Morgenstunde (507. Blog-Notat)

Tag 6 der Hitze. Im Garten überall Sonnenbrände. Die Pink Queen (Berberitze) kräuselt sich braun und die Erdbeeren verkümmern, obwohl sie gegossen werden. Alles strebt zu einer hastigen Blüte, die nur kurz den Temperaturen standhält und rasch welkt. Nach einem sehr, sehr langem Winter, erleben wir einen flüchtigen Sommer. Bei 28 Grad im Schlafzimmer habe ich wüste Regenträume, in denen ich meinen Toten begegne. Meine 1984 verstorbene Mutter steht plötzlich pitschnass vor ihrem Kleiderschrank, der nur große Größen enthält. Sie ist irritiert, denn findet sie nichts Passendes. Und ich sage zu ihr „Engel kommen doch nicht in den Regen.“ Da rattert ein Transporter über das Kopfsteinpflaster und ich werde wach. Morgen soll es kühler werden, ich brauche ein gemäßigtes Klima zum Arbeiten, bin ein Nordlicht, werde halt aufräumen und vielleicht dabei ein paar Sätze finden…

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Morgenstunde (506. Blog-Notat)

Flimmernde Luft – nicht gut fürs Atmen.  Der vierte Hitzetag im Juni infolge. Ich werde mitzählen wie viele es in 2021 werden. Bisher gabs in unserem Schorfheidedorf nur 11 Liter Regen in diesem Monat. Im Häuschen haben wir jetzt schon 27 Grad. Draußen kräuselt sich derweil das Gras. Die Linde hab‘ ich eine Stunde lang gewässert, sie ist der große Sonnenschirm im Garten und ich bin dankbar dafür. Während draußen die Trope herrscht, bin ich wieder am Tastenklavier in meiner Gedankenwerkstatt: Ein Romanprojekt will sich entfalten. Es darf ruhig lange dauern und ein Grund zum Aufstehen und Struktur im Tag sein. Ich bin gespannt wie lange ich mich dran aufhalten kann. Die ehemalige Journalistin in mir, treibt mich meistens zu schnellen Abschlüssen. Das sollte mal anders werden… denn diese Kurzgeschichten verpulvern zu viele Ideen. Der Imkergatte nimmt derweil Kurs auf die erste Honigschleuder. Bald gibt es wieder „Kurtschlager Gold“, man darf geschmacklich gespannt sein, denn der ganze Frühlingsblütentraum steckt drin. Es ist kaum etwas erfroren und Wasser gabs für die Nektarbildung im Mai auch genug. Der kurze Ostsee-Tripp hat uns beide gut aufgehellt, alles geht wieder leichter von der Hand…
Habt alle miteinander ein entspanntes Wochenende!

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Morgenstunde (505. Blog-Notat)

Wir waren eine kurze Zeit am Meer, so konnte der Liebste mit mir beschaulich seinen Geburtstag in Bansin feiern. Leider war der Atlantik-Pub noch geschlossen und manch anderes Kneipenquartier auch. Wir sind bei hartem Seewind gelaufen. Echt, acht Kilometer habe ich geschafft, das gabs schon zwei Jahre so nicht mehr. Allerdings war ich davon nur vielleicht drei Kilometer lang Strandläufer. Dieses Sandtreten ist einfach zu anstrengend mit schwacher Lunge. Oben auf der Promenade zwischen den Kaiserbädern waren die Radfahrer in der Überzahl, was ein bisschen schade war, denn manche machen die Piste zur Rennstrecke und das ist für die Flaneure dicht daneben doch einigermaßen stressig. Das gedankenversunkende Schlendern war einmal. In der Hitze des Tages kamen wir heute zurück und konnten die Gartenpflanzen gerade noch vor dem Vertrocknen erretten. Ab morgen geht’s weiter im Atelier…

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Morgenstunde (504. Blog-Notat)

