Morgenstunde (1237. Blog-Notat)

Ich wage mal die steile These, dass in Zeiten von KI, die durch Menschen für Menschen handgefertigten Dinge zukünftig mehr geschätzt werden. Denn hier geht es nicht um Zeitersparnis, sondern um Sinnliches. Für kleine Geschenke möchte ich noch einmal meine handgefertigten Minis präsentieren. Die Künstler-Hefte in der KURTSCHLAGER EDITION sind nummeriert und illustriert. Gelistet sind die Titel hier. Habt einen schönen Montag allerseits!

Morgenstunde (1235. Blog-Notat)

Ihr seht mich schmunzeln, denn es gibt etwas Schönes: Sekunden nach 8 Uhr morgens klingelte das Telefon. Der Liebste sprang aus den Federn, doch der AB lief schon und der Anrufer legte auf. 10 Minuten später das Gleiche, nur ich sprang jetzt und erreichte den Anrufer. „Ja, Radtke hier. Zehdenick bekommt einen Buchladen…“ „Ui, wo wird er denn sein?“ Na, lange Rede … in Bleistift-Harrys Quartier, das Norman Radtke nächste Woche übernehmen wird und als „Buchfritz“ am 2. November eröffnet. Post, Lotto und Schreibwaren wird es in der Grünstraße 9 weitergeben, aber Norman Radtke will vor allem auch Bücher von regionalen Schriftstellern anbieten. Allerdings beliefert ihn der Großhandel erst nach Schlüsselübergabe der alten Geschäftsinhaber. Er bat mich schlicht und voller Enthusiasmus um Leihgaben, bis ihn der Buchhandel beliefert. Ich musste einfach grinsen, denn, ist es nicht schön? Ich hab ihm die Kiste hinter mir gepackt und irgendwer holt sie sich. Sooo viele Jahre gab es das nicht mehr in dieser kleinen gebeutelten Stadt, ich freu mich.

Morgenstunde (1234. Blog-Notat)

Die erste Kiste mit 30 Künstler-Heften zum Fest ist gefüllt. Irgendwie schön. Es tut einfach gut, die Dinge wachsen zu sehen. Ja, es gibt Tage, da zittern die Hände zu sehr vom Sauerstoffmangel, dann lasse ich das Falten, Schneiden, Binden eben und arbeite am Computer. Gestern kam per Post ein Gebinde mit Schokoladentäfelchen, schließlich ist Samstag Halloween und wir wollten was Ordentliches für die Klingelzüge der Kinder im Hause haben. Letztes Jahr ist so viel Süßkram übriggeblieben und keiner wollte die Gummibärchen und Riegel. Ein halbes Jahr später hab ich das ganze teure Zeug entsorgt, sowas kommt mir nicht mehr ins Haus, man lernt dazu… Aus der Autowerkstatt noch immer kein Wort.

Morgenstunde (1231. Blog-Notat)

Auf unserem Rückweg vom Einkauf blieben wir in Hammelspring mit dem Auto gegenüber der Kirche liegen. Der Liebste wollte gerade nach links abbiegen, als die Kupplung (oder Schaltung) nicht mehr wollte. Dorfmitte, Präsentierteller, viel befahrene Bundestraße, der Liegenbleiber konnte nicht schlechter stehen. Also anrucken und das Ding auf den Grünstreifen schieben. Nach einer Stunde hieß es vom ADAC, wir müssten Geduld haben. Langsam wurde es uns kalt, da rief der Liebste seinen Freund im Dorf an und er kam sofort, um mich mitsamt Einkauf nach Hause zu bringen. Der Liebste musste dann noch zwei, drei Zigaretten rauchen, bevor der Abschlepper kam. 14 Tage meint die Werkstatt wird es dauern. Puh, da platzen ein paar Termine, aber für nötigen Besorgungen ergeben sich immer Mitfahrmöglichkeiten im Dorf. Man steht sich hier noch bei.
Aber trotzdem steht man natürlich unter Dampf, allein die Kosten… Ich musste mich irgendwie abreagieren und habe nun doch eine weitere Weihnachtsausgabe im Rahmen der Kurtschlager Edition zusammengestellt und layoutet. Gestern, zu später Stunde war der 20. Titel in der Reihe gestaltet, nach einigen Verzählern und Neuanfängen. Ist doch knifflig so von Hand die Seitenfolge auszuzählen und zu setzen. Nun kann ich nach und nach die nummerierte Kleinauflage bauen.

