Morgenstunde (669. Blog-Notat)

Emsiges Tun. Die Jahresmeldungen für die Verwertungsgesellschaft Bildkunst zusammenstellen (ein Graus) und regionale Postkartenmotive in 10er-Packs für die Touristeninformation Groß Schönebeck verpacken. Dazu einen Kommissionsvertrag schreiben… Da schwächelt die Frau, aber sie macht es. Morgen liefere ich die Kartenkiste den beiden Damen in der Remise des Jagschlosses. Das ist dann meist begleitet von Heiterkeit, denn die Tourismusfrauen verbreiten stets gute Laune 😊.
Neben dem Bürokram ist mein nächstes Märchen gewachsen – „Im Schattenwald“. Der Text entstand gestern, die Illustration wird wahrscheinlich heute noch fertig. Zum Wochenende steht sie online … Danach ist dann mal wieder genug mit den Elfen und den Waldgeistern. Jetzt bereite ich uns jetzt erst mal eine Nudelpfanne 😊… und mittags suche ich mir ein schattiges Plätzchen…

Morgenstunde (668. Blog-Notat)

Weiße Laken als Sonnenschutz für die Tomaten.

Durchatmen. Hitzetage wie diese sind für mich eher Alptraum als Sommerfreude. Der Garten wehrt sich mit ungenießbarer Notreife und ich habe zwei Tage lang das Haus kaum verlassen. Nur am Abend, um zu gießen. Gestern half der Himmel ein bisschen mit. Heute der erste ernst zu nehmende Gewitterguss, aber der Sommer macht ja nur Pause. Als wir in dieses Walddorf am westlichen Rand der Schorfheide zogen, war der Garten nur Wiese. Schon damals wussten wir, die Sommer werden immer heißer… Also habe ich diverse lichte Bäume (Eschen, Hasel, Pfaffenhütchen und Weiden) gepflanzt (Birke war schon da), die das Grundstück grün beschirmen und doch Licht durchlassen. Hecken und begrünte Zäune schlucken den Staub, helfen den stetigen Wind zu zügeln und damit die Erosion. Durch die Wiesen mähen wir nur noch Wege und lassen Blühinseln stehen. Nicht nur wegen des Artenschutzes, sie verdorren nicht so schnell, wie kurz gemäht. Aber unter der Hitze und der Trockenheit gibt es ein Dauerwelken wo man nur hinsieht, selbst der Efeu wirft täglich ungeahnte Blättermengen, zwei Eimer voll. Nach dem Fegen rieselt das Knisterlaub ungerührt weiter und täglich grüßt das Murmeltier… da könnte einem glatt die Lust am Gärtnern vergehen.

 

Morgenstunde (667. Blog-Notat)

Sie kann das Gras wachsen hören, die Hex auf der Streuobstwiese. Was sagt das Grasgeflüster? „Die Graspollen fliegen und die vom Spitzwegerich auch.“ Und was noch? Sie schweigt, wie schade. Ist ja mit der Zeit schon ein bisschen dürre geworden. Im Herbst bekommt sie ihr drittes Kleid aus den Ranken des wilden Weins. 35,7° im Hof – das ist viel zu heiß für einen klaren Kopf. Etwas Wind weht Kinderlachen aus den Planschbecken der Gärten herüber. Das klingt lebensfroh, ich aber halte es nicht einmal unter dem Blätterdach der Linde aus. Die Hitzewand macht das Atmen schwer und ich fürchte, wenn die Temperatur in zwei Stunden weiter so hoch ist, wird es für mich nichts mit dem Konzert in Tornow auf der Pfarrwiese. Ach, menno, dass der Wettergott doch immer gleich so übertreiben muss, nicht wahr kleine Hex? Die sagt in der Demse auch nichts mehr…

Morgenstunde (666. Blog-Notat)

