Morgenstunde (1220. Blog-Notat)


Dort, wo meine großen Bilder seit zwei Jahren in weiße Tücher gehüllt schlafen, lagern nun auch bis zum Frost eigene Äpfel und Kartoffeln von Haralds Feld. Unsere Nachbarn schenkten uns zwei Kartons voll. Prächtige Teile. So ist das hier. Der Herbst ist üppig: Da bringt mir Regina noch heißen eingekochten Saft, Jürgen bietet Birnen an und Jens schenkt uns selbst geangelten Fisch aus Norwegen… Die Nachbarschaft verteilt, was sie überflüssig hat und lässt möglichst nichts umkommen. Es ist einfach herrlich, erst recht mit diesem Sonnenwetter überall dem geschäftigen Treiben. Wenn der Frost kommt werden wir wieder das Obergeschoss ausschließen. Die Äpfel und Kartoffeln lagern dann frostsicher auf der dunklen Treppe. Ist nicht mehr lange hin…
Samstag ist Kürbisfest im Dorf, die Kiste mit Kleinigkeiten aus dem Atelier zum Verkauf durch Sabine ist gepackt. Da fühle mich gleich nicht mehr so verloren mit all meinem Zeugs… Auch die Preise für Quizz und Kürbisgewinner holte der Kulturverein bei mir. Das hilft, denn die neugierigen Bilder-Bücher-Gucker schauen nur noch sehr selten rein. Ist es mein Alter oder die Zeiten, gewiss was von beidem – was solls. Die Menschen haben schwerer zu tragen, verloren ist die Leichtigkeit …

Morgenstunde (1219. Blog-Notat)

Ihr Lieben alle, die Ihr mich gestern mit guten Wünschen bedacht habt – seid herzlich bedankt! Es war ein praller, sommerlicher Tag, die ersten Gäste kamen gegen 10 Uhr, die letzten gingen kurz vor 22 Uhr, so viele Worte und Gedanken… Blumen und geistige Getränke.

Mittags war Ruhe. Der Liebste stiefelte in den Wald und sah nach den Pilzen, ich setzte mich an das Werk, dass mir Sonntag ins Haus getragen wurde. Die Schwedter Verlegerin plant eine erweiterte Neuherausgabe meines Weihnachtsbuches „Von der Stille des Winters“, das 2016 erschien. 10 Jahre sind seither vergangen, mindestens 10 neue Weihnachtsgeschichten kamen hinzu. Es wird einen neuen Titel bekommen, die Texte mit Berlinbezug fliegen raus, es soll eine echte regionale Perle werden. Nun denn, das wird bestimmt…

Morgenstunde (1218. Blog-Notat)


Freitagmorgen, das große Kochen beginnt… Pünktlich zum Herbstbeginn hab ich mir von unserem Mildenberger Lieblingsfleischer ein fettes Suppenhuhn (3,6 kg) geholt. Das werden mindestens acht gesunde Essen (ist besonders gut für die Lunge) für jeweils zwei Personen. So habe ich den Aufwand nur einmal aller sechs Wochen. Daneben galt es Wirsingkohlrouladen fürs Mittagessen zu bereiten… Jetzt, nach Stunden bin ich platt, muss Pausieren, denn der Liebste ist inzwischen im Wald… da wird es heute Abend spät. Pilze schnippeln und Suppe eintüten. Nahrhafte Tage sind das… Hirsche röhren zur Mitternacht immer noch von den Wiesen rechts hinter dem Dorf. Schönes Wochenende allerseits!

