Morgenstunde (1192. Blog-Notat)

Morgenschön. Das Licht schmeichelt den zarten Gartengestalten. Ich sitze leise, ein wenig matt im Hof und schaue den Spatzen beim Baden zu. Ganz versunken, bis Wolken aufziehen und Blätter über das Pflaster kreisen. Der stille Moment vor dem Tagwerk ist vergangen. Gedanken sortieren, was hast du jetzt vor? Was willst du noch erzählen? Der Pankower Maler Peter Becker erzählte mir als er 60 Jahre alt geworden war, er male nicht mehr, er habe genug geschaffen. Seine Tochter verkaufe sein Werk weiter, er schaue nur noch zu. Er war krank, die Hände zitterten, er hatte Parkinson. Aber er lächelte dazu ganz milde, keine Verbitterung, auch wenn ihm die Wende viel genommen hatte und diese dürren Jahre in seinem Hemd wohnten. Alles verweht mit der Zeit. Wenn man Kunstschaffender ist, muss man sein Wirken erst nehmen. Deshalb ist schwer, sich dabei nicht selbst so wichtig zu nehmen, erst recht, wenn es auf das Ende zugeht… der stille Peter konnte das.