Es ist besser. Die Temperaturen sind heute angenehm, so könnten alle Sommertage sein. Der Atem fließt ruhig. Nach dem ablehnenden Reha-Bescheid reise ich jetzt wieder nach innen: arbeite mit Reiki (habe den II. Grad), Affirmationen und Tai Ci, ein bisschen von allem fürs bessere Atmen und neue innere Kraft. Von Selbstheilung halte viel. Auch wenn es zuweilen „nur“ um das psychologische Momentum geht und um Energieflüsse. Die Lunge wird davon nicht heilen, aber die Atemmuskeln werden trainiert. Der Status einer chronisch kranken Künstlerin in Rente ist nicht sehr hoch in diesem Land. Man muss sich selbst kümmern, eigentlich wie immer in meinem Leben.
Schlagwort: Leben mit COPD IV
Morgenstunde /1179. Blog-Notat)
Von der Hitze am Tag wurde mir übel. Nach dem Mittags-Gewitter klebte die Luft gleich wieder. Schwer von der Nässe. Die Hitze einzuatmen, lässt mich taumeln schon den zweiten Tag. Die Beine werden schwer, ich komme nicht weit und ziehe das abgedunkelte Häuschen vor. Hier wird die Luft dick. Der Ventilator dreht den Mief. Es kommen nachmittags unverhofft junge Gäste. Sie schauen dem Imkergatten beim Schleudern zu. Ich habe Mühe, die Sitzkissen für sie zu platzieren, wieder Taumeln. Der Blutdruck steigt, ich koche Kaffee und werfe eine Ramipril ein. Als der Kaffee durchgetröpfelt ist, kommen die Gäste mit dem Liebsten aus der Bienenküche. Wir sitzen draußen, es geht mir nicht gut, aber ich möchte die Jungen nicht vergraulen… Die Ärztezeitung schreibt: „Sommerliche Hitzewellen erhöhen das zusätzliche tägliche Sterberisiko bei Menschen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) um bis zu 14 Prozent, bei längeren Hitzewellen gar bis zu 43 Prozent.“ Ich weiß das, aber ich fürchte mich nicht. Die Krankenkasse hat auch nach meinem Widerspruch eine Reha abgelehnt.
Morgenstunde (1174. Blog-Notat)
Morgenstunde (1173. Blog-Notat)


Atemschweres Wetter seit drei Tagen. Schwüle und Feuchte schlagen Pflöcke in meine Tageswege: Bis hierhin und nicht weiter. Es stehen überall Sitzmöglichkeiten, auf die ich mich fallen lassen kann und beim Verschnaufen darf ich die Mohnblüteninseln anschauen. Das Rot ist eine Freude fürs Herz. Ich habe mich dann lieber doch ins Haus zurückgezogen und helfe mit dem Abwaschen der Siebe und Honiggefäße. Der Imkergatte bereitet die erste Honigschleuder in 2026 vor. Wir sind gespannt.
Im Atelier warten zwei neue Aufträge: ein Firmen-Logo und eine Landschaftsmalerei. Die Leinwand hat ein ungewöhnliches Format und musste bestellt erst werden. Diese Arbeiten werden in die kommenden Regenzeiten gelegt. Alles drängt nicht und deshalb habe ich sie auch angenommen. Auch mit dem Zeichnen meiner Weihnachtsgeister möchte ich ein bisschen vorankommen. Die Hälfte des Jahres ist ja schon bald rum…
Morgenstunde (1168. Blog-Notat)

Die schlechten Tage überwiegen gerade. Selbst kleine Anstrengungen bringen den Atemfluss aus dem Rhythmus. Die Lunge flattert unter den Rippen und ich muss sitzend innehalten, bis es sich nach zwei, drei Minuten beruhigt. Das ist für mich heftig und es ist wohl auch nicht schön anzusehen… Gestern war eine Pflegebegutachterin bei uns und hat die Situation aufgenommen. Man sah ihr an, wie erstaunt sie war, dass ich schon so lange mit COPD lebe. Fast 20 Jahre. Bin lange drüber… Ich habe ihr von dem Dupixent erzählt und dass es offenbar lebensverlängernd gewirkt hat. Es hat in dieser Zeit Exazerbationen verhindert, das Lungenvolumen bis zu 10 % gesteigert und mein allgemeines Befinden gestärkt. Für 3 Jahre, dann ging es wieder abwärts. Aber bei Stagnation oder wieder schlechteren Lungenwerten müssen diese Antikörper abgesetzt werden. Heißt, wenn es nichts bringt, müssen (dürfen!) nicht tausende Euros verschossen werden. Gut, ich habe dieses experimentelle Zwischenhoch erleben dürfen und bin vielleicht deshalb noch auf Erden. In etwa zwei Wochen werden wir vom Medizinischen Dienst erfahren, ob wir Hilfe im Haushalt bekommen oder nicht. Bis auf das Kochen, bin ich da inzwischen ein Totalausfall. Den Bilderspeicher werden wir dieses Jahr nicht einrichten, nur ein, zwei Teile an die Wände, der Rest bleibt im Block stehen. Es ist ja ein Speicher, keine Galerie. Der Aufwand lohnt sich eh nicht mehr. Die Zeit der Bildergucker ist vorbei.
Heute düsen wir mit dem Auto nach Finowfurt, 37 Kilometer hin und 37 Kilometer zurück, um einen Überweisungsschein zum CT abzuholen. Die Wege übers Land…
Morgenstunde (1164. Blog-Notat)
Ach, lieber Mai und mache … diese Spielarten von Grün im Garten sind einfach wunderschön anzusehen. Im schattigen Tiefsitz war die Wärme dieser Tage gut auszuhalten, aber so, wie es heute ist: 20 Grad, leichte Briese und bizarre Wolkenzüge, ist es mir am liebsten. Der Atem fließt frei.
Am 1. Mai kamen zwei Waldliebhaber zu Besuch. Mit Blumen, Törtchen und Lebensgeschichten. Wir hatten uns zwei Jahre nicht gesehen und es war inzwischen viel geschehen. Menschen in unserem Alter haben viel zu tragen, und deshalb probiert man beim Erzählen jedes Mal eine Balance zwischen Trauer und Witz. An diesem Freitag ist sie uns gelungen, was eine gewisse Erleichterung hinterließ. Und ein schönes Foto bekamen wir vom Tage.
Der Liebste schaut ein bisserl erschrocken, vielleicht nur diesen Moment, indem ein Fotograf den anderen Fotografen ansieht 😊… Wir sind dankbar für diese gute Zeit.
Morgenstunde (1163. Blog-Notat)
Wir waren heute das erste Mal auf dem Polenmarkt Hohenwutzen in Cedynia. Der Ort liegt etwa 1 Autostunde von uns entfernt, gleich hinter der Oder. Wir wollten Sprit volltanken (der Liter für 1,45 €), 1 Stange Zigaretten (Schachtel Camel 6 €) kaufen, Käse und Gemüse mitnehmen. Abzüglich der Reisekosten hatten wir satte 50 € gespart. Eine gute Erfahrung nach der elenden Abzocke hier im Land. Ob wir das öfter machen werden, mal sehen, denn anstrengend ist es natürlich. Aber die Frühlingslandschaft der Uckermark und in Märkisch Oderland entschädigt. Doch irgendwie fühlte ich auch, wie ich Abschied nehme von dieser wunderschönen Landschaft. Es ist ein Reisen mit feuchten Augen. Den Markt haben wir uns noch nicht erobert, zu groß, zu weitläufig und viel Abgasgestank. Ich bin nicht weit gekommen, was voraussehbar war, aber wir waren mit unsrer Beute zufrieden.
Habt alle miteinander ein entspanntes Wochenende unterm Maibaum oder auf der Straße!



