Von der Wiese auf die Staudenbeete – das Lindenlaub als Winterdecke. Nächsten Frühling lass ich es liegen als Mulch-Schicht und hoffe, dass die Krokusse durchfinden. Ein paar Schippen Hornspäne und aktivierte Holzkohlekrümel darüber und einen Guss Mikroorganismen (ein volles Schnapsglas auf die 10 Literkanne) – ich bin auf das Ergebnis gespannt. Von meinen Terra Preta Eimern hab ich eine Füllung nach sechs Wochen fermentieren unter den Obstbäumen zum Vererden eingegraben. Der Dachs hats gerochen und natürlich wieder rumgerüsselt, aber mir schien, das saure Zeug hat ihm nicht wirklich geschmeckt, vielleicht lernt er ja…
Der Bilderspeicher ist inzwischen weitestgehend beräumt, aber das Obergeschoss schließen werden wir erst, wenns wieder kühler wird. Im Augenblick fühlt es sich fast nach Ende September an, also warten wir noch damit…
Irgendwie klapprig fühlte ich mich in den letzten Tagen und die Hosen rutschen. Deshalb stieg ich heute Morgen auf die Waage, herrje: 49 Kilo, das ist nicht berauschend. Zwei Varianten: entweder waren die letzten Wochen einfach mal zu stressig (die Touren…, die Autowerkstatt, die Grundsteuererklärung, das OFFENE HAUS, die Ausstellungsvorbereitung, die Suche nach den Rentenpapieren des Imkergattens… heute tüten wir restlos genervt ein und Schluss ist’s mit der Schnipseljagt nach den Zetteln aus DDR-Tagen) oder ich brüte mal wieder was aus. Wie auch immer, in den letzten sechs Wochen war spürbar, wie die Dinge an einem nagen. Bitte um eine Mütze voll Winterschlaf. Aber davor steht erst einmal die Winterfestmachung des Quartiers – beginne heute mit dem Rückbau des Bilderspeichers. Die großen Leinwände zuerst, ist ja seit der Entrümpelung im Sommer mehr Platz unterm Dach, da muss ich mich nicht mehr um Hindernisse schlängeln…😊 Und Ihr so? Immer noch schönster Herbst vor der Tür…
Die drei Bilderblöcke sind geschnitten und gerahmt: Die Märchenillustrationen, die Schrägen Vögel und die gespachtelten Kraftzeichen. Sie parken bis zum Aufbautag am Donnerstag in der Villa im Olympiapark auf meinem Sofa. Drei Leinwände kommen noch dazu – das ist die mögliche Auswahl für den Gruppenausstellungsplatz. Mögen wir zwischenzeitlich gesund bleiben, denn wir waren die Tage doch ziemlich viel unter Leuten. Da schniefte und hustete es allenthalben… Herbst eben. Heute Nachmittag war endlich mal Gelegenheit für ein loderndes Feuer im Garten. Die Pflanzenkohlegewinnung für mein Terra Preta-Projekt beginnt. Das hat richtig Spaß gemacht, sonnig, kaum Wind. Dem Astschnittmaterial hat der Liebste ausrangierte Bienenrähmchen hinzugegeben, die eine dünne Schicht Bienenwachs tragen. Das bescherte uns ein flinkes Feuer und keine Stunde später eine Feuerschale voller Holzkohle, die klein zerbröselt, den Hauptfaktor für die zu entwickelnde Schwarzerde darstellt. Schöner Nebeneffekt: Der Imkergatte bekommt in seinem Nebengelass wieder Platz und ich die nützliche Kohle. Das passt doch! Schönes Wochenende derweil allerseits!
Ausschnitt aus „Kokopelli“, dem Tänzer des Lebens.
