Morgenstunde (130. Blog-Notat)

Bei Nachrichten wie diesen wird mir es mulmig: „Immer weniger Bücher werden in Deutschland erworben (und gelesen)…“, was ja schon lange prophezeit wurde und Autoren schon längst erfuhren. Nicht lesen, heißt dann irgendwann auch nicht mehr schreiben können… Die Menschheit verblödet und ist so schön manipulierbar. Lange Hintergrundgeschichten verpuffen – keine Chance gegen die Masse von face news, die Rattenfänger und Fundamentalisten. Lesen aber ist Erdung, Besinnung in all der Hatz, Wissen schöpfen und Herzensbildung. Noch kommen in der Adventszeit Bücherleser und Bücherschenker in mein Atelier, aber es werden auch hier spürbar weniger, weil die Alten sozusagen aufräumen und eher abgeben, als neue Schwarten einzulagern. Das Groh der Jüngeren wächst nicht nach. Und mein Sohn meint: „Mama, wenn ich dann mal wieder einen treffe, der noch liest, dann mache ich für Dich ein bisschen Werbung. ☹. Tja, dumm gelaufen und es geht hier gar nicht zuerst um mich…

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Morgenstunde (129. Blog-Notat)

Am Stand, 8. Dezember 2018

Hui, was das gestern für ein Abenteuer mit dem Wind. Das Zelt auf dem Groß Schönebecker Weihnachtsmarkt hatten die Böen schon zerlegt, bevor wir dort ankamen. Das Gestänge war notdürftig mit Panzerband geflickt worden. Aber die Böen nahmen immer wieder neuen Anlauf und wir hingen spontan wie die Affen an den Stangen und hielten das luftige Dach einfach selbst fest. Es wurde erst gar nicht versucht, eine schützende Rückwand einzuhängen. Nachbarzelte, die das anders hielten, blies der Wind wie Ballons auf und hob sie in die Höhe. Als die Dunkelheit kam, pladderte es wie aus Kannen. Aber dazwischen war es richtig nett, auch wenn natürlich das Wetter nicht allzu viele Leute es in den Schlosspark brachte.
Heimgekehrt klingelte das Telefon, meine Verlegerin sagte die heutige Bühnenlesung wegen der Wetterwidrigkeiten in Schwedt an der Oder ab. Was war ich erleichtert, zumal dort gestern nur fünf Zuschauer dem Samstags-Programm bestaunten. Dafür muss frau nicht die Gesundheit riskieren. Also ich habe heute sonntagsfrei und sonst nix.
Habt alle miteinander einen entspannten 2. Advent!

Ab und zu hat mich der Liebste am Stand auch mal abgelöst…

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Morgenstunde (128. Blog-Notat)

Weihnachtsmarkt 2017 vor dem Jagdschloß Groß Schönebeck.

Na, hoffentlich heißt es heute Abend nicht: Vom Winde verweht… Von 14 bis 19 Uhr findet in Groß Schönebeck (Schorfheide) der traditionelle Weihnachtsmarkt vor der romantischen Schlossparkkulisse statt. Ich bin mit einem kleinen Tischstand im Zelt der Filzfrauen dabei. Deren Männer sorgen sogar immer für eine Heizung, aber Wind und Nässe könnte uns echt zu schaffen machen. Ich habe jedenfalls regensicher gepackt…

