Morgenstunde (660. Blog-Notat)

Es war ein Abschiedsfilm, den wir am Pfingstsamstag im Ringhotel Schorfheide zu sehen bekamen. Der erinnerte und hielt fest, was „Kunst & Rad“ einmal war. Alles ganz privat. Die Gestalter dieses einstigen Kunstortes Ines und Hann-Dieter waren ganz aufgeregt und angefasst, denn sie steckten ja schon zweieinhalb Jahre in einem neuen, ganz anderen Leben und konnten erst jetzt Danke sagen und Abschied nehmen.  Ich kam in diesem Filmchen auch vor (siehe Bild), aber es war schon seltsam, sich selbst zu begegnen – vor 12 Jahren, noch so fit… Knapp hundert Menschen sahen den Streifen. Ganz ehrlich, umso länger er lief, war mir diese große Atemgemeinschaft nicht geheuer… Wieviel Zeit werde ich brauchen, diesen Corona-Schaden zu vertreiben? Wir konnten einfach nach dem Film nicht länger verweilen… So schade, dass es den kleinen kulinarischen Kunstort nicht mehr gibt, aber alles hat nur eine gewisse Zeit. Hann und Ines wohnen weiter in meinen Gedanken und einiges um mich herum erinnert mich direkt an sie. Zum Beispiel meine  Schorfheider Winterkarten. Hann suchte eine schöne Winter-Weihnachtskarte in blau-weiß…Daraufhin floss aus meiner Hand dieser märchenhafte Askanier-Turm von Eichhorst am Süßen Winkel des Werbellinsees… Machts gut ihr Zwei!
Der Rest von Pfingsten hieß: Bienenschwärme fangen. Die Bilder davon hatte ich gestern noch an die „Morgenstunde 659“ drangehängt. Wen es interessiert, sie befinden sich unter dem Schwarm-Video. Fünf Schwärme waren es insgesamt und der Imkergatte hofft mit mir, dass heute nicht noch welche nachfolgen. Mir sitzt immer noch die Hexe im Kreuz, was so langsam echt nervt. Morgen will ich weitere Bilderblöcke schneiden, dazu kann ich das gar nicht gebrauchen….

 

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Morgenstunde (598. Blog-Notat)

Der Schnee rieselte heute wie Puderzucker, als wir nach Groß Schönebeck fuhren, um beim Jäger unseren Weihnachtsbraten einzukaufen. Der Imkergatte konnte dort reichlich zwei Kisten Honig liefern und ich mein neues Fantasy-Buch zeigen. Aber schließlich war es sehr viel mehr, als nur ein freundschaftlicher Handel. Im Eine-Welt-Lädchen „Solidario“ des Ortes habe ich schon seit einigen Jahren eine winzige Auslage meiner Bücher, durch Corona ist der Kontakt fast gerissen. Doch bei dieser Gelegenheit bekam ich die Jahreseinnahmen des ehrenamtlichen Lädchens von meinen Sachen in die Hand gedrückt. Es war einfach rührend, wie auch das begleitende Gespräch über die Zeit in der wir feststecken. Über die Unwägbarkeiten, die große Angst, die allgemeine Ratlosigkeit ging es. Über die schwierigen Versuche weiterzusprechen, wo einer/eine zumacht. Es ist wichtig aneinander festhalten, zu bewahren. Das ist schweres Familienarbeiten, um da, wo es bricht, einen Kitt zu finden. Was ist wichtig in so einer Zeit? Die Herzensbänder. Vielleicht ist der erste Ansatz der, dass wir alle es nicht so genau wissen, wie diese „Durcheinanderzeit“ wieder ins Gleichgewicht kommen kann. Nur im Austausch können wir uns wieder annähern und miteinander abwägen. Das hilft vielleicht verhärtete Fronten zu lösen. Denn wir brauchen einander. Atem, der ist meine Schwachstelle. Es macht mir neuerdings in geschlossenen Räumen Angst, mich in einer Atemgemeinschaft zu bewegen. Was für Zeiten… Trotzdem: Habt alle miteinander einen schönen 3. Advent!

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