Heute werde ich für den zweiten Präsentationsblock Passepartout-Ausschnitte schneiden. Der erste Märchenblock steht schon, jetzt folgen die Schrägen Vögel, morgen die Schnitte für kleine Spachtelarbeiten. Immer nur eine enge Auswahl. Es gilt auf kleinstem Raum das Spektrum meines Schaffens zu zeigen, als ein Teil einer Gemeinschaftsausstellung. Die Antidopinghilfe hat dazu eingeladen, für drei Tage (11.11. bis 13.11.) in die Villa des Berliner Olympiaparks. Das ist schon schön und doch fasst es mich an, denn es führt mich zurück in eine Zeit, die ich weitestgehend verdrängt habe: Meine Sportschuljahre, die jäh 1968 endeten, als ich am Schwimmbeckenrand zusammenklappte und ein Berliner Hinterhof-Gynäkologe mich mit ständigem Trainingsverbot belegte. Es war eine Zeit, in der man einer 14-Jährigen nicht erklärte, warum und wieso. „Übertrainiert“ hieß es schlicht, ich durfte nicht abtrainieren und auch die Sportstätte nicht mehr betreten. Von 15 km täglichem Schwimmtraining auf null. Es gab keinen Zuspruch, keinen Rat, eher einen Wutausbruch des Trainers und so fühlte ich mich schuldig erkrankt zu sein. Eine Versagerin und fortan Außenseiterin. Und da war ja noch diese Verschwiegenheitserklärung, die alle Leistungssportler unterschreiben mussten: Nichts der Lehr- und Trainingsmethoden der Kinder- und Sportschule „Ernst Grube“ Berlin durfte nach draußen dringen. Wir hatten zu schweigen. Verschlissen spuckte mich das System einfach aus, wie einen faulen Knochen und machte wieder dicht. Nicht eine meiner Schulfreundschaften überlebte diesen Abgang. Es brauchte danach eine Weile, bis ich wieder Träume hatte. Viele Jahre stand ich unter unerklärlichen Schmerzen, die erst nach einer Kinderwunsch-OP Anfang der 80er Jahre endeten: Alle meine Bauchorgane waren zusammengewachsen und überwuchert. Der Mikrochirurg verödete acht Stunden lang dieses Desaster. Er wunderte sich, fragte aber nicht nach und ich brachte es in keinerlei Beziehung. Auch später, nach der Wende nicht, denn der Dopingbeginn in der DDR wurde auf das Jahr 1970 datiert. Erst als eine Sport-PR-Frau vor knapp drei Jahren meinte: „All Deine Gebrechen lassen Doping vermuten.“ Ich war im Zweifel, wir hatten ja nicht diese blauen Tabletten bekommen, aber Getränke. Vitamindrinks hießen sie. Inzwischen verdichten sich die Aussagen, dass bei den Schwimmern schon vor 1970 Dopingexperimente liefen und so erklärt sich manches. 2020 bestätigte mir ein Sportmediziner der Charité, dass meine körperliche Verfasstheit auf Doping zurückführbar sei. Es bleibt allerdings nicht beweisbar, denn diese Zeit steckt im Nebel. Mit dieser Ausstellung im Olympiapark zünden wir, Exleistungssportler, die zur Kunst gefunden haben, gewissermaßen ein paar Nebelkerzen…wahrscheinlich völlig sinnlos, aber wir machen uns einen Augenblick sichtbar.
Heute mal ganz ohne irgendeine spezielle Aktion, hoffe ich. Gestern in der Frühe mussten wir den Abwasserspüldienst rufen, drei nachbarschaftliche Kanäle liefen zu. Es gibt Schöneres in der Morgenstunde, aber das Problem war rasch lösbar, doch es bringt einen eben aus dem gewohnten Rhythmus. Nachmittags holten wie die zwei Fahnenbilder aus der Sommerausstellung der Groß Döllner Kirche. Die muss ich nun erst mal zum Auslüften unters Dach hängen, denn sie haben den Holzschutzgeruch des Kirchenraums angenommen. Will sagen, sie stinken nach Hylotox – DIE Todsünde der Holzwurmbekämpfungen zu DDR-Zeiten, denn die gestrichenen Teile gasen auch noch nach Jahrzehnten chemische Stoffe aus. Ich hoffe, die Bilderfahnen lassen sich auslüften, denn sie hingen ja nur an der Wand und nicht auf Holz… aber Manno! Frau leidet, wenn es den „Kindern“ nicht gut geht. Heute also nur was Stilles: Der Imkergatte hat noch ein allerletztes Honigabfüllgefäß in Arbeit… für die rund 80 Gläser werde ich jetzt mal die Etiketten schneiden, sonst nix… vielleicht noch im Garten dem Blätterknistern lauschen.
Das waren zwei aufregende Tage mit großen, aber auch ganz leisen Auftritten und wir spürten, der Liebste und ich sind aus der Übung. Am Samstag, 13 Uhr, rührte sich nichts und ich dachte schon, da haste dich wohl schon zu lange versteckt… und weil mich das Warten echt nervte, begann ich die Kürbissuppe für Sonntag vorzubereiten. Während ich so schnippelte, kam gegen 15 Uhr Andre, der emsige Kunsthelfer, damit konnte ich die Küchenaktivitäten ruhen lassen😊. Es wurde ein Nachmittag im offenen Kunst- und Honighäuschen genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte: Kleine Begegnungen mit genügend Zeit und Raum und nicht, wie es früher war: Begrüßen und Durchwinken. Sonntag musste ich auf nichts warten, denn gleich zum Veranstaltungsbeginn traf FB-Freundin Erika mit ihrem Mann ein. Ein sprudelndes Quecksilber, das aus einer virtuellen Bekanntschaft, eine leibhaftige inszenierte. Erika hatte reichlich Gelegenheit von ihrem kabarettistischen und sozialen Engagement zu erzählen. Respekt! Nachfolgende Besucher bekamen nicht ganz so die volle Zuwendung, was eben dann doch nicht eins zu eins geht. 21 Besucher waren es insgesamt an beiden Tagen. „Alte“ Atelierfreunde, aber auch neue, uns völlig unbekannte Menschen. Drei kleine Originale konnte ich verkaufen, der Rest war kleinteilig, Bücher, Drucke und Karten, die ungewisse Lage im Land war auch hier spürbar, aber auch das war uns schon vorher klar. Bei den Honigverkostungen konnte der Liebste über das Imkern fachsimpeln und so hatte jeder seins. 21 Gäste – das mag nicht viel klingen, aber für uns war es gut so. Die Gespräche hallen noch nach und müssen erst einmal sacken. Einer/eine hat dann doch statt einem unberührten Künstlerheft „Der Herr Dezember / Der Grasflüsterer“ im Zellophantütchen, das Ansichtsexemplar erwischt, kann er/sie gerne umtauschen kommen 😊. Allen nochmals vielen Dank fürs Kommen – es war uns eine Ehre.
