Im Atelier ist die nächsten Tage wieder Bücherbau angesagt. Die zwei handgefertigten Titel der KURTSCHLAGER EDITION „Auf einem Schwaden in die Märchenzeit“ und „Sonntagsmärchen“ haben bedenklich abgenommen. Ich muss nachfertigen, denn am kommenden Samstag, dem 27. August 22, ist Altstadtfest in Zehdenick und dort bin ich nachmittags auf 2 Stunden am Stand der Bibliothek zu finden. Mirjam Naffin, die Leiterin, war so freundlich, den ganzen Tag meine klassisch gedruckten Bücher auf dem Markt mit anzubieten, ich selbst komme dann mit den handgefertigten Künstlerheften ab 13.30 Uhr dazu. Eine unverhoffte Hilfe, wofür ich sehr dankbar bin, denn die Bibliothek nimmt keine Prozente (sonst ginge sowas auch gar nicht, denn ich muss die Bücher vorab beim Verlag ankaufen und würde ja Verluste machen, müsste ich Prozente abgeben…). Selbst würde ich so einen ganztägigen Standbetrieb gar nicht mehr durchstehen. Leider, denn ich habe es geliebt z.B. auf dem Kunstmarkt beim Fest an der Panke meine Arbeiten zu präsentieren und mit den Besuchern zu plaudern. Alles ist endlich und Neues beginnt…
Kategorie: Morgenstunde – Blogkolumne
Morgenstunde (700. Blog-Notat)

Ich bin ja ein Kind der Grauzeit, aber ich hätte dennoch nie gedacht, dass ich an einem schönen Sommertag im August das Grau freudigst begrüßen würde. Ein kühler Schauer auf der Haut, ein leichtes Strickjäckchen überstreifen – HERRLICH! Das ständige Postkartenblau ist nichts für mich als Mitteleuropäerin. Im Sommer 1992 dachte ich ernsthaft über Auswandern nach und war deswegen einige Wochen in Griechenland. Doch ich bemerkte dort sehr schnell, dass das permanente Blau des Himmels und die Hitze mich nicht gut denken und arbeiten ließ und so verwarf ich den Gedanken vollends und suchte in Deutschland nach meinem Weg nach der Wende. Und nun steigt der Süden nach Norden auf… Meine griechische Freundin K. hatte immer im Spätherbst die Wohnung superfein geputzt, um dann bis Ostern keine Zeit mehr dem Staub zu opfern. Es war ihre kreative Arbeitszeit am Schreibtisch, das Sommerhalbjahr war es nicht. Unser Leben wird sich auch in dieser Hinsicht im Klimawandel sehr verändern…
Morgenstunde (699. Blog-Notat)
Wenn so eine sperrige Altlast ordentlich demontiert und zusammengestellt ist, sieht es gar nicht viel aus. Aber in den Bildern fehlten noch (wegen des zu erwartenden Gewitterregens) eine Matratze und die voluminösen Hollywoodschaukel-Aufleger aus dem Tanklager zur Ölheizung. Die hatte der vormalige Hauseigentümer dort verstaut. Wir haben sie ewiglich nicht entdeckt und uns dann sehr über den Lagerort gewundert, denn man kann sie nicht mehr benutzen, weil sie vom Dieseldunst vollkommen durchtränkt, fürchterlich stanken.
Die letzten drei Tage waren also heftig, aber unter dem Dach ist es nun wieder übersichtlich. Als heute Morgen um 7:17 Uhr die zwei AWU-Kraftpakete wegfuhren und alles verschwunden war, schlief ich erst richtig ein. Der wirre Nachttraum vermischte sich mit einer Wochennachricht über Vermüllung bei einer solchen Sperrmüllaktion… aber nicht in unserem Walddörfchen😊. Schnauf.
Gestern hatte ich mir für die Gewitterzeit ein paar Inletts für den Kunstheftbau ausgedruckt, damit ich was tun kann, wenn wir die Stecker ziehen müssen, aber es blieb ja relativ ruhig hier. Mal sehen was noch kommt.
Habt ein schönes Wochenende alle miteinander, wir zupfen uns derweil die derangierten Federn und pflegen die müden Knochen 😊.


