Dreizehn traumschattierte Gedichte versammelt das stilsicher handgedruckte Bändchen von Frank Martens. Seine poetischen Blicke in die Kindheit spiegeln Lebensgefühl, Klang und Farbe von Heimat, bevor er heranwachsend entdeckt: „das Wort wächst mir als stachliges Blatt“. Martens Gedichte erzählen uns kleine Geschichten vom Wahrnehmen: Von „rauschenden Kiefernwellen in träger Brandung“, von „der staubigen Kehle des Sommers“, von den Finsternissen im Kinderzimmer „schwarze und langsam schwenken Kastanienfinger“, von Vorkommnissen auf der Dorfkreuzung und von der Magie der Langsamkeit der Zeit in Golzow (Potsdam-Mittelmark). Ein feines Nachspüren, als wollte der Autor jene Zeit noch einmal vermessen. Dazu passt wunderbar der grafische Landkarten-Einband, deren Gestaltung Ute Langner übernahm. „Dorfkreuzung mit Regulierer“ ist 2022 in limitierter Auflage bei Eidechsen Presse Krohnhorst erschienen, ein stimmiges Buchkunstwerk ist es allemal. Für 13 € ist es direkt beim Autor unter: 039886 340062 zu haben. Petra Elsner
Klappe zum Dachgeschoss zu…und wärmer ist’s, auch wenn es schlagartig dunkel im Flur ist. Das alte Lehmhäuschen sitzt eine Stufe tief im Boden, das wärmt auch. Die Altvordern wussten offenbar, wie man die Wärme optimal im Haus hält. Im OG lagerten sie vor Zeiten das Heu. Das mit der Treppenabdeckung haben wir uns einfallen lassen, denn der Hausgiebel ist nur ein Stein breit… Trotzdem müssen wir bald wieder Heizöl kaufen. Beobachten gerade einen leicht sinkenden Ölpreis, nur nicht gleich zuschlagen. Das Ganze ist momentan ist ein bisschen wie Pokern, denn wenn wir zu lange warten, steigt er vielleicht wieder… aber noch zucken wir nicht. Es geht schließlich um Hunderter ☹. Das Leben im Winterhaus beginnt jetzt…
Alles zurückgerahmt, von den Ausstellungsblöcken in kleine Rahmen. Die Kraftzeichen in der untersten Reihe bekommen nachher einen Platz an der Wand. Die schrägen Vögel liegen wieder unter Glas auf den Arbeitsplatten. Nur der Märchenillu-Block kann so bleiben, über den Winter werde ich zehn, zwölf solcher Märchenblöcke für eine kleine Ausstellung vorbereiten, in der es nur um Buchillustrationen geht. Die Originale verschwinden seit Jahren nach dem Buchdruck unbeachtet im Zeichenschrank, ist doch schade drum. Mal sehen, wer sie haben will – die Ausstellung.
Morgens unterwegs. Die offene Weite vor der Stadt ist noch diesig. Aber immer noch Farben sind in der Landschaft und mildes Licht. Das Laub hat seine Strahlkraft verloren und gegen ein Seidenmatt eingetauscht. Auch schön. Ich kann mich nicht erinnern, je einen so lichten November erlebt zu haben. Der Verkehr in Berlin war wieder irre und ich bin froh, mitsamt der kleinen Präsentation wieder in unserem Walddorf zu sein. Es hat sich übers Wochenende gezeigt, dass der Olympiapark doch zu abgelegen lag. Kaum Besucher und die Veranstalter hadern nun etwas mit der Ortswahl, aber nun ist’s gelaufen. Hochanständig fand ich heute beim Einpacken, dass man uns Kilometergeld angeboten hat. Und überhaupt, am Freitag bin ich beim Aufbau sehr herzlichen Menschen begegnet, vornehmlich Volleyballerinnen. Ein Füreinander war da deutlich spürbar und noch etwas – die Mannschaftsportarten bringen Freundschaften für Leben hervor. Leute wie ich – Schwimmer (damals) – waren/sind Einzelkämpfer, Kachelzähler 😊. Aber nun ist genug mit dem Ausflug in die Vergangenheit, das Leben geht weiter…
Ein Tag gepflückt aus der Dunkelzeit, gerade richtig, ans Feuer zu treten, sich zu wärmen und dem Flammentanz zuzusehen 😊. Kurz nur, denn wir wollen ja Holzkohle für die Terra Preta gewinnen. Also beim ersten Grauschleier des Brandes: ablöschen. Dampfgetöse und dann zischelt sie nur noch, die pechschwarze Holzkohle. Mittags schneiten zwei Waldläufer rein und fragten nach Honig. Die Schlange an der Gaststätte sei zu lang, als darin zu warten. Sie wollten sich eigentlich nur die Beine vertreten, bis sie zum Mittagstisch konnten und bekamen unverhofft mit der Honigverkostung bei uns eine „Vorspeise“. Tat ihnen sichtlich gut und uns das ruhige Maß der sonntäglichen Verrichtungen auch…die Stille knistert im Garten.
