Letzte Woche bekam ich eine Anfrage für eine weihnachtliche Lesung im Dezember und ich antwortete: „Ich lese nicht mehr vor, das ist vorbei.“ Die Anfragende war bestürzt.
Musiker geben in meinem Alter ihre Abschiedstour, doch was immer man mit Ü70 plant, plötzlich gibt es, wie bei Vroni, ein Stimmproblem und alles fällt aus. Bisher ist so eine Absage bei mir nur einmal geschehen, aber ich will es gar nicht weiter drauf ankommen lassen, meine Stimme hält einen Stundenvortrag nicht mehr aus, sie wird heiser und brüchig. Man kann das ein Weilchen bedauern, aber schlussendlich ist es der Lauf der Lebenszeit. Also hab ich alle meine Angebote unter „Autorenlesungen“ im Blog-Kopf gelöscht, für immer. Das ist wirklich ein seltsames Gefühl. Ein Abschied.
Doch, natürlich schreibe und zeichne ich noch weiter, das wird sein, solange mir was einfällt und man kann mich/uns besuchen, um nach dem Schaffen und dem Honig zu schauen…
Kategorie: Morgenstunde – Blogkolumne
Morgenstunde (1099. Blog-Notat)
Die Niesanfälle des Liebsten ließen vermuten, es könnte eine Hausstauballergie sein. Warum auch immer, wir haben in diesem kleinen Häuschen mehr Staub in der Luft als einst in der Berliner Wohnung. Also Googlen und nun haben wir einen neuen Mitbewohner: den Luftreiniger Bluair Mini Max. Ein kleines Kraftpaket und ja, nach zwei Arbeitstagen schnieft und niest der Liebste schon viel weniger. Echt mal, darauf hätte ich auch schon viel früher kommen können, denn klare Raumluft tut auch meiner Lunge gut… Bin gespannt wie sich die Sache weiterentwickelt. Auf dem Stehpult liegen die letzten noch zu bindenden Weihnachtsheftchen, die werden heute fertig, und ein kleiner Datumsträger für den Advent ist auch gezeichnet. Bin zufrieden, das Wochenende kann kommen, macht es Euch schön!
Morgenstunde (1098. Blog-Notat)
Die Blättertrolle sind wieder unterwegs. Da haben wir vor zwei Tagen im Hof die Efeumauer beschnitten und das rausrieselnde Trockenlaub zusammengefegt und aufgenommen… nachts kam ein Wind auf und der Hof sah aus wie zuvor: Trockenlaub wohin man schaut. Die Freude am Verrichten ist zuweilen wirklich nur kurz. Aber das war schon immer so. Wenn wir an einem Herbstsonntag die öde Einfahrt zum Grundstück mühselig geharkt hatten, kam anderntags der Kohlenhändler und schmiss uns 80 Zentner vor die Hütte…wir waren ja nicht daheim. Und da wir Schwestern nach der Schule die ersten Heimkehrer waren, haben wir, bis die Eltern gegen 18:30 Uhr kamen, schon mal den Weg zu Haustür freigegraben. Gegenüber brannten die Reichsbahner den Damm zu den Gleisen ab, der war dann schwarz bis zum Frühjahr. Der Herbst war ein Wilder in meiner Kinderzeit: eine Wanne voll Einlegegurken schruppen, Kartoffeln einkellern, die Ernte einwecken… Erst mit dem Schnee wurde es leiser und alles, selbst der elendeste Dreckwinkel sah plötzlich sauber und ganz malerisch aus. Überall schönste Blickfänge! Als ich noch mit meinem Großvater Fredel um die Wette malte, wählte ich am liebsten Schneemotive 😊. Schnee – das hieß Ruhe, wenn nicht zu viel davon herunterkam. Das Außen schwieg still unter dem Weiß. Höchstens ein Juchzten vom Rodelhügel an den Gleisen gabs…

Morgenstunde (1097. Blog-Notat)
Ja, der Sommer war nix und mir scheint, alle sind noch rasch ans Mittelmeer gedüst, um vor der Dunkelzeit noch ein wenig Sonne zu tanken. Wir haben die Sonne im Glas. Gemeint ist die Honigernte des Imkergattens. Der Sommerblütenhonig kann jetzt gerne bei uns erworben (500-Gramm-Glas für 6 €) und zuvor auch verkostet werden. Blicke ins Atelier? Klar, traut Euch nur, die Sachen sind zum Anschauen gemacht… Also wenn Ihr wieder daheim seid, kommt vorbei, wie freun uns auf Euch!
