Morgenstunde (956. Blog-Notat)

Bürotage. Hier ein Ankündiger zum Dorffest schreiben, dort die Jahresmeldung an die Verwertungsgesellschaft Bild einreichen… verspätete Geburtstagspost und eine vergessene Rechnung hinterherschieben. Bin gerade nicht sehr konzentriert und die Adventszwerge auf dem Zeichenplatz sind auch Fummelkram. Aber gut, neun habe ich fertig, sind ja nur noch 15. Wenn alle 24 als Block stehen, wird’s ne echte Wichtelei 😊

Ich habe Lust auf „Späte Zeilen“.  Ein Anfang steht da schon:

Der Weltengang war ihr am Morgen egal. Sie wusste schon vorher, wie er ausgehen würde. Frau Morgenstern hatte dieses Gespür. Wohl deshalb schickte man sie als Jugendredakteurin, damals vor 40 Jahren, zu den jährlichen Komplexeinsätzen des Zentralrates des Jugendverbandes. Vier Wochen später würde es aus diesen Praxisbegegnungen einen politischen Beschluss geben, aber ihre Zeitung wurde lange zuvor gedruckt. Ihr Instinkt schob sie beim Schreiben in die richtige Richtung. Wohl deshalb bekam sie immer diesen heiklen Auftrag, um den sich niemand riss. Heiße Eisen.

Sie hatte sich nicht rechtzeitig gekümmert, deshalb saß sie 30 Jahre später, nachts in ihrem Traum, einer Frau vom Arbeitsamt gegenüber und fragt als 70-Jährige: „Kann ich eine Umschulung bekommen? Ich würde gerne etwas mehr von Computergrafik und Drucklegungen verstehen?“ Sie wacht auf, bevor die Frau vom Amt antwortet. Sie sieht im Abgang des Traumes nur noch das verwunderte Kopfschütteln…

Aber das ist Winterarbeit, gut für die nächste Klausur. Gedanken sammeln ist natürlich erlaubt. Brüchiges Stückwerk. Wird schon werden…

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