Der Weihnachtsapfelbaum

Hinter dieser  Tür wohnt ein Sack voll Märchen… Ich weiß, die Tür müsste mal wieder gestrichen werden, vielleicht schaffe ich das ja 2018 :).

Alle Jahre wieder schreibe ich eine Weihnachtsgeschichte und wünsche damit meinen Liebsten und Freunden eine frohe Weihnacht. So auch dieses Jahr: Ich denke fest an Euch und wünsche Euch allen Gesundheit und Glück, Mut zur Lücke und Freude am Leben, Eure Petra

Scharfer Novemberwind wehte einen Hauch von Schnee in den kahlen Apfelhain. Josefine fröstelte und sorgte sich. Die Obsternte war nach den späten Frösten im Frühjahr komplett ausgefallen. Trotzdem kamen seit Oktober Kunden auf ihren Hof und fragten nach Weihnachtsäpfeln, den Purpurroten Cousinots, der Ingrid-Marie und der Roten Sternrenette. Bedauernd schüttelte Josefine Kannengießer ihren Kopf und wiederholte die Worte „Alles im Frühling erfroren, keine Chance dieses Jahr.“ wie ein Mantra. Die enttäuschten Blicke der Leute nagten an Josefines Ehre. Schließlich versorgten die Kannengießers schon seit  Generationen die Leute in der Gegend mit knackigen Weihnachtsäpfeln. Die Tanne in der Mitte des  Dreiseitenhofes wurde stets zum Weihnachtsfest mit Nüssen, Strohsternen und roten Äpfeln geschmückt. In Ermangelung von echten hatte die junge Landfrau Deko-Äpfel via Internet geordert. Was für eine Schande, dachte sie währenddessen.  Der Urgroßvater würde sich im Grabe umdrehen.

Der Sturm rüttelte arg an dem alten Fachwerkhaus. Die Frau trat ans Fenster und lauschte ihm nach. Es war ihr, als fegte der Wind ihre Gedanken in eine Zeit, als ihre Urgroßeltern lebten. Dunkel erinnerte sie sich, dass ihr Urgroßvater immer im Spätherbst von einem geheimen Ort im Wald tiefrote, spritzig-süße Äpfel holte. Die lagerte der alte Köhler sorgsam ein und polierte am Weihnachtsabend die schönsten für den großen Weihnachtsteller der Familie.  Alle Jahre ging das so, bis der Alte verstarb. Der Weihnachtsapfelbaum im Wald geriet in Vergessenheit. Schließlich wusste ja niemand so genau, wo er stand. Das war auch nicht weiter schlimm, da die Familie inzwischen einen großen Apfelhain geschaffen hatte. Aber keiner dieser Äpfel hatte dieses feine Weihnachtsaroma, wie jene, die der Urgroßvater verschenkte. Was das nur für eine Sorte war? Josefine suchte nach dem alten Familientagebuch ihrer Großmutter und blätterte darin. Ziemlich weit hinten waren zwischen den handgeschriebenen Zeilen kleine quadratische schwarz-weiße Fotos geklebt. Auf einem dieser Bilder entdeckte sie sich selbst als Fünfjährige neben ihrem schon sehr, sehr alten Urgroßvater. Sie standen vor einem mächtigen Apfelbaum. Im Hintergrund rauchte ein Kohlenmeiler. Darunter stand: „Der letzte Brand.“ Das musste doch der Standort des alten Baumes sein und sie war sogar schon einmal dort. Irgendetwas trieb die Frau an, diese Lichtung im Wald zu suchen.

Beim Findling “Märchenwald” in der Schorfheide. Zeichnung: Petra Elsner

Am nächsten Morgen brach sie auf. Mit dem Kleintransporter fuhr  sie bis zum Wuckerweg tief in der Schorfheide. Eine Kiepe auf dem Rücken stapfte sie los. Auf dem Foto im Familientagebuch war unten links im Grauschleier ein Jagenstein erkennbar, der eine verwitterte Nummer trug. Josefine entzifferte die Zahl als 230. Diese Markierung könnte sie bei ihrer Suche leiten. Bei dem Jagen 228 war sie schon angelangt. Sie pirschte sich weiter Richtung Süden. In der Stille der Waldluft fühlte sich die Frau frei und stark.  Es dämmerte schon als sie bei ein paar alten Fichten, rechts beim Weg einen großen Findling erblickte, auf dem „Märchenwald“ geschrieben stand. Josefine dachte bei sich, dass passt zu diesem verwunschen-schönen Ort und ihrer Absicht. Kaum später gelangte sie auf einen schmalen Wildacker und entdeckte im Waldsaum ein rotes Leuchten. Die Augen der Frau strahlten: Geschützt vor Wind und Wetter stand dort der mächtige Urgroßvaterbaum voll behängt mit prächtigen Winteräpfeln.
Tagelang machte sich nun Josefine zu dem Baum im Wald auf und erntete die wundervollen Früchte. Und weil sie nicht dahinterkam, wie diese alte Apfelsorte hieß, schrieb sie sie einfach auf ihr Angebotsschild am Hofladen: „Köhlers Märchenapfel – perfekt zum Weihnachtsfest“.                                                                                                                                                               Petra Elsner, 2017

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Nachtrag
Den Findling mit dem Namen “Märchenwald” gibt es wirklich in der Schorfheide. Keiner weiß, weshalb der so heißt.  Aber nun gibt es diese Geschichte für ihn… Sie erschien  gestern im Barnim-Echo der Märkischen Oderzeitung.

