Eine neue Bilderfahne entsteht

… während es draußen stürmt, habe ich an diesem Januartag „Die  große Erdenmutter“ als neue Bilderfahne in Arbeit … Gewissermaßen als Schreibpause zwischen zwei Geschichten.

Halb fertige Erdenfrau.
Halb fertige Erdenmutter.

Ausstellungsende von „Funken der Seele“

Morgen, am 8. Januar 2015,  hängen wir um 16 Uhr in der Kapper Kulturkirche meine jüngste Ausstellung „Funken der Seele“  ab. Wer also noch einen Blick drauf werfen möchte, komme hinzu. Das Abhängen geht schnell  …

Dateil aus einem Traumfänger von Petra Elsner
Dateil aus einem Traumfänger von Petra Elsner

Infos zur Schau hier:

Neujahr

Das Jahr ist jung,
der Vollmond alt.
Sein Licht ergießt sich
weiß und kalt in
die stille Landschaft
und macht im Morgengrauen
die flüchtige Bekanntschaft
mit der Tageszeit. (pe)

Spachtelarbeit von Petra Elsner
Spachtelarbeit von Petra Elsner

Klausur I-2015

So, genug gefeiert, ich springe aus dem äußerlichen Festgetümmel direkt in meine Klausurkammer. Ein Vierteljahr ist kurz für ein neues Buch, aber es wird sein. Worum es geht, wird naturgemäß hier nicht verraten. Ich klimpere halt auf dem Gedankenklavier, lasst Euch überraschen. Im Blog werde ich einstweilen ein wenig leiser treten müssen, ich hoffe, Ihr verzeiht.

Schreibwerkstatt Foto :pe
Schreibwerkstatt
Foto :pe

Gruß zum Jahreswechsel

Glocke Foto: Petra Elsner
Glocke
Foto: Petra Elsner

Liebe Freunde des Ateliers an der Schorfheide und dieses Blogs,

ich wünsche Euch allen einen gut gelaunten Rutsch
und eine glückliche, kreative Zeit
in Gesundheit und Frieden im neuen Jahr.

Ich danke allen, die mich dieses Jahr so oder so begleitet
oder in meinem Schaffen unterstützt haben,
und freue mich schon auf ein Wiedersehen
zum Tag des offenen Ateliers am Sonntag,
dem 3. Mai 2015 in Kurtschlag.
Nici & Sebastian werden dort wieder für Euch aufspielen
und neben der klassischen Bilderschau,
spendiere ich eine Lesung
neuester Sommergeschichten aus diesem Winter …

Glück auf den Weg wünscht Euch
Petra Elsner

2014 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt. Es ist für mich der erste Jahresüberblick dieser Art. Ich finde diese jährlichen WordPress-Statistiken (bei anderen Bloggern gesehen), die automatisch Jahr für Jahr generiert werden, ganz spannend. Sie  finden witzige Vergleiche für die Besucherzahlen oder zeigen mir, welche Beiträge besonders gerne gelesen wurden, meist sind es andere als ich es vermutet hätte …

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 12.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 4 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Fensterblick auf das Lesefutter

Kurz vor dem Szenen- und Jahreswechsel noch ein letzter Blick auf mein Bücherfenster im Dezember 2014 mit der Angermünder Gans und dem dazugehörigen Lesefutter:

Atelierfenster im Dezember 2014 Foto: Petra Elsner
Atelierfenster im Dezember 2014
Foto: Petra Elsner

Das eine oder andere Buch aus dieser Front ist noch bei der Verlagsbuchhandlung Ehm Welk oder auch bei mir zu haben.

Link zu meiner Fantasygeschichte “Der Schatz der Baumriesen”
Link zu meinem uckermärkischen Krimi Stumme Gänse”
Link zu meinen Advents- und Weihnachtsgeschichten im Dezemberlesebuch

Foto: Petra Elsner
Foto: Petra Elsner
... und endlich Schnee dazu. Foto: pe
… und endlich Schnee dazu.
Foto: pe

Die große Schamanin und der erste Schnee

Bilderfahne:  Die große Schamanin (213 cm x 84 cm)  von Petra Elsner
Bilderfahne:
Die große Schamanin (213 cm x 84 cm)
von Petra Elsner

Es ist der zweite Tag des Weihnachtsfestes und ein Hauch von Schnee fiel aus dem großen Himmel über Nordbrandenburg. Ich habe die Arbeit an  der Bilderfahne „Die große Schamanin“ heute beendet und sie in diesen lichten Tag gehängt. Möge sie innere Ruhe denen schenken, die im Stress ersaufen und für jene, die keinen Mut mehr haben, Lebensfreude versprühen …

Die große Schamanin

Das Festessen ist bereitet, der Liebste schläft, und ich rutsche auf dem Fußboden herum,
um „Der großen Schamanin“ (213 cm hoch, 84 cm breit – die Zimmerdecke im Atelier ist gerade mal ein Zentimeter höher … ) Gestalt zu geben: Mütterliche Kraft, Einweihung und Weisheit soll sie versprühen …

Bilderfahne von Petra Elsner
Bilderfahne von Petra Elsner

Das Pralinenmädchen

Zeichnung Petra Elsner
Zeichnung Petra Elsner

Eine Weihnachtsgeschichte:

