Das Immerwiederkehrende

Alltag 4, Februar 2019:
Die „Dinge des Alltags – das Immerwiederkehrende“ – ist das Jahresprojekt der Bloggerin Ulli Gau, an dem ich mich beteilige und 12 Monate lang immer am  1. Monatswochenende etwas aus meinem Alltag vorstelle.

Diesmal: Das Wortefinden.
Bei meinen Lesungen werde ich recht oft gefragt, woher ich die klangvolle Sprache nehme. Ob ich sie mühsam zusammenstelle und meine Sätze gewissermaßen drechsele. Nein, so ist es nicht, wenn es läuft, kommen die Worte von allein zum Vorschein und fließen in Sätze. Das Grundgeheimnis heißt einfach: Lesen, Lesen, Lesen und unterwegs neue Worte entdecken. Jeden Tag. Gleich einer Wanderdüne nehme ich stets und ständig neue Worte in mir auf und wenn sie zu mir passen, notiere ich sie mir, darüber werden sie zu meinen, wenn ich sie nicht gleich wieder vergesse. Überall um mich herum liegen kleine Zettel. Die haben kein System und könnten im Grunde sofort wieder verschwinden, aber ich merke mir die wertvollen Fundsachen, indem ich sie aufschreibe. Das ist der Weg in mein Gedächtnis, einem wachsenden Fundus, von dem ich mich als Autorin ernähre. Und manchmal wird aus dieser imaginären Wanderdüne sogar eine echte Figur. Mit ihr geht es auf zu einer neuen Geschichte, wie zum Beispiel mit meinem Sandteufel, der zugleich auch Wanderdüne ist….

Nax auf seiner Wanderdüne im Meer. Zeichnung: Petra Elsner

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