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Memory 9: Klinken putzen

Wenn Weihnachten vor der Tür stand und endlich die Ferien mich aus dem Sportschulinternat nach Hause schickten, bekam ich sehr bald diese häusliche Arbeit: Klinken putzen, mit Sidol aus der Tube und einem lumpigen Stofflappen. 20 Messingklinken mit Türbeschlägen, die in der Küche war immer fast schwarz, da hieß es Reiben bis der Putzfinger durchgebogen war und streikte.  Aber es gab kein Pardon, Oma kommt, da musste alles blitzen. Es interessierte keinen, dass ich gerade bei den Deutschen Kindermeisterschaften  Bestzeiten schwamm. Jetzt war ich Türklinkenputze, schließlich wollte meine supermoderne Mama nicht als nachlässig gelten, auch wenn sie eben genau das war. Geputzt wurde, wenn Oma kam… immer, also Ostern und Weihnachten. Später gab es Gott sei Dank elektrische Schleifscheiben, aber eines ist immer noch so: Die Weihnachtsvorbereitungen schreien nach Hausarbeit. Vorgestern hab‘ die Wohnküchenstühle neu mit groben Leinen bezogen, wie jedes Jahr, gestern Stollen, heute Kartoffelkuchen gebacken … alles geschieht irgendwie nebenher. Denn die eigentliche Arbeit im Atelier geht natürlich weiter. Klinkenputzen bekam für mich vor 28 Jahren eine ganz andere Bedeutung, und ehrlich, es lag mir  nie. Mit der Mappe unterm Arm quer durch die Berliner Szeneplätzen in der Großen Hamburger oder Auguststraße von Galerie zu Galerie. Galeristen können das gar nicht leiden, sie suchen und wählen selber aus, aber das wusste ich damals noch nicht…

Stollen ungebacken

Erzgebigischer Kartoffel-oder Stollenkuchen

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Morgenstunde (127. Blog-Notat)

Frost

Frost – als hielte der Morgen den Atem an. Draußen kräuseln sich noch ein paar Eichenblätter, die sich aus dem nahen Park zu mir aufgemacht hatten. Flüsterlaub, es singt vom Winter, mir ist es recht.
Gestern Abend schauten mich noch einmal frische Kranichköpfe aus der kleinen Leinwand an. Vielleicht war es die Überlandfahrt ins Löwenberger Land mit den unzähligen grauen Kranichen auf den Feldern, die mich nochmals inspirierten, ich weiß es nicht. Vielleicht bin ich augenblicklich einfach nur auf Schatzsuche…auf der Spur des Glücks. Denn das Glück ist ein Vogel… ein schräger Vogel… und für den Weihnachtsmarkt am 8. Dezember in Groß Schönebeck brauche ich vornehmlich kleine Dinge, dieses vier kommen mit.

    

 

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Mein Dezember-Schaufenster

Mein Atelierfenster ist oftmals auch ein kleines SCHAUFENSTER. Jeden Monat zeige ich Euch fortan, was ich dort zur Schau stelle. Diesmal sind es logischerweise meine Weihnachsgeschichten, der Gänsekrimi, mein neuestes Märchenbuch “Die Gabe der Nebelfee” und Termine:

Die nächsten Lesungen:
9. Dezember 2018:
Nebelfee-Lesung (20 Minuten) auf dem Wintermärchen-Marktes in Schwedt. 14.30 Uhr auf der Antenne Brandenburg-Bühne (abgesagt wegen Sturm und Regen)
14. Dezember 2018: Weihnachtsgeschichten, 14.30 bis 16.00 Uhr, im K3, Konrad-Wolf-Straße 3 · 13055 Berlin, 030-32 53 43 09
25. Dezember 2018: Weihnachtsgeschichten, 15.00 bis 16.00 Uhr, im Auditorium des Hotels am Döllnsee

Auf dem Weihnachtmarkt:
Am 8.
Dezember 2018 findet Ihr mich ab 14 Uhr, im Schlosspark von Groß Schönebeck (Schorfheide)

Einblicke in mein Atelier an der Schorfheide
sind auf telefonische Anfrage möglich:
039883 – 48913

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Morgenstunde (126. Blog-Notat)

Advent:
Was war das für eine dicke Woche! Während wir wieder im Erzgebirge waren kam das Glasdach. Vor- und nachher hieß es: Baustellenbereinigung. Schnauf. Zeitgleich begann das Schmücken für die Adventszeit, gestern Abend stand und hing alles, gespeist aus Erzgebirgischen und Böhmischen Vorlieben und Vorleben. Der Bergmann stammt beispielsweise vom Urgroßvater des Imkergatten, die Schwibbögen sind Laubsägearbeiten seines Vaters, die weißen Hänger am Adventsstrauß feine Klöppelarbeit seiner Mutter, das Plätzchenrezept stammt von meiner Böhmischen Sippe… so versammeln sich im Dezember die Geschicklichkeiten und familiären Festtraditionen, die zugleich jener erinnern, die uns nahe sind oder waren. Das bedeutet mir inzwischen viel und hilft mir, nicht im allgemeinen Kaufrausch zu versinken. Jedes Jahr eine neue Weihnachtsdeko? Was für ein Wahnsinn und wie bedeutungsleer.
Habt alle miteinander eine wunderfeine Adventszeit und macht Euch glücklich!

