Seit zwei Tagen räume ich auf und schmeiße weg. Drei rammelvolle Papierkörbe sind es schon geworden. So kommt Luft in die Ablage. Lange habe ich wirklich jeden Zettel, Honorarverträge, Visitenkarten… zu Ausstellungen, Lesungen… aufgehoben. Jetzt schmeiße ich weg. Wer braucht schon noch die Vorabsprachen und Raumskizzen zu einstigen Veranstaltungen? Keiner. Berge von Notizzetteln, Gedankenstützen, gesammelte Infos, vollgeschriebene Blöcke, Fehldrucken… landen in der Papiertonne… ich fühle mich etwas erleichtert, aber gewiss ist da noch Luft nach oben 😊. Das Aufräumen ist eine gute Vorbereitung auf die kommende Winterklausur: Sichten und Versenken. Platz für Neues.
Morgenstunde (1128. Blog-Notat)
Die Verabredung gestern Abend hieß: Ausschlafen. Und obgleich es heute Nacht schneite, ließ ich den Liebsten schlummern, bis er von selbst auftauchte. Früher hätte ich mir währenddessen längst die Jacke übergeworfen und mir den Schneeschieber gegriffen… was heute mit einem Lungenvolumen von 26 Prozent nicht mehr möglich ist. Wir führen neuerdings um diese aufgegebenen Hausarbeiten kleine Kämpfe. Ungut und vermeidbar. Also saß ich heute Morgen am Computer und suchte nach Akku-Schneefräsen, denn auch der Liebste wird älter, wenn auch einwenig später. Ich wählte den Testsieger (von dem wir schon die Akkus und die Ladestation für den Rasenmäher haben, das spart 100 €), suchte dazu ein Vorführvideo und einen Preisvergleich… Nach dem Frühstück bat ich zur Präsentation. Der Imkergatte nickte anerkennend und meinte abschließend: Und wie oft haben wir Schnee? Wer kann das schon wissen. Währenddessen hat der Nachbar unser Gehwegstückchen mitgeschoben, was mir doch einigermaßen peinlich ist (Danke Jürgen, Du hast ein Honigpöttchen bei uns gut😊!!!).
Es ist eben für mich nicht so einfach Verrichtungen abzugeben… über die Schneefräse ist noch nicht das letzte Wort gesprochen…
Lyrik-Krümel
Morgenstunde (1127. Blog-Notat)
Die lauteste Nacht des Jahres ist vorbei, Gott sei Dank! Silvester ist einfach nicht meins… Tag 3 im neuen Jahr: Die Feinstaubschwaden haben sich verzogen und ein Hauch von Schnee überzuckert das Land. Im Morgengrauen heult ein Hund, ein Wolf? Es ist der 42. Todestag meiner Mutter. Ich werde dieses Jahr 20 Jahre länger leben als sie an Jahren hatte. Erstaunlich. Die Frauen in meiner Familie wurden nie richtig alt. Mein Sohn hat mit seiner Freundin nach dem Essen in Kurtschlag seinen Rucksack gepackt und wird heute auf Phuket ankommen und von dort einige thailändische Inseln bereisen. Aus dem Dämmerland ins helle Warme. Ich gönne es ihm, er arbeitet hart. Fernreisen – die haben sich für mich nicht ergeben, es waren eher die Kurztrips nach Norden, die mich lockten und mir möglich waren. Auf die Insel Fanø beispielsweise. Na gut, heute freue ich mich schon über gute Tage an sich…
Morgenstunde (1126. Blog-Notat)
Glatteis und gestern das späte Weihnachtsessen mit meinem Sohn und seiner Liebsten – die Zeit zwischen den Jahren ist leis. Immer noch so gutes Essen, immer noch nur 48 Kilo. Das sechste Krisenjahr infolge neigt sich wankelmütig. Es hängen Schleier in der Zeit. Die Blasen bleiben in ihren Kreisen, man vermehrt sich nur noch innerhalb und spielt heile Welt. Sie ist nicht heil und dieses Canceln von allem was anderes meint, führt zu seltsamen Wahrnehmungen der Realität. Die Kämpfe um die Meinungshoheit im Land sind durchsichtig und verbissen geworden. Und auch die ungetüme Bereicherung der Etablierten. Es ist eher hilflos, jene zu verhindern, die die sonderbaren Auswüchse benennen. Über dem Land liegt Mehltau. Ich weiß nicht, ob es in 2026 gelingen kann, den kranken Staub abzustreifen und zu gesunden, aber ich wünsche es uns. Guten Rutsch!
Lyrik-Krümel
Frohe Weihnachten!