Der Stein ist u.a. in dem Bändchen “Gedenksteine und Forstorte in der Schorfheide” von Joachim Bandau vermerkt.
Der gelbe Punkt Nummer 6 markiert seinen Standort. Die Karte stammt aus dem Buch von Joachim Bandau. Um dort hin zu gelangen, benutzt man nicht wie im Märchen den “Wuckerweg” (ich musste im Text die Frau ja auf einen weiteren Weg schicken…), sondern läuft dort, wo der Wildauerdamm von der L100 abgeht, den Waldweg parallel zu den beiden Radangseen. Dort werdet ihr dem Stein begegnen, dem Apfelbaum sicher nicht. Es ist eben ein Märchen, kein Reiseführer…

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Himmelfahrtsspektakel 2017 im kleinsten Schorfheidedorf

Auf der Schlufter Haupstraße…

Schluft. Sie werden die Zahl 30 nicht schaffen, denn Schlufts Wirtin geht im Spätsommer in Rente. So wird der 25. Mai 2017 der vorerst letzte Himmelfahrtstag sein, den Angelika und Burghard  Repkow bestreiten.

Die Zwei haben ihn zu DEM Schenkelklopfer des Jahres im Schorfheidewald gemacht:

Männer vom Döllnfließ ….

Seit 29 Jahren kommen indes die geschmückten Männer in ihren tollkühnen Kisten und Gefährten zum Festplatz  gegenüber der „Linde“. Dann liegt ganz Schluft in den Fernstern und schaut dem großen, bunten  Auftrieb belustigt zu.

Zuschauer aus der Nachbarschaft….

Am 25. Mai steigt die Zapfparty, egal welches Wetter, von 9 Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit auf dem satten Wiesenteppich. Längst pilgern nicht nur die  Herren dorthin, ganze Familien frönen dem großen, feucht-fröhlichen Spaß.

 

PS: Hier geht es zu einem Porträt der Wirtsleute Repkow.

In der legendären Wirtschaft….

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Der Winterliche Scheunenmarkt ist wiederbelebt …

 

Blick in die Scheune.
Blick in die Scheune.

Manchmal braucht es erst einen Verlust, bevor allen schlagartig klar wird, wie besonders der Winterliche Scheunenmarkt auf dem Gestüt von Kitty Weitkamp für Annenwalde und seine Gäste war. Als die Chefin voriges Jahr das Fest nicht mehr in den Kalender schrieb, war die Enttäuschung groß, denn dieses schöne Ereignis stand längst für viele als Beginn der Adventszeit. Dieses Jahr wird es wieder so sein, weil Kitty Weitkamp Beistand bekam. Ein eigens gegründetes Dorffestkomitee, bestehend aus Alteingesessenen und Zugezogenen, hat zugesagt beim Schmücken und Aufräumen kräftig mit anzufassen. So kommt es am 19. November zu einer Neuauflage des bezaubernden Festes in der Gutsscheune. Das Szenario wird sein wie es immer war und es alle lieben: Von 11 bis 18 Uhr swingt unter dem Scheunendach die gute Laune. Zwischen lebenden Weihnachtsgänsen, Soayschafen, saisonalen Leckerbissen, Handwerk, Kunst, Kitsch & Trödel können bei Glühwein, Apfelpunsch und warmen Met, werden Winterlieder vom Annenwalder Singkreis erklingen. Jazz, Funk, Soul und Blues gibt es traditionell von der Gruppe „Don’t Tell Mama“. Kindliche Gäste können nachmittags Ponyreiten und Kutschfahrten unternehmen und im Hofladen wieder einem Puppenspiel lauschen. Das Puppentheater Lampion kommt mit dem Stück „Rotkäppchen, Madame Oh-là-là, der Wein, und der Wolf“. Für das leibliche Wohl sorgt die gegenüber gelegene Gastwirtschaft „Kleine Schorfheide“.

Kitty Weitkamp mit Friesenhengst.  Fotos: Lutz Reinhardt
Kitty Weitkamp mit Friesenhengst.
Fotos: Lutz Reinhardt

Inmitten des bunten Treibens wird Kitty, die Winterfrau, hinter dem Glühweinstand zu finden sein. Mal sehen, was das Dorf an diesem Tag noch alles auf die Beine stellt. Am Ende sind die Besucher gebeten auf den ausgewiesenen Parkplätzen zu parken, damit die Busse und die Kremser nicht ein zugeparktes Dorf vorfinden. Vermeidbare Probleme. Die Kremser fahren von den Parkplätzen ab. Übrigens nimmt auch  ein Annenwalder Bewohner, Christian Wendt, die Zügeln in die Hand.

