 2000 auf dem Pankower Kunstmarkt. Foto: Jörg Degraa
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Morgenstunde (210. Blog-Notat)

Das Auto ist voll beladen mit Bildern, Büchern und natürlich auch der Kiste mit druckfrischen Kalendern. Um 7 Uhr brechen wir nach Berlin-Pankow auf. Zum 50. Mal wird dort das „Fest an der Panke“ gefeiert. Neben allem, was so ein munteres Volksfest auf der Palette hat, zelebrieren
80 Künstler den ältesten Kunstmarkt von Pankow
.

Neben den kreativen Schaustellen ist dieses 2. Wochenende im September auch immer eine gute Gelegenheit einander zu treffen, Gedanken auszutauschen und Freundschaften aufzufrischen.

Es wäre also schön, Ihr würdet vorbeikommen. Samstag und Sonntag  ist mein Stand in der Ossietzkystraße von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Ein entspanntes Wochenende wünscht Euch allen,
Eure Petra

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Morgenstunde (209. Blog-Notat)

Seit Tagen warte ich auf den Schräge-Vogel-Kalender aus der Druckerei. Die Dinge kommen neuerdings immer erst auf den allerletzten Pfiff, dass hält mein Herz auf Trab. Wie so oft, gehen die Gedanken währenddessen an alle Abgründe, die man/frau sich denken kann. Der Schlimmste davon ist die Frage: Ist das Teil misslungen? FRÜHER (!) gab es Druckfahnen. Nach deren Sichtung und möglicherweise erforderlichen Korrekturen gab der Verlag und der Autor die Imprimatur, was so viel bedeutet „Es kann gedruckt werden!“ Danach musste man nicht mehr bibbern, denn das Druckerzeugnis war klar und wenn es nicht so kam wie gesichtet, konnte man die Druckerei dafür haftbar machen. HEUTE bekommt der Autor eine kleine PDF via Mail, die über Farbe, Papier, Format, Druckqualität gar nichts verrät. Man schaut nach typografischen Fehlern und der Rechtschreibung – Ende. Natürlich ist das nicht mehr so teuer und geht schneller, aber… das Bibbern derweil… Ich warte also auf die Post, wenn sie morgen erst kommt, hab ich die A-Karte, denn dann bin ich schon auf dem Kunstmarkt und die Kalender liegen auf unbestimmte Zeit auf Halde – herrje, nicht dann denken….
14.17 Uhr, es klingelt: Das Kalenderpaket ist da. Schauf, Jubel und die Anspannung steigt bis zum Anschlag, während ich das Paket mit einem Cutter öffne. Lächeln, rausnehmen, blättern, weiter lächeln bis zur letzten Seite und nun? Breites Grinsen! Dieser Schräge-Vogel-Kalender für 2020 ist klasse. Morgen kommt er unter die Leute…

Interessenten von weiter weg können den Kalender online hier beim Verlag bestellen:

 

Bibliografie
Herausgeber: Verlagsbuchhandlung Ehm Welk, Petra Elsner
Seiten: 14 Monatsblätter
Fotos: 12 großformatige, originelle Cartoons von Petra Elsner
Einband: Wire-O-Bindung, Kalender
Auflage: 1. Auflage 2019
Sprache: Deutsch
Format: 42,0 x 29,7 cm
ISBN: 978-3-946815-20-4
Preis (UVP): 18 €
Verlag: Verlagsbuchhandlung Ehm Welk
 
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Morgenstunde (208. Blog-Notat)

Hafenlicht, 40 x 50, Acryl auf Leinwnd

Man könnte schon Blätterfegen, aber ich verweigere mich, nicht Anfang September, dass gehört noch nicht in die Zeit, aber man könnte. Die letzten Hitzetage haben den erschöpfen Pflanzenwesen den Rest gegeben, jetzt saugen sie sich das Grün als letzte Reserve. Ich habe sie alle täglich gegossen, aber die Sonnenstrahlung war so extrem, dass sie trotz feuchter Wurzeln, regelrecht verdorrten. Heute duckt sich der Himmel grau, es regnet endlich sacht und ein leis-müdes Aufatmen ist spürbar überall im Herbstgarten. Gerade hab ich diese Leinwand (Bild oben) abgeschlossen. Ich nenne es Hafenlicht (40 x 50 cm). Hier ist kommt die Farbe Gold dezenter, ist aber immer noch präsent. In den nächsten Tagen stehen wieder diverse Außentermine an und ich werde für den Marktstand in Berlin packen, das bringt immer Chaos ins Atelier… Der Imkergatte schleudert derweil den letzten Honig, Als er gestern von seinem Standort in Mildenberg kam, war er einigermaßen sauer. Eine Beute lag versetzt und umgestoßen auf der umzäunten Wiese. Ein Bienendieb? Nein, dazu war das alles viel zu dilettantisch angerichtet. Wir vermuten eine Mutprobe unter betrunkenen Jungs, die ins Stolpern gerieten oder von den Bienen attackiert wurden und alles fallen ließen. Wie auch immer, das Volk ist futsch, sehr ärgerlich. Wir hoffen, es bleibt ein Einzelfall, denn Landjugend sollte eigentlich wissen, dass die Tierchen gebraucht werden.

