Morgenstunde (741. Blog-Notat)

Die erste Schneezeit lag sonntags im Dämmerlicht. Nach dem Schneefegen hat es mich für zwei Stunden aufs Sofa gerafft, aber das war nur die Vorspeise für die Nacht, aus der ich Montag erst um 11:45 Uhr erwachte. Echt erschrocken. 13 Stunden am Stück und ich hätte weiterschlafen können. Aber ich wollte doch noch einmal nach dem Schnee sehen, draußen, im Garten lag eine Zauberwelt. Zur Wochenmitte soll die Pracht schon wieder tauen und weiß schon, wann es den nächsten Schnee gibt… also: Schauen. Die Schläfrigkeit drängte mich zurück ins Haus. Mit Ferdinand von Schirachs „Nachmittage“ und Tee auf das Sofa, so langsam hab ich mich dabei gerappelt und das Buch ausgelesen. Der Schriftsteller gilt als „Meister der kleinen Form“, die ich auch bevorzuge. Nur beim Lesen all seiner Geschichten, Notizen, szenischen Skizzen, bohèmen Episoden, worin es immer um Liebe und Tod geht, spüre ich den gewissen Unterschied: Seine Weltgewandtheit, die mir schon herkunftsmäßig fehlt. Ist nicht aufzuholen und mein Ehrgeiz hält sich inzwischen in Grenzen. Schirachs atmosphärische Ortsbeschreibungen ließen mich genüsslich mitreisen, staunend auf dem Sofa. So ist das mit manchen Büchern am Nachmittag und dann holt mich, bei einer nicht so dichten Geschichte, die Müdigkeit wieder ein. Bin wirklich abgelaufen… Zum Abend war der Liebste aus dem Erzgebirge zurück, mit Tannengrün für die Adventszeit von einem Gärtner mit Waldbesitz. Herrliche Zweige für schlichte 9 €, hier so kaum zu haben. Er konnte von gutgelaunten Eltern erzählen, das tat uns beiden gut, gerade mal kein Kummer, sehr schön.

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Lyrik-Krümel

Schneezeit

Gedämpftes Rollen
Leise Schritte
knirschen, knistern, knacken
über weiße Pisten
Die Stille hört zu
Die Zeit kommt zur Ruh‘
Endlich.

© Petra Elsner

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Morgenstunde (598. Blog-Notat)

Der Schnee rieselte heute wie Puderzucker, als wir nach Groß Schönebeck fuhren, um beim Jäger unseren Weihnachtsbraten einzukaufen. Der Imkergatte konnte dort reichlich zwei Kisten Honig liefern und ich mein neues Fantasy-Buch zeigen. Aber schließlich war es sehr viel mehr, als nur ein freundschaftlicher Handel. Im Eine-Welt-Lädchen „Solidario“ des Ortes habe ich schon seit einigen Jahren eine winzige Auslage meiner Bücher, durch Corona ist der Kontakt fast gerissen. Doch bei dieser Gelegenheit bekam ich die Jahreseinnahmen des ehrenamtlichen Lädchens von meinen Sachen in die Hand gedrückt. Es war einfach rührend, wie auch das begleitende Gespräch über die Zeit in der wir feststecken. Über die Unwägbarkeiten, die große Angst, die allgemeine Ratlosigkeit ging es. Über die schwierigen Versuche weiterzusprechen, wo einer/eine zumacht. Es ist wichtig aneinander festhalten, zu bewahren. Das ist schweres Familienarbeiten, um da, wo es bricht, einen Kitt zu finden. Was ist wichtig in so einer Zeit? Die Herzensbänder. Vielleicht ist der erste Ansatz der, dass wir alle es nicht so genau wissen, wie diese „Durcheinanderzeit“ wieder ins Gleichgewicht kommen kann. Nur im Austausch können wir uns wieder annähern und miteinander abwägen. Das hilft vielleicht verhärtete Fronten zu lösen. Denn wir brauchen einander. Atem, der ist meine Schwachstelle. Es macht mir neuerdings in geschlossenen Räumen Angst, mich in einer Atemgemeinschaft zu bewegen. Was für Zeiten… Trotzdem: Habt alle miteinander einen schönen 3. Advent!

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Morgenstunde (456. Blog-Notat)

Schneezeit in der Heide –einfach  wunderschön! Die Kälte fühlt sich nicht mehr schlimm an, seit der Ostwind sich gelegt hat.  Leichtes Weiß verzaubert alles. Derart traumschöne Ansichten inspirieren natürlich ungemein und so sind heute auf dem Zeichenplatz zwei neue Wesen aus dem Pinsel geflossen, die mir bei anderer Stimmung wahrscheinlich nicht eingefallen wären. Es hängt eben alles zusammen, die Empfindungen und die Kreativität. Und natürlich lädt diese Winterkulisse auch zum Spielen ein: Da gibt’s heute Abend Eistorten(lichter) im Hof, sie sind schon fast gefroren…

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