Morgenstunde (1162. Blog-Notat)
Heute gabs den vierteljährlichen Hausarzttermin. Sie misst auch meine Lungenfunktion, die lag bei 23 Prozent Lungenvolumen. Ich verbuche das mal unter Tagesbild, denn kann es so rasant abnehmen? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht und ich war nur etwas außer Puste. Dann schaut sie meinen Liebsten an: „Rauchen Sie noch?“ Er nickt, er kann es nicht lassen, so viele erfolglose Versuche. Sie mahnt: „Sie sehen doch täglich dieses Endstadium bei Ihrer Frau…“ Er nickt wieder, ich schlucke. Ich weiß es ja, aber ihm den letzten Funken Hoffnung zu nehmen, ist schon arg. Wir waren danach sehr still und ich fand, ein gutes Essen könnte es ein bisschen richten – für den Moment. Also fuhren wir an die Havel zum Italiener, es tat uns gut…
Morgenstunde (1161. Blog-Notat)
Diese schönen Sonnenstunden nutzen wir seit Tagen und so kommen die Verrichtungen im Garten Schritt für Schritt voran. Es hilft ja nicht zu klagen, was alles nicht mehr geht. Damit etwas für mich geht, setzte heute der Liebste zwei Pflanzwannen ein „Stockwerk“ höher, damit ich das Bücken vermeiden kann. Die alten Holzbalken lagen noch von der Baddacherneuerung herum… in die Wannen kommen Cherry-Tomaten und Gurken. Vorgezogen sind sie schon, aber raus geht’s erst Mitte Mai. Die Spätfröste. Vom Gefäßrand wird Kapuzinerkresse ranken, dann sieht man auch kaum noch das improvisierte Gestell. Die Fleischtomaten wachsen wie alle Jahre im Tomatenhäuschen. In zwei Hochbeete kommen Gemüsepflanzen. Salat sprießt schon. Das dritte Hochbeet befüllen wir dieses Jahr nicht mit Erde. Gestern haben wir die 10 neuen Erdbeertöpfe auf die Laubschicht gestellt. Die sind jetzt auch hochgesetzt und so gut erreichbar für eine, die viel zu wenig Luft bekommt. Es wird schon, auch wenn die Brachen hier und da immer noch schmerzen…


Morgenstunde (1158. Blog-Notat)


Der Freisitz unter unserem Glasdach ist zurzeit ein Kampfplatz kleiner Wildbienen. Gestern sind etwa 20 geschlüpft. Sie kamen aus allen Ritzen und Bohrungen unseres Gartentisches. Es begann vor Jahren mit einer Wildbiene, aber ihr Nachwuchs muss inzwischen um die wenigen Brutplätze im Tisch und in der Hausdeko ringen. Jeder Spalt ist willkommen. Zuweilen geht es da ganz schön zur Sache und die Ruhe ist für uns dahin, weil wir ihnen in der Flugbahn stehen oder sitzen 😊. Nur ein paar Tage, dann ist die Sache klar, wer bleibt und wer sich was Neues suchen muss, denn diese Bienen leben als Einsiedler (solitär) und bilden kein Volk. Wir lassen sie und verschließen auch nicht ihre Nester, auch, wenn es mehr werden.
Mein Reha-Antrag wurde übrigens abgelehnt. Ich habe widersprochen und gefragt, ob sie mir beim Sterben zusehen wollen und außerdem gebeten, mir den Weg zum Sozialgericht zu ersparen. Ich schlage ungerne so scharfe Töne an, aber es muss wohl sein…
