In der Weihnachtszeit war Johanna immer mit einem Bauchladen voller Köstlichkeiten unterwegs. Abends vor dem prächtigen Theater und später von einer Gastwirtschaft zur nächsten. So wie die Schmuckhändler, die Brezel- oder die Rosenverkäufer hoffte sie auf spendable Kavaliere, die ihrer Herzdame eine Aufmerksamkeit offerierten. Johanna sang im Gehen leise: „Feine Köstlichkeiten mit Knuspereffekt, fruchtig-würzige Aromen in mundfertigen Portionen.“ Sie schwang dazu die Hüften im Rhythmus der Worte und zog so die Blicke auf sich: erheiterte, aber auch gierige und feindselige. Nicht jeder Dame war ihr aufreizender Anblick recht. Aber Johanna ließ sich nicht schrecken und säuselte weiter: „Zart schmelzende Seelenschmeichler, verführerisch wie ein Kuss. Eine Praline für einen Euro. Meine Herren, cremig weiß oder geheimnisvoll dunkel?“ Sie spielte mit den Anzüglichkeiten, um ihre fliegende Ware schnell umzusetzen. Das musste gelingen, sonst fiele Weihnachten für die Geschwisterkinder aus. Johanna wäre nur zu gerne in einer Konfiserie beschäftigt, aber das war ihr nicht gegeben. Wenn schon, sie hatte das „Rezeptbuch für feine Pralinés“ ihrer Großmutter geerbt und deren Talent, daraus ließ sich etwas machen. Sicher war die Stadt um diese Jahreszeit vollgestopft mit Leckereien, aber nichts war so raffiniert wie das verzierte Herzkonfekt, das Johanna durch die Nacht trug.
Sie huschte mit ihrem beleuchteten Bauchladen gerade aus dem Ratskeller und wollte zu dem Caféhaus nebenan, als sie ein alter Mann aufhielt: „Haben Sie auch ein süßes Häppchen für mich?“ Er reichte ihr mit zittriger Hand einen Euro, und die junge Händlerin ließ ihn dafür wählen. Der Weißhaarige griff sich ein tiefschwarzes Herz mit Kaffeestaub, fegte seinen mächtigen Schnauzbart theatralisch beiseite und schob sich die Süßigkeit genüsslich auf die Zunge. Seine zauseligen Brauen begannen zu hüpfen: „Hm, unglaublich, dieser Schmelz und dieses sinnliche Aroma im Abgang! Wer hat dieses Praliné gemacht?“
„Na ich, wer sonst?“, antwortete Johanna.
„Kannst du mir die Rezeptur verraten, du prächtiges Pralinenmädchen?“
„Um nichts in der Welt.“ Johanna wollte weiter, weg von dem merkwürdigen Alten.
„Nein, bleib, ich möchte noch ein anderes probieren.“ Er fingerte in seiner Jackentasche nach einem Geldstück, und als er es hatte, wanderte seine Hand über die leckere Auslage – er konnte sich nicht entscheiden: „Weißt du was, Pralinenmädchen, ich nehme sie alle, samt Tablett.“
Johanna schaute ungläubig, aber der Alte meinte nur: „Na, mach schon.“ Er zählte ihr 50 Euro vor, ergriff die Auslage und eilte schnurstracks davon. Johanna staunte ihm mit offenem Mund eine Weile nach und fragte sich, was war das: ein Produkt-Scout, ein Pralinensüchtiger oder der Weihnachtsmann inkognito?
Am nächsten Abend war das Pralinenmädchen wieder in der Altstadt unterwegs, und abermals begegnete ihr der seltsame Mann: „Hast du heute neue Kreationen dabei?“ Sie nickte und zeigte auf schokolierte Mandeln, die auf Nugat-Rauten thronten. Der Bärtige konnte nicht widerstehen, und als das kleine Kunstwerk auf seiner Zunge zergangen war, brachte er sich in eine offizielle Haltung: „Pralinenmädchen, willst du mir in meiner Weihnachtsbäckerei helfen? Meine Schokoladenköchin ist erkrankt.“
Johanna war irritiert und murmelte: „Du willst mir bloß meine Rezepturen stehlen.“
„Eine könntest du mir überlassen, dafür bekommst du etwas, was dein Leben ändert. Vertrau‘ mir.“
Das war schwer für Johanna, aber einmal Schokoladenköchin zu sein, das reizte sie. Und so ging sie auf das Angebot des Alten ein.
Den ganzen Advent zauberte Johanna die wundervollsten Süßigkeiten, die man sich denken kann. Tausende Stücke, ganz allein, und die Rezeptur des tiefschwarzen Herzens mit Kaffeestaub schenkte sie dem Alten für diese Chance. Am Heiligen Abend zahlte er das Pralinenmädchen großzügig aus und legte eine Rolle in seine Hand: „Erst nachsehen, wenn ich weg bin.“ Johanna nickte und dankte dem Alten und er ihr. Als sie ins Freie trat, hatte sie ihren Schal vergessen. Sie drehte sich um, doch hinter der Tür öffnete sich nur eine staubige Halle, keine Spur von der duftenden Weihnachtsbäckerei. Wie konnte das sein? Sie löste das Siegel der Rolle und las: „Zertifikat für die meisterliche Schokoladenköchin im Dienste des Weihnachtsmanns. Alle Jahre wieder an einem anderen Ort.“
Petra Elsner