Morgenstunde (104. Blog-Notat)

Der Kürbisvogel 2018

Geht doch, frau muss also bloß mal richtig maulen und schon regnets! Wird auch Zeit! Wer weiß wie lange, also genieße ich das Regengrau und zeichne. Gestern Abend hat unser Kulturverein sein alljährliches Kürbisfest (6. Oktober) besprochen, klar, dafür braucht es einen neuen Kürbisvogelcartoon – für das Plakat, die Pressearbeit und fürs Vergnügen. Darüber sind Stunden vergangen, aber jetzt ist er da der Kürbispaddler vom Döllnfließ. Nein, das ist keine sportliche Disziplin bei diesem Familienfest. Der Wasserstand im Döllnfließ ließe das augenblicklich gar nicht zu, aber echte Spaßvögel könnten es vielleicht irgendwann. Diesmal ist der Typ also nur der Aufmacher. Seine Vorgänger waren Kutscher, Kürbisradler, Gewichtheber, Kürbishexen, Ballonfahrer… Mal sehen, wie lange mir dazu noch was einfällt…

Zeichnung: Petra Elsner

1027. Blogbeitrag

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Morgenstunde (103. Blog-Notat)

Sonne im Garten.

Es ist immer noch Sommer draußen, irgendwie geht das gar nicht. Diese Endlosschleife aus schwüler Wärme geht mir inzwischen echt auf den Sender. Kein Regen, kein herbstliches Grau. Das Gartensprengen hat kein Ende. Früher nannte ich das immer meine “Wassermeditation”, in diesem Sommer ist das eher Last.
In der Morgenstunde stand heute emsiges Postmachen an: Mails schreiben und Päckchen packen. Ganz gegen meine Ansage: Keine Pressearbeit mehr (außer die Schreiberei fürs Dorf und in eigener Sache), habe ich dann doch mal wieder ein paar Zeilen für Künstlerkollegen aufgesetzt.  Als Beistand, wie schon viele Jahre und so versickert der Vormittag in Tausenderlei. Während ich tippe, denke ich, eigentlich hast du doch diese Arbeit einmal wirklich geliebt, doch die sittenwidrigen Honorare für freie Autoren im Osten Brandenburgs haben mir das verdorben. Ich hasse es inzwischen mir die Finger wund zu tippen für einen Hungerlohn unter Mindestmaß… Also lasse ich es weitestgehend.
Draußen blühen die ersten, hohen Sonnenblumen. Ja, richtig gehört – die ersten. In der Hitze wollten sie auf unserem mageren Grund einfach nicht aufblühen. So ist mir „Sonne“ im Augenblick am Liebsten…

Sorte: Abendsonne, eigenlich müsste sie mehr Rot tragen…
diese leuchtet wunderschön Sonnengelb.

 

 

 

 

 

 

1626. Blogbeitrag

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Morgenstunde (102. Blog-Notat)

Mein Stand im September 2018.

Geschafft. Das zurückliegende Wochenende war eine Hochleistungsschicht: 2 Tage mit zusammen 24 Stunden auf der Kunstmarktstraße, ohne An- und Abfahrt gerechnet. Glaubt mir, danach ist frau platt. Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist bereits alles wieder ausgepackt und gerichtet. Ich bin froh, dass ich solche Aktionen nicht so oft betreibe, ein, zwei Weihnachtsmärkte noch, mehr nicht im Jahr. Die Sachen sind einfach zu empfindlich unter dem schutzlosen Himmel. Staub und Nässe vom Tau, das ist nicht gut fürs Papier. Gott sei Dank, hatten wir keinen Dauerregen, Kälte oder Sturm, all das ist uns schon an den vielen Festwochenenden auf der Pankower Ossietzkystraße begegnet. Nun hoffe ich, dass sich der eine oder andere sich zu mir ins Atelier aufmacht und so die Marktzeit ein Nachspiel bekommt.  Vielleicht. Das neue Buch “Die Gabe der Nebelfee” fand gut Anklang, einige aber warten dann doch lieber auf die Hardcover-Variante, verständlich irgendwie. Es gab viele gute Begegnung, etwas, was mich auch seelisch stärkt und die Geschäfte waren akzeptabel. Jetzt gilt es, Kraft zu tanken…

1025. Blogbeitrag

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Morgenstunde (101. Blog-Notat)

Im Lesegarten

Mein Lieblingsmonat schlägt die ersten Seiten auf, goldbraun liegt schon Laub, im Lesegarten rollt es sich und auf der Wiese reifen die Früchte. Diese satten Blicke versöhnen, nähren Herz und Seele. Ein Goldrauschen haucht der Jahreszeit die Krönung ein und inspiriert. Mir juckt es schon seit Monaten in den Fingern mit der Farbe Gold zu experimentieren, vielleicht liegt es am Alter, wie auch immer, ich beginne dem Reiz nachzugeben… Die zwei kleinformatigen Spachtelarbeiten entstanden gestern.

