Morgenstunde (663. Blog-Notat)

Und tschüss, Woche! Nach der Pflicht – die Kür, die gestern mit diesem Mützen-Möwchen begann. Was Leichtes für die Hand nach all der Schneiderei.  In den nächsten Tagen will der zurückgekehrte Imkergatte schleudern. Die Beuten sind prallvoll mit Blütenhonig. Es war das erste Frühjahr ohne Frost im Mai und so erleben wir nach 14 Jahren zum ersten Male wirklich üppige Gärten. Wie das schmeckt, werden wir am Wochenende wissen. Wie lange der Honig schließlich gerührt werden will, noch nicht…😊. Zwischen den Verrichtungen um die Schleuderei, werde ich wohl ein neues Märchen erfinden… Wenn im August die Heideelfen erwachen, leuchten die Sander der Schorfheide samtig lila und der Sommer neigt sich…

Habt ein entspanntes Wochenende – alle miteinander!

Morgenstunde (662. Blog-Notat)

Geschnitten und gerahmt. Am 24. Mai hab ich mit der Passepartout-Schneiderei für die örtliche Feuerwehrausstellung begonnen, eben bin ich fertig geworden. Kann also abgeholt werden… 10 Bilderblöcke mit insgesamt 54 Bildausschnitten sind es schlussendlich geworden. Es sollte reichen, mein Kreuz wird sich freuen, wenn ich mich in den nächsten Tagen mal nicht so gebeugt aufstellen muss…😊.

Morgenstunde (661. Blog-Notat)

Dieser Eulencartoon aus dem Jahre 2002 diente einst als Titelblatt zu dem Wandkalender „Kauzige Eulen“. Aus der Serie, die 15 Motive umfasste, war es das letzte Original, das noch bei mir wohnte. Bis gestern, da konnte ich das gute Stück verkaufen. Es hat mich echt gewundert, dass das beste Motiv dieser Reihe (aus meiner Sicht) so lange im Atelier blieb. Gestern habe ich es aus den untersten Gefilden eines Stapels älterer Zeichnungen gezogen und siehe da, die Bilderfreundin war entzückt. Freude.
Heute ist der Liebste zu seinen Eltern ins Erzgebirge aufgebrochen. Die Mutter hat nicht mehr viel Leben in sich, sie wird wohl ans andere Ufer gehen und er will sie naturgemäß noch einmal sehen und dem Vater beistehen. Eine schwere Zeit, in der das Stimmungspendel weit ausschlägt. Emotional ist das für alle und es kostet Kraft. Ich hocke derweil weiter in meinem Kreuzschmerz und versuche, was geht. Ein weiteres Mützenmöwchen vielleicht. Der achte Ausstellungsblock ist geschnitten, noch zwei, dann bin ich durch mit dem Projekt fürs Dorf.

Morgenstunde (660. Blog-Notat)

Es war ein Abschiedsfilm, den wir am Pfingstsamstag im Ringhotel Schorfheide zu sehen bekamen. Der erinnerte und hielt fest, was „Kunst & Rad“ einmal war. Alles ganz privat. Die Gestalter dieses einstigen Kunstortes Ines und Hann-Dieter waren ganz aufgeregt und angefasst, denn sie steckten ja schon zweieinhalb Jahre in einem neuen, ganz anderen Leben und konnten erst jetzt Danke sagen und Abschied nehmen.  Ich kam in diesem Filmchen auch vor (siehe Bild), aber es war schon seltsam, sich selbst zu begegnen – vor 12 Jahren, noch so fit… Knapp hundert Menschen sahen den Streifen. Ganz ehrlich, umso länger er lief, war mir diese große Atemgemeinschaft nicht geheuer… Wieviel Zeit werde ich brauchen, diesen Corona-Schaden zu vertreiben? Wir konnten einfach nach dem Film nicht länger verweilen… So schade, dass es den kleinen kulinarischen Kunstort nicht mehr gibt, aber alles hat nur eine gewisse Zeit. Hann und Ines wohnen weiter in meinen Gedanken und einiges um mich herum erinnert mich direkt an sie. Zum Beispiel meine  Schorfheider Winterkarten. Hann suchte eine schöne Winter-Weihnachtskarte in blau-weiß…Daraufhin floss aus meiner Hand dieser märchenhafte Askanier-Turm von Eichhorst am Süßen Winkel des Werbellinsees… Machts gut ihr Zwei!
Der Rest von Pfingsten hieß: Bienenschwärme fangen. Die Bilder davon hatte ich gestern noch an die „Morgenstunde 659“ drangehängt. Wen es interessiert, sie befinden sich unter dem Schwarm-Video. Fünf Schwärme waren es insgesamt und der Imkergatte hofft mit mir, dass heute nicht noch welche nachfolgen. Mir sitzt immer noch die Hexe im Kreuz, was so langsam echt nervt. Morgen will ich weitere Bilderblöcke schneiden, dazu kann ich das gar nicht gebrauchen….

