Morgenstunde (659. Blog-Notat)

Verwunschen döst der Garten einen Margeriten-Traum. Alles leuchtet und ruht feierlich still. Die Natur wuchert üppig. Wir haben nur Wege durch das Quartier gemäht. Es ist erstaunlich, was da plötzlich alles in der Wiese sprießt. Wiesenstorchenschnabel, Ehrenpreis, gelber Federklee, Wiesen-Habichtskraut, Schöllkraut, Kleiner Odermennig, Grasnelken, Feldrittersporn… Gleich ist Pfingsten, viele sind verreist, wir können nicht, es ist Schwarmzeit, da muss der Imker weitgehend vor Ort sein.  Aber kleine Ausflüge machen wir. Heute Nachmittag fahren wir zu einer Film-Premiere – eine Doku über die Schorfheide. Der ehemalige Wirt und Galerist von „Kunst & Rad“ ist sein Leben lang neben seinen Berufen ein Filmer gewesen und will sich mit diesem Empfang von seinen Gästen in die Rente verabschieden. Die genießt er schon seit zwei Jahren im unteren Odertal. Ihr wisst, schon Corona hatte eine zeitnahe Veranstaltung verhindert… Inzwischen schwärmt er: Dort, nahe des Oderstroms, sind die Himmel weiter und nicht so walddunkel wie in der Schorfheide. Zukünftig wird er wohl ganz andere Filme drehen, aber heute, bin ich erst einmal auf seine Rückschau gespannt. Auf einem Schnipsel werde ich wohl dabei sein 😊, denn ich habe dort am Werbellinsee mehrfach ausgestellt und gelesen… Wo auch immer Ihr seid, ich wünsche Euch: Frohe Pfingsten, macht Euch glücklich!

Und wenn man schon davon redet… Mittags hatten wir zwei Schwärme, die Aufstiegen… Und weil ja das Schwarm fangen immer spannend ist, hänge ich noch ein paar Bilder ran…

Nach 24 Stunden Ruhe in der Kiste an einem kühlen Ort, schüttet der Imkergatte den Fang auf eine Rampe und von dort ziehen die Bienen ganz allein in ihre neue Beute ein.

Morgenstunde (658. Blog-Notat)

Die Elfenblume (Epimedium) mag schattige Plätze in lichten Laubwäldern.

Da ist sie – die Elfenblume. Wer mich kennt, weiß schon, der Name allein…! Ich musste sie einfach als Schattenbodenpflanze anschaffen. Gestern kam sie mit der Post. Sie soll mit dem Zaun-Efeu unter der Birke zum schönen Bodendecker wachsen. Aber was für ein Name! Zarte, goldene Blüten wird sie mir nächsten April bis Mai zeigen. Die haben ihr wohl diesen verträumten Namen spendiert. Genauer gesagt, war es der Gartengestalter Karl Foerster, der schlechterdings für seine neue Kreuzung einen Namen fürs Finanzamt brauchte. Wo ich doch gleich wieder über eine neue Elfengeschichte nachdenke – die Schattenelfen… ich muss nachsinnen, was sie für eine Gabe haben könnten 😊, wenn ich das weiß, kann ich die Geschichte schreiben.
Ich erinnere mich an die Ermutigung meines sehr strengen Malerfreundes Eckhard Böttger aus Finsterwalde (Ϯ), der mir schrieb, als er meine ersten Schorfheidemärchen gelesen hatte:
mensch–mädel!!!!!!! deine illus werden von jeder sache immer besser und haben auch die feine leichtere hand und damit die sprache einer elfe vor ort in kurtschlag — das war ernst gemeint —illustriere was das zeug hergibt !!!!“
Diese Worte waren für mich ein großes Geschenk und so kam es eben 😊 – ich muss immer mal wieder zu den Elfen…😊

Morgenstunde (657. Blog-Notat)

Der vierte Bilderblock ist geschnitten und mit den historischen Fotos bestückt…

Irgendwas war falsch die Tage: Das lange Zeichnen oder die gebeugte Haltung beim Anreißen und Schneiden der Passepartout-Ausschnitte oder auch das Zerren beim Jäten im Garten. Der wächst und wächst… Irgendwo bei diesen Verrichtungen sprang Sonntagabend die Hexe auf. Aber wahrscheinlich ist sie nur vom Kreuz des Liebsten umgestiegen und hat sich ein neues Opfer zugelegt. Das bremst meinen Schnippel-Elan einigermaßen aus und ich quäle mich eher heute mit dem vierten Bilderblock zur Dorfausstellung. Aber gut, ich beiße die Zähne zusammen, es muss ja vorwärts gehen. Draußen dröhnen wieder die Maschinen von den Glaskabel-Arbeiten und gleich kommt der Schornsteinfeger, den muss ich unbedingt ergreifen, um das Glück zu fassen, damit es besser wird, zumindest im Kreuz… Aber dann, eine Stunde später, hatte ich den Feger über den Schneidarbeiten doch verpasst, muss es also wieder selbst richten…

Morgenstunde (656. Blog-Notat)

Es möwt wieder im Atelier… Zwischen der Passepartout-Schneiderei brauchte ich heute einen Stimmungsaufheller. Draußen dröhnt die Rüttelmaschine von der gegenüberliegenden Straßenseite her. Macht Kopfschmerzen, wie schon gestern. Das ganze Häuschen zittert mit.  Also: Wegpinseln. Die Mützenmöwe Nummer 3 ist dabei herausgekommen…
Habt ein schönes Wochenende allerseits!

