In der Höhle unter der Efeuwand schnarcht der Igel schon den ganzen Tag. Mal lauter, mal leiser. Nachbars Kater schaut allenthalben nach dem Geräusch. Hier gibt es nichts für ihn zu jagen… Am zweiten Tag mit gemäßigten Temperaturen atmen wir auf und kümmern uns. Der Liebste fegt den Hof, ich putze ein Fenster und koche draußen unter dem Glasdach. Vormittags überall Durchzug im Häuschen. Verschnaufen vor der nächsten Welle… Wir denken über den Einbau einer richtigen Klimaanlage nach, warten damit aber zum den Herbst, bis die Preise wieder etwas gefallen sind. Morgen wird hoffentlich der meine Karton-Bestellung eintreffen, ich möchte einen neuen Satz der sechs Titel zur ELSNER-EDITION bauen, den vielleicht eine Galerie in Kommission nimmt. Je 10 Hefte. Wenn ich damit durch bin und das Wetter friedlich, fahren wir und schauen, was wird…
Morgenstunde (1182. Blog-Notat)
Nach den heißen Tagen ist der Garten hitzewelk. Die Johannisbeersträucher haben die Ameisen erobert und saugen den Saft der Früchte aus und in der roten Stachelbeere auch. Sie nisten im Wurzelbereich, da kann man so gar nichts machen… Stauden wie gelbes Sonnenauge haben aufgeben, selbst der unverwüstliche Phlox. Die Verluste waren zu erwarten. So ist das seit Jahren in diesem Garten, was die Spätfröste nicht leben lässt, holt die Sommerhitze. Dazu reichen schon ein paar 30-Grad-Tage. Aber fast 40 Grad… Die Sandgärtnerin ist einigermaßen mutlos geworden, nicht lebenssatt, nur müde und alt. Es hilft ja wohl kein Nachsinnen, wir Lüften das Häuschen nach der Stunde Landregen, solange es geht. Die Prognosen sagen für Anfang Juli die nächste Hitzewelle voraus. Ich weiß ja nicht, wie Ihr die jüngsten Tage überstanden habt, wir wurden von Tag zu Tag immer schwächer und dümpelten nur noch herum. Sollen so die zukünftigen Sommer aussehen? Ich werde den Winter lieben lernen…
Morgenstunde (1181. Blog-Notat)





Es war die heißeste Nacht, die ich je erlebte und weil Eure Nacht gewiss vergleichbar war, muss ich nicht viel erzählen von Dämmerzuständen unter dem Lacken. Die Augen sind immer noch geschwollen… Heute waren es nach dem Sonntagsfrühstück schon fast 30 Grad, aber es kam ein Lüftchen auf, sodass ich seit Tagen für ein Weilchen unter die Weide zog, frei atmen konnte und dem Wachsen der Gurken zusah. Im Atelier sind trotz nächtlichem Lüften schon wieder 28 Grad, der Ventilator brummt, aber diese Arbeitstemperatur schwächt nur, ich lasse es und warte auf Abkühlung…
Morgenstunde (1180. Blog-Notat)