Blick auf meine Bücher… Auf Neues vom Zeichenplatz… und in den kleinen Bilderspeicher im Bauerkaten…
Morgenstunde (1096. Blog-Notat)
Gestern das erste große Suppenhuhn (3,6 Kg) vom Markt geholt und heute köchelt es in meinem größten Topf auf dem Herd. Sechs Herbstessen für je zwei Personen werden das, es duftet jetzt schon göttlich im ganzen Haus. In den Köchelzeiten baue ich meine neuen Weihnachtsheftchen. Das zusammen fühlt sich ziemlich gut an und beruhigt mich einigermaßen. Die Weltlage ist im Rutschen und man selbst steht ratlos dabei. Es ist, als hätte die Vernunft gerade eine Auszeit genommen…
Morgenstunde (1095. Blog-Notat)
Es war herbstlich frisch, als ich gestern erwachte und so bin ich am Computer hängen geblieben. Vier Stunden später hatte ich das Layout für meine kleine Weihnachtsausgabe fertig. Die Sisyphusarbeit des Jahres…😊. Und wie immer dabei: einmal verrechnet und zweimal begonnen (nur milde dazu geflucht). Aber fein, nun kann der 19. Titel in der Reihe „Kurtschlager Edition“ peu à peu gedruckt, gefaltet, geschnitten und gebunden werden… muss ja nicht an den letzten Schönwettertagen sein. In den Morgenstunden sieht man es am besten: Die Natur senkt sich schon leise, getränkt von Tau.
Morgenstunde (1094. Blog-Notat)
Als ich die Doku-Serie über Franzi gesehen hatte, saß ich noch lange sprachlos auf meinem Sofa im Atelier und ließ ihre Worte in mir nachhallen. Das Einzige was sie noch entscheiden durfte: „…ob ich esse oder nicht esse – also aß ich nicht mehr…“ Eine der besten Schwimmerin ihrer Zeit – eine Gejagte und Verletzte. Zu ihrem Comeback bei den Schwimmeuropameisterschaften in Berlin 2002 siegte sie über 200 m Freistil mit Weltrekord. Die Halle war tränenschwer vor Glück und Erleichterung. Ihre kargen, aber tiefgehenden Worte einem Kommentator gegenüber, verfolgten mich: „Ich wünsche mir Respekt“ (nicht im Film enthalten). Einen Tag später bin ich in den Europasportpark mit einem prächtigen Blumenstrauß gefahren und hab ihn ihr übergeben lassen… Ich war nie ein Groupie, ich war nur so erschüttert darüber, wie so eine Klasseathletin derart von den Medien erst belagert, dann attackiert wurde. Die Deutschen verehren ihre Helden/Stars nicht. Sie lieben oder hassen. Aber es gibt Ausnahmen: Seht sie Euch an: in der Mediathek der ARD.