Goldrauschen auf dem Zeichentisch
Reifezeit
Pralle Früchte

 

 

 

 

 

1023. Blogbeitrag

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Morgenstunde (100. Blog-Notat)

Wuselei im Atelier…

Irgendwie versinke ich gerade im Chaos des Zusammensammelns. Wetterfeste Kisten vom Boden schleppen. Einpacken. Ausschilderung, PR-Allerlei schaffen. Es ist jedes Jahr das Gleiche, wenn die Märkte beginnen. Großhirn fragt unsicher: Habe ich genug anzubieten? Und Kleinhirn antwortet: JA. Großhirn: Wirklich? und hört genervt: JA…. Zwischendurch fertigen die Hände doch noch lieber noch ein paar Sprüche-Vögel und rahmen Zeichnungen ein. Diese Woche wird gewissermaßen eine Demontage des vertrauten Seins und ich hoffe, nicht gerade jetzt will sich irgendwer im Atelier umschauen. Kommt sowieso keiner. Ich bange allerdings, dass der Postbote mir in den nächsten Tagen wirklich einen Schwung druckfrischer Bücher vorbeibringt und sich nicht wieder irgendetwas querlegt. Am Samstag/Sonntag will ich sie auf dem Pankower Kunstmarkt zeigen – unbedingt… Wir haben uns ein Zimmer in der Gilka-Pension gebucht. Sie logiert im Erdgeschoss unseres einstigen Berliner Wohnquartiers: Wins-/Ecke Chodowiekistraße im Prenzlauer Berg. Da können wir wieder einmal bei unserem alten Bäcker Frühstücksbrötchen kaufen und abends in die Stammkneipe ziehen – herrlich.

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Morgenstunde (99. Blog-Notat)

Petra Elsner: NARRENHAUS, 70×100 auf Karton, Mischtechnik aus Beize und Acryl, 2000

„Die Menschen wollen das, also tun wir das!“ – Jean-Claude Junkers Ansage zu Abschaffung der Sommerzeit, das ist doch mal was Erfreuliches. Aber davor stehen noch Parlamentsdebatten der EU und der Mitgliedsländer. Es wird also nicht sogleich und nicht sofort. Den Halbsatz „Ab sofort – denke ich. Unverzüglich.“, habe ich nur einmal in meinem Leben bewusst gehört: In Günter Schabowskis berühmter Pressekonferenz im Herbst 1998 zur neuen Reiseregelung, wonach die Mauer am 9. November gewissermaßen „überrannt“ wurde. 1989 hatten die Menschen monatelang mit den Füßen abgestimmt, in heutigen Tagen waren es 5 Millionen via Internet. Das sollte für das Kippen der Zeitumstellung reichen. Aber diese ganze Aktion ist nur ein winziges Wohlfühlpfaster auf den Wunden der Zeit. Die eigentlichen Probleme aus der Globalisierung und dem folgenden Rechtsruck in Europa sind damit nicht ansatzweise berührt. Und es ist ja nicht nur die Globalisierung, die die Menschen verunsichert und den Menschenfängern in die Arme treibt. Es ist die jahrzehntelange Ignoranz der Macht. Unter der Decke der Erbschande der Deutschen wuchs das Lager der Rechten langsam, fraß sich in die Instanzen in Ost und West, unterwanderte Armee und Polizei und bekam Schübe aus den vielschichtigen Untergängen. Fehlerhafter Strukturwandel und Rückzug des Staates aus der Fläche gaben ihnen Räume. Und nun sind sie unübersehbar. Nicht nur in Sachsen. Das Problem nährt sich aus Altem und Neuem, aber hingesehen wurde einfach zu lange nicht. Spielt nicht mit den Schmuddelkindern… Ich habe Anfang der 90er eine emotional sehr schmerzhafte Analyse dieses Zustandes – des rechten und auch linken Extremismus in Berlin-Brandenburg in einen Jugendroman gesteckt. All mein Wissen floss darin ein und ich sah in der Niederschrift eine Chance, Einfluss zu nehmen, aber der Stoff interessierte in Deutschland nicht, damals, in jener Zeit, als man den Ostdeutschen viel ihrer Würde nahm: keine Arbeit, kein Ansehen, kein echter Einfluss. Ostdeutschland gehörte sehr schnell den anderen und sie halten diese Stellung bis in die heutige Zeit. Ich bin sehr müde geworden, damals in diesen Kämpfen um Akzeptanz und Wahrnehmung und ich glaube inzwischen, das war auch so gewollt.

1021. Blogbeitrag

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Morgenstunde (98. Blog-Notat)

Rispenhortensie

Die erste Regennacht seit – ich weiß nicht mehr. Draußen vor der Tür atmet die Landschaft erleichtert und ich auch. Die Rispenhortensie wiegt ihre tropfnassen Blüten – einfach schön. Zwischen den Arbeiten für den Kunstmarkt beim Pankefest, gehe ich alle paar Stunden mal raus uns schneide im hinteren Garten schon welke Stauden. Sie sehen aus, als hätten wir Ende Oktober. Worauf müssen wir uns zukünftig einstellen? Auf Siesta in der sechsten Stunde nach Sonnenaufgang und Klimaanlagen. Der Netzhandel hält längst dutzende Geräte bereit, nur was taugt, was nicht? Erste Erkenntnisse könnt Ihr mich gerne wissen lassen, denn etwas muss geschehen, damit man in dem Wetterwandel auch noch kreativ sein kann und leistungsfähig. Allein das Warten auf gemäßigte Temperaturen, ist kein echter Weg. So, aber heute ist schön, ich werd‘ dann mal losmachen…

