Das Sonnenmädchen (1)

Öffentliches Arbeiten – eine Geschichte entsteht…
Diesmal entstand zuerst diese Zeichnung, der die ersten Worte nachfolgten…


Wenn sie den Raum betrat wurde es hell. Alle Blicke zog das Sonnenmädchen auf sich. Eileen war das höchst unangenehm, denn sie war schüchtern. So schüchtern, dass sie keine festen Schritte setzen konnte, sondern nur leicht tänzelte, als wenn sie schwebte. So war es nicht verwunderlich, dass sie alle nur “die Tänzerin” nannten…

(Morgen gibt es die ganze Kurzgeschichte, wenn sie denn fertig wird….)

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Morgenstunde (605. Blog-Notat)

„Resteknallen“ gab es Neujahr auch in unserem winzigen Schorfheidedorf. Nicht so mächtig wie vor der C-Zeit, aber immerhin… Aber was viel, viel schöner war: Kurz vor Mitternacht hatte doch einer ein stattliches Feuer am Döllnfließ angezündet. Es loderte in die Nacht und ein paar Nachtwanderer haben sich daran spontan versammelt und miteinander (ohne sich in den Armen zu liegen) auf bessere Zeiten angestoßen. Mit Sekt aus dem Rucksack. Ein Lichtblick in dieser Zeit.

Gestern habe ich die Arbeit im Atelier wieder aufgenommen und zu meinem Bild Feuer (Phönix) eine Schwarz-Weiß-Übersetzung gezeichnet, denn ich sah plötzlich, das könnte ein schöner Aufmacher zu meinem dritten Lyrikbändchen werden. Das Bändchen ist erst halb fertig, aber der Titel steht schon mal… Gestern kam auch mal wieder eine Anfrage per Mail zu einer Auftragsarbeit, aber meine Honorarvorstellung waren nicht genehm. Ein Buchcover sollte es sein. Kinner ne, wenn man/frau nicht einmal den Mindeststundensatz im Kalkül hat, dann soll er/sie erst gar nicht erst anfragen. Wieso eigentlich soll ich für eine Unikate-Arbeit weniger nehmen als ein Hilfsarbeiter? Die da anfragen, haben alle einen gut bezahlten Job und möchten dann, dass ich meinen wie ein Hobby verstehe. Nee, ich denke gar nicht daran, denn das läuft nicht auf Augenhöhe. Gibt’s leider immer mal wieder. Es ist etwas ganz anderes, wenn zwei Künstler ein Gemeinschaftsprojekt wagen. Das ist geteiltes Risiko, unentgeltlich, aber da wedelt keine Seite mit einem „Auftrag“, die Zusammenarbeit findet sich gewissermaßen ein…
So, nun wisst Ihr Bescheid 😊, habt eine schöne erste Woche im Jahr!

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Lyrik-Krümel

Entzwei

Die Zeit der Distanz
springt von Jahr zu Jahr
tanzt auf Distanz
lebt auf Distanz
klingt nach Distanz
Das Herz erkaltet
wird es nur verwaltet
Erstarre nicht
LEBE den Tanz!

© Petra Elsner

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Morgenstunde (604. Blog-Notat)

