Morgenstunde (1194. Blog-Notat)

Was war das heute? Der Vollmond nachts oder das Erwachen aus einem Sommernachtstraum? Der Mailkasten war rappelvoll. Alle auf einmal, das ist ungewöhnlich. Nach dem traurigen Wochenende ist es aber wohl doch verständlich… denn neben dem Elend des Anschlags auf den CSD, verschwimmen im Nachhinein die politischen Begriffe und Kausalitäten. Das unanständig, nervt und verlangt nach Austausch. Keiner kann die Selbsttäuschung der aktivistischen Linken besser erklären als Constantin Schreiber. Er spricht von „taktischen Wahrheiten“ und „analytischer Verwirrung im Endstadium.“ Wen das genauer interessiert, hier ist der Link (von Freundin Jana) zu seinem bemerkenswert klaren Kommentar: https://www.youtube.com/watch?v=ZgS3oMfPYqk

Vielleicht weil das da draußen wirklich mehr als unerträglich wird, habe ich mir die Tage das Thema Sommer abstrakt im Kleinstformat (5 x 8) gegönnt und den Flyer zum neuen UNIKATE-BUCH gebaut. Fehlt nur noch ein passender Einband 😊. Gegentlich muss man einfach Auftanken…

Morgenstunde (1181. Blog-Notat)

Es war die heißeste Nacht, die ich je erlebte und weil Eure Nacht gewiss vergleichbar war, muss ich nicht viel erzählen von Dämmerzuständen unter dem Laken. Die Augen sind immer noch geschwollen… Heute waren es nach dem Sonntagsfrühstück schon fast 30 Grad, aber es kam ein Lüftchen auf, sodass ich seit Tagen für ein Weilchen unter die Weide zog, frei atmen konnte und dem Wachsen der Gurken zusah. Im Atelier sind trotz nächtlichem Lüften schon wieder 28 Grad, der Ventilator brummt, aber diese Arbeitstemperatur schwächt nur, ich lasse es und warte auf Abkühlung…

Morgenstunde (1167. Blog-Notat)

Sie kamen heute mit der Post, die neuen Teichbewohner. Ich hoffe, mit den Teichmuscheln wird die Wasserqualität über die warme Jahreszeit besser und der Algenbefall geringer. Mal sehen… ich bin hier hoffnungsvoll.
Was man allerdings gegen den kompletten Realitätsverlust einiger Politiker machen kann, ist mir inzwischen wirklich schleierhaft. Ich sehe und staune, wie das geht. Niemand wandere in unsere Sozialsysteme ein… so, so, sehr seltsam. Es wäre gut, wenn jeder Bundespolitiker alljährlich ein mehrwöchiges Lebenspraktikum in sozialen Brennpunkten abzuleisten hätte. Dann würden die Draufsichten vielleicht wieder der Wirklichkeit entsprechen. Vielleicht.

Morgenstunde (1093. Blog-Notat)

Es gibt ja so den Spruch „Fahrradfahren verlernt man nicht.“ Da dachte ich mir, einigermaßen naiv, wenn du den Weg zur Kulturbaracke aus Schwäche und Luftmangel nicht zu Fuß schaffst, dann radelste halt. Also habe ich das alte Rad meiner Mutter, das jahrelang unterm Schleppdach einstaubte, geputzt, die Kette gereinigt und geölt. Der hintere Reifen hielt die Luft nicht. Hat der Liebste einen neuen Schlauch besorgt und aufgezogen… Bei den Probemetern merkte ich schon, so kraftlos ist das ne wacklige Sache. Aber der Liebste wollte zu seiner Würfelrunde und ich seit langem mal wieder in den Kulturverein (ich fahre nicht Auto…). Also rauf auf den Drahtesel, ui… Doch, ich bin angekommen, nur wie. Tags darauf meldete sich ein Muskelkater in den Armen. Altwerden ist Schei…

Im Verein wurde das nächste dörfliche Kürbisfest besprochen und dafür habe ich anschließend lange meinen Computer durchsucht. Wir küren spaßfreudig Kürbiskönige. Bis auf letztes Jahr (da fehlte ich, wegen Beinbruch) hatte ich alle fotografiert, nur wo sind die Aufnahmen??? Nicht alle Dateien wurden vom alten in den neuen Computer übernommen und die Umzügler in Sammelordner verpackt… herrje! Schlussendlich wurden die Könige gefunden, es hat mich nur ein bisschen beschäftigt 😊.
Habt ein sonniges Wochenende!