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Morgenstunde (97. Blog-Notat)

und der Ausgang drei Meter daneben.
Eingang für Dachs & Co…

 

Gestern hat mein Liebster durchgebissenen Maschendrahtzaun geflickt, in der Hoffnung, dass nun der nächtliche Besucher anderswo rumstöbert. Wohl vergebens. Als ich heute Morgen einen Gartengang unternahm, wollte ein paar Pflaumen für den Sonntagskuchen pflücken, da sah ich sie, die Spuren eines Dachses. Herrje, der kann graben. Zwei Jahre hatte er uns verschont, nachdem mir ein Forstarbeiter riet, Baumholz-Stangen dicht am Erdboden mit den Zaunfeldern zu verbinden. Mit Draht.  Die Stangen könne er nicht anheben. 140 Meter rauf und runter, das war mir dann doch zu fett, also hatte ich nur jene Strecken so präpariert, die der Dachs gewöhnlich bevorzugte. Aber dieses Jahr gibt es Pflaumen satt, unwiderstehlich für Dachs und Waschbär, da ist wohl kein Halten. Jedenfalls füllte ich die Löcher erst einmal mit großen Steinen, mal sehen, wo er morgen durchkommt. Ich hatte schon überlegt, ihm einfach eine Ladung Pflaumen vor den Zaun zu kippen, aber wer weiß, was das noch alles anlocken würde, hab es besser gelassen…

1018. Blogbeitrag

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Morgenstunde (96. Blog-Notat)

Am Wuckersee in der Schorfheide tanzten die Sonnenfunken.
Auf dem Rückweg fuhren wir entlang des hellen Werbellinsees.

 

 

 

 

 

 

Gestern kutschierten wir zeitig über die wild-romantische Waldpiste entlang des Großen Dölln- und des Wuckersees. In diesem Gebiet legte der letzte schwere Wintersturm hunderte mächtige Bäume um. Inzwischen stapeln sie sich am Weg zur alten Carinhaller zu Langholzablagen. Die aufgetürmten Stämme schaffen beinahe einen Tunnelblick, der die berührende Landschaft verstellt. Vorbei an den alten Torhäuschen, ging es weiter nach Friedrichswalde und schließlich nach Joachimsthal. Dort gibt es die einzige Möglichkeit in der „Nähe“ (30 Kilometer entfernt), wo frau zu einer wundersamen Bildvermehrung gelangen kann. Gemeint ist ein Copyshop, der ordentliche Kopien herstellt. Diesen Vorgang – aus einem mach viele – finde ich unglaublich schön. Daran hat auch nicht ein guter Heimdrucker etwas geändert, denn so satte und konturscharfe Laserkopien stellt der eben doch nicht her. Also stehe ich einmal im Jahr in einem guten Copyshop und freue mich wie ein Itsch, wenn die allerschönsten Blätter aus der Maschine fliegen. Zuhause bekommen sie ein feines Passepartout und eine schützende Klarsichttasche – fertig ist die Replik für den Kunstmarkt. Auf diese Idee kam ich, als einige Leute begannen sich meine Postkarten einzurahmen. Das gab mir zu denken, ich brauchte also etwas füs kleine Geld und so kam es zu der Repliken-Kiste. Und die fülle ich gerade mal wieder…

Nur noch eintüten…

1015. Blobeitrag

PS: Entschuldigung, liebe Leser, irgendwie hat WP heute morgen meine letzte Fassung nicht gespeichert. Jetzt sind die Korrekturen drin…

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Morgenstunde (95. Blog-Notat)

In Ordnung, zum gestrigen letzten Feriensonntag durfte es für die Berlin-Brandenburger auch noch einmal schön mollig warm sein. Nur jetzt bitte: Frische Luft, bei maximal 25 Grad, damit frau endlich mal wieder richtig etwas schafft – am Stück und nicht nur ein Zettelchen nach Hitzewallungen. Mir ist gerade nach so vielem: Nein, nicht nach Sonnenbaden oder stundenlang den großen Garten gießen…, dass alles kann bitte jetzt für ein halbes Jahr pausieren – eine neue Cartoon-Serie schwebt durch meine Gedanken, also Zeichnen, bevor die nächste Winterschreibarbeit beginnt. Genauer gesagt die Weiterschreiberei am „Milchmond“. Aber bis Mitte September wird dazu nichts. Der Kunstmarkt beim Berliner Fest an der Panke am 8. und 9. September 2018 will vorbereitet sein. Irgendwann diese Woche müssen wir auch deshalb nach Berlin – ich zum Künstlerbedarf und mein Liebster will Honig an eine Bio-Kette liefern. Also ein bisschen mehr gefühlte Frische wäre für all das jetzt gut oder gleich ein Kehraus des Sommers.

Zeichnung: Petra Elsner

1013. Blogbeitrag

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