Morgenstunde (452. Blog-Notat)

Stilles Vor-sich-hin-Skribbeln. Gesucht ist eine pfiffige Koboldfigur, eine mit „Alleinstellungsmerkmal“. Das kann dauern, gestern fünf Stunden an drei Gestalten, keine wars. Vielleicht mal loslassen… sich wegstehlen in eine andere Zeit, ein anderes Reich. Den Kopf aus der Fixierung lösen. Aus Schwedt kam am Samstag der dicke Uckermark-Bildband, ein Prachtstück. Man spürt schon beim Blättern die tiefe Zuneigung aller Autoren zu dieser Region und die Jahreszeitenfotos von Dr. Tilo Geisel sind so großartig, dass man Herzstiche beim Betrachten bekommt. Der Band verrät die Historie und Geografie, durchwandert die verschiedenen Landschaftsschutzgebiete, stellt die Stadtperlen der Uckermark vor und führt zuletzt auf die Altuckermärkische Sagen- und Märchenstraße. Zu meiner Überraschung sind auch drei illustrierte Märchen von mir in diesem Band enthalten, was ich nicht wusste. Sie stammen aus meinem Geschichtenbuch „Die Gabe der Nebelfee“, sind also nur Nachdruck, aber irgendwie eine Wertschätzung und vielleicht wird ja mein Lesegarten irgendwann Teil des Projektes „Sagen- und Märchen-Führungen“ der Familie Schmook. Irgendwann vielleicht.
Die Uckermark – Ehm Welk nannte sie „Mein Land, das ferne leuchtet.“, für viele ist sie Sehnsuchtsort, mit diesem Buch kann man auf eine wirklich herrliche Bilderreise gehen…

Die Uckermark – Portrait einer einzigartigen Region
ISBN 978-3-946815-26-6
Hardcover, 382 Seiten, 48 €, erschienen in der Verlagsbuchhandlung Ehm Welk, Schwedt/Oder
Auroren: Petra Elsner, Dr. Martin Flade, Dr. Tilo Geisel, Dr. Lutz Libert, Dr. Michael E. Luthardt, Dr. Gerd W. Lutze, Joachim Kiesel, Karla Schmook, Dirk Treichel, Dr. Heike Wiedenhöft
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Morgenstunde (451. Blog-Notat)

Geschenkte Lebenszeit, gibt es etwas Größeres? Ich glaube nicht. Ich war heute bei diesem wunderbaren Lungenspezialisten in der Berliner Charité, der ungewöhnliche Wege wagt – aus purer Mitmenschlichkeit. Gut 14 Jahre habe ich Kortison- und Notfallsprays von diversen Lungenärzten verschrieben bekommen, immer im Abwärtstrend (obgleich seit 14 Jahren Nichtraucherin) und letzten Sommer konnte ich es spüren, dass nicht mehr viel Zeit bleiben würde. Dann gab es zwei ungewöhnliche Experimente, die den Asthma-Anteil auf meiner COPD dämpfen sollten. Das Erste mit Nucala wollte nichts bringen, aber das Zweite mit Dupixent – heute wurden 40 Prozent Lungenfunktion gemessen, das sind 10 Prozent mehr als in der Ausgangssituation und etwa 1 Liter mehr Sauerstoff pro Atemzug. Ein keines Wunder, dass sich durchaus gleich nach der ersten Injektion Ende Oktober ankündigte. Ich bin heute ein glücklicher Mensch, denn eins ist Fakt, es ist ein Winterwert, er könnte im Sommer vielleicht sogar noch besser ausfallen. So viel Atemluft hatte ich die letzten Jahre nicht und ich muss schon sagen, es war wohl das größte Glück diesem Arzt bei einer meiner Lesungen begegnet zu sein. Die letzte Lungenärztin, die mich behandelte, die sprach mit mir, als würde die letzte Ölung gleich bevorstehen, mehr meinte sie nicht zu tun können. Ich bin doch inzwischen sehr erstaunt, was möglich gewesen wäre, wenn …

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Morgenstunde (450. Blog-Notat)