Winterlicher Scheunenmarkt, Gutsscheune auf dem Gestüt, 17268 Annenwalde bei Templin, Telefon: 01520 3803550, Mehr Infos im Internet unter: www.pferdehof-annenwalde.de

 

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Die Flades – Immer auf Augenhöhe unterwegs

Weil diese beiden Menschen so besonders sind, stelle ich im Nachtrag meinen Zeitungsartikel auch in den Blog Schorfheidewald ein:

Die Flades
In seiner letzten Predigt fand Stephan Flade Worte, deren Essenz Kraft für den nächsten Schritt geben. Kaum zu glauben, was das Paar alles in seiner kurzen Lebenszeit in der Schorfheide alles angeregt und inszeniert hat: Sommerausstellungen in der Winterkirche, Konzerte „Schorheideklänge“, den Kintopp und das Solidario-Lädchen, das Gedenken, der von den Nazis ermordeten Pfarrersfamilie Wagner, Treffen Pflegende von Denmenzkranken, Patenschaften für Geflüchtete u.v.a.m.
Foto: Lutz Reinhardt

Groß Schönebeck. Im Kirchgarten berührten sich am  Sonntagnachmittag des 21. Augusts sommerliche Leichtigkeit und die Bittersüße des Abschieds. Statt feierlichem Einzug in die Kirche: Stühle schleppen, wie immer zupackend – die Flades. Sechs Jahre und sechs Monate hat das Pfarrerspaar gezeigt, was möglich ist, wenn Mitmenschlichkeit gelebt wird. Wie aus der Zeit gefallen, gegen den Strom. Das ist anstrengend, und fast jeder fragt sich an diesem Tage, was sein wird in Groß Schönebeck, wenn diese beiden Menschenfischer nicht mehr den Karren ziehen und andere ermutigen mitzuwirken. Und sie, Annette und Stephan Flade, sorgen sich natürlich auch, ob ihre eingebrachte Energie nachwirken wird und nicht mit der Zeit zerbröseln.

All diese Fragen schwingen mit als um 14 Uhr der Abschiedsgottesdienst in der randvollen Immanuelkirche beginnt. „Singen, den Druck rauslassen, als Überlebensmittel!“ erinnert der Pfarrer in seiner letzten Predigt, was ihm in harter Gegenwehr half unangepasst in der DDR zu leben. In einer knappen Rückschau erzählt Stephan Flade von ihrem fast 40jährigen Wirken für den Glauben. Der Pfarrerssohn aus Pirna und die Bäckerstochter aus Wittenberge ergaben diese ungewöhnliche menschliche Legierung, die an einen antiken Urglauben erinnert: Männer und Frauen waren einst ein Kugelwesen, ein All-Eines, wie es kraftvoller nicht sein kann. Flade resümiert in seiner Zustandsbeschreibung aus den beiden Lebensläufen: „Und immer wieder laufen. Christ sein hat etwas mit olympischen Dimensionen zu tun. Dranbleiben, fit sein, Zeugnis ablegen.“ Er spricht von fairem Verhalten und dem aufrechten Gang durch die Zeiten. Die Erweckung durch den Prager Frühling. Er erzählt von Fluchthilfe und Widerstand und wie sie als Pfarrer und Pfarrerin um den Abbau von Standesunterschieden und  transparenten Strukturen in Pritzwalk und Babelsberg rangen. Immer in Reibung. Bescheiden resümiert er: „Das wenige, was wir tun konnten, haben wir getan.“

Während er weiter spricht, von ihrem Einsatz in Indonesien, ihrem erlebten  Fremdsein, ergießt sich draußen ein schweres Sommergewitter. Dramatische Unterstützung von oben. Gut, dass der Pfarrer auch ein Bauherr war und die Kirche ein neues, schützendes Dach bekommen hat. Die Worte führen nach Groß Schönebeck. „Mit Mühe und Offenheit haben wir unsere Rolle wahrgenommen. Den Rest kennen Sie – im Gebrauchen und Verbrauchen.“

Es folgten die sachlichen Dankesworte des Biesenthaler Pfarrers Christoph Brust. „Hand in Hand mit Deinem Schöpfer und den Gemeinden – das war Dein Credo.“  Dann ruft er Stephan Flade zu sich zur Entpflichtung. Die Gemeinde steht und hört: „Du bleibst berufen zu predigen, zu Taufen …, aber du bist nun auch frei von allen Diensten und Pflichten. Ich bitte Dich, nimm dieses Freisein auch an.“ Nach der Entpflichtung wird auch Annette Flade, die sich offiziell schon einige Zeit im Ruhestand befindet, dazu gerufen. Zur Gemeinde spricht Brust: „Achten Sie den Dienst dieser Beiden und beten Sie für sie in ihrem neuen Lebensabschnitt!“ Sichtbar ergriffen von dem Zeremoniell geht das Paar ab und in dem Gotteshaus ringt fast jeder mit den Tränen. Kein ergriffener Reflex, die versammelten Menschen spüren erstmals den Verlust und den Schmerz der Herzlichkeit. Mit jedem folgenden Grußwort verdichtet sich diese Emotion. In den Abschiedsworten wird das reiche Wirken des Paares für die Region deutlich. Bürgermeister Uwe Schoknecht hebt die gemeinsame Gründung des Bündnisses Bunte Schorfheide hervor und fasst zusammen: „Sie haben in der Schorfheide die Zivilgesellschaft gestärkt.“ Die Barnimer Sozialdezernentin Silvia Ulonska überbrachte  Grüße von Landrat Bodo Ihrke und stellt die engagierte und höchst kompetente Flüchtlingsarbeit von Annette Flade heraus, aber auch die Schaffung des Solidario-Ladens und die Arbeit für Menschen mit Demenz. Wissend, was für ein enormer Verlust der Wegzug der Flades sein wird, ringt sie bei ihrer Ansprache um Fassung.
Stellvertretend für die augenblicklich 42 Geflüchteten in Groß Schönebeck bedankten sich die Tschetschenin Zaynab Arsunkaeva und die Syrerin Iman Mohammed in deutscher Sprache bei Annette Flade für die Aufnahme und Betreuung. Für das Groß Schönebecker Willkommensteam verabschiedete ihr Sprecher Rainer E. Klemke: „Es gehen zwei Lotsen von Bord, die uns zu neuen Ufern geführt haben. Die uns Wegweisung gaben, wenn wir an gefährlichen Klippen zu scheitern drohten, die uns Trost gespendet und neue Horizonte eröffnet haben.“