Wir haben den Beutezug der Woche auf gestern vorverlegt und nicht erst die heutige Ü-30-Grad-Marke abgewartet. So können wir vor die Tür gehen, solange es erträglich ist, wenn nicht, dann nicht. Die Pflanzen im Tomatenhäuschen bekamen noch ein weißes Laken als Sonnenschutz spendiert, ich hoffe, es hilft ihnen, die Hitze zu überstehen. Der Imkergatte ließ abends noch die Waben der 2. Schleuder kreisen. Mitte/Ende Juli wird er Abschleudern. Das Bienenjahr ist viel kürzer als das Kalenderjahr. Die Tierchen befinden sich schon im Herbst, während ihr Honig in den Abfüllgefäßen gerührt wird und reift. Aber auch wir rüsten schon für das zweite Halbjahr und haben heute Heizöl liefern lassen. 1000 Liter, damit kommen wir gerade bis zum Jahreswechsel. Die Ölkrise beschert schwankende Preise. Diese Ladung war satte 150 € teurer als die letzte in 2025. Wir wollen hoffen, dass die Preise wieder ein niedrigeres Niveau erreichen, möglichst stabil, bis dahin geraten solche Bestellungen zum Pokerspiel: Wer blinzelt, hat schon verloren. Via iPhone kam heute die Nachricht, unser für Samstag geplantes Dorffest wurde wegen Hitze abgesagt, das ist genau die richtige Entscheidung, wer tanzt schon bei 40 Grad… die Kreativität geht auch bald schlafen … Nachteulen schauen stattdessen: Fußball 😊
Lyrik-Krümel
Morgenstunde (1179. Blog-Notat)
Es ist besser. Die Temperaturen sind heute angenehm, so könnten alle Sommertage sein. Der Atem fließt ruhig. Nach dem ablehnenden Reha-Bescheid reise ich jetzt wieder nach innen: arbeite mit Reiki (habe den II. Grad), Affirmationen und Tai Ci, ein bisschen von allem fürs bessere Atmen und neue innere Kraft. Von Selbstheilung halte viel. Auch wenn es zuweilen „nur“ um das psychologische Momentum geht und um Energieflüsse. Die Lunge wird davon nicht heilen, aber die Atemmuskeln werden trainiert. Der Status einer chronisch kranken Künstlerin in Rente ist nicht sehr hoch in diesem Land. Man muss sich selbst kümmern, eigentlich wie immer in meinem Leben.
Morgenstunde /1179. Blog-Notat)
Von der Hitze am Tag wurde mir übel. Nach dem Mittags-Gewitter klebte die Luft gleich wieder. Schwer von der Nässe. Die Hitze einzuatmen, lässt mich taumeln schon den zweiten Tag. Die Beine werden schwer, ich komme nicht weit und ziehe das abgedunkelte Häuschen vor. Hier wird die Luft dick. Der Ventilator dreht den Mief. Es kommen nachmittags unverhofft junge Gäste. Sie schauen dem Imkergatten beim Schleudern zu. Ich habe Mühe, die Sitzkissen für sie zu platzieren, wieder Taumeln. Der Blutdruck steigt, ich koche Kaffee und werfe eine Ramipril ein. Als der Kaffee durchgetröpfelt ist, kommen die Gäste mit dem Liebsten aus der Bienenküche. Wir sitzen draußen, es geht mir nicht gut, aber ich möchte die Jungen nicht vergraulen… Die Ärztezeitung schreibt: „Sommerliche Hitzewellen erhöhen das zusätzliche tägliche Sterberisiko bei Menschen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) um bis zu 14 Prozent, bei längeren Hitzewellen gar bis zu 43 Prozent.“ Ich weiß das, aber ich fürchte mich nicht. Die Krankenkasse hat auch nach meinem Widerspruch eine Reha abgelehnt.
Morgenstunde (1178. Blog-Notat)
Ist ja sonst nicht viel los, aber einige lustige „Begegnungen“ gab es die Woche schon. Da rief ein Fensterputzer aus Bad Freienwalde an und fragte nach dem Motiv des Joachimsthaler Kaiserbahnhofs. Er hatte es im Bahnhof gesehen, sich nach meiner Telefonnummer erkundigt und nun fragte er. Wir sprechen von einer Postkarte für 1 Euro 😊. Vorbeikommen dafür? Das war ihm zu weit. Also bot ich den Versandt an. Kontoüberweisung für 1 Euro??? Wir kamen ins Witzeln und weil das so lustig war, meinte ich, ich schicke und er könne ja mal irgendwann, wenn der Job ihn in die Nähe treibt, auf nen Kaffee vorbeikommen. Ich glaube, der Mann glaubt nun gelegentlich an das Gute im Menschen 😊. Ich hab ihm drei Karten geschickt.
Einen Tag später fragte eine Dame aus dem Raum München das Buch „Die Mohnfee und die verschwundene Zeit“ via Mail an. Für ein besonderes Geschenk. Ein richtiges Buch allein zur Mohnfee gibt es nicht. Ich dachte, meine handgefertigten Minis wären vielleicht nicht das Passende und so empfahl ich ihr das schöne Geschichtenbuch „Die Gabe der Nebelfee“, darin ist die Mohnfee enthalten. Die Frau ging auf den Link zum Verlag. Nö, sie wolle etwas Klitzekleines… also doch den 4. Titel aus der Kurtschlager Edition und siehe da, genau so etwas wünschte sie sich. Also eintüten und ab geht’s. Kleine Verrichtungen im Tag…
Morgenstunde (1177. Blog-Notat)

Die Tage huschen zwischen Heftebau und Imkerei hin und her. Aber heute musste ich zum Lungen-CT nach Gransee – jedes Schlagloch hat meinen Hexenschuss angestachelt. Kinner ne…, ich dachte, er verdrückt sich langsam, denkste. Wieder daheim konnte ich mir die bewegten Bilder (noch nicht ausgewertet) mit einem Zugangscode virtuell ansehen. Sehr spannend, wie so eine Lunge arbeitet…
Mit den Entwürfen zu dem erwünschten Firmenlogo bin ich soweit durch und kann morgen die Farben anlegen, dann wäre diese Arbeit zum Wochenende abgeschlossen. Gut, denn da will der Imkergatte wieder schleudern. Ich bin gespannt, ob etwas Robinie dabei sein wird. Hatten wir lange nicht mehr, wegen der Spätfröste… Die drei Schwärme haben sich prächtig entwickelt, dass sie jetzt sogar schon einen Honigraum brauchen. Man sieht in diesen Tagen den Imker öfter in sich hinein lächeln – was will man mehr…
Morgenstunde (1176. Blog-Notat)

Die Hexe hext, ich falte weiter… während die aufgeregte Gesellschaft wie ein Hühnerhaufen herumflattert, anstatt den Laden zusammenzuhalten, bevor er implodiert. Noch mehr Abgaben und Sozialkürzungen verlangen die Reformer der Stunde, die strukturelle und grundsätzliche Reformen scheuen. Diese Aufgabe scheint zu groß für das politische Personal. Ich frage mich ernsthaft, wann in diesem Land endlich kluge und mutige Köpfe der Bürgerlichen Gesellschaft antreten, um einen Neustart zu wagen. Wo sind sie? Worauf warten diese gebildeten und erfahrenen Menschen? Nur sie können dieses Land verantwortungsbewusst aus der Irre führen und deshalb sollten sie sich für diese Herkulesaufgabe nicht zu schade sein. Die Menschen im Land brauchen Hoffnung und Visionen.