Und wer noch ein passendes Adventsgeschichte sucht, der klicke einfach auf diesen Link.

    
       

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Das Immerwiederkehrende

Alltag 2, Dezember 2018:

Die „Dinge des Alltags – das Immerwiederkehrende“ – ist das Jahresprojekt der Bloggerin Ulli Gau, an dem ich mich beteilige und 12 Monate lang immer am  1. Monatswochenende etwas aus meinem Alltag vorstelle …

Diesmal: Das Kalenderumblättern. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich ihn nicht benutze, den Taschenkalender. Er erinnert mich an Verabredungen und wichtige Termine, ganz anders ein Wandkalender, bei dem das Umblättern einmal im Monat schon etwas Beschauliches hat. Gerade jetzt schaue nach dem letzten Kalenderblatt des Jahres 2018. Es wird zugleich das allerletzte Kalenderblatt sein, dass ich selbst gezeichnet habe, denn mir scheinen, die Zeiten großer Wandkalender sind vorbei. Internetdruckereien haben Kalenderdrucke inflationär gemacht, jeder kann das jetzt, da muss ich nicht auch noch wochenlang zeichnen. Die letzte große Zeichenarbeit zu „Flug durch Europa“ und zu diesem letzten Kalenderblatt war allerdings mehr als nur die sechste ihrer Art. Sie hat mich im Winter 2017 gestärkt, einen üblen Krebs zu überwinden und diese Motive haben mir geholfen, als kranke Freiberuflerin wirtschaftlich überleben, denn die auftraggebende Verlegerin kaufte die ganze Serie auf. Dass tat sie auch schon bei dem ersten Werk (2006, Hüter der Weisheit), es geschah also nicht aus schnödem Mitgefühl, sondern aus einer echten Sammelleidenschaft heraus.
Meine sechs Wandkalender-Belege mit Träume-Cartoons, Schräge- und Paradiesvögel und satten drei Eulenkalendern schlummern jetzt im Archiv. Genug ist genug und so habe ich hier mein letztes Wandkalenderumblätter als Alltäglichkeit vorgestellt.

Alle meine Kalender. Vier sind gedruckte, zwei waren limitierte Copyshop-Produktionen

 

An der Aktion beteiligte Blogger:

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Schaufenster

Eben sandte mir meine Verlegerin einen Schnappschuss von der Weihnachtsdeko der Verlagsbuchhandlung Ehm Welk in Schwedt an der Oder. Echt mal, da haben sie sich aber was einfallen lassen. Meine Nebelfee in 3D. Wie schön, herzlichen Dank!!!

Und auf der Kuturseite der Märkischen Oderzeitung Gransee Zeitung fand ich beute diese wohlwollende Besprechung:
DANKE allerseits!

 

 

Auch online sichtbar hier:

 

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Sonntagsarbeit (1)

Beinahe fertige Kranichköpfe, 20 x 20, Acryl auf Leinwand

Eigentlich arbeite ich ja immer irgendwas, mal mehr, mal weniger. Aber seit ich ein bisschen älter geworden bin, gönne ich mir ab und zu kleine Spiel- oder auch Experimentierzeiten. Sonntags, damit mein Preußischer Vater mir nicht wieder imaginär über die Schulter schaut und raunt: Was treibst du da schon wieder… mach was Anständiges… Ich hatte einen strengen Vater, nicht gerade großzügig und auch nicht besonders fantasievoll. Nun, denn … Sonntagsarbeit ist eine neue Rubrik im Blog Schorfheidewald. Sie wirft zukünftig ohne viel Gedöns ein knappes Schlaglicht auf die „Spielzeit“.  Heute habe ich mir nochmal die Köpfe der Glücksvögel gegönnt, als Fingerübung, sie sind noch nicht ganz fertig, aber sie schauen schon…

Stunden später:

Die fertigen Flieger

Die Köpfe vom Montag

Die Köpfe vom Dienstag

 

 

 

 

 

 

 

 

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