Morgenstunde (1228. Blog-Notat)

Der Himmel gestern Nachmittag zwischen Storkow und Grunewald (UM).

Die unendliche Geschichte zieht sich: Im April bemerkte ich, dass ich bei Vertragsabschluss mit Otelo, doch nicht meine alte Telefonnummer mitbekam, wie bindend verhandelt. Es ließ sich aber nicht mehr ändern und das hat Folgen. Denn die alte Nummer ist in meinem PayPal-Konto hinterlegt und so komme ich nicht über die Identitätsprüfung hinaus, denn der Code, den sie versenden, geht an meine alte Nummer, die inzwischen ein anderer hat. Ich habe diese Woche Stunden mit dem PayPal-Service via Mail verbracht. Das ging wie ein Pingpong-Spiel, dass im großen Nichts mündete. Schlussendlich habe ich gestern einen BRIEF mit schönen Postmarken nach Luxemburg geschickt…

Boris Palmer sagte der Letzt, es habe sich in der Verwaltung seit Jahre eine gewisse Art von Risikovermeidung breitgemacht, um nur keine Verantwortung zu übernehmen. Man schiebt einen Vorgang von A nach B, hat dabei immer eine Ausgangs-Bestätigung in der Hand und ist so nicht zuständig, nicht haftbar. Im Fall von PayPal-Service – ich hatte den Eindruck, während ich mich zu erklären versuchte und aufzeigte wo der Haken steckt, antwortete eine Maschine, die das Problem nicht verifizierte. Wer wohnt auch schon noch im Funkloch und bemerkt nicht, dass er/sie längst eine neue Nummer hat…

Morgenstunde (1227. Blog-Notat)

Nachdem ich die Danksagung und den Rücktiteltext zum Weihnachtsbuch formuliert hatte, habe ich meinen Zeichenplatz aufgeräumt und zum Stehpult aufgetischt: Zwei Kanthölzer, eine Holzplatte und obenauf eine Finn-Pappe als Schneiduntergrund. Simpel, aber gut genug. Weihnachtsklappparten und den Nachdruck vom Künstlerheft FLÜSTERTON habe ich am Wickel. Ich könnte noch einen neuen Titel zur Kurtschlager Edition produzieren, aber nach der intensiven Zeichenzeit fehlt mir momentan der Antrieb. Es braucht ein bisschen Abstand zwischen den Projekten. Will die letzten hellen Tage genießen, obgleich die Luft gestern schon recht kühl war. Da geht das Atmen wieder langsamer, vorsichtiger. Darauf muss mich einstellen, um nicht allenthalben zu erschrecken, wie es sein kann… Und mich bloß nicht wieder von einem Lagerfeuer verführen lassen, heranzutreten und im Feuerschein diesen Feinstaub einzuatmen, der die COPD antreibt. Sehr schade, ich liebe diesen knisternden Schein. Man kann eben nicht alles haben.

Morgenstunde (1225. Blog-Notat)

Der schöne Herbst im Hof schreitet voran…

Es war gerade ein bisschen zu viel Tamtam in der Küche und ich musste mich unbedingt setzen, als es klingelte: Überraschungsgäste aus Groß Schönebeck. Nun, verstecken kann ich die Schwäche nicht mehr, aber wir hatten feinfühlige Menschen am Tisch, die das nicht weiter ansprachen… Die Mutter mit ihren Herangewachsenen kosteten sich genüsslich durch die Honignuancen. Es war lustig ihnen dabei zuzusehen, wie sie abwägten und schließlich wählten. Danach gab es für mich etwas zum Staunen: Die Geschwister holten ihre dicken Skizzenbücher vor und zeigten mir ihr Vorankommen mit den Stiften. Ehrlich, dass hat mich tief berührt. Dieses erwartungsvolle Zutrauen scheint mir selten geworden, aber es gibt es noch. Schön und hoffnungsvoll. Man kann sie ja nur anstiften und ermutigen, manchmal gelingt das… Friedrich hat mir eine Zeichnung geschenkt: Der Schnickschnack-Laden von Bansin gegenüber vom Bierkutscher war darauf sehr gelungen zu sehen. Meine Augen begannen zu schwimmen, denn ich fahre nicht mehr mit ans Meer. Aber diese Zeichnung bekommt einen Ehrenplatz im Atelier…

Morgenstunde (1224. Blog-Notat)