Pause! Ich muss verschnaufen. Es ist ja immer so, dass ich kurz vor so kleinen Veranstaltungen im Haus irgendwie das ganz große Rad zu drehen beginne. So, als hätte ich keine Schätze 😊. Hier noch ein paar Hefte bauen, da noch flüchtige Sprüchevögel… ersetzen, noch mehr Zeichnungen Rahmen, wohin nur damit??? Die Spinnen lassen sich nicht aus den Winkeln verjagen, wie von Zauberhand, sind sie unerschöpflich. Es wird Zeit, dass es Samstag wird und wir die Türe öffnen…
Noch ist die Landschaft voller Farben, aber die Natur senkt sich. Vergänglich und erdig wird sie bald sein. Mit dem Nebel kommen die Stille, die Frostblüten und die Fantasie. Die Augen haben eine neue Brille, da kann die Malerin wieder zeichnen, wenn der Winter weht und lesen. Der Bücherstapel wächst und ich habe Kerzen gekauft für den Fall, dass das Licht wegbleibt. Ein paar Dichterfreunde warten auf Rezensionen und ich auf ihre Meinungen auch. Habt bitte etwas Geduld. Freitag werde ich unsere Einladung ins Kunst- und Honighäuschen auf den Blog stellen und sie eine Woche nicht überschreiben, damit sie auch gesehen wird. Wir haben dann eh vorbereitend genug zu tun und deshalb schweig ich derweil ein wenig – im Blog … Wie geht es Euch nur dort draußen? Das Leben ist schwierig geworden, oder? Antworten wären gut, denn Ihr wisst im Mitlesen, wie es uns hier geht, aber ich weiß nichts oder wenig von Euch – stille Gemeinde…😊
Selbst bei Regen leuchtet der herbstliche Hof sanft. Eigentlich ist’s Lesewetter, aber ich habe noch Künstler-Hefte zu fertigen. Morgen gibt’s ’ne neue Brille, das ist gut fürs Zeichnen, es soll ja in der Dunkelzeit mit dem Schräge-Vogel-Projekt weitergehen, dafür wäre es gut, die Linien noch zu erkennen 😊. „Meine“ Verlegerin war diese Woche hier, wir halten der Unwägbarkeiten wegen alles etwas auf Sparflamme. Möglicherweise müssen wir zukünftig auf die Produktion teurer Hardcover verzichten, noch unklar. Vielleicht aber gelingt in diesem Jahr noch eine Mini-Lektüre mit ein, zwei meiner Geschichten, als Nachfolger des kleinen Apfelkönigs. Stand ja schon vor der Pandemie kurzweilig in der Projekt-Pipeline. Schaun‘ wir mal. In unübersichtlichen Zeiten habe ich mich immer auf mein eigenes Schaffen konzentriert, auch wenn es nur den Fundus nährt – weiterarbeiten…
So ein mildes Verweilen im Oktoberlicht, es ist einfach tröstlich! Es besänftigt die angeknackste Stimmung in all dem privaten Gewusel dieser Tage und dem allgemeinen Gezänk in Berlin. Die öffentlich ausgetragene Rivalität zweier Minister in so ernster Lage, ist einigermaßen verstörend. Mag der spätsommerliche Oktober das Sparen erleichtern, derweil klettern aber weiter die Preise. Für 1000 l Heizöl will man uns derzeit 1800 € abverlangen. Ich zögere. Schon im Juni haben wir das Doppelte vom Vorjahr bezahlt, jetzt liegen weitere 350 € mehr drauf auf dem Preis. Die Heizer mit dem Öl scheinen eh nicht relevant in der Krise. Jedenfalls hat die Regierung sie nicht im Blick. Nur ein paar Journalisten, die offenbar auch mit Öl heizen, fragen ab und zu in Talkshows nach. Gerecht geht es schon lange nicht in diesem Land zu, aber die Töne „Keiner wird zurückgelassen“, ach ja? Stattdessen Unworte wie „Doppelwums“, echt jetzt? Wie peinlich. Wann gibt es in diesem Land endlich mal wieder eine ernstzunehmende Regierung, eine, die das Land zusammenhält, es stärkt, ihre Bürger ernstnimmt? Nur dann können die schlimmen Krisen geschultert werden, ohne dass die Gesellschaft zerfällt…
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