Nachtrag vom 10. September: Dieses Bild (oben) wurde am 7. September auf dem Berliner Kunstmarkt verkauft :).

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Das Immerwiederkehrende

Alltag 11, September 2019:

Die „Dinge des Alltags – das Immerwiederkehrende“ – ist das Jahresprojekt der Bloggerin Ulli Gau, an dem ich mich beteilige und 12 Monate lang immer am  1. Monatswochenende etwas aus meinem Alltag vorstelle …

Diesmal: Der alltägliche Pferdewechsel

Das Wechselspiel zwischen den künstlerischen Genres hat mich begleitet, seit ich schreibe und zeichne. Es blieb immer bei mir und hat mich in Zeiten, als ich anderen Berufungen folgte, nie ganz verlassen. Aber Sprüche wie „Schuster bleib bei deinen Leisten“ oder die Ansicht, dass  Leute mit Mehrfachbegabungen nicht ernst genommen werden (so war das mal), haben mich dahingehend verunsichert, ob ich nicht zu oberflächlich mit den Talenten umging. Diese Mehrfachbegabung sollte mir aber später erst die Haut retten und mich noch später davor bewahren leerzulaufen.
Der erste spürbare Nachteil der Digitalisierung begann schon 2003, als plötzlich das Profi-Foto auf dem (Ost-) Pressemarkt immer schlechter bezahlt wurde. Der Zweite, dass sich mit den Online-Formaten die Situation der Printmedien (für die ich seit 1980 unterwegs war) zuspitzte. Korrektoren wurden abgeschafft, die Gestaltung, Bildbearbeitung, Teile der Buchhaltung, die Verlagskraftfahrer, das Archiv … – alles Arbeiten, die heutzutage die festen und freien Redakteure mitschultern müssen. Dennoch gerieten die großen Zeitungsdampfer immer mehr ins Torkeln. Abgesehen von technischen Veränderungen und Optimierungen der Verlagsarbeit, bekamen sehr bald die Freien Schreiber Einschnitte zu spüren, denn man sparte bei ihren Honoraren und drückte den Druckzeilenpreis auf zuletzt sagenhafte 22 Cent. Um als Freiberuflerin zu überleben, blieb mir also gar nichts anderes übrig, als alle meine Talente zu nutzen. Und um dabei nicht auszubrennen, wechselte ich so oft es ging die Pferde (Genres). Nachts malte oder zeichnete ich, tagsüber arbeitete ich an journalistischen Texten, in den Freiräumen schrieb ich Märchen und Geschichten. Dabei bemerkte ich, jedes Genre verbraucht den Kreativen anders. Für mich gilt beispielsweise: Schreiben zieht Kraft, Bildschaffen schenkt Kraft.
Mit dieser Wechsel-Methode kam ich ganz gut durch, ohne auch nur in die Nähe eines Burnouts zu gelangen, obwohl ich seinerzeit kaum vier Stunden Nachtschlaf hatte… Allerdings blieb dabei für gesellschaftliche Events, sogenannte Kontaktpflege und wirkungsvolle PR nicht genug Zeit. Denn es ging nach 1994 nur noch ums Eingemachte, die Absicherung der freien Existenz (eine Festanstellung war für mich in all den Jahren nicht zu haben). Ich nenne das:  Schaffen im stillen (toten) Winkel. Das war ein Fehler. Inzwischen arbeite ich immer noch viel und jeden Tag natürlich, selbst als mich vor zweieinhalb Jahren ein Krebs erwischte, hab selbst im Krankenhaus gezeichnet (schreiben ging nicht), aber die Kariere-Chance hat längst den Altersdeckel übergestülpt bekommen.

Diese Horoskopzeichen hab ich u.a. für eine kleine Zeitung auf dem Zug von Berlin nach Frankfurt (Oder) gezeichnet. Nach der Station Erkner am Berliner Rand verläuft die Strecke eine halbe Stunde lang schnurgerade, so das mir das Stricheln und Tuschen gut möglich war.
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