Ach, ich bin erleichtert: Meine Zeichenarbeit zum Auftrags-Buchcover ist abgeschlossen, abgenommen und ich durfte meiner erste Honorarrechnung in 2021 stellen. In Zeiten der Pandemie ist das schon mal etwas Besonderes. Zugleich bin ich irgendwie erleichtert, das Päckchen zur Post bringen zu können und es damit loszuwerden. Auftragsarbeiten können durchaus nerven, weil manch Auftraggeber zu viel ins Motiv bringen will und/oder seine Vorstellungen nur unscharf ausdrücken kann. Da muss sich frau gelegentlich erwehren, damit das Projekt gelingt.  Für eine Waagefrau, die lieber ausgleichend und diplomatisch durch die Zeit segelt, durchaus eine Herausforderung…
Es geht jetzt weiter mit einer Schreibarbeit zu einer Geschichte, die ich zwischen den Jahren begonnen habe. Sie heißt “Kerzen in der Stadtbahn”. Sie zerlegt das Thema „Einsamkeit“ in dunklen Tönen, sehr passend zur heutigen Zeit, wobei der Input zu dieser Story aus den 60er Jahren herrührt. Mal sehen, wie lange ich darin verweile…

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Morgenstunde (449. Blog-Notat)

Für die meisten Menschen ist Weihnachten schon am 27. Dezembers vorbei. Bei  anderen bleibt der Christbaum so lange im Haus, wie es nur irgend geht, denn die Weihnachtszeit dauert eigentlich noch viel länger. Mindestens bis die Sternsinger da waren oder gar bis zum 2. Februar mit “Maria Lichtmess”. Nach dem Buch „Wunderweiße Zeit“ von Dr. Lutz Libert reicht die Weihnachtszeit vom Martinstag bis Lichtmess. Und ehrlich, diese Ansage kommt meinem Gespür am nächsten.  Er schreibt zu Maria Lichtmess u.a. „An diesem Tag endete, die Arbeit bei Kerzenschein und die Vorbereitung auf die Tätigkeiten im Frühjahr begann… Weihnachtskrippe und Herrnhuter Stern werden … wieder verpackt, damit endet der liturgische Weihnachtszyklus…“ Man kann das Lichterspiel also noch reichlich genießen, wenn man will, für mich ist es Teil der Dunkelzeit. Das leuchtende Buch im Atelierfenster hat mir übrigens meine Zeuthener Uraltfreudin Dagi zum Fest geschenkt. Jetzt hat es einen würdigen Platz gefunden… DANKE, es passt zu mir 😊.

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Morgenstunde (448. Blog-Notat)

Es ist im Blog derzeit ein bisschen leiser, weil ich an erwähntem Auftrags-Cover zeichne und coloriere. Der Rücktitel ist bereits fertig (darf ich nicht zeigen), aber alles dauert inzwischen immer länger als noch vorzeiten. Die Augen wollen nach schlapp zwei Stunden nicht mehr scharf genug schauen, dann beginnen die Linien einfach zu verschwimmen. Also aufhören und irgendwas anderes machen, um dabei die Augen auszuruhen. Wird es eben erst nach dem dritten Punkt…😊 fertig, muss ich zukünftig einplanen, wenn ich Terminzusagen gebe.
Statt Dauerzeichnen gehe raus in den nassen Garten, ein paar dürre Stauden schneiden oder ein Kompostloch glätten. Seit vier Wochen kommen unsere Küchenabfälle gleich in ein Bodenloch, dass wir mit einer Platte abdecken bis es voll (nach drei Eimern) und mit Erde verschlossen ist. Seitdem kommt der Dachs nicht mehr. Hätte ich auch schon früher darauf kommen können, dass der Komposthaufen ein magischer Anziehungspunkt für ihn sein muss. Ausgetrickst 😊! Jedenfalls bis zur Engerling-Zeit, dann wird er wieder die Wiese zum Acker machen ☹. Aber bis dahin ist ja noch ein Weilchen, habt einen schönen Sonntag allerseits!