Die Rauhnächte jagen mich wieder durch wilde Träume – wie jedes Jahr. Geistertreiben – eher Hirngespinste. In dieser Nacht nervte mich ein Fahrkartenverkäufer mit seinen zeitlupenartigen Bewegungen, dass ich Herzrasen bekam, weil ich fürchtete die Bahn zu verpassen und davon aufwachte. Schrecklich. Der Legende nach sollen die Rauhnacht-Träume als Voraussage für die Monate des kommenden Jahres stehen. Mein April 2022? Lieber nicht deuten…!
Der Liebste ist heute ins Erzgebirge zu den Eltern aufgebrochen. Er konnte nicht früher, weil jemand in der Überüber…nachbarschaft in der Woche vor dem Fest an Corona erkrankt war und wir beim Honigverkauf tags zuvor in Kontakt waren. Da haben wir uns fünf Tage weggeschlossen, täglich getestet und weiter Zeit verstreichen lassen. Das Boostern hat uns schlussendlich beschützt. Wir haben uns nicht angesteckt. Nun kommt mein Stollen für die Schwiegereltern also erst nach Weihnachten an, dafür schmeckt er von Tag zu Tag besser.
Wir steigen bald in das 3. Coronajahr, keiner mags mehr hören. Trotzdem hoffe ich, sie wird ein Ende haben, die Zeit der Einschnitte, und dass hinter der gerissenen Zeit ein neuer Anfang wartet, auf den es sich zu warten lohnt. Ich bin mir da leider nicht mehr so sicher…
Komm behütet ins neue Jahr,
Eure Petra

PS: Den Corona-Kranken in der Über….Nachbarschaft habe ich meinen allerstärksten Schutzengel gesandt, wer ihn braucht, so ihn haben…

Zu meinem (einen) Silvestermärchen geht es hier:

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Morgenstunde (603. Blog-Notat)

Frohe Weihnachten alle miteinander!
Nun ist es doch noch so heimelig geworden, wie ich es mir wünschte: Am 23. Dezember besangen drei Nachbarn die Schönheit des Baumes unter der Laterne im Schnee. Bei einem wärmenden Feuer im eisernen Schubkarren und geistigen Getränken. Was für ein herzerwärmender Anblick und damit wuchs meine weihnachtliche Stimmung endlich. Während meiner vierstündigen Kochaktion am Vormittag des Heiligen Abends (Erzgebirgischer Kartoffelsalat, Kassler-Braten, Damhirschrücken) gingen in den ansteigenden Temperaturen zwar überall die Dachlawinen runter, aber die 10-12 Zentimeter Neuschnee schmolzen nicht vollends und so haben wir heute weiße Weihnachten – wie schön! Jetzt pendelt die Zeit an diesem Wochenende zwischen Speisen und Märchenfilmen und: Wir liefern uns zu zweit eine kleine Küchenschlacht an der Dartscheibe. Noch führe ich – pures Anfängerglück, denn dort, wo ich hinziele komme ich nicht wirklich an…
Lasst es Euch gut gehen und macht Euch glücklich!

