Draußen dröhnt der Wind wie ein tosendes Meer.
Jedes Jahr lauter und böiger, immerzu.
Der Wind, kein himmlisches Kind.
Herangewachsen zum wütenden Mann,
weht er das Mutterland zur fruchtlosen Steppe
und sät nur Durst. (pe)

ATELIER PETRA ELSNER
Ein Mai, der sich in Kälte hüllt,
bewölkt den Spaß an der Natur.
Der Spargel schwächelt und pausiert,
der wilde Flieder duftet ungeniert,
das Liebchen wird jetzt nicht verführt.
Denn kühler Atem treibt die Gänsehaut ins Dekolleté
und auf den alten Mutterbergen fällt schon wieder Schnee.
Petra Elsner

Niemand ist immerzu so oder so.
Niemand weiß alles.
Niemand bleibt, was er augenblicklich ist.
Niemand bleibt wo er ist.
Jemand kommt und sieht.
Jemand wundert sich.
Jemand wehrt sich.
Jemand urteilt.
Jemand.
Mann ist nicht Frau:
Und Frau ist nicht Mann.
Mann sein und Frau sein bedeutet, anders empfinden.
Es gibt kein gleich sein,
nirgendwo.
Ich sein kann heißen:
Da sein und weg sein.
Seins finden, sich finden.
Ohneeinander, füreinander,
auch gegeneinander,
jeder.
Jeder ist anders,
Was ist jung, was alt?
Grün oder reif? Bunt oder steif?
Quatsch.
Mal laut, mal leise,
mal egozentrisch, mal fürsorglich,
mal froh, mal traurig,
mal alt, mal jung.
Wer denkt, verrennt sich zuweilen.
Wer nicht neu beginnen kann, wird starr.
Dazwischen ist es manchmal entsetzlich,
in alt oder jung – egal.