 

Morgenstunde (659. Blog-Notat)

Verwunschen döst der Garten einen Margeriten-Traum. Alles leuchtet und ruht feierlich still. Die Natur wuchert üppig. Wir haben nur Wege durch das Quartier gemäht. Es ist erstaunlich, was da plötzlich alles in der Wiese sprießt. Wiesenstorchenschnabel, Ehrenpreis, gelber Federklee, Wiesen-Habichtskraut, Schöllkraut, Kleiner Odermennig, Grasnelken, Feldrittersporn… Gleich ist Pfingsten, viele sind verreist, wir können nicht, es ist Schwarmzeit, da muss der Imker weitgehend vor Ort sein.  Aber kleine Ausflüge machen wir. Heute Nachmittag fahren wir zu einer Film-Premiere – eine Doku über die Schorfheide. Der ehemalige Wirt und Galerist von „Kunst & Rad“ ist sein Leben lang neben seinen Berufen ein Filmer gewesen und will sich mit diesem Empfang von seinen Gästen in die Rente verabschieden. Die genießt er schon seit zwei Jahren im unteren Odertal. Ihr wisst, schon Corona hatte eine zeitnahe Veranstaltung verhindert… Inzwischen schwärmt er: Dort, nahe des Oderstroms, sind die Himmel weiter und nicht so walddunkel wie in der Schorfheide. Zukünftig wird er wohl ganz andere Filme drehen, aber heute, bin ich erst einmal auf seine Rückschau gespannt. Auf einem Schnipsel werde ich wohl dabei sein 😊, denn ich habe dort am Werbellinsee mehrfach ausgestellt und gelesen… Wo auch immer Ihr seid, ich wünsche Euch: Frohe Pfingsten, macht Euch glücklich!

Und wenn man schon davon redet… Mittags hatten wir zwei Schwärme, die Aufstiegen… Und weil ja das Schwarm fangen immer spannend ist, hänge ich noch ein paar Bilder ran…

Nach 24 Stunden Ruhe in der Kiste an einem kühlen Ort, schüttet der Imkergatte den Fang auf eine Rampe und von dort ziehen die Bienen ganz allein in ihre neue Beute ein.

Morgenstunde (658. Blog-Notat)

Die Elfenblume (Epimedium) mag schattige Plätze in lichten Laubwäldern.

Da ist sie – die Elfenblume. Wer mich kennt, weiß schon, der Name allein…! Ich musste sie einfach als Schattenbodenpflanze anschaffen. Gestern kam sie mit der Post. Sie soll mit dem Zaun-Efeu unter der Birke zum schönen Bodendecker wachsen. Aber was für ein Name! Zarte, goldene Blüten wird sie mir nächsten April bis Mai zeigen. Die haben ihr wohl diesen verträumten Namen spendiert. Genauer gesagt, war es der Gartengestalter Karl Foerster, der schlechterdings für seine neue Kreuzung einen Namen fürs Finanzamt brauchte. Wo ich doch gleich wieder über eine neue Elfengeschichte nachdenke – die Schattenelfen… ich muss nachsinnen, was sie für eine Gabe haben könnten 😊, wenn ich das weiß, kann ich die Geschichte schreiben.
Ich erinnere mich an die Ermutigung meines sehr strengen Malerfreundes Eckhard Böttger aus Finsterwalde (Ϯ), der mir schrieb, als er meine ersten Schorfheidemärchen gelesen hatte:
mensch–mädel!!!!!!! deine illus werden von jeder sache immer besser und haben auch die feine leichtere hand und damit die sprache einer elfe vor ort in kurtschlag — das war ernst gemeint —illustriere was das zeug hergibt !!!!“
Diese Worte waren für mich ein großes Geschenk und so kam es eben 😊 – ich muss immer mal wieder zu den Elfen…😊

Morgenstunde (657. Blog-Notat)

