Morgenstunde (486. Blog-Notat)

Der regnerische Morgengang durch den Garten endete mit einem Fluch. „Mistkerl!“ Der Dachs hat sich erneut durchgegraben, tiefer denn je. Er zeigt einfach: „Ich kanns!“ und macht mich ratlos. Ich werde halt wieder einen schweren Stein versenken, nachher. Wenn das so weitergeht, muss ich wohl Steine kaufen…
Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die im Mai 2020 verschobene Ausstellung und Musikalische Lesung in der Kapper Dorfkirche wird (voraussichtlich) stattfinden. Nicht am 16. Mai, wie anvisiert, aber am 13. Juni, so nicht eine neue Welle aufschlägt. Ich freu‘ mich. Die Bilderauswahl wird das ganze Sommerhalbjahr außer Haus sein, da ist wieder ein bisschen Platz für Neues. Aber keine Sorge, im Bilderspeicher und Atelier sind noch reichlich Bildwerke zu sehen. Wenn alles wieder geöffnet sein darf, einfach klingeln auf gut Glück…
Auf dem Zeichenplatz liegt derweil eine neue Fahne für den Lesegarten. Die alte hat der Wind zerrissen. Die eine Seite ziert schon der obligatorische Trommlervogel, die Rückseite lege ich heute farblich an. Wenn‘s aufhört zu regnen, kann sie raus. Es ist wohl inzwischen die siebente Flagge für den Frohsinn, nichts hält ewig…

Aufrufe: 104

Morgenstunde (481. Blog-Notat)

Da kommt Freude auf: zum dritten Mal in dieser Woche – Dachsbesuch. Er hat sich eingeschossen auf unser Gartenland und untergräbt die Zäune immer tiefer. Stur wie ein Panzer. Irgendwie müssen unsere Engerlinge besonders schmackhaft sein und die Regenwürmer auf dem frisch umgesetzten Kompost auch… ach. Die Nachbarn sagen, früher wäre das nicht so gewesen, was nur haben die Bewohner damals anders gemacht? Sie verraten es nicht. Da wandert die Fantasie…
Es kommt indes keine rechte Lust auf Leinwand auf. Zu Mitte Mai 21 war die ausgefallene Ausstellung aus Mai 20 verschoben worden, ich denke, sie wird wieder nicht stattfinden. Was brauche ich da neue Leinwände und teure Rahmen? Günstiger und platzsparender sind wohl lose Blätter, vielleicht schöne alte Bäume? Methusalem alt bitte…😊

Aufrufe: 116

Morgenstunde (474. Blog-Notat)

Sie waren gestern wieder da, Dachs & Co. Der Dachs kam zum x. Mal unter den Zäunen durch und grub in der Wiese nach Engerlingen. Seine Spur war satte 120 Meter lang und in seinem Gefolge hatte er wohl die Waschbären. Einer von denen hat sich angewöhnt, den Deckel der Futtersäule vom Vogelhäuschen zu lüften, um reinzulangen. Dazu legt er immer artig den Deckel auf dem Dach ab. Das ist irgendwie zum Kichern. Ein ordentlicher Waschbär. Die Maisen-Knödel haben die Kleinbären für sich diesem Frühling entdeckt und komplett gefressen. Na, gut, aber mal ehrlich, dieser Dachs ist ein Vandale der Wiesen und Zäune.
Heute mussten wir nach Berlin zum Facharzt und in den Künstlerbedarf, das bedeutete – einmal quer durch die Stadt, von Pankow bis Steglitz, das ist inzwischen nur noch stressig für uns. Wir sind Landstraßenkutscher geworden, ist viel entspannter…

Aufrufe: 153

Morgenstunde (418. Blog-Notat)

Wir hatten wieder einen nächtlichen Besucher. Hinterlassen hat er zwei Löcher im Zaum und eine umgerüsselte Wiese, vom Wald bis ran an den gepflasterten Hof. 130 Meter lang. Vielleicht waren es auch zwei, wer weiß, seit Jahren kommen die Dachse aus dem nahen Wald und graben nach Engerlingen in den Gärten. Ich bin ihm dabei nie selbst begegnet, diesem „König der Unterwelt“, aber seinen Werken schon. Riesige Höhlenbauten legen diese geheimnisvollen Tiere an und bewohnen sie über Generationen. So hat wohl schon der Großvater „unserem“ Dachs gezeigt: Hier, unter den Trockenwiesen, gibt es fette Beute. Wir haben keine Chance, müssen uns mit ihm arrangieren. Der große Graue, der statt Marder vielleicht lieber Bär sein möchte, gehört zu den Gespenstern des Waldes, was an seinem extrem guten Geruchssinn liegt – er wittert uns Menschen, lange bevor wir ihn erblicken könnten. Wehrhaft kann er sein, sammelt aber lieber Fallobst oder er gräbt nach Wurzeln, Regenwürmern … „Unser Dachs“ mag sogar Ananas vom Kompost. Ich hab‘ mir heute ein Bild von ihm gemacht 😊…

Aufrufe: 339

Morgenstunde (97. Blog-Notat)

und der Ausgang drei Meter daneben.

Eingang für Dachs & Co…

 

Gestern hat mein Liebster durchgebissenen Maschendrahtzaun geflickt, in der Hoffnung, dass nun der nächtliche Besucher anderswo rumstöbert. Wohl vergebens. Als ich heute Morgen einen Gartengang unternahm, wollte ein paar Pflaumen für den Sonntagskuchen pflücken, da sah ich sie, die Spuren eines Dachses. Herrje, der kann graben. Zwei Jahre hatte er uns verschont, nachdem mir ein Forstarbeiter riet, Baumholz-Stangen dicht am Erdboden mit den Zaunfeldern zu verbinden. Mit Draht.  Die Stangen könne er nicht anheben. 140 Meter rauf und runter, das war mir dann doch zu fett, also hatte ich nur jene Strecken so präpariert, die der Dachs gewöhnlich bevorzugte. Aber dieses Jahr gibt es Pflaumen satt, unwiderstehlich für Dachs und Waschbär, da ist wohl kein Halten. Jedenfalls füllte ich die Löcher erst einmal mit großen Steinen, mal sehen, wo er morgen durchkommt. Ich hatte schon überlegt, ihm einfach eine Ladung Pflaumen vor den Zaun zu kippen, aber wer weiß, was das noch alles anlocken würde, hab es besser gelassen…

1018. Blogbeitrag

Aufrufe: 733