Der Herzkasper saß am Sonntag in der Kapper Kirche in mir, aber er hat mich nicht aus dem Takt gebracht. Hah! Die Musikalische Lesung gelang stimmig und das Publikum, so schien es uns jedenfalls, war angetan. Karin Leo (Konzertgitarre) ging es mindestens genauso (innerlich) flatterig wie mir, zu lange standen wir nicht mehr auf einer Bühne. Aber etliche Zuhörer meinten hinterher – „hat man gar nicht mitbekommen.“ Na, gut, das beruhigt. Zusammen waren wir etwa 50 Menschen, die sich in der Dorfkirche zum Auftakt der Kapper Sonntags-Konzerte 2021 trafen. Es war ja DAS Wochenende der Öffnungen in Brandenburg und jeder, der eine Bühne fand, hat sie bespielt, so dass das verehrte Publikum wohl hin- und hergerissen war. Selbst in dem kleinen, abgelegenen Walddorf in der Schorfheide war das zu spüren. Radler, die nur vorbeihuschten oder für einen raschen Blick in die Ausstellung anhielten, dann: weiter, immer weiter. Das Land beginnt wieder zu atmen und wir waren bei der Reanimierung dabei…

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Morgenstunde (503. Blog-Notat)

Die Ausstellung „Schorfheider Bilderwelten“ hängt.  Sonntag, 16 Uhr, wird sie eröffnet, für die Lesung trainiere ich jeden Abend ein bisschen. Als wir gestern vom Hängen zurückkamen, lag ein schweres Paket vor dem verschlossenen Hoftor. Offenbar wars dem Postboten zu schwer, zu heiß, es zum Nachbarn zu hieven. Aber es hat ja nicht geregnet und so ist dem Schätzchen nichts passiert. Drin war das druckfrische Cartoon-Büchlein (siehe oben im Fenster) und echt, der Druck ist super gelungen. Es ist etwas für meine Schräge-Vögel-Sammler, die nicht die Kalender aus 2020/2021 haben. Der Nachklang in anderer Form bewahrt gewissermaßen, was sonst zum Jahreswechsel in der Tonne landet. Im Übrigen werde ich keine Kalender mehr machen. Es ist zu viel Arbeit für zu wenig Einnahmen. Solln’s andere wagen.  Das Cartoon-Büchlein mit Sprüchen (vom Verlag) versteht sich als Geschenkbuch und ist für 15 € zu haben.

Hier bestellbar

 

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Morgenstunde (502. Blog-Notat)

Nun also doch, die Musikalische Lesung, nebst Ausstellungseröffnung kann am Sonntag steigen, wer also Lust und Muße hat kann gerne dazukommen. Es ist mein erster öffentliche Auftritt seit Ende September 2020. Bin gespannt, was daraus das Lampenfieber macht… Kirchen sind ja nicht der ideale Ausstellungsplatz, aber eine Möglichkeit Bilder zu zeigen. Die Brandenburger Weite hat leider nur recht wenige Galerien zu bieten und viele, die sich da mitzählen lassen, sind im Grunde nur Offene Ateliers, die lediglich sich selbst präsentieren, wie auch mein Bilderspeicher.  Man macht eben aus der Not eine Tugend. Insofern ist es schön und bereichernd, dass es kulturfördernde Kirchgemeinden gibt. Die Dorfkirche Kappe hat sich vornehmlich mit ihren Sonntags-Konzerten einen Namen gemacht. Donnerstagnachmittag werden wir, dem Ort angepasst, die Bilder hängen, sie bleiben dort den ganzen Sommer.

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Morgenstunde (501. Blog-Notat)

Der Blumenmond zur Margeritenzeit.

