Morgenstunde (747. Blog-Notat)

Das letzte Goldlaub schwimmt im Teich und die kahle Birke scheint hinterhergefallen mit ihrem fein strukturierten Geäst. Eine Naturgrafik vom Feinsten. Ja, ich muss die Blätter noch rausfischen, damit kein Methan im Fäulnisprozess entsteht. Irgendwann die Tage. Gestern haben wir Bücher in der Zehdenicker Klosterscheune abgegeben. Am Wochenende ist dort „Laternenzauber“, man bietet die Schätze für mich mit an, denn ich bin zur Dorfweihnacht in Kurtschlag vergeben. Lese die aktuelle Weihnachtsgeschichte vor und fotografiere für den Kulturverein. Sonntag kommt mein Sohn zum vorweihnachtlichen Essen, zum Fest geht es zu den Eltern der Freundin. Irgendwann zur Monatsmitte fahren der Liebste und ich noch einmal in Erzgebirge zur Elternzeit. Am 17. 12., lese ich noch in der Eberswalder Buchhandlung Mahler, dann touren wir runter. Vielleicht wird ja noch das Ersatzhochbeet, Holz liegt schon mal auf dem Hof… wer weiß.

Und hier geht’s zurück zum Adventskalender.

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24 Tage im Advent

Letztes Jahr habe ich meinen ersten Weihnachtliteraturkalender in diesem Blog veröffentlicht. Wer mag, kann dort noch einmal hinsehen, denn ich werde mich hier nicht wiederholen. In diesem Adventskalender befinden sich natürlich ebenfalls Weihnachtsgeschichten, aber auch Wintermärchen, Auszüge aus verschiedenen Erzählungen, Dezembergedichte, Erinnerungen und weihnachtliche Rezepturen 😊. Viel Spaß beim Schmökern unter den Kalenderlinks.

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Morgenstunde (746. Blog-Notat)

Sie leuchten in die Nacht – meine Weihnachtsbücher, jedes Jahr. Sie sind eben meine Atelier-Deko im Advent und sie sind natürlich auch noch bei mir zu haben. Andere haben anderes.
Seit gestern ist Schluss mit Zocken, wir haben die nächste Heizölbestellung abgegeben. Immer noch 500 € teuer als letztes Jahr, aber 150 € weniger als im Frühsommer. Wir konnten nicht länger warten, sie liefern ja nicht sogleich, sondern erst in vier Wochen. Mitte Januar wäre uns sonst der Saft ausgegangen…

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Morgenstunde (745. Blog-Notat)

Eine Woche weiter ist das Weinlaub runter, so dass ich den Stock beschneiden konnte. Gut, abends leuchten die Lichter, aber tagsüber ist die Schuppenwand jetzt ziemlich kahl. Noch knistern ein paar Blütenstände der Hortensie davor, aber das ist alles. Wir wollten heute das Wiesenhochbeet in den lichtschattigen Gemüsegarten umsetzen, denn auf der Wiese ist es der prallen Sonne im Sommer ausgesetzt, was das Wachstum stört. Also Umsetzen, aber das wurde nix. Die untersten Bretter faulen leider schon und müssen ersetzt werden und dann klingelte es am Hoftor: Der Mann von der Stadt Zehdenick wünschte den Wasserzähler ablesen zu können. Na fein. Das bedeutete die Speisekammer auszuräumen, um die Kellerklappe freizulegen und öffnen zu können. In den winzigen Feldsteinkeller tauchen wir nur ab, um diese Wasseruhr zu besichtigen. Das finstere Loch war schnell wieder geschlossen, aber die Räumerei – indes dämmerte es und das Bauprojekt im Garten vertagte sich… Heute kam doch wirklich schon die erste Adventspost mit einem schmalen Geschichtenbändchen drin, damit ziehe ich gleich auf das Sofa und schmökere darin…😊

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Morgenstunde (744. Blog-Notat)