Morgenstunde (655. Blog-Notat)

Das Grasmännel, das ich letzte Woche auf die Straße gesetzt habe, ist nur ein bisschen schmutzig geworden, aber es wird wohl Schmerzen im rechten Fuß von den aufgenommenen Gehwegplatten haben…

Eigentlich ist es morgens um 7 Uhr nach dem Start der Pendler wieder still im Dorf. Ich wollte mich gerade noch einmal zur nächsten Schlummerrunde rumdrehen, da poltert etwas wirklich laut über die Gehwegplatten. Ich reibe mir die Augen und denke: Das Baukommando der Telekom. O.K. besser aufstehen, als genervt den Schlaf suchen.
Als wir vor 14 Jahren uns aufmachten, ein Häuschen auf dem Lande zu suchen gab es drei Suchkriterien: Es sollte bezahlbar sein, sich in Waldnähe befinden und einen Internetanschluss haben. Den Wald wollte der Imker für seine Bienen. Den Internetzugang ich für meine journalistische Arbeit. Als wir das zwei Jahre unbewohnte Haus in der Schorfheide fanden, versprach uns die Telekom, in einem halben Jahr würden neue Ports geschaffen, bis dahin aber müssten wir mir einem Modem klarkommen. Du liebe Güte. Das war echt zurück in eine andere Zeit gefallen. Die Verbindung dödelte, die Rechnung wurde teuer und meine Fotos kamen nicht selten zerschnitten in der Redaktion an, weil die Verbindung wegen der Übertragungslänge abriss. Herrje. Das kann existenziell werden… Aber der heiße Sommer 2008 ging vorbei und der Port kam. Jetzt kommt das Glasfaserkabel – das „Netz der Zukunft“ bis ans Haus. Ich bin gespannt. Wenn sich nun noch endlich das Funkloch schließen würde… ja, das dauert halt noch ein Jahr länger als letztes Jahr versprochen, aber es wird.

Morgenstunde (654. Blog-Notat)

Ich schaue aus dem Fenster und sehe: Die Herren sind mit dieselgetriebenem Geknatter unterwegs. Solln sie Spaß haben da draußen im Wind. Ich mach‘ Pause. Gestern habe ich das abgenommene Buchcover in ein handgebautes Mäppchen gesteckt und eingetütet, Rechnung geschrieben – erledigt. Man glaubt nicht, wieviel Zeit auch dieser letzte Schritt verbraucht. Aber da wir unseren wöchentlichen Beschaffungstag hatten, war der Tag eh zerschnitten und ungeeignet für ein Mehrstundenprojekt. Also standen nur Hauskram, Postmachen, Aussaaten pikieren und der erste Weinschnitt an. Abends hatten wir unterm Glasdach schon wieder die dicken Jacken an. Nichts zum Klönen. Die Herren müssen sich heute warm anziehen hier oben im Norden Brandenburgs… machts Euch trotzdem schön! 😊

Morgenstunde (653. Blog-Notat)

Nachdem ich gestern sechs Stunden am Stück Farbe ins Buchcover gebracht hatte, musste ich mir erst einmal beim Garten gießen die Beine vertreten. Es war zwar Nachtregen angesagt, aber der stetige Wind hat die Böden staubtrocken hinterlassen, da muss man einfach wässern. Von den Unwettergüssen haben wir am Wochenende nur einen Liter abbekommen, das ist nix. Abends habe ich mir einen Schneidplatz eingerichtet und dazu den Zeichenplatz verdoppelt. Man wird erfinderisch, wenn der Raum begrenzt ist. Eine lose Holzplatte im gleichen Format meines Zeichentisches, wird mal zum Stehpult oder mein Rollschrank wird herangeschoben und dient als Unterbau für die Tischerweiterung. Ein paar schlichte Kanthölzer verändern die gewünschten Höhen. Finnpappe drauf – fertig 😊. Die nächsten zwei Wochen werde ich hier die Passepartouts für die örtliche Feuerwehrausstellung zuschneiden. 72 Ausschnitte werden es insgesamt sein. Dafür schneide ich jeden Tag vier, vielleicht sechs, mehr nicht, sonst gibt’s Muskelkater im Brustkorb, muss man nicht haben. Daneben wächst eine neue Geschichte…

16:45 Uhr: Der erste Bilderblock aus den 50er Jahren steckt im Passepartout.

