Dezember

Unser Geschenktipp der Woche : Blütenhonig vom Imkergatten!

und eine Geschichte aus meinem Weihnachtsarchiv:

Die Zauberbrezel

In der Weihnachtsbäckerei hing über der Tür eine große Laugenbrezel in der ein Weihnachtszwerg stand und über das heilige Naschverbot vor dem Fest wachte. Die Versuchung war für alle Gesellen groß. Seit Wochen wuchsen Berge von Plätzchen, Stollen, Pfefferkuchen und Schokoladenherzen durch ihr handwerkliches Geschick. Und ein Duft hing in der der großen Backstube, der tagein, tagaus die Naschversuchung anstiftete. Es war wirklich schwer zu widerstehen. Aber wem das nicht gelang, den warf der Bäckermeister ohne Lohn aus seiner Anstellung. Das wusste der kleine Brezelzwerg. Als wieder einmal ein Nascher ertappt und auf die Straße geworfen wurde, regte sich Mitleid in ihm. Er überlegte, wie er den emsigen Gesellen beistehen könnte. Als die Nacht kam stieg er hinunter in die stille Backstube und rief alle Weihnachtszwerge zusammen: „Lasst uns Zauberbrezeln backen! Sie sollen den Gesellen helfen, das Naschverbot einzuhalten, damit keiner mehr vor dem Fest seinen Job verliert.“ Gesagt, getan. Die Zwerge buken herzhafte Brezeln, die winzig klein und unsichtbar waren und einfach schmolzen, wenn man sie auf die Zunge legte. Mit dem Schmelz war aller Appetit verschwunden. Anderntags sah der Brezelzwerg wie sich einer der Gesellen kaum noch beherrschen konnte. Er sprang ihm bei und drückte ihm eine Zauberbrezel in die Hand. „Leg sie auf die Zunge und dein Heißhunger wird verschwinden.“ Doch der Meister sah die Übergabe. „Zeig her, was hältst du in deiner Hand!“, schrie er und eilte herbei. Der Geselle zögerte, denn er spürte ja, dass er etwas in der Hand verbarg. Schließlich öffnete er sie und staunte ebenso wie der Meister. „Nichts? Willst du mich foppen?“ „Nein, nein, der Zwerg hat mir nur einen Morgengruß in die Hand gegeben,“ flunkerte er erleichtert. Als der Meister sich abkehrte, legte sich der Geselle die Zauberbrezel auf die Zunge und alles war gut. Fortan, brauchte es nur einen bittenden Blick hinauf zum Brezelzwerg, um eine helfende Zauberbrezel zu bekommen.

© Petra Elsner

Morgenstunde (1063. Blog-Notat)

Am Meer merkte ich erst so richtig, wie geschwächt ich noch von den schlimmen Winterinfekten bin. 47 Kilo… Wenn ich von meinem Buch im Freisitz des Café Asgard aufsah, humpelten und ächzten noch viel kränkere Menschen als ich über die Promenade von Bansin. Seltsam tröstlich. Der Liebste war wieder der Schnell-Läufer am Strand. Man muss im Älterwerden loslassen, denn die Abschiede von den schönen Alltäglichkeiten kommen für jeden zu einem anderen Zeitpunkt. Wenn man reichlich 30 Jahre zusammenlebt und zusammenarbeitet, ist das nicht so einfach. Aber es nützt nichts aneinander herumzuzerren. Das Glück braucht lange Leinen… Und nun sind wir wieder zuhause in der sattgrünen Schorfheide. Das aufgeräumte Atelier hat noch ein bisschen Pause, ich will etwas Gärtnern, den Bilderspeicher einrichten (Pfingsten kommen vielleicht die ersten Bildergucker auf den Hof) und dem Imkergatten bei seiner ersten Honigschleuder helfen. Die süßen Zeiten des Jahres beginnen gerade wieder 😊…

24 Heimlichkeiten im Advent

Morgenstunde (1005. Blog-Notat)

Mit dem Backen hatte es die Tage dann doch nicht geklappt, weil der frische Honig meinte, er sei, nach der X. Rührattacke, nun endlich fertig und abfüllbereit. Es ist nicht so viel Honig, wie in den letzten Jahren geworden, weil der Imkergatte viele Fahrten zu den Eltern im Pflegeheim unternehmen musste, so kam er schlussendlich erst im frühen Herbst zum Schleudern. Nur einen Durchgang, dann war schon die Winterfütterung dran. Der diesjährige Honig hat Wald und Linde als Nuance mit drin, schmeckt also praller, würziger als die reinen Blütenhonige. Wir sind damit sehr zufrieden und hoffen, dass nächstes Jahr wieder ein klassisches Bienenjahr gelebt werden kann. Jetzt kann gebacken werden 😊…

Morgenstunde (864. Blog-Notat)

Sonntag und ein Leuchten vor der Tür. Herrliche Herbstsonne. In der Efeublüte brummt es abenteuerlich. Jagd auf die letzte Tracht für alle, die noch Nektar suchen. Der Garten wirkt inzwischen müde, denn die letzten Hitzetage forcierten das Welken. Mehltau beschlich die Gurken- und Kürbisblätter. Die Saison war wirklich kurz. In den Blumenkästen auf den Fensterbrettern steckt schon der Herbstschmuck: Heide, Sanddorn, Hagebutte zwischen Eibenzweigen. Wenn ich Glück habe, bekommen die Stecklinge bis zum Frühjahr Wurzeln…😊. Heute wird der nächste 40-Liter-Pott Honig in Gläser abgefüllt, bevor wir morgen unsere sieben Sachen packen. In 48 Stunden geht’s ans Meer. Hach, vier Tage Seele auspusten…

Morgenstunde (825. Blog-Notat)

Es ist Naschzeit. Seit Donnerstag schleudert der Imkergatte seinen ersten Honig 2023 und ich übernehme dafür die rückwärtigen Dienste. Bis der frische Honig im Glas ist, dauerts bekanntlich noch ein paar Wochen, in denen es gilt: abschäumen, rühren und reifen. Der Honig bestimmt bis August unser Leben. Früher war das Imkern nicht ganz so dominant im Sommer, aber mit dem Älterwerden dauern all diese Verrichtungen inzwischen glatt doppelt so lange.

Passend zum Thema stand heute das Sommerfest des Imkervereins im Mildenberg im Kalender, und wie schon vergangenes Jahr wars verregnet, was das freundschaftliche Zusammentreffen nicht so sehr störte, man hatte ja zu Fachsimpeln. Kulinarisch gesehen war das Fest nicht zu übertreffen. Es gab Spanferkel und Salate und Kuchen aus den Imkerküchen. Alles kaum zu schaffen. Boxenstopp noch in der Zehdenicker Klosterscheune, wo wir meine Arbeiten aus der viel beachteten Gruppenausstellung abholten, die zwei Monate Laufzeit sind rum. Morgen geht’s weiter mit dem Schleudern…

Goldrauschen 1 und 2 – den Abschluss der Spachtel-Serie der letzten 14 Tage.