Maienzeit

Fensterblick
Fensterblick

 

 

 

Die Natur
spreizt sich grün.
Glanzvoll und
wunderschön.
Inneres platzt
nach außen
und gedeiht –
betörendes Wunder
der Maienzeit. (pe)

Mein prall-schöner Garten Ende Mai.
Mein prall-schöner Garten Ende Mai.

Augenblick

Der Große Döllnsee im April 2016. Foto: Petra Elsner
Der Große Döllnsee in der Schorfheide Ende März 2016. Foto: Petra Elsner

Diese Zeit
hat nur kleine Siege,
doch große Niederlagen.
Trotzdem ist
dein Augenblick
ein Moment,
der kein Ende kennt. (pe)

Seelenfang

Frühjahrsmorgen am Döllnfließ. Foto: Lutz Reinhardt
Frühjahrsmorgen am Döllnfließ.
Foto: Lutz Reinhardt

Ohne Seele
sind die Worte
leer.
Sie berühren nicht,
sie sind
nicht echt.

Raumgreifend
füllt das
Gefasel ungeniert
die heiligen Plätze,
skrupellos
mit großer Gier.

Ohne Herz
verlieren
nicht nur
die Worte
den Verstand.
Wir verlieren DAS Seelenband.

© Petra Elsner

Unter dem Eis

Schorfheide zwischen Kurtschlag und Kappe. Foto: Petra Elsner
Schorfheide zwischen Kurtschlag und Kappe.
Foto: Petra Elsner

 Noch gefriert
die Zeit.
Nagt die Kälte
an meinen Flanken.
Das Herz ersehnt
milde Gedanken
und Leichtigkeit.
Doch noch schläft
das große Erwachen
unter der Zerbrechlichkeit.
(pe)

Geborgter Tag

Döllnfließ bei Kurtschlag im Frost. Foto: pe
Döllnfließ bei Kurtschlag im Frost. Foto: pe

Der Tag ist
ein Sonderling.
Verdreht und
kauzig zugleich.
Blass wie
bei einem Infekt,
döst er
in der Zeit.
Er bringt
nichts hervor
und nichts zurück.
Schadlos überstanden
ist es ein Glück. (pe)

Freitagabend

Sonnenuntergang in der Schorfheide. Foto: Lutz Reinhardt
Sonnenuntergang in der Schorfheide.
Foto: Lutz Reinhardt

Flügelschmerz,
die Seele knurrt,
Schneeschauer
fallen in die Nacht.
Der Liebste scherzt
vom andern Stern,
ich hab schon lange
nicht mehr gelacht.

Der Abend spielt
mit dunkler Energie.
Sie schlingert
müde durch die Zeit
und küsst
ganz sanft die Fantasie.
Da, endlich
bin ich zum Glück bereit.

„Freitagabend“ weiterlesen

Frühlingstraum

Am Döllnfließ bei Kurtschlag. Foto: pe
Am Döllnfließ bei Kurtschlag.
Foto: pe

Ein Schimmer
LILA
als Punkt
im grau-grünen Land.
Ein vages
Krokusleuchten,
nur ein Hauch,
konturlos noch.
Inmitten
all der kalten Nässe
strebt
die dürre Blüte
hinauf ins matte
Winterlicht,
um leicht zerbrechlich,
doch vom Frühling
leise zu träumen. (pe)

Schattenwitz

Gedankenschweres Blei im Kopf,
kein Leichtfuß kann den tragen.
Ganz bleich vor Unbehagen,
verspannen sich die müden Flügel
hinterm hochgeschlagenen Kragen.

Zerrieben sind die herrlichen Ideen
in den Schleifmühlen der Geschichte.
Kein Träumer hält denen ewig Stand.
Übrig ist ein alter Narr geblieben,
ein Schattenwitz ohne lichtes Band.
(pe)

"Feuer" auf großer Leinwand (verkauft). P. Elsner
„Feuer“ auf großer Leinwand (verkauft).
P. Elsner

„Schattenwitz“ weiterlesen

Apfeltraum

Ein Traum mit roten Wangen
hing prall und reif im Baum.
Er leuchtete vor Verlangen
nach einer Hand,
die ihn fand und einem Mund,
in dem sein weißes Fleisch
saftig knackte und verschwand. (pe)

Apfel

(In meinem Buch „Vom Duft der warmen Zeit“ ernthalten.)

Adé, Schwalben

Schwalben auf unserem Dach. Foto: pe
Schwalben auf unserem Dach. Foto: pe

Adé, fröhliches Gezwitscher.
Die Schwalben sammeln sich.
Auf jedem Dachfrist tönt ein Abschiedslied,
bevor es sie nach Süden zieht.

Spinnen weben den Altweibersommer
dieses Jahr schon im August.
Die Alten unken, wenn dem so ist, folgt ein harter Winter,
viel Schnee und lange Dunkelzeit mit Seelenfrust.

Doch wenn das Schwalbengezwitscher
im Frühjahr wiederkehrt,
dann stimmt es neue Lebensfreude in uns an,
die uns durch alle Zeiten führt.

© Petra Elsner

Schwalbe von PE
Schwalbe von PE