Morgenstunde (698. Blog-Notat)
Wir sind dieser Tage spinnwebengrau und staubig. Zu Freitag haben wir uns einen Sperrmülltransport bestellt – in der Annahme, bis zur Terminvergabe wird es weniger heiß sein… Aber nun, bei 31 Grad auf den Boden. Na gut, nur die Morgenzeit, bis der Tag hochgekocht ist. Was sich so alles angesammelt hat. Der Sohn und etliche Berliner Freunde brachten uns, was sie abstellen oder entsorgen wollten. Ihr habt doch sooo viel Platz und braucht immer für Eure Feste Sitzgelegenheiten…. Ja, stimmte schon, aber nun geben wir keine großen Feste mehr… Der Sperrmüll – alles muss raus, jedenfalls die Hälfte 😊, wer weiß, vielleicht braucht man es doch nochmal… aber dazu müsste es eigentlich eine Wunderheilung geben. Das Rausräumen läuft in Etappen, erst mal freigraben und auf die Empore schleppen, später die Treppe runter in den Hof und Donnerstagabend auf den Grünstreifen vor dem Haus. Der Liebste schnauft und ich bekomme Schnappatmung. Aber wat mut dat mut😊. Zwischendurch montiert der Mann eine Solargartendusche, Ihr wisst ja: SPAREN … ich glaube, wenn sie in Betrieb geht, wird’s kühler… Die Stimmung ist also aufgeheizt, auch, weil der Imkergatte das Rauchen versucht einzustellen – das gibt schlechte Laune, sage ich Euch…aber er hat ja meinen Nikotinentzug vor 15 Jahren auch ausgehalten… muss ich mich in Nachsicht üben. Bis die Tage allerseits!
Morgenstunde (697. Blog-Notat)
Es war ein aufregender Moment, als Heike H. im Bilderspeicher das Bild von der Wand nahm. Sie hatte es sich vor ein paar Wochen bei ihrem ersten Besuch ausgesucht. Samstag hat sie den Roten Punkt eingelöst. Das „Frühling-Geheimnis 46“ wird jetzt in Gera in einem feinsanierten Stadthaus wohnen. Wie schön. Auch der Mann von der Insel Föhr hat seine Wahl inzwischen getroffen und entschied sich für das Raufußkäuzchen mit Vollmond. Die verbleibenden vier Nachteulen werden auch irgendwann einen Liebhaber finden. Ich bin da zuversichtlich. Wäre es nicht so brütend heiß, es wäre eine gute Woche gewesen… Bitte her mit Regen! Statt leichtem Sommerspaß im Garten, arbeite ich hitzegeschützt im Haus als wäre es Winter. Morgen kommt der letzte Abschnitt zu „Kerzen in der Stadtbahn“… Habt eine gute Woche alle miteinander!
Morgenstunde (696. Blog-Notat)
Ein Nachmittag auf Samtpfoten war das gestern bei Freunden am Wentowsee. Sinnieren auf ihrer Seeblick-Terrasse. Die Wärme drückte uns in den Schatten und dennoch hatten der Liebste und ich mehr Sitzefleisch als gewöhnlich. Vier Stunden blieben wir, tafelten und erzählten von den gegenwärtigen Unbehaglichkeiten. Wir haben alle seit langer, langer Zeit schwere Schultern…
Ich bemerke, dass ich immer öfter bezweifele, was uns als „nicht verifizierte“ Nachrichten tagtäglich serviert wird. Denn schlussendlich heißt das ja nichts anderes als, diese Nachrichten sind nicht nachgewiesen, sind etwas vom Hören sagen, was auch heißt, es kann ganz anders gewesen sein. Trau schau wem! „Nicht verifiziert“ – von diesen nicht gesicherten Meldungen gibt es inzwischen zu viele, dass macht unglaubwürdig. Seriöse Recherche ist das nicht. Man spürt in dieser Zeit, dass Medien die notwendige Distanz zur Politik nicht mehr wahren. Aber indem verspielen sie im Grunde ihre Position der sogenannten vierten Macht… und ihre Unabhängigkeit.