Im Blumenmond wildern die Margeriten, ich mag sie nicht abmähen – wofür? Der Ort kleiner Gartenlesungen ruht das zweite Jahr still, abgesehen vom Vogelkonzert. Bei schwülen 28 Grad ging am Wochenende alles langsamer. Ein Kreuz für die Wildrosen mussten wir allerdings aufstellen, damit sie nicht unter ihrer Last brechen. Schön war es die ersten Radieschen zu ernten, aber selbst zum Grillen waren wir einfach zu matt. Als ich jung war, blühte ich bei solchen Temperaturen richtig auf, das ist längst anders geworden, heute bevorzuge ich bei Hitze Schattenplätze. Es wird eben alles anders im Alter und es gibt so Tage, da frage ich mich, was ich der Welt noch zu sagen habe. Ein Zweifel nagt, fällt meine Art zu denken nicht langsam aus der Zeit? Wer weiß, kann sein. Aber ich kann es nicht wirklich lange lassen, muss Geschichten schreiben. Andere Reisen…

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Morgenstunde (500. Blog-Notat)

Das Rot tanzt….

Moin – zum 500. Male. Es war eine Werkelwoche, diverse Büro-Baustellen sind nun erledigt. Konnte zum Vertrag „Das Nebeltor“ verhandeln, Bücher nachordern, Kopiertantiemen anmelden … Nun kann ich aufatmen, die Pflicht liegt hinter mir. Das Wochenende wird Gartenzeit sein.
Das Rot tanzt wieder durch die Landschaft, doch die erste Mohnblüte im Garten lebte nur einen Moment, ein ruppiger Wind zerriss sie, kaum dass sie sich geöffnet hatte, wie schade. Aber ich habe letzten Herbst in allen Gartenwinkeln Samen verteilt, nun bin ich gespannt, welche Orte zur Blüte kommen werden und wozu mich die Zarten inspirieren. Es braucht Inputs nach der Corona-Dürre. Immerhin kam gestern spontan mit dem Frühsommer der erste Atelierbesucher aus Bebersee zum Bücherkauf. Dabei erfuhr ich, dass die AG Historische Dorfkerne wieder Kultur plant und mich einbeziehen wird. Sehr schön…

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Morgenstunde (499. Blog-Notat)

Es gibt jetzt ein Rankgerüst am Hochbeet für die Minigurken. Bin gespannt, ob sie es annehmen, bisher habe ich die Ranken einfach vom Hochbeet auf die Wiese geleitet. Also mal sehen, was sich als besser erweist. Die Sonne brennt heute schon kräftig, so dass ich mich sehr bald wieder ins Atelier verdrückte. Dort habe ich mich endlich mit den Meldungen für die Verwertungsgesellschaft Bildkunst für 2020 befasst. Das wird immer weniger, weil ich kaum noch für die Presse arbeite und das Schräge-Vögel-Buch-Projekt sich ins nächste Jahr schlich, so werden die Kopier-Erlöse schmal ausfallen, was für ein Pandemie-Jahr auch nicht verwunderlich ist. Gerne mache ich diesen Meldekram nicht, zumal sich gerade wieder die Plattform mit neuen Modalitäten und anderem Outfit zeigt. Da muss frau sich erst mal reinfuchsen. Der Nachmittag wird einem Freundschaftsdienst gehören. Der Liebste wird Galerie-Schienen montieren und ich kann mal alle Viere grade sein lassen und mit der Gastgeberin quatschen. Ein arbeitsloser Nachmittag in Berlin also…

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Morgenstunde (498. Blog-Notat)

Ob ich dieses Jahr Kürbisse auf dem Kompostbeet haben werden, fraglich. Die Pflanzen werden immer wieder vom Dachs umgerüsselt, eine hat heute Nacht den Geist aufgegeben. Hab es gerichtet und Ersatzsamen gesteckt, aber das Tier wird weiter seinen neuen Gewohnheiten nachgehen…

Die Nummer 1 der neuen Künstlerhefte „Auf einem Schwaden in die Märchenzeit“ habe ich gerade zum Briefkasten getragen, R.G. wird sich freuen, er hat alle 1en gesammelt. Jetzt baue ich weiter und kann dabei meine Gedanken laufen lassen und vielleicht finden sich dabei neue Bilder für Worte…

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