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Mit dem Bus ins Glück

Meine Weihnachtsgeschichte für 2021

Als der Bus die Haltestelle vor dem Krankenhaus ansteuerte, entdeckte der Fahrer eine zusammengekauerte Gestalt im Wartehäuschen. Vielleicht war sie eingeschlafen, was bei dieser Kälte nicht ratsam gewesen wäre. Der Mann am Steuer öffnete den Zustieg und zwei große Augen schreckten auf. „Was ist?“
„Komm, ich bin der Lumpensammler. Nach mir fährt kein Bus mehr.“ Das Mädchen zuckte mit den Schultern: „Hab‘ kein Fahrgeld.“ Das kannte der angegraute Busfahrer schon, aber es war Heilig Abend, da wollte er großzügig sein: „Komm, steig schon ein.“ Das Mädchen sprang auf und sprach erleichtert: „Danke, Sie sind heute mein Held!“ Der Mann errötete verlegen und fragte noch: „Wo willst du denn hin?“
„Einfach anderswohin“, antwortete das Mädchen und ließ sich erschöpft auf die Sitzbank gleich hinter der Tür fallen. Von dort aus konnte sie dem Fahrer beim Lenken zusehen und mit ihm voraus in die dämmrige Stadt blicken. „Wartet jemand auch dich zu Hause?“, fragte der Fahrer besorgt. Das Mädchen schüttelte den Kopf und schwieg. Es war warm in dem Bus und die Siebzehnjährige war sehr bald eingeschlafen. Eine große Traurigkeit schien sie einzuhüllen und die Zeit tickte der Nacht entgegen. Als das Mädchen wieder erwachte, rieb es sich die Augen. Im Linienbus blinkten hunderte Lichter und Geschenkpakete türmen sich im Gang. Das Radio tönte „Weihnachten, Weihnachten ist überall…“ und der Fahrer trug plötzlich eine rote Kapuzenrobe und einen Wattebart im Gesicht. Neben dem Mädchen lag ein weißer Mantel mit angenähten Flügeln. Der Weihnachtsmann grinste: „Du hast doch nichts vor, dann kannst du ja heute Nacht mein helfender Weihnachtsengel sein. O.K.? Ich muss die Geschenkefuhre bis Mitternacht verteilt haben.“
Beim Imbiss-Stand am Bahnhof hielt der leuchtende Weihnachtsbus: „Dort drüben gibt’s die besten Bratwürste der Stadt. Ich heiße übrigens Klaus und du?“
„Klara.“ Sie zog sich inzwischen den schönen Kostümmantel über. Er passte wie für sie gemacht.
Klaus griff sich eines der Päckchen, eilte zum Imbiss, beschenkte den Verkäufer und kam mit zwei duftenden Bratwürsten zurück: „Nicht auf das Kostüm kleckern! Sonst bekomme ich in der Weihnachtsmannzentrale echten Ärger.“
Klara war froh, endlich etwas Essbares zu bekommen und sah sich vor, das Weiß nicht zu beschmutzen. Gestärkt fuhren sie in den Abend.
Sie klingelten und klopften bei kleinen und großen Menschen. Überall verbreiteten der ehrenamtliche Weihnachtsmann und sein helfender Weihnachtsengel Überraschung und Freude. Sie besuchten nicht nur heile Familien, sondern auch einsame und kranke Menschen in den Altenheimen und im Obdachlosenasyl. Jeder sollte an diesem Abend ein kleines bisschen Glück erfahren, aber Klara berührten die traurigen Anblicke sehr. Sie gaben ihrer inneren Furcht Nahrung, doch die Freude überwog in all ihrem Tun. Als es Mitternacht schlug, parkte Klaus den Bus vor einem Vorstadthäuschen. Die Haustür öffnete sich und ein junger Mann murrte: „Opa, es wird Zeit!“
„Ich weiß, Tobias, ich weiß, Weihnachtsmannfamilien kommen immer zuletzt dran. Aber sieh‘, ich habe uns einen einsamen Engel mitgebracht. Ist sie nicht schön, die Klara?
Tobias lächelte: „Ja, zum Verlieben schön!“ und bat nun nachdrücklich zu Tisch.
Die Hühnersuppe duftete ganz köstlich, sie war genau das Richtige für die beiden, die aus der Heiligen Nacht kamen. Plötzlich klingelte Klaras Handy: „Klara Weiß?“ „Ja?“ „Wir haben ein schönes Weihnachtsgeschenk für Sie, Ihre Mutter ist eben aus dem Koma erwacht. Wenn Sie mögen, können Sie vorbeikommen.“

 

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Weihnachtsgruß

Liebe Leserinnen und Leser des Schorfheidewalds,

wie schwierig die Zeiten auch sind, ich wünsche Euch allen eine frohe Weihnacht und einen gesunden, friedlichen Jahreswechsel.

