Ich lese – laut, um meinen Stimm-Muskel für die Weihnachtszeit zu trainieren und, um an mein Krimischreibwerk aus dem letzten Winter wieder anzuknüpfen. Erstaunlicherweise sind es nur wenige Tippfehler und stilistische Änderungen, die dabei augenfällig werden. Nach Weihnachten geht die Arbeit am „Milchmond-Manuskript“ weiter, nur muss ich schon jetzt einen Auszug daraus für einen regionalen Wettbewerb zusammenstellen. Da liest frau besser noch einmal den ganzen bisherigen Text. Ob ich im Winter wieder öffentlich daran schreibe, weiß ich heute noch nicht. Vielleicht, doch eher wohl nicht, denn wer liest einen Krimi schon zweimal???? Ich glaube keiner, denn der Mörder ist vom Leser ja schon entdeckt, da ist die Spannung verraucht. Insofern werde ich möglicherweise nur ein paar neue Passagen einpflegen, wenn mir die Bloggerstille dann doch zu laut wird…? in der Winterzeit. Vielleicht aber stelle ich einfach nur Arbeitsfotos ein, wie dieses dort oben aus der gestrigen Nacht… Aber möglicherweise hat ja mein Schreibsel auch gesellschaftlich relevante Einsichten und Ebenen zu bieten, dann durchwandert man/frau es vielleicht doch zweimal? Wer weiß.
Autor: Petra Elsner
Winterwind
Kraniche auf blauem Grund
Morgenstunde (124. Blog-Notat)

Es ist wieder die Zeit, in der nicht nur das Licht verschwindet, es wird zugleich auch seinen stimmungsvollsten Glanz entfalten – in einer Woche etwa. Die letzten zwei Tage habe ich wie alljährlich den Bilderspeicher ausgeräumt, um die kleine Sommergalerie unterm Kaltdach dem Himmel zu überlassen. Es ist dann so, als würde sich das Häuschen ducken, denn noch heute wird die Treppe nach oben wieder abgedeckt, darunter wird es kuschlig. Die Auftragskraniche sind so gut die fertig. Ich mag sie, mal sehen, ob die anderen auch und wann ich während der ganzen Räumerei zu den letzten Pinselstrichen komme. Der Übergang vom Herbst zum Winter ist in diesem alten Landhaus immer vollgestopft mit Verrichtungen, die dem Altbau geschuldet sind. 1889 wurde der Katen gebaut … Das Glas für das Vordach lässt auf sich warten, Lieferengpässe hieß es. Herrje, wie früher im Osten, nur nicht so permanent wie einst. Aber es muss jetzt langsam werden, denn mit dem scharfen Ostwind, ist der erste Schnee in der Nähe. Ohne Vordach könnte eines schönen Morgens einfach die Tür zugeweht sein…
Geheimnis
Morgenstunde (123. Blog-Notat)

Es war gestern eine angenehme Lesung in Berlin-Lichtenberg. 45 ZuhörerInnen, die echt mit mir in die Geschichten eintauchten und zu begeistern waren. Nur eine Sache hat mich bei der zweiten Geschichte echt aus dem Konzept gebracht. Eine Frau betrat den Raum und entschuldigte ihre Verspätung mit der Anmerkung, sie wurde leider länger beim Arzt aufgehalten. Als sie saß und ich weiterlas brummte plötzlich etwas unüberhörbar und ich assoziierte: ein Langzeitblutdruckmessgerät. War es aber nicht. Die Geräuschabstände waren dichter und übertönten beinahe meinen Verstärker. Das irritierte mich dann doch. Es dauerte einen Moment bis ich endlich mitbekam, draußen hatte jemand eine Bohrmaschine angeworfen, Gott sei Dank, hatte er die Schraube nach dieser Geschichte in der Wand und ich konnte nun störungsfrei weiterlesen, alles war gut.
Heute ist allerdings nicht mein Tag. Offenbar habe ich mir im Schlaf einen Nerv eingeklemmt und kann den Kopf kaum halten. Das ist echt böse, selbst starke Scherzmittel unterdrücken das Stechen nicht. Bitte Schmerz lass nach (!), ich bin so völlig ausgeknockt…
Wünsche trotzdem allerseits ein entspanntes Wochenende, Eure Petra
1055. Blogbeitrag
Die Advents- & Winterlesungen beginnen…
Liebe

Ein Rätsel ist die Liebe
so hinraffend bedingungslos
zersetzt sie alle wilden Triebe
und treibt uns in den einen Schoß.
Ein Segel ist die Liebe
mal lau, mal rau, mal hemmungslos
kreuzt sie die Lebenslinien
und weht ein Band um Herz und Hand.
© Petra Elsner
14. November 2018
Morgenstunde (122. Blog-Notat)

Nach sechs Wochen kam endlich das Himmelblau per Post für das Terrassendachgestell und mit ihm: der Regen. Was habe ich auf ihn gewartet, doch aber nicht jetzt! Als ich gestern unterm dicken Wolkengrau vier Stunden den ersten Anstrich bewerkstelligt hatte, begann es zu tröpfeln. Da denkste doch nur: Ach nö! Vom Leiter rauf und runter schmerzt mir heute irgendwie alles, morgen soll es wieder trocken sein, dann folgt mit dem Schlussanstrich, der nächste Muskelaufbau und nächste Woche die Glasabdeckung. Dann ist das Projekt endlich fertig. Ich hab es schon kaum mehr zu hoffen gewagt, denn der Imkergatte hat sich mehr Völker zugelegt und so auch mehr spezielle Arbeit … Nun denn, der nächste Sommer kommt bestimmt, man kann ja unterm Terrassendach auch mal ein Adventsgrillen versuchen. Advent ist auch gleich, Freitag gebe ich die erste voradventliche Lesung in Berlin. Dafür wähle ich heute noch acht meiner Dezembergeschichten aus dem Fundus. Der nährt sich aus 20 Jahren Weihnachgeschichtenschreiberei für Zeitungen. Jedes Jahr eine, manchmal auch zwei…
1052. Blogbeitrag





