Morgenstunde (743. Blog-Notat)

Freitag im Nebelkleid – das ist November, ein Fest für alle Mystiker. Eine Rüttelmaschine hat mich heute morgen vom Laken gerissen. Kinner nee, dit is nich die richtige Lautstärke… Wenn die ans Kopfsteinpflaster schrammt, denkste es ist Polterabend mit einer LKW-Ladung Bleikristall. Jetzt sind sie ein Grundstück weiter und es dröhnt nur noch dumpf. Als ich noch in Berlin Bornholmer/Ecke Schönhauser lebte, bin ich zuletzt nur noch Nebenstraßen gegangen, weil ich den Krach von Straßen- und Hochbahn und dem endlosen Autostrom nicht mehr ertragen habe. Ich bekam davon Atembeklemmungen und Herzstolpern. Vom Smog und Feinstaub will ich gar nicht erst reden. Aber seither bin ich empfindlich… Also heute nichts mit ausschlafen, aber es kommt ja Besuch und schließlich ist immer was zu tun…
Habt einen schönen Advent alle miteinander!

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Lyrik-Krümel

November

Dort, wo die Schleier liegen
atmet schon der Winter sacht
der Tag verklammt
zur langen Nebelnacht
nur Fenster leuchten
wie Laternen
und um die Häuser weht
der Staub der Ahnen.

© Petra Elsner

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Lyrik-Krümel

Zimt und Zunder

Dem Jahr entflieht das Licht.
Verbraucht sind all die Farben.
Nun taucht die Zeit
in Zimt und Zunder
und jeder hofft auf kleine Wunder,
auf zarten Reif und leise Heiterkeit.


© Petra Elsner, 1. November 2021

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Morgenstunde (432. Blog-Notat)

Adé November. Am letzten Tag – ein Hauch von Schnee, der setzt dem Nebelgrau weiße Lichter auf. Nicht genug, um Schneemänner bauen zu können, aber immerhin, ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung kommt auf. Die ist dieses Jahr situationsbedingt nicht so doll, ich habe nicht einmal die klassischen Familienplätzchen gebacken. Das gab es noch nie. Vielleicht trifft ja heute noch die Stolle aus Luckau ein, von einem echten Weihnachtsbäcker, keine Industrieware… Ich wollte heute noch einmal Schräge-Vögel-Kalender nachordern, denn mein Atelier-Bestand ist auf zwei zusammengeschmolzen, aber der Verlag sagt: Ausverkauft. Gut, es war ja nur eine Kleinauflage, so bekommen die Teile Seltenheitswert. Ich packe heute Honigpäckchen, die gehen nach Hamburg, Zeuthen und Schwedt.
Adé November – eine Handvoll Herbstgartenbilder hab ich da noch…

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Morgenstunde (429. Blog-Notat)

Gestern noch war dieses Leuchten im Garten, heute bedeckt sich der November mit Nebel. In der Milchsuppe herrscht reger Flugbetrieb im Hof. Kleiber, Spatzen, Meisen… Eine Haubenmeise ist besonders neugierig und schaut auch schon mal ins Küchenfenster.
NABU meint, es sei selten, dass Haubenmeisen an Futterhäuschen kommen, aber diese hat mir mit ihrem Fensterblick wohl signalisiert wollen: „Hey, wir brauchen Nachschub!“ Ich stehe wie ein Stein während wir uns anblicken, aber eine Kamera lässt der possierliche Vogel nicht zu. O.K., dann zeichne ich halt einen, so vergeht die Zeit in Erwartung neuer Ansagen aus dem Kanzleramt. Aber auch eine andere Schwebe hat uns ereilt, das Schwiegermütterchen (90) liegt mit Corona im Krankenhaus – ach…

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