Ein Motiv aus meinem neuen Kalender. Zeichnung: Petra Elsner

Morgenstunde (959 Blog-Notat)

Was liegt an? Hauskram und weiter in der Wichtelkritzelei für den kommenden Advent. Der Liebste ist heute in einem Ritt unterwegs ins Erzgebirge und zurück, um nach seinen Eltern sehen. Er hat die Dorfausstellung „Kurtschlager Leben“ am Mittwoch sauber gehängt. Jürgen und ich brauchten in den zwei Stunden nur transportieren und zureichen. Allein das lange Stehen machte mich zittrig. Diese Schwäche im Leib ist zum Ko… und meine Geduld dazu hat wirklich eine kurze Zündschnur. Sich fügen ist schwer… Gestern hatten wir unverhofft einen federleichten Plaudernachmittag. Eine jüngere Frau aus dem Dorf hat sich unseren Benziner-Rasenmäher geholt. Für uns war er zu schwer in der Handhabung geworden. Deshalb haben wir das funktionstüchtige Teil durch einen leichteren Akkumäher ersetzt. Wir waren froh, den Platz freizubekommen und sie schenkte uns: Wachteleier. Was für ein Luxus… 😊

Morgenstunde (798. Blog-Notat)

Foto: Lutz Reinhardt

Salbeitee, Ingwertee, Taschentücherhaufen. Die Erkältung ist zäh und nimmt eher zu als sich zu lindern. Zwei Wochen steht nun schon das Telekom-Päckchen mit dem SPEEDPORT SCHMART 4 PLUS bei uns rum und drohte uns still mit Veränderung! Gestern fassten wir uns ein Herz und sind erst einmal für den Glasfaseranschluss zu den Geräten dem Labyrinth des uralt DSL-Kabels nachgekrochen. Herrje: Es führt von der rechten Seite im Schlaf-Bücherzimmer die Fensterfront entlang, weiter hinter den deckenhohen Kleiderschrank, durch die verbaute Tür ins Atelier, von dort hinter dem Sofa zur Fensterfront, hinüber in den Computerwinkel. Wir haben es vor 15 Jahren gelegt, als noch kein Möbel stand. Es wurde klar, so kann das Neue nicht laufen. Nach der Lektüre der Bedienungsanleitung standen unsere Haare gewissermaßen schon auf Sturm. Wir fürchteten tagelang von der Außenwelt abgeschlossen zu sein, weil wir in dieser Fachsprache untergegangen waren, da sagte ich den alles ändernden Spruch: „Lass uns fachliche Hilfe ordern. Das kostet zwar ‘ne Stange Geld, aber wir reiben uns nicht die letzten Sinne auf.“ Der Liebste stimmte erleichtert zu, wohlwissend, was wir uns da von den Schultern nahmen. Es gibt Menschen, die tun sich schwer mit der Einrichtung technischer Geräte. In unserem Fall haben sich zwei solche getroffen und diesem Umstand geschuldet entspringen atemschwere Schnauftage, die uns vollkommen genervt zurücklassen 😊. Hilfe soll also am Montag kommen, wir werden sehn…

Ein neues Künstlerbändchen ist entstanden …

Die ersten handgebauten Bändchen entstehen…

Der Regentag kam mir irgendwie zu pass. Sonst hätte ich die Pfriemele zu diesem  Kleinformat – 10 x 10,5 cm – garantiert nicht ausgehalten. Ich gestalte das alles in Word, weil ich für diese Minis kein Buch-Layout-Programm habe. Also russische Schnitztechnik sozusagen. Die nervt.
Aber jetzt ist auch die Mohnfee ins Format gebracht. Die ersten Teile sind fertig gefaltet, geschnitten und geheftet. Morgen regnet es wieder, da wächst wieder was …
Ein nummeriertes Bändchen kostet wieder humane 7 Euro, zzg. Versand.

Die ersten Exemplare sind eingetütet.