Diese Woche hatte es in sich: Der Versuch, drei Tage unterwegs zu sein, war nicht ohne, für eine, die kaum 30 Meter am Stück läuft, weil dann der Sauerstoff aus den Beinen weicht… Und gestern drängte noch der Pflegedienst, einen neuen Antrag an die Pflegekasse zu stellen. Seit Mai habe ich diese 1. Pflegestufe, die zum Jahreswechsel schon wieder wegfällt. Es war ein unangenehmer Weg dorthin, für ein bisschen Staubsaugen und Wischen aller 14 Tage, wozu meine Kraft schon lang nicht mehr ausreicht. Gesundheitsminister Linnemann setzt den Schwerpunkt auf ertüchtigende Reha. Ich denke da an meinen erfolglosen Reha-Antragskrimi vom Frühjahr und kann nur Kopfschütteln. Die Kasse hat lieber das Geld verzockt, als es für ihr Versicherten auszugeben. Es wäre mir lieber, ich bräuchte nichts von alledem…
In den ganzen Zwischenzeiten dieser Tage zeichne ich und bin inzwischen bei der 20. Figur für den virtuellen Adventskalender. Ein bisschen was fürs Herz muss es in diesen schwierigen Zeiten geben, finde ich. Gestern kam auch die Zusage der Lokalredaktion Bernau von der Märkischen Oderzeitung, dass sie auch dieses Jahr meine aktuelle Weihnachtsgeschichte drucken werden. Das ist mir eine Freude…

Morgenstunde (1223. Blog-Notat)

Entlang der Oder.

Auf den letzten Drücker meinte gestern der Liebste: „Wir müssen tanken, kommste mit?“ Es ging nach Polen, wo der gute Sprit gerade 1,70 € kostet… 60 Kilometer verfahren wir dorthin, da aber der Imkergatte immer noch Raucher ist, bekommt er dort die Schachtel Marken-Piepen für glatt 3 € preiswerter. Es lohnt sich also schon, erst recht, wenn man das Ganze zur Ausfahrt deklariert. Aber Stress ist doch immer dabei: 80 Liter hatte der Liebste noch im Tank, das sollte reichen, doch sieben Kilometer vor Hohenwutzen stand plötzlich die Tankanzeige auf NULL. Er verstand die Welt nicht mehr und ich sah den Mann schon Kilometer mit dem Kanister laufen. Kinner nee. Doch dann rollte das Auto weiter und weiter, bis zur Tanke auf dem Polenmarkt. Schnauf. Nach langem Schweigen meinte er, es muss am Sensor im Tank liegen, der vielleicht, eventuell… nicht mehr so genau in diesem tiefen Bereich misst. Es ist ein altes Auto… Auf der Rückfahrt über Joachimsthal nahmen wir die Seerandstraße, die geschmeidig am Werbellinsee entlangführt. Tolle Blickfänge: Die Segler, die Sonnenfunken auf dem See, Badeplätze, Angler am Schilf, dann rechts das wilde Moorland und hinterm Süßen Winkel – die Teiche. Unterwegs kehrten wir in den Anna’s Gasthof ein. Er wird deutsch-polnisch geführt. Also: Piroggen essen. Zufrieden kehrten wir heim.

Morgenstunde (1222. Blog-Notat)

Wenn der Efeu blüht, lebt und brummt der gesamte Bewuchs. Bei Sonnenaufgang zieht der drin wohnende Spatzenschwarm aus, denn gleich kommen Heerscharen von Hummeln, Bienen, Wespen, Hornissen, Fliegen, andere Flieger und ein paar Schmetterlinge. Da kann man wüste Kämpfe ansehen – mitten im Überfluss. Der Hof riecht derweil nach Seife, denn Efeublätter sind bekanntlich ein natürliches Waschmittel, mir duftet es zu sehr nach alter Wäscherei, aber für den Notfall, ginge es. Bald ist das Brummspektakel vorüber, dann tschilpen wieder die Spatzen laut darin – herrlich, manch Städter nennt das „Biolärm“… Am Wochenende war Kürbisfest im Dorf, ich war das erste Mal wegen mangelnder Kraft nicht mehr dabei. Aber Sabine und Patricia vom Kulturverein boten eine kleine Auswahl von meinem Büchertisch für mich an. Das ist wirklich bemerkenswert und ich bin einfach nur dankbar. Die Luft in gut besuchten Veranstaltungsräumen wird für mich sehr schnell zu dünn…