Ich danke Euch für das treue Lesen meines Blogs und jenen, die mich übers Jahr immer mal wieder mit Spenden unterstützen. Das hat manche nicht stattfindende Lesung ausgeglichen und geholfen. Dankeschön! So einschränkend die C-Zeit auch ist, ich habe es in 2021 doch geschafft, eine Ausstellung in der Kapper Dorfkirche zu zeigen und im Eberswalder Museum wurden im Sommer meine Sagenzeichnungen präsentiert. Einige wenige Lesungen gab es im Sommerhalbjahr 2021 und zwei neue Bücher: Das Geschenkbuch „Lebendsfreude… mit den Schrägen Vögeln“ und die Fantasy-Geschichte „Das Nebeltor“ sind erschienen. Mehr kann man/frau in einem Seuchenjahr wohl nicht erwarten.
Ich wünsche uns allen Mut und Kraft, die Dinge, die vor uns liegen zu bestehen.
Bleibt tapfer und mitmenschlich,

Eure Petra

… und am 24. Dezember kommt die neue Weihnachtsgeschichte…

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Morgenstunde (602. Blog-Notat)

So kurz vor Weihnachten wurde gestern im Atelier noch ein Kranichbild gekauft. Zeichen und Wunder. Es ist eines von jenen Kleinen, die ich eigens für die Sommerausstellung in der Kapper Kirche dieses Jahr angefertigt hatte, weil an der Fensterfront linkseits kein Raum für größere Formate war. Dort hatte der Bilderfreund es auch entdeckt und sich nun entschlossen, es zu sich zu holen. Sehr schön. Das wird gewiss der letzte Verkauf in diesem Jahr sein. Die Glücksvögel zogen nach Berlin und hier zieht Ruhe ins Quartier. Mal wieder Zeit zum Lesen und mit dem Liebsten Backgammon zu spielen. Besuche sind nicht mehr angesagt, aber für den Fall, wir haben uns 10 Schnelltests aus der Apotheke geholt, fast 50 Euro – Himmel (!). Manche werden fett in dieser Pandemie, ganz ohne Scham. Die Preise für die Teile haben sich in den letzten Tagen verdoppelt. 6 % Inflationsrate und diese pandemischen Extrakosten, wen wunderts eigentlich, dass die Menschen zum Weihnachtsfest 2021 verhalten einkaufen. G2 ist nur ein Begleitgrund…

 

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Memory 11

Dezemberdunkel schon um halb vier.
Atemschleier umwehen den Graubart des Vaters,
während er eine Geschichte stammelt.
Die Schwestern zählen Weihnachtsbäume.
Welche entdeckt mehr hinter den Fenstern?
Die Zeit schleicht.
Ich habe elf Bäume, meine große Schwester viel mehr.
Wir frieren um vier vor der Haustür.
Jagen die Treppe hinauf und
bekommen in der Küche heiße Schokolade.
Wann endlich ist es soweit?
Ein helles Glöckchen läutet.
Jetzt dürfen wir eintreten
in das Weihnachtszimmer…



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Morgenstunde (601. Blog-Notat)

Ein Gespür von Weihnachten hängt in der Zeit. Gestern hat Sandra den Wichtel gegeben. Herrliche Leckereien stellte sie uns auf das Fensterbrett. Ganz herzlichen Dank in den Alten Kiez! Das war ein heiteres Trostpflaster für die Seele. Ach, ihr glaubt ja gar nicht, wie sehr mir das weihnachtliche Beieinander auf der Bleiche fehlt. Gefühlt fahren wohl alle Brandenburger heute nach Berlin, um wenigstens einmal über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern und Glühweinduft zu schnuppern. Eine Welt ohne Feste ist einfach nur traurig. Als mein Sohn herangewachsen war und Weihnachten lieber bei Freunden oder der einen Freundin feierte, bekam für mich das Hohe Fest seinen ersten Riss, denn Weihnachten ohne Kinder wird unaufgeregter und verliert seinen Zauber. Als meine Eltern starben wurde es noch trauriger, weil man/frau selbst niemandes Kind mehr ist und an Feiertagen wird das besonders deutlich. Genau in dieser Zeit begann ich diese Weihnachtsgeschichten zu schreiben… die Mutation zur „Weihnachtsfrau“ begann. Das also war nun meine neue Aufgabe im Advent… Habt alle miteinander einen frohen vierten Adventssonntag!

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