Zum Heiligen Abend kommt meine Weihnachtsgeschichte für das Jahr 2025, verbunden mit dem Wunsch für alle Blog-Leser: Habt alle eine friedliche Weihnacht und ein gutes Leben, Eure Petra!
Das Weihnachtserbe
Es sind die einfachen Worte, die unter die Haut gehen. Das wusste Henning und dachte berührt an seinen Vater, der aus der Erinnerung brummte: „Mach keine Schnörkelsprüche. Immer schön geradeaus: Ho, ho, ho … Eine frohe Weihnacht wünsche ich euch allen! So einfach geht das, und auf gar keinen Fall bitte: himmlisch ruhige – engelschöne – kalorienbombige – oder rentierstarke… Weihnachten! Verstehst du? Das Echte ist immer schlicht.“
Henning nickte mit feuchten Augen und wusste: Feste feiern heißt auch Traditionen zu pflegen. Er hatte im Herbst die rote Robe des Vaters geerbt. Nun stand er tief atmend vor dem großen Spiegelschrank und zupfte unpässlich an sich herum. Vielleicht wird er irgendwann hineinwachsen, jetzt aber war ihm die Robe viel zu groß. Er sah aus wie reingeborgt. Ein windiger Ersatzmann, eine gemästete Fahrradspeiche; so geht das nicht. Er griff nach einem breiten Gürtel und schnürte sich ein pralles Kopfkissen vor den dürren Leib. Jetzt saß der Mantel gleich viel besser. Aber was hilft gegen das furchtbare Lampenfieber?
Schon als Kind geriet Henning Krause ins Stammeln, sobald er zur Tafel kommen musste, um ein Gedicht vorzutragen. Dabei schlotterten ihm die Knie, und seinen Körper erfasste ein großes Zittern. Im Älterwerden ist er das nie losgeworden, deshalb vermied er irgendwelche Auftritte. Aber nun kam da etwas auf ihn zu. Eine Hauptrolle sozusagen. Manch einer riet ihm, ein Schnäpschen würde ihn bestimmt mutiger machen, doch das lähmte nur die Zunge. Der junge Mann setzte die strenge Maske mit den buschigen Brauen und dem Rauschebart auf und hoffte, erkennen würde ihn so niemand, und ein richtiger Weihnachtsmann verhaspelt sich auch nicht. Aber hach, warum hatte er dem Vater nur seine Nachfolge versprochen?
Die Zeit schritt voran, es half kein Hadern mehr, er musste aufbrechen. Er griff nach dem Geschenkesack und stecke sich noch ein Schnupftuch in die Manteltasche, dabei spürte er ein Papierknäuel, den er hervorzog und vorsichtig öffnete. Ein hellblau gestreifter Stein kam zum Vorschein, und auf dem knittrigen Zettel stand:
„Mein lieber Henning, fürchte dich nicht, dieser Chalcedon-Edelstein wird dich stärken. Auch ich hatte einst ganz große Auftrittsangst, bis ich diesen Stein fand. Es ist ein Rednerstein, und du wirst sehen, in die Hand genommen wird jedwede Angst gebannt sein und deine Stimme wohlklingen. Er wird dir Leichtigkeit schenken. Dein Vater.“
Henning lächelte irgendwie erleichtert. Es war, als wäre eine große Last von ihm abgefallen. Als Weihnachtsmann ging er nun in dieser Nacht im Kiez von Tür zu Tür und spendierte den Menschen Glück und Freude. Und im Wohlklang seiner Stimme tanzten die weisen väterlichen Worte zum Fest.
Text & Zeichnungen: Petra Elsner
Dezember

Und hier kommt die letzte Geschichte aus dem Fundus: Das Wunderweiß
Und morgen gibt es die neueste Weihnachtsgeschichte…
Dezember
Eine Weihnachtgeschichte aus dem Fundus: Heimlichkeiten
Morgenstunde (1125. Blog-Notat)
Gestern, am vierten Advent, schenkten Akteure des Kurtschlager Sportvereins dem Dorf dieses lebensfrohe Beisammensein am Feuer. Auf dem kleinen Weihnachtsmarkt am Döllnfließ stand man in Grüppchen beieinander, nippte an den Getränken und plauderte über die Befindlichkeiten. Ich stand da unter all den Vertrauten wie ein rohes Ei… vorsichtig, weil noch nicht gut standfest und geschwächt von der Liegezeit und den Narkosen. Aber doch, ich hab es genossen unter Euch zu sein… das Leben zu spüren. Habt Dank dafür!