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Morgenstunde (447. Blog-Notat)

Brot und Spiele und die Verwerfungen besser ausblenden. So fühlt sich das Rahmenprogramm der Pandemie gerade an. Ein erstes Aufflammen von Wahlkampf funkt zwischen die Verordnungen und daneben erleben wir Virologen-Kämpfe, in denen Theoretiker gegen Praktiker auftreten und so ganz nebenbei die Modellierer distanzieren. Welch Szenario zum Empfang des jungen Jahres. Währenddessen die Winterspiele in der Blase und die Ballspiele in den Tempeln des Glücks. Die Zuschauer fernab vor den TV-Glotzen. Das Radio spielt IMMER und so fühlt sich manch Moderator als letzte, rettende, alles ausgleichende Kulturinstanz und gibt doch nur der Hofnarren. Denn erfunden und erlitten haben die anderen und waren in ihren Kellerstudios und in Wohnzimmerkonzerten kreativ. Sie, die Musiker mussten erst protestieren, damit diese digitalen Privat-Formate im Öffentlich-Rechtlichen einen Platz bekamen und wahrgenommen werden konnten. Darüber verging das erste halbe Corona-Jahr. Und statt im Sommer eine landesweite digitale Bildungsoffensive startet, mit Schulungen der gesamten Lehrerschaft in digitalen Anwendungen (auch der Beamten in den Behörden…), mit Testungen und Justierungen der digitalen Machbarkeit … wurde der Sommer der Lockerungen gefeiert und verlebt… und die Rufer der zweiten Welle als Unker verprellt.
Von den politischen Unterschieden mal abgesehen, zerlegt sich die Gesellschaft  gerade komplett in die Teilhaftigen und in die Entbehrlichen.  Und immer öfter das Eingestehen: Wir wissen es nicht! Meine Erfahrung sagt mir gerade: Es ist die Stunde der Generalisten, die einen weiten Blick auf das Ganze haben, mit kausalem Denken (wenn, dann), so wie ein Helmut Schmidt in der Hamburger Sturmflut von 1962, der durch beherzten, unbürokratischen Einsatz tausende Leben rettete. Es ist vollkommen unbefriedigend den Taktierereien und dem Machtgeplänkel in der Corona-Politik zuzusehen, ich bin es echt leid, denn ich sehe keine wirkliche Krisen-Strategie, die alle Bürger gleichermaßen  im Blick hat.

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Morgenstunde (446. Blog-Notat)

Meine „Sonnenallee“ im Garten wurde heute nochmal ein bisschen überzuckert, doch längst taut die weiße Pracht. Viel abbekommen haben wir leider nicht, aber der Winter beginnt ja gerade erst, ich bleibe hoffnungsvoll.  Heute haben wir das erste Mal mit dem Vater (92) im Erzgebirge geskypt. Das eröffnet Möglichkeiten die 400 Kilometer zu ihm mal anders zu überwinden. Es hat mir sehr gefallen, wie neugierig er die App-Funktionen untersucht hat und welche Freude in seinen Augen stand uns anzuschauen. Wenn es so etwas in dem Auer Pflegeheim gäbe… aber dort ist das Telefon schon das Äußerste, was einfach zu wenig ist für getrennte, hochbetagte Paare. Nachfolgende Generationen haben selbst diese Technik, aber dennoch, kommt das große Vergessen, dann braucht es für den visuellen Kontakt eine helfende Hand. Es wird wohl sehr bald neue Berufe geben (müssen), die die Kommunikation lenken und ermöglichen, nicht nur in Schulen, auch in Pflege- und Altersheimen und nicht nur während der Pandemie. Überall in der Gesellschaft zeigen sich in diesen Monaten Baustellen, die mit einer stoischen Langsamkeit des Seins nicht gut zu bewältigen sind…

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Morgenstunde (445. Blog-Notat)

