
Das September-Blatt ist abgeschlossen. Der Uhu ist der größte unter den Eulen, vielleicht hab ich deshalb so viel Zeit in dieser Woche an ihn verschenkt, aber er ist dafür ganz gut geworden …
ATELIER PETRA ELSNER

Als wir im Januar 2008 in die Schorfheide zogen, hatte ich unter anderem zwei Eulenkalender, zwei Eulen-Geschenkbücher, diverse Eulenpostkarten und Lesezeichen im Atelier-Gepäck und damals dachte ich: Nie wieder Eulen zeichnen. Es waren einfach schon zu viele und dann rumorte dieser Gedanke im Hinterkopf, man könnte mich in die Eulenschublade einsortieren, unter hausbacken oder so. Das wollte ich natürlich auf gar keinen Fall. Aber es war längst geschehen:
Als ich das erste Mal die Heidekrautbahn von Groß Schönebeck aus benutzte, kam ich mit einer älteren Dame aus Schluft ins Gespräch. Beim Plaudern erzählte ich von meinem letzten Kalender und sie rief auf einmal: „Ach, Sie sind die Eulenfrau!“
Herrje… Das ist neun Jahre her. Mich stört das inzwischen kein bisschen mehr, weil die meisten Besucher die Vielfalt meines Schaffens kennen. Bestimmt liegt es am Älterwerden, dass mich der Beiname „Eulenfrau“ heute kein bisschen mehr stört.

Seit gestern ist der Uhu für das Septemberblatt in Arbeit – für den Kalender 2018 …

So, nun sind sie fertig, die Schrägen Vögel, die seit einigen Jahren zu dem Berliner Stadtteilfest an der Panke einladen. Es wird das 48. seiner Art sein, aber bis dahin fließt noch viel Wasser durch die Panke, nur die Ingredienzien werden halt schon Monate zuvor zusammengestellt….

Man kann nicht andauernd Eulen zeichnen, ohne irgendwann Uhu- uhu…. zu raunen. Damit ich nicht noch kauziger werde, als ich schon bin, entsteht heute/morgen zur Abwechslung das Einladungskarten-Motiv für das nächste Fest an der Panke (zweites Septemberwochenende) in Berlin-Pankow auf meinem Zeichenplatz….


Kann der nicht wunderschön schauen? Es geht beim Augustblatt für den Eulenkalender 2018 um den Habichtskauz. Er ist eine Art innerhalb der Gattung Strix, in der zwischen 18 bis 24 Arten waldbewohnender, mittelgroßer bis großer Eulen zusammengefasst sind. Es gibt also viele Nuancen bei dem Vogel. Er ähnelt dem Waldkauz, ist aber kontrastreicher gefärbt, bedeutend größer, oft mehr als doppelt so schwer wie dieser. Mit dem Uhu geht es in den nächsten Tagen weiter… erst mal Pause.

… es ist endlich fertig, das Juli-Blatt mit drei Sperbereulen. Ist ja klar, dass ich Euch hier immer nur einen Ausschnitt präsentieren kann, schon damit die Blätter nicht vor der Drucklegung kursieren… Ich hatte ja vor ein paar Tagen erzählt, dass es diese Eulen-Art nur in Skandinavien gibt. Heute fand ich eine Zeitungsnotiz aus dem Dezember 2014. Sie stand in einem Stollberger Blättchen:
„In den letzten 100 Jahren wurde genau dreimal eine Sperbereule in Sachsen gesichtet – zuletzt 1921 in Leipzig“, sagt Hartmut Meyer (50), Chef des Vereins Sächsischer Ornithologen. Sie ist in den Nadelwäldern nördlich des 70. Breitengrades zu Hause, aber im Polarwinter weicht sie nach Süden aus – etwa nach Nordfinnland.“ Meyer vermutete, dass ein ungewöhnlich starker Wind die Eule über die Ostsee geweht hatte.

Hätte ich nicht das Thema „Europäische Eulen“ für den Kalender 2018 im Block, ich wüsste nicht, dass es sie gibt: Denn die Sperbereule (Surnia ulula) kann man in Europa nur in Skandinavien antreffen. Woher ihr Name stammt? Es ist nicht nur ihre Optik (gebänderte Unterseite, langer Schwanz), sondern auch ihre Schnelligkeit und Wendigkeit, genau wie beim Sperber, einer Habichtsart.

Die Sumpfohreulen (Asio flammeus) bekommen einen frühsommerlichen Auftritt in meinem Kalenderwerk für 2018. Man kann diesen schönen Vogel in ganz Europa antreffen. Sumpfohreulen können bis zu 12 Lebensjahre erreichen. Sie waren ursprünglich in den Moorgebieten der Norddeutschen Tiefebene häufig anzutreffen. Doch durch die Entwässerung der Feuchtgebiete und/oder die Kultivierung von Heide- und Dünenlandschaften wurde der Sumpfohreule die Lebensgrundlage entzogen. In der „Roten Liste“ Deutschlands ist sie in die Kategorie „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

Sperlingskäuzchen sind gerade mal 16 cm groß. Die zwei kleinen Jäger waren diese Woche meine Zeichenarbeit für meinen Eulenkalender 2018.
Der Zwerg unter den einheimischen Eulen ist in den Nadelwäldern der Mittelgebirge, des Norddeutschen Tieflands und auf meinem Zeichentisch anzutreffen…