Eine Havelsage: Selberjedan und Havelnix

Havelnix. Zeichnung: Petra Elsner

An einen Sommermorgen als noch Goldnebel über der Havel schwebte, hatte ein Fischer seinen Kahn in den Wind gelegt, denn er wollte sich ein paar Fische fangen. In der  Mittagsstunde hatte er genug beieinander. Der Mann ruderte ans Ufer, zündete ein Feuer an, putzte ein paar Fische und legte sie dann in seine Bratpfanne. Die Fische brutzelten schon ganz wunderbar und verströmten einen leckeren Duft, der einen kleinen Havelnix aus dem Fluss lockte. Der Nix trug eine rote Kappe und war kaum größer als ein Hähnchen. Der kleine Kerl stellte sich neben den Fischer und fragte nach dessen Namen. Der Fischer antwortete freundlich: „Wenn du es wissen willst, ich heiße Selberjedan.“
Der Nix konnte kaum sprechen, weil er das ganze Maul voller Fische hatte. So murmelte er: „Selberjedan, ich bespucke dich!“ Selberjedan glaubte seinen Ohren kaum: „Das mach‘ nur! Dann nehm‘ ich einen Stock und verhau‘ dir den Rücken, bis du krumm und schief bist“
Aber der freche Havelnix kümmerte sich nicht um die Drohung und sprach abermals: „Ich bespucke dich!“ Im nächsten Augenblick, spuckte er alle seine Fische in die Pfanne. Da nahm der Fischer zornig einen kräftigen Stock und schlug auf den Nix ein, bis der erbärmlich zu schreien begann. Das klang so herzzerreißend, dass sogleich alle Havelnixen ihre schönen Köpfe aus dem Wasser steckten und verwundert fragten, wer ihm denn was angetan habe?
Da schrie der Nix: „Selberjedan! Selberjedan!“ Als die Nixen das hörten, sagten sie: „Wenn du das dir selbst getan hast, dann ist dir nicht zu helfen.“  Mit diesen Worten tauchten die Wasserfrauen wieder unter. Da sprang auch der verprügelte Nix zurück in die Havel und hat niemals mehr einen Fischer oder Schiffer mit Fischen bespuckt.

(Volksmund aus der Prignitz, bearbeitet von Petra Elsner)

Herzhaftes zu Ostern

Überall platzt der Frühling aus den Knospen und Ostern steht vor der Tür. Die Hoch-Zeit des Eies kommt in unzähligen Gewändern: Als Batik-Eier, Blaudruck-Eier, Wachstechnik-Eier mit kunstvollsten Ornamenten und Mustern, schlicht gefärbte, gelackte oder bemalte, geringelte, karierte, bepunkte oder schraffierte Eier; welche mit Landschaftsmotiven, umhäkelte, umwickelte, aber auch Holz-Eier, diverse Deko-Plastik-Eier, Steingut-Eier, Edelstein-Eier, Zucker- und Schokoladen-Eier, echte Frühstückseier. Meine Güte, was noch? Manchmal pochierte Eier, Spiegel- oder gerührte Eier, Senf-Eier, Eier im Glas, Eierstich, Eiersalat …
Ostern, das ist eben  das Eierfest schlechthin. Kulinarisch gesehen mehr etwas für Süße. Da Herzhaftes zu diesem Feste eher selten gefragt ist. Hier für alle jene, die es lieber etwas deftiger mögen, die Alternative: Gewürz-Eier. Das ist eine leckere Ei-Spezialität, 14 Tage haltbar und nicht nur für den Frühling empfehlenswert. Soleier kennt man ja von manchem schicken Kneipentresen, aber die hier sind einfach eine schmackhafte Wucht:

Die Ingredienzien für 30 Gewürz-Eier:
1 Flasche Tafelessig 1 zu 1 verdünnt mit Wasser, ½ Wasserglas Wallnussessig, ½ Wasserglas Himbeeressig, ½ Wasserglas Balsamicoessig, 2 Lorbeerblätter, 5 Piment, 5 Schalotten, 2 cm Ingwer in dünnen Scheiben, 10 Nelken, Knoblauch, etwa 3 Esslöffel Zucker zum Sud aufkochen und durchseihen. Nach dem Erkalten über die hart gekochten, gepellten Eier gießen, und das große Glasgefäß luftdicht verschließen.
Zwei Tage kühl stellen, dann kann man sie auf den Tisch bringen. Mit etwas Senf und saurer Gurke als Snack zum Osterwasser, als Appetithappen beim Skatturnier oder wo und wann auch immer. Probieren, die Herstellung ist wirklich simpel.

© Petra Elsner

Das Gewürzeierrezept stammt von ihm hier, Andi. Zeichnun: Petra Elsner
Das Gewürzeierrezept stammt von ihm hier, Andi, dem inzwischen verstorbenen Koch und Lebenskünstler. Zeichnung: Petra Elsner

Advent, Advent…

Die heiligen drei Schneemänner.

Mal ehrlich, mir fehlt zur richtigen Stimmung der Schnee. Müssen ja nicht Berge sein. Schaut mal, so sah es vor drei Jahren vor unserem Häuschen aus. Das ist doch was…. Also bitte: Weg mit der Vorfahrt für  frühlingshafte Hochdruckgebiete im Dezember und Platz für ein schönes Schneelicht !

Habt alle miteinander einen schönen dritten Advent!