Das war ein langer, anstrengender Tag gestern in Berlin. Zu 14 Uhr trafen wir an der Villa im Berliner Olympiastadium ein. Wir hätten Stunden später kommen können, denn für die Hängung an der einen Stellwand war keine Stunde nötig. Andere Ex-Sportler, die zur Kunst gefunden hatten und sich hier mit ihren Arbeiten vorstellten, kamen erst kurz vor der Eröffnung um 18.30 Uhr, pinnten ihrer Bilder an und gut wars. Die allermeisten Ausstellenden schaffen künstlerisch ausschließlich in der Freizeit, aber das war ganz gleich, ob Profi oder Hobbyist, es ging ums Verarbeiten und Zusammentreffen. Das Sprechen über Doping-Schäden, über die Spätfolgen, manch frühen Tod. Das ist kein Thema für jeden Tag, aber die Kunst ist dafür gewissermaßen ein „Schattenfänger“. Diesen Begriff fand ich für mein Bildschaffen, als der Krebs kam. Ist jetzt reichlich fünf Jahre her. Heute steht er für mich für alle tiefen Schatten. Nun denn, die Resonanz hielt sich zur Vernissage erwartungsgemäß in Grenzen. Man blieb eher unter sich. Bis Sonntag ist die Bilderschau noch zu sehen. Montag bauen wir wieder ab.
Nachtrag: Es gibt ein Video über die Vernissage und das Anliegen. Hier ist der Link dorthin.
Von der Wiese auf die Staudenbeete – das Lindenlaub als Winterdecke. Nächsten Frühling lass ich es liegen als Mulch-Schicht und hoffe, dass die Krokusse durchfinden. Ein paar Schippen Hornspäne und aktivierte Holzkohlekrümel darüber und einen Guss Mikroorganismen (ein volles Schnapsglas auf die 10 Literkanne) – ich bin auf das Ergebnis gespannt. Von meinen Terra Preta Eimern hab ich eine Füllung nach sechs Wochen fermentieren unter den Obstbäumen zum Vererden eingegraben. Der Dachs hats gerochen und natürlich wieder rumgerüsselt, aber mir schien, das saure Zeug hat ihm nicht wirklich geschmeckt, vielleicht lernt er ja…
Der Bilderspeicher ist inzwischen weitestgehend beräumt, aber das Obergeschoss schließen werden wir erst, wenns wieder kühler wird. Im Augenblick fühlt es sich fast nach Ende September an, also warten wir noch damit…
Irgendwie klapprig fühlte ich mich in den letzten Tagen und die Hosen rutschen. Deshalb stieg ich heute Morgen auf die Waage, herrje: 49 Kilo, das ist nicht berauschend. Zwei Varianten: entweder waren die letzten Wochen einfach mal zu stressig (die Touren…, die Autowerkstatt, die Grundsteuererklärung, das OFFENE HAUS, die Ausstellungsvorbereitung, die Suche nach den Rentenpapieren des Imkergattens… heute tüten wir restlos genervt ein und Schluss ist’s mit der Schnipseljagt nach den Zetteln aus DDR-Tagen) oder ich brüte mal wieder was aus. Wie auch immer, in den letzten sechs Wochen war spürbar, wie die Dinge an einem nagen. Bitte um eine Mütze voll Winterschlaf. Aber davor steht erst einmal die Winterfestmachung des Quartiers – beginne heute mit dem Rückbau des Bilderspeichers. Die großen Leinwände zuerst, ist ja seit der Entrümpelung im Sommer mehr Platz unterm Dach, da muss ich mich nicht mehr um Hindernisse schlängeln…😊 Und Ihr so? Immer noch schönster Herbst vor der Tür…
Die drei Bilderblöcke sind geschnitten und gerahmt: Die Märchenillustrationen, die Schrägen Vögel und die gespachtelten Kraftzeichen. Sie parken bis zum Aufbautag am Donnerstag in der Villa im Olympiapark auf meinem Sofa. Drei Leinwände kommen noch dazu – das ist die mögliche Auswahl für den Gruppenausstellungsplatz. Mögen wir zwischenzeitlich gesund bleiben, denn wir waren die Tage doch ziemlich viel unter Leuten. Da schniefte und hustete es allenthalben… Herbst eben. Heute Nachmittag war endlich mal Gelegenheit für ein loderndes Feuer im Garten. Die Pflanzenkohlegewinnung für mein Terra Preta-Projekt beginnt. Das hat richtig Spaß gemacht, sonnig, kaum Wind. Dem Astschnittmaterial hat der Liebste ausrangierte Bienenrähmchen hinzugegeben, die eine dünne Schicht Bienenwachs tragen. Das bescherte uns ein flinkes Feuer und keine Stunde später eine Feuerschale voller Holzkohle, die klein zerbröselt, den Hauptfaktor für die zu entwickelnde Schwarzerde darstellt. Schöner Nebeneffekt: Der Imkergatte bekommt in seinem Nebengelass wieder Platz und ich die nützliche Kohle. Das passt doch! Schönes Wochenende derweil allerseits!