Morgenstunde (1217. Blog-Notat)

Diesen herrlichen Rosenstrauß brachten uns zwei Herzmenschen zum gemeinsamen Mittagessen gestern mit. Der Duft, ein Traum. Das waren gut drei Plauderstunden ohne sperrige Themen, obgleich alle am Tisch politisch denkende Wesen sind. Man muss sich das nicht allenthalben beweisen, so war dieser Nachmittag sehr entspannend. Eine heilsame Insel im lauten Geschrei der Welt.
Anschließend setzte sich der Imkergatte vor das große Abfüllgefäß und zapfte den letzten Honig ins Glas. Jetzt, wo die Nachttemperaturen fallen, könnte der Honig schnell fest werden und nicht mehr aus dem Gefäß fließen. Das würde neue Umständlichkeiten bereiten, also ran an den Quetschhebel. Es war schon nach 22 Uhr als er die letzte Kiste ins Warme trug. Heute werde ich diesen 80 Gläsern ein Etikett verpassen, dann ist die Ernte durch 😊. Winterfütterung der Völker ist fertig. Heute ist noch eine Milbenbehandlung dran, dann ist die Imkerei für 2026 abgeschlossen.

Morgenstunde (1216. Blog-Notat)

Nachdem ich die Illustrationen und die Bildmontage zur Weihnachtsgeschichte diese Woche abgeschlossen hatte, formte sich in meinem Kopf eine zeichnerische Idee für mögliche Adventsfenster. EIGENTLICH wollte ich ja dieses Jahr keinen Adventskalender vorführen, aber nun habe ich Lust auf schöpferisches Zeichnen… Fünf Fenster sind schon fertig und genug Zeit für den Rest 😊. Weihnachtsengel und Weihnachtselfen ist das herzallerliebste Thema im Kleinstformat und es macht Laune… Die Teile sind nur 6 cm groß und gehen gut von der Hand. Den fertigen „Kalender“ kann man nicht kaufen, den gibt es nur virtuell als Fenster auf meinem Blog ab 1. Dezember zu sehen. In den Zeichenpausen wurden vier Trockensiebe voll Pilze beschnippelt und das ganze Programm gilt auch morgen wieder…
Schönen Sonntag allerseits!

Morgenstunde (1215. Blog-Notat)

Am Teich wuchsen nach dem Regen die ersten Birkenpilze, was den Liebsten umgehend in den Wald trieb. Er brachte kleine, knuffige Steinis und eine Marone mit. Es geht also langsam los mit der Pilzsaison. Bisher war es ja nur sehr verloren, was er nach stundenlangen Waldläufen nach Hause brachte. Aber jetzt ist sein Jagdfieber aufgeflammt und das Häuschen bekommt wieder diesen nahrhaften Duft von den Trockensieben.
Eine Anfrage brachte mich heute ins Grübeln: Die „Kleine Galerie der Stadt Eberswalde“ fragte an, ob ich nicht Lust hätte bei Ihnen auszustellen, nicht gleich, sie planen langfristig, aber irgendwann in 2028. Hah, wenn ich dann noch lebe. Ich müsste nur liefern, sie würden die Sachen selbst hängen. „Klein“ ist dabei die pure Untertreibung, denn es handelt sich um die ganze Empore im Sparkassenforum. Es ist doch verrückt, wenn man innerlich abgeschlossen hat, kommen plötzlich die guten Angebote. Ich hab erst einmal zugesagt, obwohl ich mir doch vorgenommen hatte, keine Pläne mehr zu machen…

Einen Tag später waren es schon so viele…

Morgenstunde (1214. Blog-Notat)

Von drei Jahren hatte ich einen Augenscan, der hochauflösende Schichtbilder der Netzhaut und des Sehnervs produzierte. Kostenpflichtig, aber es ging ja darum, möglichst früh zu erkennen, wann der Sehnerv durch meinen erhöhten Augendruck geschädigt werden würde. Optische Kohärenztomographie (OCT) nennt sich das. Bei der Auswertung saß ein Arzt vor mir, der der deutschen Sprache nicht mächtig war. Ich verstand nur „dünne Gefäße“, was mich nicht sonderlich beunruhigte. Gestern meinte ein anderer Augenarzt, wir müssten nachsehen, wie weit die Schädigung vorangeschritten ist. Eigentlich wollte ich „nur“ einen OP-Termin wegen meines Grauen Stars verabreden. Ich sah ihn ungläubig an. Er scrollte meine virtuelle Akte durch und zeigte auf das damalige Testergebnis: Glaukom (Grüner Star). Ich hatte keine Ahnung. Dieser Arzt hatte auch keinen deutschen Pass, aber er sprach unsere Sprache verständlich. Draußen vor der Tür war ich nur noch fassungslos. Durch ein Sprachhandikap war ich jahrelang im Unklaren und hoffte immer noch, dass der Grüne Star nicht ausbrechen würde. Geht irgendwie gar nicht.

