Morgenstunde (352. Blog-Notat)

Auf dieser Bank ist einem als würde man mit der Natur verwachsen. Es ist die Zeit, in der wir durch den Garten nur Wege mit dem Rasenmäher „fräsen“. Gläser, Feldklee, Margeriten und Glockenblumen entfalten sich, die Grasnelken kommen noch. Die Üppigkeit ist wirklich berauschend. Also, da hockste nun in dem schönen grünen Funkloch und Spahn und Söder reden über die C-App und irgendwie, denke ich, es wird Zeit so ein Smartphone endlich anzuschaffen. Mein PC-Schrauber ist entsetzt: „Du hast kein Smartphone?!!!“ Nö, hab ich nicht, aber gut, man könnte es auch im Funkloch benutzen, schließlich haben wir ja WLAN. Noch ein Argument spricht dafür: Die Nikon ist nicht mehr die jüngste und die Sache mit den Videos, ist doch auch echt interessant, zumal mein Tablet nicht genug Speicherkapazität hat. Na gut, aber welches Smartphone soll es sein??? Keine Ahnung, ich muss mir Rat holen. Die Kamera muss super sein…

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Morgenstunde (312. Blog-Notat)

Die erste Kirschlüte kommt.

Festtagslicht – so still über dem Walddorf. Drei Stare beginnen herzergreifend zu singen. Gestern sind zwei Schwälbchen eingetroffen, sie segeln suchend über die Dächer. Ich lasse mich treiben, trinke Wermut-Tee gegen das Bauchgrummeln. Dort hat sich wohl die Angst der letzten Wochen einen Ort gesucht, nachdem ich versuchte, sie aus meinem Kopf zu vertreiben. Also schlürfe ich diesen unglaublich bitteren Tee, aber er hilft für ein paar Stunden im Garten. Im Briefkasten hat uns eine Bernauer Freundin im Vorbeifahren ein Osternest versteckt…😊

Schlafender Riese.

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Morgenstunde (94. Blog-Notat)

Schreibplatz im Atelier. Die ersten kleinen Apfelkönige sind indes auch eingetütet.

Die Korrektur ist laut gelesen und die Danksagung an den Fotografen (meinen Liebsten) ist geschrieben. Jetzt liest er, doppelt hält besser. Ich hatte die versandt-leichte Fassung auf dem Tisch, da schaute frau plötzlich in Unschärfen beim Bildmaterial und wurde ganz unsicher. Ich weiß ja, dass der Verlag stets eine ganz dünne Auflösung rübermailt, damit der Computer das Ganze auch schluckt. Aber es ist immer so: Zum Finale könnte man dauernd etwas ändern. Würde ich das Manuskript noch eine Woche hierbehalten, wäre es immer noch so. Es braucht eben irgendwann den harten Schnitt, um loslassen zu können. Aber nein, frau barmt über die Druckphase hinweg weiter, ob auch alles gelingen wird, denn schließlich soll ja dieses Buch ein Märchenschätzchen für die ganze Familie werden. Das ist jedenfalls meine Absicht.
Übrigens, Montagmorgen dieser Woche überraschte mich im Briefkasten ein „Gute-Besserung-für-den-verstauchten-Daumen-Geschenk“ – ein zauberhaftes Buch namens „Das Lied im Kieselstein“ von Mauricio Rosencof. Ganz wunderfein erzählte Geschichten vom „Großvater aller Dinge“. Die poetische Bildsprache sprang mich sofort an, sie wird mich inspirieren und mir helfen, mich zu erden, liebe Heide, hab Dank dafür! Und Euch allen wünsche ich ein entspanntes Wochenende!

Zeichnung: Petra Elsner

1011. Blogbeitrag

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Morgenstunde (44)

Topf mit Himmel.

