
ATELIER PETRA ELSNER

Draußen beginnt ein frischer Sommersonntag. Schlappe 20 Grad, da lässt es sich gut im Atelier arbeiten.

Die Zeichnung zum Fest an der Panke entsteht gerade. Obgleich wir seit neun Jahren aus Berlin weg sind, kommt dieser Auftrag seit zwei Jahren wieder zu mir.
Freude im stillen Schorfheidewald… habt einen schönen Sonntag!
Meine Sommerausstellung FUNKEN DER SEELE, Malerei & Zeichnungen, ist noch bis Ende August im Gemeindezentrum Groß Schönebeck zu sehen.
Die ausgestellten Bildwerke erzählen von der Magie der inneren Kraft. Es ging mir darum diesen wundersamen Prozess, des aus sich Schöpfens, der Inspiration und des sich selbst Beschützens, künstlerische Gestalt zu geben.
Ort: Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Groß Schönebeck, Liebenwalder Straße 54, 033393 341
Eine Leseprobe zum Thema:
„… Nun schlich Oskar mit großen Augen durch das Atelier und staunte die seltsamen Gestalten an. Sie hingen dicht und in Reihen wie große Wäschestücke auf der Leine. Vor einer Figur ließ er sich auf den Boden nieder und musterte jedes Detail. Er hatte Rose nicht kommen hören und zuckte zusammen, als sie plötzlich neben ihm war und sich zu ihm hockte: „Ist das der große Schattenfänger?“, fragte er sie.
Sie nickte.
„Er sieht stark aus. Welche Schatten kann er vertreiben?“
„Ich hoffe, alle“, antwortete die Malerin.
„Auch wenn die Schatten größer sind als das Licht?“
„Ich weiß nicht, es kommt darauf an, was den Schatten wirft.“
Oskar murmelte: „Es wird nicht heller davon, wenn man das Objekt benennt.“
„Das stimmt, aber vielleicht nimmt man ihm etwas von seiner Macht und damit etwas von der eigenen Ohnmacht“, meinte Rose ernst. Sie stand auf: „Die Farbe der Schatten ist übrigens nicht nur dunkel. Dort drüben liegt Leinen und dort stehen Pinsel und Farbtöpfe, wenn Du willst, kannst Du Dich bedienen.“ Die Malerin verschwand wieder im Garten und Oskar blieb mit seinen Schatten im Kopf zurück. Der Halbwüchsige fühlte, sein Leben kroch auf der Hell-Dunkel-Grenze, würde er die Schattenlinie übertreten können? In welche Richtung? Er wusste es nicht, aber etwas in ihm rumorte, seit er den Schattenfänger der Malerin gesehen hatte. Was war das?
Am späten Nachmittag schlief Karo immer noch in der Hängematte zwischen zwei Birken und Moritz spielte still mit einem kleinen Auto auf dem Boden neben ihr. Zwei Stunden hatte er dort gesessen und leise ihren Schlaf bewacht. Rose war ergriffen von seinem Beistand. Diese Kinder wussten, was geschieht.
Als die Malerin ihr Atelier wieder betrat, lag Oskar neben einem Stück Leinen von dem ein menschlicher blau-grüner Schattenriss zu springen schien. Der Junge schluchzte und seine Augen waren von Tränen randvoll, aber er lächelte unter seinem Schmerz. Die Malerin war nicht überrascht über das, was sie sah. Oskar raffte sich und stand nun anmutig stolz. Rose legte den Arm um ihn: „ Leben hinterlässt Spuren in der Kunst und Kunst soll auch Spuren hinterlassen. Diesen Sprung aus dem Schatten hast Du wirklich gut rausgelassen. Spürst Du seine Energie?“ Oskar nickte…“
(Aus „Toskana des Nordens“ aus meinem Buch „Vom Duft der warmen Zeit“)

Vor 17 Jahren bin ich wöchentlich dreimal mit dem R 1 vom Berliner Alexanderplatz nach Frankfurt an der Oder gefahren, um dort für die Märkische Oderzeitung und den Märkischen Markt als Freie Journalistin zu schreiben und als Zeichnerin Karis und Vignetten zu liefern.
Gleich hinter Erkner fuhr der Zug peilgerade, so konnte ich dort sehr gut zeichnen und mancher schaute mir dabei zu. Selten fand (nach Monaten) der eine oder andere den Mut zur Ansprache.

Hier im Blumenmond wird am Sonntagnachmittag die Exkursion der Naturwacht enden. Die Teilnehmer waren dann den ganzen Tag auf den Spuren des Wassers. Immer entlang des Döllnfließes. Die letzte Station ist unser Künstlerhof, wo es für sie das Märchen „Dellwog und der Flößer“ zu hören gibt und natürlich die Möglichkeit zur Umschau in Atelier und Lesegarten besteht, wenn möglich ohne Gewitter…

Bis dahin ist noch ein wenig was umzugestalten, denn die Ausstellung für Groß Schönebeck hat im Atelier doch einige Lücken hinterlassen. Sonntag werden sie wieder geschlossen sein.
Malerei & Illustrationen von Petra Elsner im Dorfkirchensommer 2016 von Groß Schönebeck:

„Funken der Seele“ und Blätter im Wind heißt die zweigeteilte Sommerausstellung in der Winterkirche Groß Schönebeck. Vom 21. Mai (18 Uhr Eröffnung) werden hier zum wiederholten Male (erstmals 2012) Arbeiten aus dem Bildschaffen von Petra Elsner präsentiert. Diesmal sind im ersten Raum einige große Bilderfahnen und kleine Formate zum Thema „Funken der Seele“ zu sehen. Die Bildwerke erzählen allesamt von der Magie der inneren Kraft. Sie wollen diesem wundersamen Prozess, des aus sich Schöpfens, der Inspiration und des sich selbst Beschützens künstlerische Gestalt geben. Die Malerin bedient sich dafür alter Kraftzeichen aus dem globalen menschlichen Wissen und erfindet dazu schützende Figuren: Traumfänger, als eine andere Interpretation des indianischen Begriffs, und Schattenfänger als Träger von symbolischen Zeichen.
Im zweiten Raum stellt Elsner ihre neuesten Illustrationen zum Thema „Sagenhafter Barnim“ aus. Sie hat seit September für die Märkische Oderzeitung alte Sagen in eine flüssige Erzählsprache gefasst und jeder einzelnen eine Zeichnung hinzugefügt. Sie wurden für die Ausstellung in Groß Schönebeck erstmals zu einer kleinen Präsentation zusammengestellt.
So, heute ist Jäger- und Sammlertag. Rein in das Berliner Gewimmel, dass ich inzwischen so gar nicht mehr vermisse. Aber es sind noch Passepartouts-Kartons aus dem Künstlerbedarf zu beschaffen, die in den nächsten Tagen zugeschnitten werden wollen. Bis zum Tag des offenen Ateliers sind es noch 18 Tage, die beginnt frau innerlich langsam runterzuzählen. Für alle jene, die in der Nähe wohnen und die mein Einladungsmailing nicht erreicht hat, kommt hier meine herzliche Einladung:

Unter den vielen Künstlern, die während der Brandenburgischen Tage der offenen Ateliers am ersten Maiwochenende dem interessierten Publikum Einblicke gewähren, lädt auch der Künstlerhof an der Schorfheide in Kurtschlag ein. Am Sonntag, dem 8. Mai besteht die Möglichkeit zu einer Werkschau. Seit 22 Jahren bin ich freiberuflich unterwegs, erst in Berlin und seit acht Jahren in Kurtschlag. Neben meinen bereits bekannten Arbeiten in Wort und Bild zeige ich diesmal neue Illustrationen zu alten Sagen, die ich auch textlich bearbeitet habe. Eine Auswahl davon wurde als Hörspiel-CD für den Sterntalerball vom Förderverein des Hospizes in Eberswalde in Zusammenarbeit mit dem ODF produziert. Seit Januar sammelt diese CD Spenden für das Hospiz Drachenkopf. Der Förderverein und das Eberswalder Museum verkaufen sie immer noch für das Stück 5 Euro (bei mir gibt es sie nicht. Gäste des Künstlerhofes bekommen diese Scheibe immer mal wieder im lauschigen Garten zu hören. Ansonsten sind von 11 bis 18 Uhr das kleine Atelier, der Bilderspeicher und bei trockenem Wetter der Bilderhof und Lesegarten zum Schauen, Verweilen und Entspannen empfangsbereit. Den Schaulustigen werden Pfadfindersuppe, Kaffee und Kuchen spendiert.
Kontakt: Atelier an der Schorfheide, Petra Elsner, Malerin & Publizistin, Kurtschlager Dorfstraße 54, 16792 Kurtschlag, Telefon: 039883 48913

Der Hausflur hat wieder einen Himmel, denn wir haben heute die Winterabdeckung über der Treppe zum Kaltdach geöffnet und weggeräumt. Nun strömt das Licht wieder von der Empore hinab. In einer Woche wird der Bilderspeicher dort oben eingeräumt, damit es zum Offenen Atelier (am 8. Mai von 11 bis 18 Uhr) auch dort etwas zum Schauen gibt. Doch zuvor müssen erst die klammen Wände trocknen, bevor die großen Bilder aus der Winterverpackung enthüllt und dorthin gestellt werden können. Es ist die Zeit des Erwachens und des großen Räumens. Von jedem Dachgang kommt ein Möbel mehr vom Boden in den Garten. Fehlt nur noch die Wärme …
Heute geht es ins Jagschloss Groß Schönebeck (Schorfheide). Ich darf dort zum dritten Male eine Autorenlesung geben. Diesmal gibt es Kurzgeschichten aus „Vom Duft der warmen Zeit“ zu hören. Um 15 Uhr geht es los, ab 14 Uhr wird in der Remise (im Bild links) schon eine Kaffeezeit geboten.

Ein paar Fakten zum spätbarocken Kunstquartier:
Das denkmalgeschützte Jagdschloss Groß Schönebeck wurde 1660 erbaut und 1688 erweitert. Die Ecktürme zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgesetzt. Der zweigeschossige Putzbau mit einem annähernd quadratischem Grundriss wurde unter Preußens Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. errichtet. Heute beherbergt es einen Teil der Ausstellung „Jagd und Macht“. Parterre sind eine Dokumentation zur Boxlegende Max Schmeling und eine Präsentation der Naturräume in der Schorfheide zu sehen. Im Trauzimmer des Jagdschlosses kann auch geheiratet werden. Im Winterhalbjahr ist es Mo bis So 10 bis 16 Uhr (letzter Einlass 15 Uhr) geöffnet.