Morgenstunde (517. Bolg-Notat)

Vor dem Regen gestern schnell noch ein paar Hände voll Lindenblüten gepflückt. Getrocknet werden sie vorbeugender Wintertee sein, der die Abwehrkräfte stärkt. Heute kam ich mit dem Schreiben ein gutes Stück voran. Die Geschichte lenkt meine Gedanken nach Süden, vorbei am Land der Tausend Teiche, weiter hinauf ins Zittauer Gebirge. Auf der Spur der Erfahrungen. Nicht rückwärts gedacht, sondern ins Heute geholt. Dazu braucht es Sonderlinge, die zum Schlüssel werden. Diese Typen zu erfinden ist eine wunderbare Herausforderung…

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Morgenstunde (516. Blog-Notat)

Ein nächtlicher Besucher hat mich abermals zum Pinsel greifen lassen. Sozusagen als Fingerübung zwischendurch.  Gesehen hab‘ ich ihn nicht, aber gehört. Der Schneckenjäger ist mir sehr willkommen, möge er sich fest einnisten auf dem Hof, Futter gibt’s nach dem Regen genug…
Derzeit läuft in der Bienenküche die erste Sommerblütenschleuder. Die schmeckt noch lieblicher als die Frühsommerblüte, wird was Feines werden…

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Morgenstunde (515. Blog-Notat)

Kleine Verschnaufpause, ist schon wieder  zu warm für mich vor der Tür. Ich arbeite an kleinen Spachteleien, die kann ich leichter für die „rückwärtigen Dienste“ der Honigschleuderei unterbrechen als das Schreiben. Die Honigernte zieht sich, weil wir langsamer sind, aber das macht wohl nichts. Der Sommer ist in vollem Gange, viele sind verreist, diese Stille tut gut, ist nicht so  beklemmend, wie sie es in Lockdown-Zeiten war. Aber die Angstmacher warnen ja schon wieder unüberhörbar…

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Morgenstunde (514. Blog-Notat)

Es ist Unruhe im Wald. Wolfsrufe waren nachts vernehmbar und mir schien, die  Hirsche tönten auch. Der Dauerregen dieser Tage hat erst einmal die Brandgefahr aus den Kiefernforsten genommen. Das ist schon mal beruhigend, denn die knisternde Dürre fühlte sich der Letzt nur noch ungut an. Der Garten sieht nach dem Starkregen wild aus, wo anfangen, wo aufhören? Heute nicht, sollen sich die schweren Blütenköpfe erst einmal aufrichten, ich ziehe mich an die Tastatur zurück, während der Liebste seinen Honig pflegt: Abschäumen und Rühren.  Wenn es morgen wieder trocken ist, wird er weiter Honig ernten. Ein schönes Wochenende allerseits!

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Lyrik-Krümel

Erinnerung

Auf Zehenspitzen
zum Fenster.
Im Traum
klopfte jemand
an das Glas.
Aber sie sah:
Niemand
war aus der
grauen Zeit
zurückgekehrt.
Von einem alten Foto
schimmerte
nur eine Gestalt
durch ihre Träume.

© Petra Elsner
1. Juli 2021

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Morgenstunde (513. Blo-Notat)

Ein Regenlied wispert aus dem Garten und das Wolkengrau drückt auf die Lieder… Ich könnte nach der Hitze unendlich schlafen. Die Regenröschen lassen die prächtigen Köpfe hängen. Ein gnädiger Verschnauftag verstreicht ereignislos. Im Textwerk bin einen Absatz weiter. Geduld bitte, ich übe die Langsamkeit 😊. Der Imkergatte lässt heute eine Schleuder-Pause zu und trinkt mit mir Rosenblütentee. 175 Kilo Honig hat er in den vergangenen fünf Tagen geerntet. Das ist viel. Morgen geht’s für ihn in der Bienenküche weiter…

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Morgenstunde (512. Blog-Notat)

Sattgrün ist das Juni-Laub, bis auf die Wiesen, die in der sengenden Sonne keinen Wildblumenrausch zustande bringen. Der Tanz der Schmetterlinge fällt so leider aus. Habe die ersten Samenschoten vom Sibirischen Blattkohl abgenommen und kann nun das zweijährige Gemüse jetzt neu ansähen. Wer Samen braucht, sagt es an… Das nützliche und schön anzusehende Gemüse habe ich letztes Jahr für mich entdeckt. Über dem morgendlichen Garten liegt jetzt schon schwere Schwüle, der Himmel wird‘s bald krachen lassen. Ich mach mich inzwischen ans Texten und wenn wir wegen des Gewitters später den Computerstecker ziehen müssen, werde ich schwarz-weiße Absatzvignetten zeichnen…

