Morgenstunde (572. Blog-Notat)

Passepartouts schneiden, Blätter fegen, Weintrauben ernten und saften… Im Herbst wird man nie fertig, erst wenn Schnee die Baustellen bedeckt, beginnt das Loslassen. Für das Wochenende haben sich wieder Atelierbesucher angesagt, wie schön. Ich möchte hier mal alle, die ähnlich unterwegs sind ermutigen, geduldig zu sein und nicht zu verzagen. Vor 14 Jahren habe ich draußen am Zaunschild angesagt: sonntags von 14 – 18 Uhr geöffnet. Und: Es kam selten jemand. Ich hatte dann zwar jede Woche wenigstens einmal das Atelier übersichtlich aufgeräumt, aber mich selbst weggeschlossen. Sonntagnachmittags finden auf dem flachen Lande die Kulturveranstaltungen statt…Nach sieben Jahren habe ich die Öffnungszeiten gecancelt und habe stattdessen Ausflüge unternommen…Ich wollte einfach nicht mehr ungewiss warten. Nach etlichen Atelierfesten ist inzwischen vielen klar geworden: Man/frau darf jederzeit kommen und schauen. Besser sich telefonisch ankündigen, damit ich auch Zeit habe, bzw. sie mir für Gäste nehmen kann. Das hat wirklich lange gedauert, zumal sich unser Walddorf nicht wirklich um die Ecke befindet. Klar, im Winter ist die Speichergalerie geschlossen, alles konzentriert sich dann auf das Zeichenwerk und die Geschichten dazu. Es gibt darüber hinaus die originalen (unverkäuflichen) Illustrationen zu meinen Büchern zu sehen. Gerahmte und für schwer Interessierte ziehe ich die Schübe des Zeichenschranks auf und hole die Mappen mit den losen Blättern hervor. Über 1000 Motive auf kleinsten Raum 😊, eben was so alles in 30 Jahren geschieht… und es ist schön, dem Staunen zuzusehen.

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Morgenstunde (571. Blog-Notat)

Zurück auf dem Hof am Schorfheidewald ist es spürbar Herbst geworden. Am Meer war es hingegen milder. Hier zog schon der Nachtfrost durch die Gärten und nahm dem Oktober die späte Blütenpracht. Da wartet viel Arbeit: Stauden schneiden, die erfrorenen Pflanzen von den Beeten hacken, die nicht winterharten Töpfe ins Haus holen…und die Blätterschlacht meistern.
Das Häuschen brauchte von gestern Nachmittag bis heute Morgen, um die ausgekühlten Wände zu erwärmen, da wurden wir abends das Schlottern nicht los.  Erst zum Frühstück war alles wieder wohltemperiert. Nun sind wir guter Dinge, denn die sieben Tage auf Usedom haben uns gut entspannt und klingen sonnig in uns nach. Was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter! 😊 Und auch hier wird es noch ein paar lichte Tage und Atelierbesuche geben, bevor wir den Bilderspeicher winterfest machen… Nächste Woche hängen wir die Sommer-Ausstellung in der Kapper Kirche ab…

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Morgenstunde (570. Blog-Notat)

Der letzte Inseltag. Wir werden ihn auskosten und uns zugleich auf die Heimkehr freuen, auf die eigenen Plätze im Leben und Arbeiten. Der Kopf sammelt schon für den Fortgang des Romans. Endlich scheint es mir zu gelingen, über die Folgen der menschlichen Verluste zu schreiben.  Dafür mussten mehr als 43 Jahre vergehen. Als meine Mutter sehr jung starb, trieb es mich zu einem Buchprojekt, dass ich nicht leisten konnte, damals. Aus der Distanz wird es möglich, aber es wird doch ein ganz anderes Buch sein. Hier, unter dem weiten Himmel am Meer, werden die Gedanken leicht, selbst, wenn sie schwer wiegen. Also nochmal die Nase in den Wind, solange die Atmung hält. Morgen packen wir…

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Morgenstunde (569. Blog-Notat)

Flattrige Atmung, da fällt das Strandlaufen aus. Ein Jammer. Der Liebste pilgert allein. Ich nehme mir ein paar Blicke und drei Muscheln vom Strand mit in die Ferienwohnung und lese auf dem Balkon. Das Reizklima der Ostsee ist zwar gesund, aber kann in den ersten Tagen auch zu einer Verschlechterung der Atemsituation führen. Irgendwann wird’s wieder besser werden, ist zuhause manche Tage auch so, wieso sollte es urplötzlich anders sein. Ich vergesse es eben nur an guten Tagen, träume von Kraft und Tempo, woraufhin schnell die Klatsche folgt…

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Morgenstunde (568. Blog-Notat)

Jeder Tag streut andere Farben. Von Silbergrau, leuchtend Blau, zartes Rosa bis Mitternachtsblau. Das Meer verzaubert und besänftigt. Ich hatte gedacht, es würde regnen und ich würde lesen/schreiben. Aber nee, Sonne pur, der Strandlauf ist der Tagesmittelpunkt. Nichts weiter, seltsam.  Essen, Laufen, Schlafen. Acht Kilometer täglich, dass ist eine Herausforderung für eine Lungenkranke. Der Liebste läuft doppelt so viel… Wir treffen uns im Café an der Seebrücke, da hat er schon das zweite Bier, wenn ich endlich eintreffe. Jeder geht sein Tempo, so nerven wir uns nicht gegenseitig. Der Liebste ist Schnell-Läufer, ich wohl eher Rennschnecke 😊. Wie auch immer, habt ein erfreuliches Wochenende!