Während sich das Wetter draußen lichtete und wieder pralles Sonnenlicht in den Kirchgarten fiel, schenkte der neue Kirchenchor dem Sangesbruder Stephan Flade ein flottes Liedchen, auf die Melodie des Schlagers „Amore“ gedichtet. Diese Heiterkeit nimmt die Schwere wieder aus dem Geschehen.
Es wurden an diesem Tag noch hunderte Dankesworte gesprochen. Nach dem Gottesdienst begann gegen 16 Uhr das schier unendliche Defilee der Kirchgemeinde und ihrer Gäste. Anderthalb Stunden lang schüttelten der scheidende Pfarrer und seine Frau Hände. Herznah, fröhlich, immer noch einen Rat den Mutlosen gebend, duldsam gegenüber dem Schwachen, Kranken und Alten.
Derweil ließ man sich im Garten zum Kaffeetrinken nieder, wie bei einem entspannten Sommerfest. Die Zerpenschleuser Kirchgemeinde gab noch ein Ständchen und zu guter Letzt ertönten die Jagdhörner der Schorfheider Jagdhornbläser. Adé Familie Flade.

Petra Elsner

 

 

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Ein Gespür für Wald

Lehmann
Spätsommer in Lehmanns Garten am Wald. Morgens der Ricke beim Äpfel naschen zusehen. Den schönen Wildblumenkreis bestaunen oder eine Runde im Teich schwimmen gehen. Ganz entspannt, in froher Zweisamkeit. Hier holen sie sich die Kraft für alle ihre Antriebe.
Foto: Lutz Reinhardt

Vor sechs Jahren wurde es den Lehmanns in Wandlitz einfach zu voll. Da suchten und fanden sie dicht am Waldrand von Groß Schönebeck ein winziges Häuschen, das ihnen jetzt gerade richtig schien. Die ehemaligen Berliner wollten die Stadt hinter sich lassen, hinaus in die Natur. Zwei Jahre lang bauten sie den Katen mit regionalen Handwerkern aus, bevor sie fest einzogen. Das Paar ist schnell heimisch geworden, denn es brachte sich gut in die örtliche Jagdgemeinschaft ein. Wenn Florian montags im Immanuelchor singt, genießt sie die Stille, in der sie die Welt verarbeiten kann.
Zum Tag der offenen Höfe waren Lehmanns mit einem geliehenen Naturmobil präsent. Sie erklärten den gut hundert Besuchern des Heusinger-Hofes den heimischen Wildbestand und die Grundsätze der Jagd. Linus, ein Amerikanischer Wüstenbussard zog die Blicke der Menschen auf sich, es gab viele neugierige Fragen zur Falknerei. Ganz klar, das interessiert. Deshalb tüfteln und bauen sie jetzt an ihrem eigenen Naturmobil, mit dem sie nächstes Jahr an den Wochenenden über Land ziehen werden.

Eigentlich ist Florian Lehmann Geigenbauermeister. Gerade hat er für David Garrett ein Instrument repariert. Schon seit den 80er Jahren ist er in diesem edlen Handwerk selbstständig. Sabine studierte gerade Heimerziehung mit der Berechtigung Sport zu lehren. „Aber als wir uns kennen lernten, passten die Arbeitszeiten nicht zueinander. Da habe ich in Markneukirchen noch eine vierjährige Ausbildung zur  Bogenbauerin gemacht. Seit 1987 arbeiten wir gemeinsam. Das war wunderbar als die Kinder kamen. Wir hatten Werkstatt und Wohnung nebeneinander. Waren immer dicht an den Kindern dran und konnten nachts noch arbeiten gehen. Inzwischen für einen Stamm von 5000 Musikern. Aber noch einmal würde ich nicht diesen Weg gehen“, verrät sie. Florian ergänzt erklärend: „Naja, wir sind in unserer Zweimannwerkstatt schon völlig weltfremd geworden. Kur beantragen, Sabbatjahr machen – so etwas kennen wir gar nicht. In den 25 Jahren waren wir nie krankgeschrieben. Aber die herangewachsene Schnäppchen-Mentalität der Leute verändert das Geschäft doch sehr.“

Doch zurück zu ihrer Waldliebe. Florian Lehmann erzählt: „Wir waren schon immer an den Wochenenden im Wald. Und weil wir beide naturbegeistert sind, haben wir unsere Jägerprüfung gemacht und Sabine sogar obendrauf die Falknerprüfung. Sie lehrt inzwischen in Steinhöfel an der Jagdschule Falknerei und Vogelkunde. Ja, sie ist in fünf Berufen unterwegs.“ Leise setzt sie nach: „Das ist manchmal ein bisschen kompliziert. Ab September gehe ich als Grundschullehrerin nach Mildenberg.“ Volles Programm möchte man meinen, doch diese zwei Groß Schönebecker haben den stetigen Wandel des Lebens gut im Blick. Deshalb entwickeln sie ihre Idee für eine kluge, leidenschaftliche Wissensvermittlung. In ihrem Naturmobil möchten sie alle deutschen Wildtiere vorstellen. Dazu suchen sie gerade Präparate. Natur, Jagd und Falknerei möchten sie vor allem Kindern näher bringen. Sinnstiftend und ein Gespür anzündend.