Stochern im Nebel… Eine Zeichenwoche neigt sich. Ich habe mir dabei einen steifen Hals eingefangen. Stundenlang über ein Blatt gebeugt … Da der Raureif am 9. Januar leider keine Nachauflage brachte, war es dann doch nichts mit dem märchenhaften Lauschen. So brachen die Zeilen erst einmal jäh ab…

Das Raureiftöpfchen

Ein scharfer Ostwind schlug gegen das Raureiftöpfchen und weckte seinen Gesang. „Klirr, klar, Sternenweiß liegt das Land. Klirr, klar, unterm Eis ruht die Zeit ganz lang. Klirr, klar stoß‘ mich an, dann sing‘ ich vom Zauberreif.” „Habe ich richtig gehört: Zauberreif?“, fragte sich die vorbeihuschende Haselmaus Josefine. Aber das Töpfchen schwieg augenblicklich und so konnte das Mäuschen nicht erkennen, wer da so schön gesungen hatte. Kaum später stieg die Sonne über die Baumwipfel und der weiße Kristallschleier schmolz dahin. Aus dem Raureiftöpfchen wurde wieder ein einfacher umgestülpter Blumentopf. Kein Mensch ahnte von seinen zauberhaften Talenten. Nur Josefine hatte noch lange die Melodie im Ohr und konnte sie nicht vergessen. Das Jahr verging …

….aber sie werden schon weiter wachsen – als kleine Geschichte für die „Kurtschlager Editionen“. Für die Ausgabe 2018 hab ich ja noch bis Weihnachten Zeit …

Statt dem weiter nachzusinnen, drängte mich eine andere Aufgabe: Unsere emsige örtliche

Figur für die Tonne.

Onlineredaktion war dabei den GOLDENEN KURT zu kreieren und ich hatte versprochen,  ihn zeichnerisch zu erfinden.

Erst einmal entstand daraus ein Musterbeispiel für ein sattes aneinander Vorbeireden. Das war von keiner Seite bös’ gemeint und doch schlussendlich  ärgerlich. Bei der Suche nach einer möglichen historischen Figur stocherte ich lange im Nebel und verrannte mich ganz offenbar. Das Ergebnis wollte keiner. Erst in dieser Situation  kamen klarere Ansagen: Wir möchten eher einen knuffigen Zwerg zum Liebhaben… mit denen ich gut etwas anfangen konnte.

Der goldenen Kurt

So flog  Kurt, der stolze Waldarbeiter in die Tonne und der Goldige mit Zipfelmütze krabbelte aufs Blatt. Der Typ wird jetzt immer für Beihilfen bei der Gestaltung von  www.kurtschlag.de von den großartigen Redakteuren verliehen.  Ich kenne übrigens kein einziges Dorf, dass so klein ist wie Kurtschlag und trotzdem so eine informative und umfangreiche Webseite unterhält…. toll!
Für mich aber ist heute erst einmal Zeichenpause angesagt, damit sich die Halswirbel wieder sortieren …

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Morgenstunde (43)

Raureifpoesie

Als ich heute Morgen schnell noch vor der Zeichenarbeit in den Garten trat, erzählte der mir einen leisen Wintertraum: Knisternder Reif – poetischer Hauch aus der Kälte, die der Ostwind nächtens herangeweht hatte. Das Eistöpfchen sang unter dem Winterhimmel von der Schönheit der weißen Kristalle. Verzaubert lag das Land, aber ich musste wieder zu meinen sieben Sachen. Heute Abend sollte schließlich das Auftrags-Buchcover in seiner Schlussfassung vorliegen, was auch gelang. Nun schläft es eingepackt noch eine Nacht im Atelier, bevor es auf große Fahrt geht. Verleger und Autorin zeigten sich via Mail begeistert. Man bin ich froh darüber! Morgen wird es ja wieder sehr kalt werden und vielleicht kann ich ja dann im Garten am Schorfheidewald ein neues Wintermärchen ablauschen …

Winterlicher Gartenblick gegen Mittag.

Raureifpoesie 2

Bevor das Sonnenlicht den Boden erreichte.

