Das Meer in der Luft als Duft:
über den Wipfeln der Uckermark,
in den Bäumen und Träumen.
Das Mehr als gierige Sucht,
hat keinen Duft,
es treibt nur in die Gruft.

Zeichnung: Petra Elsner
ATELIER PETRA ELSNER
Nebel steigt vom Fließ auf
und zeichnet einen weißen Streif ins Land.
Vom Nachthimmel tönt das Geschrei der Kraniche,
sie nehmen Abschied von der prallen Zeit.
Der Herbst duftet morbid nach Fäulnis,
doch leuchtet er im Sonnenglanz flammend und feurig,
berauschend wie ein Tangotanz.

Lass Ruhe in mich fließen,
eine Ruhe, die den Sturm gebiert,
keinen sanften Luftzug nur.
Keine Nähe hebt die Ängste auf,
was immer dich auch quält.
Ängste deuten dir ’n Grenze auf,
hinter der die nächste steht.
Lass Ruhe in mich fließen,
eine Ruhe, die Kraft generiert,
keinen schlappen Luftsprung nur.
Keine Liebe macht die Menschen gleich,
wie einzigartig sie auch sei.
Liebe klammert dich ans Leben
nach dem Strudel bist du frei.
Lass Ruhe in mich fließen,
alleine find ich diese Ruhe nicht,
bin wilder Strudel nur.
Keine Freiheit ist allein was wert,
wie verheißungsvoll sie auch sei.
Freiheit zielt auf eine Lebensart,
die die Einzelnen vereint.
Lass Ruhe in dich gießen,
eine Ruhe, die den Sturm gebiert,
keine warme Deckung nur.
(Gedicht oder Liedtext – wer weiß.)
Der Morgen trägt schillernden Tau,
er funkelt ein Lächeln in den Tag.
Geblendet ziehen die Schatten der letzten Winternacht
und ein Hauch von Frühling weht in das junge Jahr.
November im Nebelkleid.
Zeit, in der die Seelen dämmern.
Ein melancholisches Lied weht mit dem letzten Blatt über den Asphalt.
Draußen krümmt feuchte Kälte eilige Gestalten.
Allenthalben gesenkte Blicke,
als hätte die Stadt keine Augen, kein Lachen, keine Gesichter mehr.
Das Licht hat sich einfach versteckt.
Doch ich hab‘ es in einer Teetasse entdeckt.
Dort döst es und träumt von glanzvollen Tagen.
Wenn die Tage keinen Glanz mehr spenden
und das Glück anderswo logiert,
setzt sich die Gewissheit: Das Einzige was
wirklich zählt, ist dein Lachen auf meiner Haut.
© Petra Elsner
Schwarz und samtig
hast du dich in meine Nacht gelegt,
eine warme Flut
schwängerte mein Herz.
Hundert Stunden sind indes
zu einem Tag verklebt,
das lange Beben
verschüttete den Schmerz.
Zwischen Tag und Nacht
schmelzen wir uns ein,
seither flocken aus mir
FARBEN.