Der Freisitz unter unserem Glasdach ist zurzeit ein Kampfplatz kleiner Wildbienen. Gestern sind etwa 20 geschlüpft. Sie kamen aus allen Ritzen und Bohrungen unseres Gartentisches. Es begann vor Jahren mit einer Wildbiene, aber ihr Nachwuchs muss inzwischen um die wenigen Brutplätze im Tisch und in der Hausdeko ringen. Jeder Spalt ist willkommen. Zuweilen geht es da ganz schön zur Sache und die Ruhe ist für uns dahin, weil wir ihnen in der Flugbahn stehen oder sitzen 😊. Nur ein paar Tage, dann ist die Sache klar, wer bleibt und wer sich was Neues suchen muss, denn diese Bienen leben als Einsiedler (solitär) und bilden kein Volk. Wir lassen sie und verschließen auch nicht ihre Nester, auch, wenn es mehr werden. Mein Reha-Antrag wurde übrigens abgelehnt. Ich habe widersprochen und gefragt, ob sie mir beim Sterben zusehen wollen und außerdem gebeten, mir den Weg zum Sozialgericht zu ersparen. Ich schlage ungerne so scharfe Töne an, aber es muss wohl sein…
Das sind so Abschiede, die einem Feuchte in die Augen treiben. Abschiede vom Kraft gefluteten Leben. Als wir am Gründonnerstag die Pflanzen aus dem Hügel aushoben und in Töpfe setzten, habe ich schon die ganze Zeit geheult. Es steckte so viel Liebe in diesem Ort und er war von mir gebaut fürs Leben. Aber als mein Sohn mich heute nach meinem Befinden fragte, bevor er mit dem Rückbau von Kräuterhügel und Bachlauf begann (mein Liebster war natürlich auch dabei), schwammen meine Augen. Das legte sich sofort, als ich vehement um einen Themenwechsel bat. Aber mein Befinden ist schlecht und schwach. Er sorgt sich, ich bin seine Familie. Bin froh, dass Jan eine Verlobte hat und sie Heiratspläne schmieden. Sommer 27, ob ich das erlebe, keine Ahnung, ich hege Zweifel, weil es jetzt so schnell mit den Einschränkungen geht. Das passt wohl zum K-Freitag, ich bin schon gläubig, pantheistisch, aber nicht religiös. Dieser Glaube aber kann nur mir helfen…
Die Verschlechterung kam letzte Woche aus dem Nichts. Keine Erkältung, keine Lungenentzündung – ich nenne es mal einen „stillen“ Schub. Heißt, nach deutlich weniger Bewegung, kommt schon die Flatteratmung, begleitet von einem Ziehen im Brustkorb und dem Abfall der Sauerstoffsättigung auf 80er Werte. Das fühlt sich bescheiden an, es zieht eine Müdigkeit ins Herz. Vorgestern war es schlagartig wieder etwas leichter. Nicht gleich Japsen und Hinsetzen nach ein paar Schritten. Die Schwankungen sind nur minimal, aber dieses Müh fühlt sich deutlich besser an. Alles nimmt Einfluss: Wetterwechsel, Stress, Stimmungen und natürlich die tunlichst zu vermeidenden Infekte… Gestern schlug das Pendel wieder zurück, als ob da was unter den Rippen sitzt und sticht. Es sollte wärmer werden… Heute scrolle ich mich durch die Kräuterportale und bestelle ich Königskerzenblüten, Lindenblüten und Isländisches Moos. Schafgarbe habe ich noch vorrätig. Aus diesen vier Ingredienzien mische ich nach Dr. P.N. zu gleichen Teilen einen Infektanflugstee. Einen Teelöffel auf eine Tasse, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Eine Tasse am Tag trinken, wenn man glaubt, da kommt was, vermeidet so manchen Ausbruch. Wenn die Nase schön läuft, ist der Tee für die Katz. Mit dem Rest Königskerzenblüten werde ich jetzt Dampfbäder probieren. Das ist Schleimlösend, ich kaufe lieber das Original statt teure Wundertropfen… Der Tee gegen nervösen Blutdruck aus der Klosterkunde schlägt ja auch gut an (nicht geeignet, wenn man Antidepressiva nimmt). Für die Psyche ist es natürlich wärmend, wenn man sich um sich kümmert. So steige ich in meine Versuche und denke, besser als nur schlapp Abzuhängen, wenn draußen der Wind weht und das Atmen beschwerlich. Es gibt diese Tage, da ist die COPD sehr präsent und lässt sich nicht von einer schönen Idee aus dem Hirn vertreiben. Diese Tage muss man hinnehmen lernen…
Schorfheidekeramik von Petra Wessel aus Böhmerheide.
Reden und Laufen gehen für mich nicht mehr gut zusammen, ich vergesse es immer, wenn Besuch kommt und ich versuche, mit den Schritten der Gartengucker mitzuhalten. Aber es geht kaum bis zu Linde, dann wird der Atem knapp und ich muss schweigen… Nun gut, denn der Garten wird ja auch nicht mehr so vorgeführt, wie einst, als es noch den gut bespielten Lesegarten gab. Der ist Geschichte. Sie schaut immer mal wieder nach der Petra im Walde, die Petra vom See. Als wir hier vor 18 Jahren ankamen, war sie die Erste, die mir Türen öffnete und mich auf die Besonderheiten in der Schorfheide hinwies. Die Töpferin aus Böhmerheide war/ist gut vernetzt und wusste sich all die Jahre mit ihrer Naturkeramik gut zu behaupten. Manchmal trieb sie mich sogar an, wenn sie nicht meine Flyer im Hotel Döllnssee entdeckte, während sie umsichtig nachfüllte. Inzwischen sind unsere Gespräche nachsichtiger, privater, freundschaftlich geworden. Es geht nicht mehr um Selbstvermarktung, sondern eher um Marktwahrnehmungen. Wir sind ein Jahrgang und der Ehrgeiz blitzt nur noch gelegentlich auf. Sie hält noch ihr Lädchen offen und gibt Töpferkurse, ich schaffe im immer offenen Atelier. Das Tempo ist leiser. Doch manchmal gibt es schon den Seitenhieb von ihr: „Du kommst ja nicht zu mir!“ Und das stimmt. Ich sitze da in meiner Schwäche, manchmal auch Schwere und bin froh dem Gast zu geben… Ein schönes Küchlein und ein Geschenkbuch zu Geburtstag der Seepetra, zwei Novellen kaufte sie mir gestern ab und nun bin ich auf ihre Meinung gespannt… Inzwischen trinke ich aus ihrer schönen Dreieckstasse meinen Morgenkaffee 😊
Übrigens: Die Töpferei am Weißen See ist immer freitags und samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Nach Vereinbarung kann man bei Petra Wessel Kurse buchen, auch spezielle Workshops in den Schulferien. Kontakt: Petra Wessel, Buchfinkenweg 4, 16244 Schorfheide OT Böhmerheide, Tel. 033393-495
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