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Morgenstunde (17)

Existenziell.  Zeichnung: Petra Elsner

Der Erdrutsch war absehbar und so hatte ich mich gestern entschieden, die Verlierer zu stärken. 20,5 Prozent bekamen sie, herrje. Aber vielleicht brauchte es diese Niederlage, um sich konsequenter zu erden und sich wieder dem Klientel zuzuwenden, dass diese Partei einst stark gemacht hat. Zumindest haben einige auf der letzten Wegstrecke im Wahlkampf kapiert, wie ernst die Lage ist. Ein Zerrbild von der Wirklichkeit, das die Dinge immer nur beschönigt, lähmt, verärgert und spielt jenen in die Hände, die sich jetzt die Drittstärksten nennen können. Es wird ein hartes Stück Arbeit, den gesellschaftlichen Wandel und die digitale Revolution, mit ihren jetzt schon sichtbaren Veränderungen der Arbeitswelt, anzupacken – ein Superbrocken.

Beim traditionellen Erntedankfest der Gemeinde Groß Schönebeck am dem Bohm-Hof drehte sich diesmal alles um den Apfel. Die Viertklässler der Kleinen Grundschule haben dazu das Märchen “Der kleine Apfelkönig“ aufgeführt. In den Projekttagen der vergangenen Woche haben die Kids Kulissen und den Sprechtext dafür selbst inszeniert. Ihr darstellendes Spiel kam nicht nur bei den gut dreihundert Besuchern gut an, sondern beförderte auch das Nachdenken über die Bewahrung der Schöpfung.
Foto: Petra Elsner

All diese Dinge im Kopf, hab ich mich gestern vom Acker gemacht. Gegen 11 Uhr begann in Groß Schönebeck das Erntedankfest und „meine“ Viertklässler hatten ihren großen Auftritt. Ein schönes Gefühl zuzusehen, wie die Zarten in nur drei Tagen gewachsen sind. Und auch, das eines meiner Märchen eine Stallvorlage für ein ganzes Fest gab. Alles drehte sich um den Apfel. Vielschichtig und lecker.

Nachmittags hab ich Passepartouts für eine Freundin geschnitten (ich glaube, sie hat keine Ahnung, was sie mir damit auferlegt hat…). Recht große Teile sind das, die einem einen hübschen Muskelkater verschaffen. Jetzt gleich geht es an die nächsten fünf Stücke und morgen wieder. Danach ist der Freundschaftsdienst geleistet …

Beim Passepartouts schneiden…
Foto: Lutz Reinhardt

 

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Zeichnung zum Titel

Eulenkalender 2018
Ausschnitt vom Blatt.

Hat ein bisschen länger gedauert, als ich dachte – die Zeichnung zum Titelblatt für den Eulenkalender 2018.

Drei Schleiereulen laden zu dieser kleinen Eulenzeit ein. Bin gespannt was der Verlag schlussendlich daraus machen wird.

Blick auf den Zeichenplatz.

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Advent, Advent…

Die heiligen drei Schneemänner.

Mal ehrlich, mir fehlt zur richtigen Stimmung der Schnee. Müssen ja nicht Berge sein. Schaut mal, so sah es vor drei Jahren vor unserem Häuschen aus. Das ist doch was…. Also bitte: Weg mit der Vorfahrt für  frühlingshafte Hochdruckgebiete im Dezember und Platz für ein schönes Schneelicht !

Habt alle miteinander einen schönen dritten Advent!

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Zum Nikolaustag: Der Schuhputzer

Der neue Nikolaus . Zeichnung: Petra Elsner
Niko, der Schuhputzer.
Zeichnung: Petra Elsner

Eine Nikolausgeschichte von Petra Elsner

Niko liebt Schuhe, besonders die knallroten, die bei den Frauen als Glücksschuhe gelten. Er ist gerade auf leisen Sohlen mit seinem Schuhputzkasten unterwegs, um sich vor der großen Oper – wie jeden Abend – in Position zu bringen. Ein guter Standort, denn wer will schon mit schmutzigen Schuhen ein so erhabenes Haus betreten? Besonders bei Schmuddelwetter kommt der echte Opernfreund nicht an Niko vorbei, zumal keiner einen derart wunderbaren Glanz auf das Leder zaubern kann wie der junge Mann, den es aus der türkischen Stadt Patara hierher verschlagen hat. Einen seltsamen Wanderstab führt er immer bei sich. Das uralte Stück ist das Einzige, was ihm von seiner Familie geblieben war. Weil aber Niko ein ehrlicher und immer gut gelaunter Schuhputzer ist, kommt er überall gut an und so nicht in Not. Jetzt schneit es nasse Flocken in der Stadt an der Spree, und Niko lächelt dazu: Schuhputzerwetter.