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Lyrik-Krümel

Am Strand

Ein Lied aus Meeresrauschen
Tosend und brandend
Mattes Oktoberlicht und Möwengeschrei
Den Wind im Haar
Geh ich mit dem müden Jahr
Die letzten Schritte
Am Strand der Ewigkeit
In Vorfreude auf die stille Zeit.
©Petra Elsner, 2021

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Morgenstunde (567. Blog-Notat)

Ach, ich muss mal schwärmen: Unser keines Schorfheidedorf feierte gestern sein erstes Fest seit gut anderthalb Jahren. Ein Herbstfest. Das Wetter war ein Gedicht und die Stimmung geschmeidig. Viele fleißige Hände haben zugepackt, gebacken, gebrutzelt, arrangiert, ausgeschenkt… Viel gab es für unsere Kinder, Kürbisschnitzen, Hüpfburg, Kinderschminken, Stockbrot rösten und obendrauf etwas ganz Besonderes: Die wunderbare Puppenspielerin Roberta Annecchino entführte unsere Kinder in ein Waldmärchen, das die Freundschaft hochleben ließ. Mit wenig zauberte sie viel aus ihrem Wunderkoffer und nahm alte wie junge Menschen mit auf eine Reise in die Fantasie, die Rocco, der Sohn der Puppenspielerin erfand. „Das großherzige Eichhörnchen“ heißt sie.
Roberta hat das „Il Teatrino degli Errori“ (Das Theater der Fehler) in Berlin-Neukölln gegründet. Es ist ein kleines intimes Puppentheater für das die charismatische Frau handgeschnitzte Figuren und die Bühnenbilder selbst herstellt. Ich kann ihr Puppenspiel bedenkenlos weiterempfehlen, holt sie zu Euch, sie verbreitet eine feine Magie!
Kontakt: roberlina@gmail.com

Es sieht so aus, als würde dem Herbstfeuer ein kleiner Drache entspringen.

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Morgenstunde (566. Blog-Notat)

Ui, das war wieder einmal aufregend. Es gab einen Blog-Eindringling. Vermute aus China. Hab mich schon lange gewundert, was ich da für chinesische Blogleser habe. Man sieht auf dem internen Dashboard wegen des Datenschutzes leider nicht mehr die IP des Lesers, aber sein Herkunftsland. Durch einen Zufall entdeckte ich bei älteren Beiträgen, dass sie sich auf manche Links gesetzt haben. Meist bei Hinweisen auf veraltete Webseiten. Der Eindringling schrieb einfach eine kommerzielle Linkadresse an die herrenlose hinten dran und zack, war man auf einer Chinesischen Seite. „Mein“ Administrator hat heute schlapp 1800 solcher „Rucksacklinks“ gefunden und korrigiert. Es gibt doch immer jemanden, der mit Schmutz wirft oder sich heimlich bedient. So oder so… Also liebe Mitleser, falls Ihr beim Lesen noch solche gekaperten Links entdecken sollten, dann bitte ich um Mithilfe, indem Ihr mir eine Mail sendet und mir den Beitrag nennt. Ich schaffe es einfach nicht meine 1732 Beträge auf schorfheidewald.de dahingehend zu überprüfen und ich glaube, darauf setzen diese Netzpiraten. Habt ein schönes Wochenende allerseits!

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Morgenstunde (565. Blog-Notat)

Der gestrige Tag hätte im Grunde für zwei gereicht. Wir wollten zeitig nach Zehdenick Einkaufen fahren, damit ich mittags noch backen kann, aber dann kam der Fenstermonteur spontan zum Warten der klemmenden Flügel und alles lief anders. Freiräumen, dazwischen etwas anderes (aus Vorhandenem) Backen, Kochen, Ordnung wieder herstellen. Als er ging, waren die Fenster wieder flott, aber ich das erste Mal durch. Im Halbstundentakt klingelte zwischenzeitlich das Telefon in die Verrichtungen. Ich weiß schon lange nicht mehr, was ich von Geburtstagen so halten soll…
Gegen 14 Uhr hatten wir frisches Grillzeug… beschafft, um 14.30 Uhr kam die erste Besucherin. Die kleine anschließende Runde zu acht war heiter und entspannt. Ein reger Austausch über das Sein in der Corona-Zeit. Doch schon gegen 19 Uhr fielen mir bald die Augen zu. Die Gesprächspausen wurden länger und kurz nach 20 Uhr waren wir wieder allein, fest auf das Sofa geschmiedet. Um 21 Uhr tönte das letzte Mal das Telefon, da bin ich nicht mehr rangegangen. Aus die Maus, ab in die Federn. Also echt, das gab es noch nie! Offenbar haben die Handvoll Freundschaftsbegegnungen über den Sommer eine längere Kommunikationsfähigkeit noch nicht wieder antrainiert. Corona-Auswirkungen – immer noch oder einfach Tribut an das Älterwerden, wer weiß. Heute sichte ich die viele Post, konnte in aller Ruhe berührende Worte kosten und mich an mancherlei schönen Zuwendungen erfreuen. Habt Dank Ihr Lieben in Deutschland, Griechenland und der Schweiz!

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Morgenstunde (564. Blog-Notat)

Der Liebste ist zurück von seinem Elternbesuch im Erzgebirge und nun beim Baumschnitt. Da fällt jede Menge Spielmaterial ab. Zunächst ist mir ein luftiges „Tipi“ für meine Sprüchevögel eingefallen. Die medialen Flatterwesen lagen schon lange in einer Kiste verborgen.  Nun wurden sie mit drei Weidenstanden zur Inneninstallation. Die steht jetzt im Atelier, weil die Vögel nicht wetterfest sind. Am Wochenende waren wieder viele Besucher auf dem Hof, ein wenig Leichtigkeit schleicht sich ein, was aufatmen lässt…

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