Morgenstunde (652. Blog-Notat)

Noch nicht ganz vollzählig, aber es ist der einzige Schnappschuss vom Tage…

Als die Gäste eintrafen, wich der Stress augenblicklich von mir. Den halben Tag haben wir nach den Wolken geschaut, das Regenradar hin- und herbewegt. Um 14 Uhr goss es, da haben wir entschieden, die Möbel auf der Wiese nicht einzudecken, sondern zehn Plätze unter unserem Vordach und weitere acht in der Wohnküche zu schaffen… Bestimmt habe ich meinen Liebsten unendlich genervt, denn er meinte irgendwann: „Du bist wie ein aufgezogener Hamster unterwegs.“ Kein Wunder, wenn frau Arbeiten abgibt und dem Tempo des anderen zusehen muss… Damit ich nicht schon vor Beginn der Lesung außer Atem bin, hat er die Möbel geschleppt, Kabel verlegt, Staub gesaugt, Blätter gefegt, das Geschirr herangetragen, Technik aufgebaut…ich bin ihm unendlich dankbar für alles und seine Geduld.  Zu guter Letzt waren wir zu zehnt. Für mich war das so vollkommen in Ordnung, denn nicht jeder hat Lust auf Märchen, wenn im Dorf zugleich ein Simson-Treffen stattfindet oder das Wetter einen aufs Sofa drückt. Birgit hatte uns eine super Torte gebacken und Christina ein Blech mit leckerem Rhabarberkuchen. DANKE dafür! Der Kulturverein spendierte Blumen und Ute und Eckhard den Kaffee – und dann ging es los. Ich las drei Märchen – „Der siebente Fisch“, „Das Sonnenmädchen“ und „Der Regenmann“ (20 Minuten). Danach gabs eine Nachfüllpause für die Kaffeetafel. Der folgten weitere 20 Minuten mit einem Auszug aus „Das Nebeltor“. Was das wichtigste ist: Die Stimme hat gehalten 😊! Ich musste nicht husten, las nicht kurzatmig, wurde nicht heiser – Test bestanden 😊! Jetzt weiß ich, solche Gartenlesungen gehen wirklich wieder, wenn denn trockenes Wetter ist… Mir hat die Runde gutgetan und ich hoffe, den Zuhörern auch. Anschließend saßen wir noch ein gutes Weilchen bei einem  Riesling (von Sabine, Patricia und uns) beieinander und sprachen über die Coronazeit… Habt einen entspannten Sonntag allerseits!

Morgenstunde (651. Blog-Notat)

Irgendwie hat es mir keine Ruhe gelassen – die alleinige virtuelle Veröffentlichung von „Die Zeit der weißen Wälder“.  Denn es gibt immer noch so viele Menschen, die nicht mit einem Computer, Tablet oder Smartphon umgehen und das Lesen vom Blatt oder Buch vorziehen. Und ja, natürlich entsteht dabei eine gänzlich andere Stimmung als vor einem Bildschirm. Grundsätzlich hat sich nichts an meiner Entscheidung – die Novelle nicht zum klassischen Buchdruck zu führen – geändert, aber ich habe eine Lösung gefunden: Die handgefertigte, limitierte Künstlerausgabe. Also habe ich diese Woche ein Layout auf Naturpapier entwickelt und die ersten fünf Hefte mit je 48 Seiten gedruckt und gebunden. Ein Heft kostet 10 € (zzgl. Versand). Endlich kann ich innerlich mit dem Stoff abschließen und der Kopf ist frei für Neues…

Morgenstunde (650. Blog-Notat)

An der Havel in Mildenberg.

Am Morgen lag alles und jedes unter einer gelben, klebrigen Schicht Kiefern-Blütenstaub. Mangels Regen versinken wir gerade in diesem pulverisierten Gelb. Beim Laufen durch die Wiese staubte es und beim Rasenmähen auch. Mittags waren wir nach einem Termin im Mildenberger Hafen essen und auch dort lag selbst der Wasserspiegel der Hafenbecken stumpf und trüb. Allein die Havel nahm die Pollen mit sich hinfort. Wir allerdings müssen bis Freitag durchhalten, dann gibt es Gewittergüsse, die es hoffentlich richten werden. Ich bitte den Wettergott, dass er Samstag zu meiner Gartenlesung die Wolken dichthält. Notfalls müssen alle Gäste verteilt ins Häuschen. Mit Mikro und Verstärker kann man meine Geschichten dann überall im und am Haus hören. Hatten wir schon mal in einem sehr kalten April mit den Kulturbündlern aus Zehdenick, die fanden es nett so dicht beieinander. 25 Leute in der Wohnküche, sie wollten kaum gehen. Aber lieber wär‘s mir trocken im Garten. Wir werden improvisieren…