Die volle Packung hatten wir am ersten Adventswochenende. Inzwischen recht ungewohnt für uns, bekamen wir Wochenendbesuch mit Übernachtungen. Eine alte Berliner Freundin reiste Freitag an. Sie steckt seit vier Jahren in einer tiefen Trauer und wir wollten ihr Nestwärme geben und Aufmerksamkeit, was, ich glaube, auch gelang. Den ersten gemeinsamen Abend haben wir bis tief in die Nacht geredet, den zweiten mit fünf Stunden Skatspielen verbracht. Gestern genossen wir das Adventsprogramm unseres Dörfchens, mit Jazz in der Kirche und Feuer mit Adventssingen auf der Bleiche. Die Köpenicker Tower Band zelebrierte Spielfreude und akzentweise weihnachtliche Variationen. Das war nicht das gewöhnliche Anlassprogramm in der gut besuchten Kirche, aber mir hat es wirklich gefallen, auch wenn ich da mit Maske mitwippte, anders wäre es mir bei dem vielseits erkälteten Publikum nicht möglich gewesen. Am Feuer nahmen wir noch gemeinsam ein Heißgetränk und dann düste unsere Freundin wieder davon, mit dem ganzen vergangenen Leben im Dauergepäck. Das ist schwer. Danach wurde uns wieder einmal bewusst, wir haben uns, dass macht alles leichter, selbst wenn‘s mal schwer wird…

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Morgenstunde (743. Blog-Notat)

Freitag im Nebelkleid – das ist November, ein Fest für alle Mystiker. Eine Rüttelmaschine hat mich heute morgen vom Laken gerissen. Kinner nee, dit is nich die richtige Lautstärke… Wenn die ans Kopfsteinpflaster schrammt, denkste es ist Polterabend mit einer LKW-Ladung Bleikristall. Jetzt sind sie ein Grundstück weiter und es dröhnt nur noch dumpf. Als ich noch in Berlin Bornholmer/Ecke Schönhauser lebte, bin ich zuletzt nur noch Nebenstraßen gegangen, weil ich den Krach von Straßen- und Hochbahn und dem endlosen Autostrom nicht mehr ertragen habe. Ich bekam davon Atembeklemmungen und Herzstolpern. Vom Smog und Feinstaub will ich gar nicht erst reden. Aber seither bin ich empfindlich… Also heute nichts mit ausschlafen, aber es kommt ja Besuch und schließlich ist immer was zu tun…
Habt einen schönen Advent alle miteinander!

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Morgenstunde (742. Blog-Notat)

Es taut und ich habe wieder satte 11 Stunden geschlafen, es braucht wohl noch. Den Schnee hätte ich mir schon noch bis zum kommenden Wochenende gewünscht, denn der 1. Advent wird (so uns nicht eine Seuche Hausarrest verordnet) in unserem Schorfheidedörfchen sehr stimmungsvoll begangen. Diesmal gibt es vorweihnachtlichen Jazz in der Kirche und anschließend das romantische Adventssingen unter der Tanne am Feuer und mit Glühwein auf der Bleiche am Döllnfließ, mehr braucht es für mich nicht.  Am Wochenende kommt auch eine alte Freundin, die das Privileg bekommt, im Atelier zu schlafen. Wir bereiten also das Häuschen auf zweitägigen Zuwachs vor… Der Adventsstrauß im Schlaf- und Bücherzimmer ist seit gestern gerichtet. Mit Klöppelsternen und erzgebirgischen Holzschmuck, wie jedes Jahr. Die Ausstattung hat Jahrzehnte gebraucht: Die Klöppelsterne hat die Schwiegermutter eigenhändig gefertigt. Da gab es jedes Jahr zwei, drei Teile und die Hängerchen stammen von unseren Weihnachtsmarktbesuchen in Annaberg oder Schneeberg. Die Erinnerung, dort mit den Eltern alljährlich gewesen zu sein, bleibt uns. Dieser Advents-Weihnachts-Strauß wurde, seit wir in diesen kleinen Katen gezogen sind, immer zum Platzproblem, in der Wohnküche geht’s gar nicht, aber seit der Imkergatte das Honiglager neben den Büchern hat, geht’s obendrauf…😊 So langsam wird also das Weihnachtshäuschen. Beim Licht sparen wir diesmal etwas, aber nicht ganz…

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Morgenstunde (741. Blog-Notat)