© Petra Elsner

 

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Die Blume Magdalena

Ihre Lieblinge sind die Blumen: Margeriten, Kornblumen, Stockrosen und Klatschmohn – fein gearbeitet. Fotos: Lutz Reinhardt
Ihre Lieblinge sind die Blumen: Margeriten, Kornblumen, Stockrosen und Klatschmohn – fein gearbeitet.
Fotos: Lutz Reinhardt

Wer den Weg in den Hof der Alten Apotheke nimmt, findet hinter den leuchtend gelben Fenstern ein textiles Kunstreich, dass einen sogleich umfängt und umschmeichelt. Hier spinnt, strickt, filzt Magdalena Hohberg. Sie schafft dabei traumschöne Kleidung und Accessoirs. Jedes Teil, ob groß oder winzig, ist einzigartig. Es gibt kein zweites Gleiches in dem orangenen Atelier. Die textile Künstlerin wirkt inmitten ihrer Welt selbst wie eine Blume, die es nach der Kunstschule aus Posen in Polen über Hamburg, Kiel, Berlin, Frankfurt (Oder), nach Groß Schönebeck wehte. 18 Jahre lebt sie hier. Heute wieder alleinstehend, schafft die Mutter dreier Kinder unermüdlich und mit berührender Kunstfertigkeit schöne Dinge, die sie an den Wochenenden auf Märkten und Mittelalterfesten verkauft.
Die 46-Jährige ist nicht eine typische Filzerin. Hauptsächlich spinnt und designt sie ihre Kleidung. Das Filzen ist ein hinzukommendes Moment. Sie experimentiert mit Seide, Alpakawolle, Leinen und verbindet die Materialien. Daraus werden langlebige Lieblingsstücke. Magdalena verrät: „Eine Freundin trug 19 Jahre lang einen Pullover von mir. Weil sie zugenommen hatte, passte er in der Länge nicht mehr. Sie kam zu mir und bat: ‚Mach‘ was, ich liebe das Teil so sehr!‘ Da hab‘ ich etwas gezaubert. Am Ende sah der verlängerte Pullover so aus, als wäre er immer schon so gewesen. Es ist einfach toll, wie gut diese Sachen halten.“

Magdalenas handgefertigte Einzelstücke entstehen aus selbst gemischten Farben. Sie verbindet  die Wolle über eine Kardiermaschine. Die entstehenden Farbmischungen sind durchaus vergleichbar mit Malerei. Täglich neu greift die Frau intuitiv neu zu den Rot- …. oder Blautönen. „Ich würde eine gefundene Mischung nie wiederholen, weil das einfach langweilig wäre.“
Es fällt ihr nicht leicht, die Stücke aus der Hand zu geben, weil sie ihre eigene Energie darin spürt. Manchmal dauert es ein Weilchen, bis ihr es möglich ist loszulassen: „Aber dann kommt irgendwann die richtige Person zu der Kreation und dann ist es plötzlich ganz einfach sie wegzugeben. Für mich ist es ein Zauber, wenn der richtige Mensch zu einem Teil von mir kommt. Mit ihm bleibe ich verbunden.“

Magdalena Hohberg
Magdalena in ihrem künstlerischen Reich. An diesem Tisch versammeln sich gern einige Frauen, um miteinander einen genussreichen Kursabend zu verbringen.

Die Frau hockt an ihrem großen Mitteltisch im Atelier, erzählt von ihrer Textilkunst und bekommt dabei eine frohe Leichtigkeit. Sie hat dabei immer eine qualmende Zigarette in der Hand oder im Mundwinkel, als gäbe es ohne Rauch keinen Zauber. Hinter ihr türmt sich ein Wandregallager gefüllt mit auserwählten Wolleschätzen, mit denen verschmilzt die Künstlerin zu einem großen, lebenden Gemälde. Leidenschaft perlt aus diesem Bild.
Zweimal in der Woche kommen Frauen aus der Umgebung in die zwei Abendkurse hierher und tauchen in die Atmosphäre dieses Ortes ein. „Die können eigentlich schon alles, aber sie kommen, weil es schön ist so beieinander zu sein, natürlich beim Wein“, erzählt die Freiberuflerin und lässt weiter tief in diese entstandene Beziehung blicken: „Als ich wegziehen wollte, sind diese Frauen auf die Barrikaden gegangen – es war nicht erlaubt, da bin ich geblieben.“
Neben diesen zwei Kursen bietet Magdalena vor den großen Festen Ostern und Weihnachten Extrakurse für Einsteiger an. Hier geht es ausschließlich um’s Filzen oder Spinnen. „Die Techniken zu meiner Modegestaltung  bleiben natürlich meine Geheimnisse. Das ist wohl klar“, setzt sie nun streng nach.  Aber sicher muss das so sein, schließlich gingen ihrem profunden Wissen viele experimentelle Jahre voraus.  Diesen Goldstaub versprüht man nicht in einem Feierabendkurs. Er bleibt ihr wohl behüteter Schatz, aus dem sich jetzt nur ihre große Tochter, die Maskenbildnerin lernt, nähren darf. Wer allerdings eine gute Polnisch-Übersetzerin sucht, ist in diesem besonderen Quartier auch richtig. (pe)

Magdalena Hohbergs textiles Atelier  befindet sich in: Erst-Thälmann-Straße 47, 16244 Schorfheide, OT Gro Schönebeck. Tel.: 0177 9656248 oder per Mail: filzblume.magdalena@gmail.com

 

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Erlebnis Kloster

Fensterblick.
Fensterblick.