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Morgenstunde (511. Blog-Notat)

Der Imkergatte ist den vierten Tag infolge beim Honig schleudern und ich kümmere mich um die rückwärtigen Dienste dafür. Klebrige Angelegenheit, aber eben Beistand, denn bei diesen Temperaturen kämpft der Liebste schon. Er ist zwar vier Jahre jünger als ich, aber, nun denn, er spürt das Alter inzwischen auch. Die Distanzen für körperliche Arbeit werden kürzer und die Pausen länger. Für letzteres gab es gestern eine gute Gelegenheit.  Freunde kamen zum Grillen und Palavern. Wir nahmen uns allesamt damit eine Auszeit von den Spannungen in der Corona-Zeit. Doch, man spürt sie allenthalben – die Sorgen: Kommt der nächste Auftrag? Alles läuft nur zäh, fanden auch unsere freiberuflichen Freunde. Sie waren (sind) Opernsänger und wurden in den vergangenen Monaten zu Video-Coaches mit viel Mut zu neuen Wegen. Gott sei Dank, birgt eine gutes Studium, auch immer mehrere Berufsmöglichkeiten. Der verhinderte Sänger, wird Trainer, Lehrer, Therapeut … Die Nöte und Ängste dieser Zeit quellen aus den Unwägbarkeiten des Gesellschaftswandels. Nicht nur die Politik – wir alle fahren inzwischen nur noch auf Sicht. Ein Umstand, den der Sommer einfach nur überstahlt…

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Morgenstunde (510. Blog-Notat)

Rosenzeit, überall betörender Duft. Ich koche mir jetzt täglich ein Glas Rosenblättertee (von der Apothekerrose), er soll die Seele und das Herz leichtmachen. Im Garten ruft indes die Arbeit: Muss den Wein beschneiden, die Staudenbeete lichten. Und da ist noch die Sache mit dem Blumenmond. Der Liebste meinte neulich, den müssen wir im Herbst verkleinern, weil die Linde inzwischen ein Drittel des Beetes verdunkelt. Ja, dann aber richtig umgestalten. Mit dem unteren Zipfel hab ich in dieser Woche schon mal begonnen, denn auf dem Stück will irgendwie nichts richtig gedeihen. Wer weiß, was der vormalige Besitzer dort vergraben hat. Also habe ich jetzt ein Wasserbecken für die Vögel darauf gebaut. Noch muss der Zement durchtrocknen, dann kann das Planschen der Vögel beginnen. Der Imkergatte ist derweil beim Schleudern, morgen noch, dann hat er die ersten 100 Kilo Frühsommerblüte im Abfüllgefäß. Dann beginnt wieder die Rührerei, bis sich der Honig perlmuttfarbig zeigt. Zwei, drei Wochen bis zur Abfüllung in Gläser wird’s schon noch dauern. Die allergrößten Naschkatzen können aber schon mal verkosten kommen, damit die Vorfreude auf den neuen Honig wachsen kann. Schönes Wochenende allerseits!

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Morgenstunde (509. Blog-Notat)

Heut ist Johanni, der Tag im Jahr, an dem ich Johanniskrautblüten im Garten pflücke und mit ihnen ein Heilöl ansetze. Das Glas steht dann sechs Wochen auf der Fensterbank in der Sonne und das Öl verfärbt sich rot. Manche nennen es deswegen Teufelsöl, aber das ist natürlich quatsch. Nach dieser Reifezeit fülle ich das abgesiebte Öl in kleine Fläschchen. Eins wird behalten, die anderen drei werden verschenkt. Ich nutze es in der Hausapotheke bei kleineren Verbrennungen, Mückenstichen oder bei rissiger Haut.
Nach dem anstrengenden Korrekturlesen, war das Blüten zupfen eine echt entspannende Verrichtung.  Satzweise zwei Manuskriptfassungen vergleichend lesen ist wirklich eine blöde Arbeit. Aber ich musste das so tun, weil die Anmerkungen des Lektorates nicht die reinen Fehler deutlich markierten, sondern sie rot auswies, genauso wie auch Änderungsvorschläge, auf die frau ja nicht auf immer eingeht. Herrje! Aber jetzt habe ich die finale Korrektur im Beutel… und muss nur noch einmal Korrekturlesen, wenn die Druckfahren kommen. Das wird schlussendlich im Herbst sein, so alles kommt, wie angesagt…

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