Der vierte Bilderblock ist geschnitten und mit den historischen Fotos bestückt…

Irgendwas war falsch die Tage: Das lange Zeichnen oder die gebeugte Haltung beim Anreißen und Schneiden der Passepartout-Ausschnitte oder auch das Zerren beim Jäten im Garten. Der wächst und wächst… Irgendwo bei diesen Verrichtungen sprang Sonntagabend die Hexe auf. Aber wahrscheinlich ist sie nur vom Kreuz des Liebsten umgestiegen und hat sich ein neues Opfer zugelegt. Das bremst meinen Schnippel-Elan einigermaßen aus und ich quäle mich eher heute mit dem vierten Bilderblock zur Dorfausstellung. Aber gut, ich beiße die Zähne zusammen, es muss ja vorwärts gehen. Draußen dröhnen wieder die Maschinen von den Glaskabel-Arbeiten und gleich kommt der Schornsteinfeger, den muss ich unbedingt ergreifen, um das Glück zu fassen, damit es besser wird, zumindest im Kreuz… Aber dann, eine Stunde später, hatte ich den Feger über den Schneidarbeiten doch verpasst, muss es also wieder selbst richten…

Morgenstunde (656. Blog-Notat)

Es möwt wieder im Atelier… Zwischen der Passepartout-Schneiderei brauchte ich heute einen Stimmungsaufheller. Draußen dröhnt die Rüttelmaschine von der gegenüberliegenden Straßenseite her. Macht Kopfschmerzen, wie schon gestern. Das ganze Häuschen zittert mit.  Also: Wegpinseln. Die Mützenmöwe Nummer 3 ist dabei herausgekommen…
Habt ein schönes Wochenende allerseits!

Morgenstunde (655. Blog-Notat)

Das Grasmännel, das ich letzte Woche auf die Straße gesetzt habe, ist nur ein bisschen schmutzig geworden, aber es wird wohl Schmerzen im rechten Fuß von den aufgenommenen Gehwegplatten haben…

Eigentlich ist es morgens um 7 Uhr nach dem Start der Pendler wieder still im Dorf. Ich wollte mich gerade noch einmal zur nächsten Schlummerrunde rumdrehen, da poltert etwas wirklich laut über die Gehwegplatten. Ich reibe mir die Augen und denke: Das Baukommando der Telekom. O.K. besser aufstehen, als genervt den Schlaf suchen.
Als wir vor 14 Jahren uns aufmachten, ein Häuschen auf dem Lande zu suchen gab es drei Suchkriterien: Es sollte bezahlbar sein, sich in Waldnähe befinden und einen Internetanschluss haben. Den Wald wollte der Imker für seine Bienen. Den Internetzugang ich für meine journalistische Arbeit. Als wir das zwei Jahre unbewohnte Haus in der Schorfheide fanden, versprach uns die Telekom, in einem halben Jahr würden neue Ports geschaffen, bis dahin aber müssten wir mir einem Modem klarkommen. Du liebe Güte. Das war echt zurück in eine andere Zeit gefallen. Die Verbindung dödelte, die Rechnung wurde teuer und meine Fotos kamen nicht selten zerschnitten in der Redaktion an, weil die Verbindung wegen der Übertragungslänge abriss. Herrje. Das kann existenziell werden… Aber der heiße Sommer 2008 ging vorbei und der Port kam. Jetzt kommt das Glasfaserkabel – das „Netz der Zukunft“ bis ans Haus. Ich bin gespannt. Wenn sich nun noch endlich das Funkloch schließen würde… ja, das dauert halt noch ein Jahr länger als letztes Jahr versprochen, aber es wird.

Morgenstunde (654. Blog-Notat)

Ich schaue aus dem Fenster und sehe: Die Herren sind mit dieselgetriebenem Geknatter unterwegs. Solln sie Spaß haben da draußen im Wind. Ich mach‘ Pause. Gestern habe ich das abgenommene Buchcover in ein handgebautes Mäppchen gesteckt und eingetütet, Rechnung geschrieben – erledigt. Man glaubt nicht, wieviel Zeit auch dieser letzte Schritt verbraucht. Aber da wir unseren wöchentlichen Beschaffungstag hatten, war der Tag eh zerschnitten und ungeeignet für ein Mehrstundenprojekt. Also standen nur Hauskram, Postmachen, Aussaaten pikieren und der erste Weinschnitt an. Abends hatten wir unterm Glasdach schon wieder die dicken Jacken an. Nichts zum Klönen. Die Herren müssen sich heute warm anziehen hier oben im Norden Brandenburgs… machts Euch trotzdem schön! 😊