Morgenstunde (202. Blog-Notat)

Es geht weiter auf dem Fahnenbild. Das nächste Detail thematisiert einen antiken Mythos: Männer und Frauen waren einst ein Kugelwesen, das so stark war, dass es die Götter erzürnte. Deshalb sandten sie ihm einen Blitz, der es teilte. So grob die Legende, die Platon in einem Dialog Symposion den Komödiendichter Aristophanes erzählen ließ. Für dieses „All-Eine“ hab diese Form (linkes Bild) erfunden, dazu drei kosmische Sonnenzeichen. Heute geht es weiter mit dem Detail über dem All-Einen – ein Himmelsbild mit Glücksvögeln. Grob angelegt ist es bereits…

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Werknotiz: Traumzeit

Der Narr ist Anfang und Ende. Nicht von jeher. Vor Zeiten, als Mann und Frau noch ein All-Eines waren, fürchtete es nichts und niemanden. Denn es braucht ein Zweites, um sich zu fürchten.
Unverletzlich schwebte das All-Eine durch Raum und Zeit. Die Götter beneideten diesen perfekten Kosmos, weil er sich selbst genug war. Und so schickten sie ihm einen Traum. Den vom Zweisein. Fortan begann das Fürchten und Sehnen nach dem ehernen Band der allumfassende Liebe. Darüber ist der Welt ihr Ur-Grund abhandengekommen.
Aus dem Mangel wuchs der Narr als lachender Dritter.
Nur im Schlaf ruhen die Wesen noch in sich selbst, schauen in ihr inneres All und sehen die unglaublich kraftvolle Fülle darin.

© Petra Elsner

Männer und Frauen 2 von anno knips, Zeichnung: Petra Elsner
Männer und Frauen 2 von anno knips, Zeichnung: Petra Elsner

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