Chorin. In Wirklichkeit ist es an diesem Mittwoch schon nachmittags, doch im Dämmerlicht des Schlafsaals der Mönche simuliert das Dunkel eine frühe Morgenstunde in der klösterlichen Enge. Auf den harten Bettgestellen (die übrigens für den Film „Prinzessin auf der Erbse“ gebaut wurden) liegt für jedes der sechs Kloster-AG-Kinder eine Mönchskutte bereit. Die streifen sie nun über und Monika Stehberger ermutigt sie leise: „Zieht ruhig die Jeans unter der Kutte aus und auch die Socken und Schuhe, so spürt ihr besser, wie sich das Erwachen der Mönche angefühlt haben muss. Der kalte Wind um die nackten Beine, das Kratzen des Stoffes.“ Die Pädagogin erklärt, dass sie jetzt in Franziskanerkutten stecken, sie also heute ein Gastspiel bei den Zisterziensermönchen geben. Monika Stehberger trägt deren grau-schwarzes Gewand. Aber das kennen die Kids schon, sie hängen an ihren Lippen, denn was sie seit Dezember in dieser AG erleben, ist wie ein großes Abenteuer, aus dem sie klüger nach Hause gehen als sie kamen. In kleinen Zeitschauern erfahren die Kinder das Inselleben im Kloster der Zisterzienser.  Zur Aufrechterhaltung des Klosterlebens waren zwölf Mönche und ein Abt notwendig. Dabei erkunden sie die schmalen Gänge und die Vielfalt der Backsteingemäuer. Man muss sich aufeinander verlassen können. Um das zu demonstrieren, spielen die AG-Kinder blinde Mönche, die von einem Sehenden geführt werden. Mit verbundenen Augen tapsen sie dem Führer vertrauensvoll hinterher.

Aus dem Schlafsaal führt ein enger Treppengang ins Freie.
Aus dem Schlafsaal führt ein enger Treppengang ins Freie.

In der Blütezeit des Klosters sollen hier 80 Priestermönche und 100 Laienbrüder gelebt haben. Sie führten ein Gemeinschaftsleben: Sie beteten gemeinsam sieben Stunden am Tag und einmal in der Nacht im Gotteshaus. Man speiste miteinander in Refektorien und schlief in großen Sälen jeweils im Obergeschoss der Flügel. Und natürlich arbeitete man auch gemeinsam, in den Scriptorien (Schreibstuben) oder auf den Feldern.

Im Januar hieß das AG-Thema „Ernährung ohne Konservierungsmöglichkeiten“. Dabei erfuhren die Kinder, dass es in dieser Jahreszeit karg im Kloster zuging. Die Suppe aus Körnern und getrockneten Kräutern, die man in der AG daraus kochte, war wohl gewöhnungsbedürftig, aber eben erfahrungsreich.  Nur darum geht es in diesen Projektspielen, die sich Monika Stehberger für die AG-Kinder ausdenkt.  Inzwischen ist aus dem Angebot an die Britzer Grundschule eine spannende Geschichtserfahrung für Schüler der fünften und sechsten Klassen geworden. Eine Kooperation, die keine Seite mehr missen möchte.

Monika Stehberger wohnt in Stolpe und leitet die AG ehrenamtlich. Man trifft sich zweimal monatlich für anderthalb Stunden auf dem Klostergelände. Seit 2012 ist die Frau immer wieder mal für das Kloster tätig gewesen, wenn eine Kindergruppe das Kloster erleben möchte. Daraus entstand die Idee zur Kloster-AG. Sie verrät: „Durch meine Spezialisierung als Naturpädagogin bin ich eh im 13 Jahrhundert verwurzelt und durch meine Herkunft dem Klosterleben sehr nah.“ Sie weiß also, wovon sie den Kindern berichtet und vermittelt nicht nur angelesenes Wissen. „Als die Mauer fiel, dachte ich, super, bin eh ein Landei und der wilde Osten interessierte mich. Vor 22 Jahren bin ich in diese Region gekommen, habe mich in Land und Landschaft verliebt und bin geblieben.“

Für die Themenwahl orientiert sich Frau Stehberger: „Immer an dem Leben, wie es früher war. Das kann man natürlich nie ganz nachvollziehen, aber etwas daraus spüren, in der Hand haben, um sich vorstellen zu können, wie es damals zuging. Daraus entstehen Fragen und wachsendes Interesse.