Ausschnitt aus „Kokopelli“, dem Tänzer des Lebens.
Heute werde ich für den zweiten Präsentationsblock Passepartout-Ausschnitte schneiden. Der erste Märchenblock steht schon, jetzt folgen die Schrägen Vögel, morgen die Schnitte für kleine Spachtelarbeiten. Immer nur eine enge Auswahl. Es gilt auf kleinstem Raum das Spektrum meines Schaffens zu zeigen, als ein Teil einer Gemeinschaftsausstellung. Die Antidopinghilfe hat dazu eingeladen, für drei Tage (11.11. bis 13.11.) in die Villa des Berliner Olympiaparks. Das ist schon schön und doch fasst es mich an, denn es führt mich zurück in eine Zeit, die ich weitestgehend verdrängt habe: Meine Sportschuljahre, die jäh 1968 endeten, als ich am Schwimmbeckenrand zusammenklappte und ein Berliner Hinterhof-Gynäkologe mich mit ständigem Trainingsverbot belegte. Es war eine Zeit, in der man einer 14-Jährigen nicht erklärte, warum und wieso. „Übertrainiert“ hieß es schlicht, ich durfte nicht abtrainieren und auch die Sportstätte nicht mehr betreten. Von 15 km täglichem Schwimmtraining auf null. Es gab keinen Zuspruch, keinen Rat, eher einen Wutausbruch des Trainers und so fühlte ich mich schuldig erkrankt zu sein. Eine Versagerin und fortan Außenseiterin. Und da war ja noch diese Verschwiegenheitserklärung, die alle Leistungssportler unterschreiben mussten: Nichts der Lehr- und Trainingsmethoden der Kinder- und Sportschule „Ernst Grube“ Berlin durfte nach draußen dringen. Wir hatten zu schweigen. Verschlissen spuckte mich das System einfach aus, wie einen faulen Knochen und machte wieder dicht. Nicht eine meiner Schulfreundschaften überlebte diesen Abgang. Es brauchte danach eine Weile, bis ich wieder Träume hatte. Viele Jahre stand ich unter unerklärlichen Schmerzen, die erst nach einer Kinderwunsch-OP Anfang der 80er Jahre endeten: Alle meine Bauchorgane waren zusammengewachsen und überwuchert. Der Mikrochirurg verödete acht Stunden lang dieses Desaster. Er wunderte sich, fragte aber nicht nach und ich brachte es in keinerlei Beziehung. Auch später, nach der Wende nicht, denn der Dopingbeginn in der DDR wurde auf das Jahr 1970 datiert. Erst als eine Sport-PR-Frau vor knapp drei Jahren meinte: „All Deine Gebrechen lassen Doping vermuten.“ Ich war im Zweifel, wir hatten ja nicht diese blauen Tabletten bekommen, aber Getränke. Vitamindrinks hießen sie. Inzwischen verdichten sich die Aussagen, dass bei den Schwimmern schon vor 1970 Dopingexperimente liefen und so erklärt sich manches. 2020 bestätigte mir ein Sportmediziner der Charité, dass meine körperliche Verfasstheit auf Doping zurückführbar sei. Es bleibt allerdings nicht beweisbar, denn diese Zeit steckt im Nebel. Mit dieser Ausstellung im Olympiapark zünden wir, Exleistungssportler, die zur Kunst gefunden haben, gewissermaßen ein paar Nebelkerzen…wahrscheinlich völlig sinnlos, aber wir machen uns einen Augenblick sichtbar.
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