Das sind Abende zum Träumen, die Juninächte. Nein, nein, kein Gedicht von Martin Greif. Das Lauschige streichelt einfach die Seele, ganz egal, wie alt man ist. Aber die Themen sind halt andere. Nachdenklichere. Nicht mehr das schwärmerische Sternengucken, sondern eher dem sich nähernden Ende entgegen. Das Reden über die Endlichkeit in einer lauen Juninacht ist leichter, als in der Dunkelzeit. Menschen, die den ungewissen Sterbeprozess eines herznahen Freundes oder Verwandten begleiten, stehen irgendwie außerhalb. Sie können nichts planen, sind auf Abruf. Die Leichtigkeit ist einer schmerzlichen Schwere gewichen. Deshalb sind die Juninächte im Kerzenschein etwas Balsam. Gestern rief mich eine alte Freundin an, die vor fünf Jahren ihren Mann verloren hatte. Sie trauert immer noch und wollte sich fast dafür entschuldigen, weil sie so viel Unverständnis erfahren musste. Und ich meinte, „Wieso? Trauere, solange Du es brauchst. Ich trauere um meine Mutter schon 40 Jahre lang.“ Da war sie ganz erleichtert, weil sie sich verstanden fühlte und wir redeten sehr lange, was ich am Telefon eigentlich überhaupt nicht mag. Aber wir hatten ein berührendes Thema. Man fürchtet sich weniger, wenn man spricht…
Habt ein schönes Wochenende allerseits 😊

Morgenstunde (665. Blog-Notat)

So ein wundervoller Junitag, sonnig, nicht zu heiß, so könnte es bleiben, aber da schiebt ja einer die Hitze aus dem Süden heran – ich könnte darauf verzichten. Die Wiesen liegen jetzt schon dürr, denn so viel sprengen kann man gar nicht… Auf dem hinteren Kompost schläft offenbar nachts ein Dachs oder Waschbär. Die Mulde in der Grasschnittabdeckung ist zu groß für eine Katze. Und offenbar mag der Schlummergast unsere Monatserdbeeren. Gestern Abend waren einige reif, aber ich konnte mich nicht bücken… die Hexe. Heute wär es gegangen (denn ich war zur manuellen Therapie), aber heute waren alle Früchte weg ☹. Dumm gelaufen, man muss den Garten halt mit allerlei Getier teilen. Der Imkergatte hat heute pausiert, ein bisschen Ruhe zum Geburtstag. Nachmittags kamen alte Freunde zum Gratulieren. Der Liebste hats nicht so mit diesem Feiertag, was meistens akzeptiert wird…
Das erste geschleuderte Kurtschlager Gold schmeckt ganz unterschiedlich, von lieblich bis waldig, da ist offenbar für jeden was dabei. Wenn der Honig fertig gerührt ist und ins Glas gefüllt, hänge ich wieder die Fahne in die Straßenlinde…

Morgenstunde (664. Blog-Notat)

Vor dem Juni-Gartenportal schafft sich der Imkergatte mit den Aufräumarbeiten in der Bienenküche. Alles muss feinsäuberlich geputzt und gewaschen werden. Die Honigabfüllgefäße, die Schleuder, die Siebe, das Entdeckelungsgeschirr… blitzblank und geruchlos. Sauberkeit und geringe Luftfeuchtigkeit (mittels Entfeuchter) sind das A und O beim Schleudern. Heute Nachmittag soll es losgehen. Wir sind etwas in Verzug. Spontanbesucher (wie schön!) haben uns in den letzten Tagen mit guten Gesprächen abgelenkt und Extraschwärme gab es auch noch. Leben eben. Leider macht mir die Hexe noch fett zu schaffen, es wird eher schlechter als besser, ich hoffe noch auf Selbstheilung, denn manche Stunde geht’s ja, aber eine leichte Drehung, autsch. Da kommt Alte Schule wieder in Mode, der Liebste bückt sich nach dem, was mir aus der Hand gleitet, auch schön 😊. Mal sehen, was heute wird oder auch nicht…Weniger Nachrichtenkonsum auf jeden Fall, denn mir gehen diese Ampelspontis langsam richtig auf den Geist. Man hat doch ständig das Gefühl, sie wissen nicht, was sie tun, sind naiv (Tankrabatt☹) und haben keine Ahnung vom Leben der Leute im Land. Ungeschickte Verzichtsprediger sind unterwegs…
Habt trotzdem eine schöne Woche, alle miteinander!

Morgenstunde (663. Blog-Notat)

Und tschüss, Woche! Nach der Pflicht – die Kür, die gestern mit diesem Mützen-Möwchen begann. Was Leichtes für die Hand nach all der Schneiderei.  In den nächsten Tagen will der zurückgekehrte Imkergatte schleudern. Die Beuten sind prallvoll mit Blütenhonig. Es war das erste Frühjahr ohne Frost im Mai und so erleben wir nach 14 Jahren zum ersten Male wirklich üppige Gärten. Wie das schmeckt, werden wir am Wochenende wissen. Wie lange der Honig schließlich gerührt werden will, noch nicht…😊. Zwischen den Verrichtungen um die Schleuderei, werde ich wohl ein neues Märchen erfinden… Wenn im August die Heideelfen erwachen, leuchten die Sander der Schorfheide samtig lila und der Sommer neigt sich…

Habt ein entspanntes Wochenende – alle miteinander!

