Morgenstunde (598. Blog-Notat)

Der Schnee rieselte heute wie Puderzucker, als wir nach Groß Schönebeck fuhren, um beim Jäger unseren Weihnachtsbraten einzukaufen. Der Imkergatte konnte dort reichlich zwei Kisten Honig liefern und ich mein neues Fantasy-Buch zeigen. Aber schließlich war es sehr viel mehr, als nur ein freundschaftlicher Handel. Im Eine-Welt-Lädchen „Solidario“ des Ortes habe ich schon seit einigen Jahren eine winzige Auslage meiner Bücher, durch Corona ist der Kontakt fast gerissen. Doch bei dieser Gelegenheit bekam ich die Jahreseinnahmen des ehrenamtlichen Lädchens von meinen Sachen in die Hand gedrückt. Es war einfach rührend, wie auch das begleitende Gespräch über die Zeit in der wir feststecken. Über die Unwägbarkeiten, die große Angst, die allgemeine Ratlosigkeit ging es. Über die schwierigen Versuche weiterzusprechen, wo einer/eine zumacht. Es ist wichtig aneinander festhalten, zu bewahren. Das ist schweres Familienarbeiten, um da, wo es bricht, einen Kitt zu finden. Was ist wichtig in so einer Zeit? Die Herzensbänder. Vielleicht ist der erste Ansatz der, dass wir alle es nicht so genau wissen, wie diese „Durcheinanderzeit“ wieder ins Gleichgewicht kommen kann. Nur im Austausch können wir uns wieder annähern und miteinander abwägen. Das hilft vielleicht verhärtete Fronten zu lösen. Denn wir brauchen einander. Atem, der ist meine Schwachstelle. Es macht mir neuerdings in geschlossenen Räumen Angst, mich in einer Atemgemeinschaft zu bewegen. Was für Zeiten… Trotzdem: Habt alle miteinander einen schönen 3. Advent!

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