Kurz vor der Oper quietschen plötzlich Autoreifen sehr laut. Aus einer schwarzen Limousine springen vier Männer, öffnen den Kofferraum, hieven eine Truhe empor, schleppen sie auf den vereisten Gehweg und schieben sie mit einem mächtigen Drive auf Niko zu. Während die Truhe noch schlittert, springen die Vier zurück in den mysteriösen Wagen, einer setzt noch einen Esel auf die Straße, dann rasen sie davon. In dieser Stadt, in der an jeder zweiten Ecke ein Spielfilm gedreht wird, nimmt nicht wirklich jemand Notiz von der Aktion. Man ist eilig unterwegs und hat kein Auge für merkwürdige Inszenierungen. Nur der Schuhputzer steht wie angewurzelt und liest das Schild an der Truhe „Für Niko“. Der Esel ist inzwischen der Truhe gefolgt, nun zupft er an Nikos Ärmel, als wenn er sagen will: „Mach sie endlich auf!“ Das tut er dann auch und glaubt dabei seinen Augen nicht. Aus dem rot gefütterten Innern funkeln ihm Gold, Silber und Edelsteine entgegen. Niko schließt blitzschnell und sehr erschrocken die seltsame Fracht. Die kann ihm einfach nicht gehören. Aber hat er nicht am Rande eine Schriftenrolle gesehen? Nur einen Spalt öffnet er wiederholt die Truhe, fingert nach dem Papier und findet darin diese Nachricht: „Es ist der Rest, den Dein Urahne nicht unter die Leute gebracht hat. Gehe, und walte Deines Amtes!“ Welches Amtes?

Ein Bettler stört Nikos Gedanken: „Haste mal ein paar Cent?“ Der Schuhputzer greift wie selbstverständlich in die Truhe und reicht der ärmlichen Gestalt ein paar Goldstücke. „Oh, danke, großer Nikolaus, für diese opulente Gabe“, spricht der Bettler. „Wie kommst du denn darauf? Ich der Nikolaus?“, fragt Niko. „Na, du trägst seinen Bischofstab und machst den Armen erlesene Geschenke! Heute ist der 6. Dezember, du musst es einfach sein. Verstell’ dich nicht, ich habe dich erkannt.“ Niko ist nicht nur deshalb irritiert. Aber gut, wenn er heute einen sehr speziellen Tagesjob übernehmen soll, warum nicht? Den Inhalt der Truhe wird er schon rasch unter die Leute bringen. Der junge Mann lädt den wertvollen Kasten auf den Esel und tippelt durch die Stadt. Mit vollen Händen verschenkt er Gold, Silber und Edelsteine, doch so sehr er sich bemüht, die Truhe leert sich nicht, ihr Inhalt scheint nachzuwachsen. Als der Tag sich neigt, hat Niko begriffen: Er ist jetzt der neue Nikolaus, und nächstes Jahr, zur selben Zeit, wird er wieder mit der Truhe losstiefeln und die Menschen beschenken. Eine wirklich herzliche Aufgabe, aber all die anderen Tage will er weiter nur der Schuhputzer mit dem seltsamen Wanderstab sein.

Neu auf dem Buchmarkt
Das Buchcover “Von der Stille des Winters”

Diese  Lesekostprobe steckt als Adventsgeschichte in meinem Buch “Von der Stille des Winters”.

Erhältlich ist das Buch über diese Koordinaten:

Petra Elsner, „Von der Stille des Winters“, Hardcover, 92 Seiten, 2. stark erweiterte Auflage (des Dezemberlesebuches), zahlreiche Illustrationen von Petra Elsner, ISBN: 978-3-943487-79-4, Preis: 19,99 Euro, erschienen in der Verlagsbuchhandlung Ehm Welk

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