
Die Natur
spreizt sich grün.
Glanzvoll und
wunderschön.
Inneres platzt
nach außen
und gedeiht –
betörendes Wunder
der Maienzeit. (pe)

ATELIER PETRA ELSNER

Ohne Seele
sind die Worte
leer.
Sie berühren nicht,
sie sind
nicht echt.
Raumgreifend
füllt das
Gefasel ungeniert
die heiligen Plätze,
skrupellos
mit großer Gier.
Ohne Herz
verlieren
nicht nur
die Worte
den Verstand.
Wir verlieren DAS Seelenband.
© Petra Elsner

Flügelschmerz,
die Seele knurrt,
Schneeschauer
fallen in die Nacht.
Der Liebste scherzt
vom andern Stern,
ich hab schon lange
nicht mehr gelacht.
Der Abend spielt
mit dunkler Energie.
Sie schlingert
müde durch die Zeit
und küsst
ganz sanft die Fantasie.
Da, endlich
bin ich zum Glück bereit.
Gedankenschweres Blei im Kopf,
kein Leichtfuß kann den tragen.
Ganz bleich vor Unbehagen,
verspannen sich die müden Flügel
hinterm hochgeschlagenen Kragen.
Zerrieben sind die herrlichen Ideen
in den Schleifmühlen der Geschichte.
Kein Träumer hält denen ewig Stand.
Übrig ist ein alter Narr geblieben,
ein Schattenwitz ohne lichtes Band.
(pe)


Adé, fröhliches Gezwitscher.
Die Schwalben sammeln sich.
Auf jedem Dachfrist tönt ein Abschiedslied,
bevor es sie nach Süden zieht.
Spinnen weben den Altweibersommer
dieses Jahr schon im August.
Die Alten unken, wenn dem so ist, folgt ein harter Winter,
viel Schnee und lange Dunkelzeit mit Seelenfrust.
Doch wenn das Schwalbengezwitscher
im Frühjahr wiederkehrt,
dann stimmt es neue Lebensfreude in uns an,
die uns durch alle Zeiten führt.
© Petra Elsner