Morgenstunde (662. Blog-Notat)

Geschnitten und gerahmt. Am 24. Mai hab ich mit der Passepartout-Schneiderei für die örtliche Feuerwehrausstellung begonnen, eben bin ich fertig geworden. Kann also abgeholt werden… 10 Bilderblöcke mit insgesamt 54 Bildausschnitten sind es schlussendlich geworden. Es sollte reichen, mein Kreuz wird sich freuen, wenn ich mich in den nächsten Tagen mal nicht so gebeugt aufstellen muss…😊.

Morgenstunde (661. Blog-Notat)

Dieser Eulencartoon aus dem Jahre 2002 diente einst als Titelblatt zu dem Wandkalender „Kauzige Eulen“. Aus der Serie, die 15 Motive umfasste, war es das letzte Original, das noch bei mir wohnte. Bis gestern, da konnte ich das gute Stück verkaufen. Es hat mich echt gewundert, dass das beste Motiv dieser Reihe (aus meiner Sicht) so lange im Atelier blieb. Gestern habe ich es aus den untersten Gefilden eines Stapels älterer Zeichnungen gezogen und siehe da, die Bilderfreundin war entzückt. Freude.
Heute ist der Liebste zu seinen Eltern ins Erzgebirge aufgebrochen. Die Mutter hat nicht mehr viel Leben in sich, sie wird wohl ans andere Ufer gehen und er will sie naturgemäß noch einmal sehen und dem Vater beistehen. Eine schwere Zeit, in der das Stimmungspendel weit ausschlägt. Emotional ist das für alle und es kostet Kraft. Ich hocke derweil weiter in meinem Kreuzschmerz und versuche, was geht. Ein weiteres Mützenmöwchen vielleicht. Der achte Ausstellungsblock ist geschnitten, noch zwei, dann bin ich durch mit dem Projekt fürs Dorf.

Morgenstunde (660. Blog-Notat)

Es war ein Abschiedsfilm, den wir am Pfingstsamstag im Ringhotel Schorfheide zu sehen bekamen. Der erinnerte und hielt fest, was „Kunst & Rad“ einmal war. Alles ganz privat. Die Gestalter dieses einstigen Kunstortes Ines und Hann-Dieter waren ganz aufgeregt und angefasst, denn sie steckten ja schon zweieinhalb Jahre in einem neuen, ganz anderen Leben und konnten erst jetzt Danke sagen und Abschied nehmen.  Ich kam in diesem Filmchen auch vor (siehe Bild), aber es war schon seltsam, sich selbst zu begegnen – vor 12 Jahren, noch so fit… Knapp hundert Menschen sahen den Streifen. Ganz ehrlich, umso länger er lief, war mir diese große Atemgemeinschaft nicht geheuer… Wieviel Zeit werde ich brauchen, diesen Corona-Schaden zu vertreiben? Wir konnten einfach nach dem Film nicht länger verweilen… So schade, dass es den kleinen kulinarischen Kunstort nicht mehr gibt, aber alles hat nur eine gewisse Zeit. Hann und Ines wohnen weiter in meinen Gedanken und einiges um mich herum erinnert mich direkt an sie. Zum Beispiel meine  Schorfheider Winterkarten. Hann suchte eine schöne Winter-Weihnachtskarte in blau-weiß…Daraufhin floss aus meiner Hand dieser märchenhafte Askanier-Turm von Eichhorst am Süßen Winkel des Werbellinsees… Machts gut ihr Zwei!
Der Rest von Pfingsten hieß: Bienenschwärme fangen. Die Bilder davon hatte ich gestern noch an die „Morgenstunde 659“ drangehängt. Wen es interessiert, sie befinden sich unter dem Schwarm-Video. Fünf Schwärme waren es insgesamt und der Imkergatte hofft mit mir, dass heute nicht noch welche nachfolgen. Mir sitzt immer noch die Hexe im Kreuz, was so langsam echt nervt. Morgen will ich weitere Bilderblöcke schneiden, dazu kann ich das gar nicht gebrauchen….