Morgenstunde (1213. Blog-Notat)

Die Tage schrieb Daniela aus dem Schwarzwald, lass uns doch noch ein Weihnachtsblöckchen machen, vielleicht mit einem Wichtel? Hah, da konnte ich dienlich sein, denn da gibt es ja seit 2024 meine 24 Heimlichkeiten. Ich schickte ihr die muntere Truppe als Karte, von der sie wählen konnte. Drei Mützenmännchen kamen in die Vorrunde 😊 und, ich habe sie damit echt erheitert. Wie schön. So geht es sich doch gleich viel entspannter in die neue Woche…

Morgenstunde (1212. Blog-Notat)

Aus der Reihe: Schräge Vögel auf Landpartie. Postkartenmotiv.

Nachdem gestern der Nachmittagskaffee mit Sabine ausgetrunken war und ich kurz verschnaufte, schepperte ein paar Minuten später die Hofglocke. Vor mir standen zwei langhaarige, spindeldürre Radler und fragten, ob sie sich im Atelier umschauen könnten. Sie sahen wirklich wild aus und sprachen nur gebrochen Deutsch. Der Imkergatte hantierte in der Bienenküche und bemerkte nichts von dem Besuch. Ich war schon ein wenig trieselig von den Bewegungen und dem gleichzeitigen Sprechen, aber gut: Hereinspaziert. Der junge, fast 2-Metermann, stellte sich als malender Russe heraus, der Kleinere war Amerikaner. Hey, im wirklichen Leben lebt die friedliche Koexistenz zumindest in den Ferien. Die halbfertige Leinwand „Sibirische Tundra“ verdutzte den Russen, er deutete darauf und meinte, seine Großmutter käme aus dieser Landschaft. Zufälle… Die beiden sahen sich interessiert um und fragten dann nach „Hönig“. „Bitte was?“ Es dauerte einen Moment bis ich begriff und bot eine Verkostung an. Jetzt waren sie wirklich hingerissen, ob der Gastfreundschaft, aber ich schnaufte schon welk. Gut, dass der Liebste endlich auftauchte und übernehmen konnte. Aber schön, wenn das Leben vorbeischaut 😊…

Morgenstunde (1211. Blog-Notat)

Zwei Hirsche haben nächtens geröhrt, erzählte mir der Liebste zum Morgenkaffee, aber Pilze gibt es noch kaum welche. Vielleicht demnächst, wenn die Sommerhitze sich davongeschlichen hat. Ich hab die letzte Gurke geerntet. Hing neben einer vergessen Geschichte… Damit nicht alles vergessen wird, habe ich gestern die ganzen Aktionen, die ich mit oder für unseren Kulturverein geleistet habe, aus meinem Computerarchiv zusammengesucht und auf einen Stick geladen. Etwas fürs kollektive Gedächtnis: Ausstellungen zu historischen Ansichten und dem Dorfleben, die Kürbisfeste mit den 12 launigen Krönungen, Sagen als Puppenspiel inszeniert, das Kurtschlager Kochbuch … 18 Jahre. In dieser Zeit habe ich dreimal meine Computertechnik erneuert, dabei ist manches schon wieder untergegangen. Die gelebte Freizeit wird immer erst später bedeutsam für das Archivwesen, wenn überhaupt. Jedenfalls habe ich jetzt diesen Stick gewissermaßen als Staffelstab. Die Dokumentation der Jetztzeit haben andere übernommen, gut so.

Ein paar Schaustücke:
Sagen als Puppenspiele
Ein Ausstellungsaufbau