Kleine Mönche. Fotos: Lutz Reinhardt
Kleine Mönche.
Fotos: Lutz Reinhardt

Zum Thema „Arbeiten im Kloster“ lernten die AG-Kinder: Körbe flechten, Töpfern, Efeu schneiden im Rahmen der Grundstückspflege. „Es ist jedes Mal anders, manchmal löchern mich die Kinder mit ihren Fragen, ein anderes Mal geht es nur um’s Toben und Spielen. Aber das ist ganz klar, die Kinder kommen aus der Schule, haben den ganzen Tag gesessen und die Energie muss mal irgendwo hin. Darauf muss man einfach flexibel eingehen“, erzählt die einfühlsame Leiterin, die die Kunst beherrscht, in ihre Spiele Wissen einfließen zu lassen. Um die gegebene Situation zu erfassen, beginnen die Klosternachmittage auf der Wiese im Kreis mit einem kleinen Austausch, was war, was ist, wie geht es dir? Erst danach tauchen die Kinder ein in das mittelalterliche Leben im Kloster Chorin. Es ist ein Nachspüren und zugleich ein wunderbares Erlebnis, in dieser beeindruckenden Klosteranlage der kindlichen Neugier nachzugehen. Auch, um die kulturgeschichtliche Schönheit der Backstein-Details zu entdecken. (pe)

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Landpartie als pralles Dorffest

Zeichnung: Petra Elsner
Zeichnung: Petra Elsner

Am Tag der offenen Höfe, dem 12. Juni, legte Groß Schönebeck ein einzigartiges Programm vor:

Historische Pflüge aus der Wiese des Bohm-Hofes. Fotos: Lutz Reinhardt
Historische Pflüge aus der Wiese des Bohm-Hofes.
Fotos: Lutz Reinhardt

Man konnte nicht wirklich alles wahrnehmen, was Groß Schönebeck zur  22. Landpartie zu bieten hatte. Das Dorf mit Bahnanschluss bot nicht nur offene Höfe, die traditionelle und supermoderne Landarbeit vorstellten. Der zweite Sonntag im Juni bot ein Erlebnis-Programm, das in seiner schönsten Üppigkeit und Qualität einzigartig war. Der Gast konnte zwischen 16 Stationen und 19 Ausstellungen wählen, was wohl das schwierigste war. Doch manche wollten wohl noch mehr und klingelten den Pfarrer um 10 Uhr vom Frühstückstisch hinweg. Eigentlich sollten die Turmbesteigungen erst mittags starten. Aber Stephan Flade ließ sich nicht lumpen, schloss die Kirche auf und schob eine Sonderschicht, bevor die Damen von der Offene Kirche die Kaffeetafel herrichteten. Gegenüber tobte da schon auf dem Lindenplatz das pralle Leben.

Unter alten Apfelbäumen auf dem Bohm-Kutschhof konnte man eine entspannte Kaffeezeit erleben.
Unter alten Apfelbäumen auf dem Bohm-Kutschhof konnte man eine entspannte Kaffeezeit erleben.

An jedem Stand duftete es anders nahrhaft. Kinder sprangen in der Hüpfburg oder fuhren ganz in Familie auf den Gruppenfahrrädern. Mittags startete auf der großen Bühne das große Unterhaltungsprogramm mit  den Schorfheider Jagdhornbläsern, Kirchenchor, das Duo Ron & Conny folgten. Allenthalben zogen rund um den Platz Oldtimer, Feuerwehrautos, Kutschen und Pferdewagen die Blicke auf sich. Man konnte einsteigen und sich zum nächsten Schauplatz kutschieren lassen. Beispielsweise zu Bohms Kutschenhof, der, wie schon in den Jahren davor, seine stolze Kutschen-, Wagen- und Pferdeschlitten-Sammlung präsentierte und das Leben auf einer traditionellen Hofstelle vorführte. Kuchen gab es vom Feinsten, da musste man schwach werden und alle Diätpläne über den Haufen werfen. Außerdem ließ es sich ganz wunderbar unter den großen Apfelbäumen verschnaufen. Dahinter auf der großen Wiese hatte Achim Bohm diesmal unzählige historische Pflüge und Gerätschaften aufgestellt. Bei dem Anblick wäre manch‘  Museumsleiter neidisch geworden. Bohm sammelt eben.

Der Musiker Ron (links) und der Pfarrer Flade (rechts).
Der Musiker Ron (links) und der Pfarrer Flade (rechts).

Neben seinen Antiquitäten platzierte die Schorfheider Agrar GmbH ihre großen Pflüge. Und dort startete stündlich die Feldrundfahrt, bei der die Experten ihre Anbaustrategie erklärten.

Andreas Heusinger mit seinem Stargast Gabi Seifert, ehemals Eiskunstläuferin.
Andreas Heusinger mit seinem Stargast Gabi Seifert, ehemals Eiskunstläuferin.
 Rockmusikerin Suli Puschban (rechts) mit Freunden auf dem Heusinger-Hof. Die Wienerin lebt heute in Berlin und ist oft zu Gast bei „Privatkonzerte“ in Groß Schönebeck.
Rockmusikerin Suli Puschban (rechts) mit Freunden auf dem Heusinger-Hof. Die Wienerin lebt heute in Berlin und ist oft zu Gast bei „Privatkonzerte“ in Groß Schönebeck.

Ein paar Schritte weiter, auf dem Heusinger-Hof, war die meterbreite Pfanne mit Bratkartoffeln  rasch geleert. Nun konnten die Besucher zwischen Bürgel- und Schorfheidekeramik der wunderbaren Rocksängerin Suli Puschban lauschen.

Renate Heusinger und Lisa Westermann boten indes leckere Kuchen  an. Während Andreas Heusinger seinen Stargast Gabriele Seifert herzlich begrüßte. Die einstige Eisprinzessin kommt oft in das Schorfheidedorf, um hier ihre Tennisfreunde zu besuchen. In der Scheune gab es Landartkunst von Margrit Schmidt (80) zu sehen, während es auf der Wiese lehrreich zuging. Mitglieder des Jagdverbandes hatten hier ihr Naturmobil geparkt und warben für den Lernort „Natur“.