Irgendwie fühlt frau sich schon beobachtet, wenn so ne kleine Kamera auf dem Bildschirm sitzt und einen anschaut. Hab sie sicherheitshalber von mir weggedreht, man weiß ja nie… Aber die kleine Technik-Aufrüstung ist somit am Tag drei des jungen Jahres geschehen und was auch immer noch kommen wird, ich kann jetzt mitskypen. Ob das oft sein wird, ich weiß es nicht, aber ich bin vorbereitet.
Draußen dämpft Schneefall den sonntäglichen Autoverkehr. Den Liebsten graults schon vorm Schneeschieben, aber ich finde Schnee ganz wundervoll, könnte ruhig ein bisschen mehr davon sein. Winter ohne Schnee ist wie Sommer ohne Sonne. Als ich noch in Zeuthen in dem gelben Haus an der Bahnlinie gen Osten lebte, haben wir es immer verschlafen, wenn Schnee fiel, weil die „Rache Nikitas“, die schweren Diesel-Loks vor den langen Güterzügen, kaum noch zu hören waren. Oder wir schreckten in den Betten auf, weil einfach etwas fehlte – der Zuglärm. Also Schnee ist gut für die Ohren und ein treffliches Begleitbild für die Vier-Schanzen-Tournee, die in einer halben Stunde losgeht. Heißt: Beine hoch und einfach mal sonntagsfaul sein. Lasst es Euch gut gehen!

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Morgenstunde (444. Blog-Notat)

Gesundes Neujahr wünsche ich Euch! Möge es uns Leichtigkeit zurückgeben und Zuversicht nähren. Die drei Gestalten im Fenster halten wie ich erst mal Ausschau ins neue Jahr, vielleicht sprechen sie ab mit einem Dorfkind, als Überraschung am Wegesrand. Mal sehen. Es sind die kleinen Dinge, die gelegentlich über verbrauchten Pinseln entstehen. Ein Kasper fehlt noch.

Zum Beispiel solche alten Fotos: Zingst 1957 – ich, meine Mam (Ϯ) und meine Schwelle (Ϯ).

Schon vor zwei, drei Jahren hatte ich die Idee, im Garten ab und zu ein Puppenspiel für Kinder zu geben, doch dann ging mir bekanntlich ziemlich die Luft aus. Aber jetzt – wer weiß, die neue Therapie macht nicht gerade einen Leistungssportler aus mir, aber das Atemvolumen hat sich etwas verbessert, noch auf flachem Niveau, aber immerhin. So gehe ich das neue Jahr ruhig an, eher nach innen gewandt. Ich habe nie zu den frischen Neujahrsläufern gehört, die kopfüber in den neuen Kalender reinspringen. Ich schaue erst mal, bedenke mich, sortiere alte Fotos, lese alte Briefe von jenen, die nicht mehr bei mir sind, räume ein bisschen auf, so räkelt sich die Zeit…

 

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Morgenstunde (443. Blog-Notat)

Die Rauhnächte lassen mich wieder nicht gut schlafen und wenn, dann träume ich so seltsame Sachen wie: Ich bin mit einem dicken Federbett in der S-Bahn unterwegs. In den Rauhnächten des Vorjahres war ich stets und ständig mit einer Tür unterm Arm in meinen Träumen zugange.  Kommt davon, wenn man am Kalenderwerk dreht, denn als man vom Mond- zum Sonnenjahr überging, waren elf Tage und zwölf Nächte übrig. Damit diese Zwischenzeit vom 25. Dezember bis 6. Januar nicht von Geistern und Dämonen besetzt werden konnte, räucherte man das Haus zum Schutz mit Kräuterwerk aus. Aus diesem Räuchern entstand der Name „Rauhnächte“ und die Träume darin sollen Omen für die kommenden Monate sein. Aber die Deutung lasse ich lieber…
Das Jahr 2020 fällt derweil aus dem Kalender, was hatte man ihm alles unterstellt bevor als anschlug. Golden sollte es sein, was mich verleitete, einen goldenen Herzvogel zu zeichnen, als gutes Omen sozusagen. Was ist draus geworden? Nichts. Ein Schauderjahr ist es geworden, eins für die Tonne. Was vor uns liegt, werden wir sehen, wenn‘s ran ist, ich verkneife mir fortan jegliches Orakeln. Während wir auf den Sommer warten, werde ich weiter technisch aufrüsten. Mein Lieblingsschrauber kommt im Januar und richtet mir das Notwendige für Videobegegnungen ein, bin gespannt. Vielleicht werde ich auf meine alten Tage doch noch meine Technik-Aversion ablegen können, wer weiß.

Zu meinem Neujahrsmärchen geht es hier.

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