Morgenstunde (695. Blog-Notat)
Zwei Gartentage. Bei 24 bis 26 Grad war das absolut entspannend. Ich beginne Garteneckchen aufzugeben, die nicht gedeihen wollen. Es gibt einfach Erdreiche, in denen nur die Ameisen hausen… Nicht gut für Wurzelfüße. Mal sehen, was wird. Dann war da noch der Buchsbaumzünsler zu bekämpfen – mit einem BIO-Mittel von PLANTURA. Ist unbedenklich für anderes Getier, letztes Jahr war ich damit erfolgreich. Aber, du meine Güte, wie viele Buchsbäume und Bäumchen ich inzwischen habe… die 28 Stück, wenn ich nicht welche übersehen habe. Abends schreibe eine ältere Geschichte weiter, tagsüber ging es zwischendurch an die fünfte Eule. Tatra: Ein fliegendes Raufußkäuzchen – da ist es 😊.
Kollegin Jana Weinert erinnerte mich neulich an ein Gedicht von Ernst Jandl …
Eulen
bist eulen?
ja
bin eulen
ja ja
sehr eulen
–
bist auch eulen?
ja
bin auch eulen
sehr eulen
ja ja
–
will aber nicht mehr eulen sein
bin schon zu lang eulen gewesen
will auch nicht mehr eulen sein
bin schon zu lang eulen gewesen
ja
mit dir da
mit dir da auch
bin nicht mehr eulen ja
bin nicht mehr eulen auch
ja ja
ja ja auch
doch wer einmal eulen war
der wird eulen bleiben immer
ja
ja ja
Morgenstunde (694. Blog-Notat)
Sie wirken fast klein wie Briefmarken, meine 2-Meter-Bilderfahnen in der Kirche von Groß Dölln (UM). Bis in den September ist die Sommerschau von zehn Bildschaffenden im Rahmen der OFFENEN KIRCHE täglich von 10 bis 18 Uhr zugänglich. Neben den diversen Bildern und Objekten kann auch der Technikinteressierte hier auf seine Kosten kommen, denn das edel restaurierte Uhrwerk der alten Turmuhr ist hier ebenfalls ausgestellt. Die wenigen wohltemperierten Sommertage laden ja gerade zu solchen Aktivitäten ein. Schönen Sonntag noch allerseits!
Morgenstunde (693. Blog-Notat)
Sumpfohreule in Lauerpose. Das ist schon ein seltener Anblick – oder? Gefunden habe ich ihn in einem GEO-Foto von Jürgen Knöpfel, dass ich für mich zeichnerisch übersetzte. Damit neigt sich die eulige Woche. Ein Motiv kommt noch, dann ist’s vorerst genug. Draußen auf der Straße wird das Lindenlaub gelb, die vorgefundene Hybridsorte scheint hitzeempfindlicher zu sein als andere. Ich habs mir nicht ausgesucht, aber finde nun stets und ständig Blätter vor der Tür. Mist, man kann doch nicht täglich den Hof fegen…und die Straße auch nicht. Das ist keine Hochsommerarbeit. Aber irgendwie kommt neuzeitlich alles anders…Machts Euch schön an diesem Wochenende 😊!
Morgenstunde (692. Blog-Notat)

Gestern: 38,4 Grad Schattentemperatur um 15.45 Uhr im Hof – echt, auf solche Höhepunkte kann ich verzichten. Es war, als atme man heiße Wüstenluft. Nach 20 Uhr waren es noch 36 Grad als ich die Sprenger im Garten anstellte. Ich mochte kaum hingehen, denn die Hitze lässt mich Wanken. Der Blutdruck rauscht in den Keller. Habe mir während der Hitze angewöhnt, den Blutdruck täglich zu kontrollieren und die blutdrucksenkenden Medikamente geringer zu dosieren oder eine Gabe wegzulassen. So geht es halbwegs. Wir haben alle keine Erfahrungen mit diesen Hitzewellen und müssen experimentieren… Den Tag verbrachte ich im abgedunkelten Atelier mit dem Zeichnen dieser Sperbereule. Immerhin, der Liebste hing nur wie hin geplättet auf dem Sofa und sagte nicht mehr viel. Da zerbröselt die Zeit. Solche Sommer sind zum Fürchten. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jetzt mit den Öffentlichen in irgendein Büro – du liebe Güte, alle jene, die es müssen, haben mein Mitgefühlt. Jetzt hoffe ich, dass der Regen uns wirklich erreicht…10.15 Uhr, die ersten Tropfen fallen 😊 – herrlich!