Ganz spannend in diesem Szenario: die Falknerinnen Sabine Lehmann und Andrea Badouim stellten den elfjährigen Amerikanischen Wüstenbussard vor. Ohne Flugübungen, es ist gerade keine Jagdzeit.

Die Falknerinnen Sabine Lehmann und Andrea Badouim stellten Linus, den Amerikanischen Wüstenbussard vor.
Die Falknerinnen Sabine Lehmann (rechts) und Andrea Badouim stellten Linus, den Amerikanischen Wüstenbussard vor.

Überall zeigte sich an diesem Tag in Groß Schönebeck Originalität und pralles Leben. Im Wild- und im Kletterpark waren die Ausflügler in Scharen unterwegs.

Bei der Feuerwehr wurden Besichtigungen und Wasserspiele angeboten. Gleich gegenüber stellte der ortsansässige Simsonclub seine Feuerräder vor. Im Reiterhof Böse und bei Reit-und Fahrtouristik Sander waren die Pferdeliebhaber beieinander. Der Tag war ein Trubel, ein großes, lebensbejahendes Fest.

Petra Elsner

Lisa und Renate beim Kuchenverkauf.
Lisa Westermann (links) und Renate Heusinger  beim Kuchenverkauf.
Im Solidario-Lädchen die Frauen Heidrun Jabczyk (links) und Natalie Barthen.
Im Solidario-Lädchen die Frauen Heidrun Jobczyk (links) und Natalie Barthen.



 

 

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Empfehlung

"Hinter dem Fluss, 50 x 60 auf Karton von Petra Elsner
“Hinter dem Fluss, 50 x 60 auf Karton von Petra Elsner

Bevor die meisten unter Euch ihre sieben Sachen packen und in die großen Ferien düsen, eine Empfehlung für den kommenden Sonntag:
In Brandenburg ist Landpartie. Ich empfehle, Groß Schönebeck zu besuchen. Hier gibt es  am 12. Juni nicht nur einen offenen Hof zu erleben, sondern das Dorf mit Bahnanschluss hält 16 ganz unterschiedliche Offerten bereit (siehe Link unten). Die Quartiere sind mit einen Kremser-/Oldtimershuttle verbundene, so gelangt man mühelos zu den vielen Angeboten und dem Kulturprogramm auf dem Lindenplatz.
Man mag es kaum glauben, aber der Ort hat derzeit 19 Ausstellungen zu bieten,

darunter auch meine Sommerausstellung im Ev. Gemeindezentrum. Das beigefügte Bild hängt dort auch.

Ausstellungen in Groß Schönebeck

  1. – „Jagd und Macht in der Schorfheide“ (von Kurfürsten, Königen und Kaisern bis zu Hermann Göring und Erich Honecker) in der Schlossscheune
  2. – „Der Jäger und Naturliebhaber Max Schmeling“ im Schloss
  3. – Das Haus Hohenzollern/Preußen in Groß Schönebeck im Schloss
  4. – Natur in der Schorfheide open air-Installation an der Waldschule
  5. – Kutschensammlung im Traditionsbauernhof Bohm
  6. – historische Bauernstube im Traditionsbauernhof Bohm
  7. – historische und moderne Technik zum Pflügen Garten Traditionsbauernhof Bohm
  8. – Ausstellung von historischen Landwirtschaftsfahrzeugen entlang der Ernst-Thälmann- Straße ab Feuerwehr
  9. – Ausstellung von Oldtimern und historischer Militärfahrzeugen entlang der Liebenwalder Straße
  10. – Ausstellung und Vorführung von Simson-Motorrädern gegenüber der Feuerwehr
  11. – Ausstellung von Militärfahrzeugen und Oldtimern Technikhof Maaß
  12. – Fotoausstellung „Groß Schönebeck gestern und heute“ Traditionsbauernhof Bohm
  13. – „Unsere Schorfheide als Naturschutzgebiet – Biosphärenreservat Schorfheide“ Bahnhof
  14. – Ausstellung Schmetterlingssammlung und Erklärungen zur Insektenwelt der Schorfheide Bahnhof
  15. – Kunstausstellung Bilder von Margit Schmidt Heusinger Hof
  16. Kunstausstellung mit Arbeiten von Petra Elsner „Funken der Seele“ und Blätter im Wind Gemeindehaus der Immanuelkirche
  17. – „Der Weg des Kaffees“ im Eine Welt-Laden „Solidario“ Gemeindehaus
  18. – Schaudestille mit Verkostung Kräuterinsel
  19. – Fotoausstellung zur Geschichte des Devrient-Hofes (ehemalige Forstschule)

 

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Bilderklau im Zauberwald

"Der Träumer auf der Schnecke" ist geklaut. Leindwand von Petra Elsner
“Der Träumer auf der Schnecke” ist geklaut.
Leinwand von Petra Elsner

 

 

 

Ach, übrigens mein “Träumer auf der Schnecke” ist aus dem Kunstwald bei Klein Dölln geklaut worden. Etwa Ende April, jedenfalls war er zu den Tagen des offenen Ateliers plötzlich verschwunden. Die Leinwand an der Kiefer hing immerhin zwei Jahre, manch anderes Teil war im Wetter schneller vergänglich, nur schade ist es doch, dass sich da jemand einfach mal bedient hat. Das dünne Foto ist was bleibt….

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