Die erste Schneezeit lag sonntags im Dämmerlicht. Nach dem Schneefegen hat es mich für zwei Stunden aufs Sofa gerafft, aber das war nur die Vorspeise für die Nacht, aus der ich Montag erst um 11:45 Uhr erwachte. Echt erschrocken. 13 Stunden am Stück und ich hätte weiterschlafen können. Aber ich wollte doch noch einmal nach dem Schnee sehen, draußen, im Garten lag eine Zauberwelt. Zur Wochenmitte soll die Pracht schon wieder tauen und weiß schon, wann es den nächsten Schnee gibt… also: Schauen. Die Schläfrigkeit drängte mich zurück ins Haus. Mit Ferdinand von Schirachs „Nachmittage“ und Tee auf das Sofa, so langsam hab ich mich dabei gerappelt und das Buch ausgelesen. Der Schriftsteller gilt als „Meister der kleinen Form“, die ich auch bevorzuge. Nur beim Lesen all seiner Geschichten, Notizen, szenischen Skizzen, bohèmen Episoden, worin es immer um Liebe und Tod geht, spüre ich den gewissen Unterschied: Seine Weltgewandtheit, die mir schon herkunftsmäßig fehlt. Ist nicht aufzuholen und mein Ehrgeiz hält sich inzwischen in Grenzen. Schirachs atmosphärische Ortsbeschreibungen ließen mich genüsslich mitreisen, staunend auf dem Sofa. So ist das mit manchen Büchern am Nachmittag und dann holt mich, bei einer nicht so dichten Geschichte, die Müdigkeit wieder ein. Bin wirklich abgelaufen… Zum Abend war der Liebste aus dem Erzgebirge zurück, mit Tannengrün für die Adventszeit von einem Gärtner mit Waldbesitz. Herrliche Zweige für schlichte 9 €, hier so kaum zu haben. Er konnte von gutgelaunten Eltern erzählen, das tat uns beiden gut, gerade mal kein Kummer, sehr schön.

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Morgenstunde (740. Blog-Notat)

Eine Blüte wehrt sich noch im Sonntagsschnee. Vor einer Woche war das Weinlaub noch samtgolden… Aber das passt alles zum Totensonntag, zur inneren Einkehr, zum Ausruhen. Ich spüre gerade, wie belastend die letzten Wochen waren, dieses Abfallen eines Berges macht Muskelkater, innen und außen. Da kommt mir so eine stille Schneezeit gerade recht. Ich kann mich versenken und meiner Toten gedenken. Mit der grünen Fotokiste auf dem Sofa. Bitte nicht stören…Der Liebste ist zu seinem Vater aufgebrochen, da ist das Möbel gerade mal frei 😊. Ich suche mir ein Wohlfühltempo für diesen Tag, macht es Euch schön derweil!

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Eine Geschichte entsteht…

Öffentliches Schreiben:

Der Elfenschrat (2)

…„Oh, bist du der Elfenschrat, von dem man in diesem Haus so oft spricht?“ Das Auge blinzelte, als wollte es nicken. „Weißt du, wie man dich aus diesem Holz befreien kann?“, fragte Hermine aufgeregt. Leise knarrte nun die Stimme aus dem Holz: „Du musst im Morgengrauen, kurz vor Sonnenaufgang in den Garten gehen, um dort deine Augen, deine Ohren und dein Herz zu öffnen. Nur so kannst du die wundertätigen Elfen sehen und sie bitten, mich aus diesem Bann zu befreien.“
„Oh, ich bin dort draußen noch nie einer Elfe begegnet, bist du sicher, dass du dich da nicht irrst?“
„Mit einem Zweifel wird das nichts, es geht nur mit offenen Sinnen. Mich hast du doch auch entdeckt“, raunte der Elfenschrat und schloss müde das Auge.
Hermine stieg zurück in ihre Dielenunterwelt, steckte sich die buntkarierten Kopfkissenzipfel in die Ohren, um das Knarren zu dämpfen. Jetzt halten die Elfen sowieso Winterschlaf, dachte die Hausmaus. Vor dem Frühling würde sie dem Elfenschrat nicht helfen können. Während sie den Gedanken mit in ihren Traum nahm, flüsterte ihr die Stimme aus dem Holz hinterher: „Winterschlaf? Was für ein Unsinn! Die Welt der Elfen hat nichts mit der realen Zeit zu tun. Geh‘ hinaus in den Winternebel und sieh‘ genau hin.“
Am nächsten Morgen versank der Tag im dichten Nebel. Hermine lief hinein und versuchte etwas zu entdecken, Nein, sie sah nichts, aber sie spürte etwas. Nur was? Die lebendige Natur, die immer nach Heilung strebt. Und Hermine sprach mit großem Herzklopfen zu ihr: „Hast du den Elfenschrat vergessen? Er steckt in der alten Eichentür und kann seit hundert Jahren nicht heraus. Bitte hilf ihm!“ Da knisterte und funkelte der Nebel und strömte auf das Winterhäuschen zu, kroch durch die Ritzen und weichte den Elfenschrat aus dem Holz. Kaum später trug der milchige Schwaden den alten Elf mit sich, hinaus in den dunklen Wald, aus dem man manchmal sein knarrendes Lachen hört.
© Petra Elsner

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