Morgenstunde (1092. Blog-Notat)
Es war gestern einfach verwunschen schön, in diesen herrlichen Pfarrgarten einzutreten und unter uralten Bäumen Micha Seidel und seiner Band zu lauschen. Wie so oft „Ziemlich beste Lieder“. Pfarrerin Anne Lauschus hatte sich die Band zu ihrem Abschied von Tornow gewünscht und es wurde genüsslich, sinnlich, frech und maßvoll spitz über die Zeit gesungen, in der wir alle leben. Da trafen Blasen aufeinander, aber sie platzten nicht. Manche ließ nur die Mundwinkel fallen, für ein kleines Weilchen, denn der Micha fängt auch jene wieder ein, weil er so ungeschützt, mit offenem Herzen an der Bühnenrampe seine Lieder intoniert. Wir waren begeistert und beseelt und Danken sehr!
Morgenstunde (2091. Blog-Notat)

Was war das wieder für eine aufgeregte Woche auf dem politischen Parkett. Wieder kein Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine. Da kann man ein mulmiges Gefühl bekommen, wenn Sicherheitsgarantien für die Ukraine debattiert werden, die am Ende auch deutsche Soldaten verbrauchen werden. Ökonom Fratzscher fordert ein verpflichtendes soziales Jahr für Rentner (Hat er sie noch alle? Ich habe, wie die meisten meiner Generation, über 40 Jahre steuerpflichtig gearbeitet!) Fratzscher setzt händeringend auf die, die Arbeit als wichtiges Lebenselement lebten. Es ist gesellschaftliches Versagen, wenn das heute nicht mehr so ist und diesen Umstand haben nicht die Alten auszubügeln, sondern jene, die dieses Klima hervorbrachten… Das Leistungsniveau an Schulen ist laut aktueller Erhebungen noch weiter gesunken, denn die Menge von Kindern mit Migrationshintergrund bringt viele Schulen aus dem Gleichgewicht… mit der Folge, dass dieses Jahr 56.000 jungen Menschen ohne Abschluss ins Leben gegangen sind. Die Wirtschaft ruft nach Fachkräften und der Pistorius verlangt nach Freiwilligen für die Bundeswehr. Es gibt gute Gründe für junge Deutsche, das Land gleich nach dem Schulabschluss zu verlassen. Beinahe 270 000 Deutsche (jeden Alters) sind letztes Jahr ausgewandert. Sie gehen, weil sie hier keine gute Zukunft sehen und weil sie die Gesellschaft nach Corona und der großen Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen nicht wiedererkennen. Das Lebensgefühl hierzulande ist eher bedrückend geworden und die Liste für Gründe im Reformstau ist ellenlang. Wäre es nicht an der Zeit, die Lebensqualität in Deutschland wieder in einen guten Zustand zu bringen? Ich meine, das ist dringend geboten.
Schönes Wochenende allerseits!
Morgenstunde (1090. Blog-Notat)

Der Sommer geht in die letzte Runde: Nachdem ich in der ersten Juliwoche endlich die schlimmen Infekte los war, kam der Regen mit kleinen Tagesaussetzern für fünf Wochen. Erst rund um den Mondwechsel wurde es wieder sonnig und seitdem bekommen wir Besuch. Nicht jeden Tag, aber dicht bei dicht und wir genießen es. Es gibt wohl nichts Schöneres, als mit Freunden an einem milden Sonnentag über Gott und die Welt zu plaudern 😊. Vielleicht gibt es ja im September noch solche Momente, wir haben echt Nachholbedarf. Man könnte sich ja selbst genug sein, aber die Zeit, in der wir alle jetzt leben, ist so hässlich geworden, so voller Gegenwehr von allen Seiten, da müssen jene, die sich über die Blasen hinweg mögen, einander beistehen. Man arbeitet an der Kriegstüchtigkeit der Deutschen, um an der großen Jagd nach Rohstoffreserven teilzunehmen und nimmt den Menschen dafür die Lebensschönheit… Stattdessen: Kampf gegen Andersdenkende, wenn nicht gar gegen das Denken an sich. Wir müssen uns das Miteinander zurückholen. Einander zugewandt, einander zuhören, was trennt, miteinander bedenken und nicht wegbrüllen. Es geht um mehr, als um den guten Ton… (aber um den auch).









