Frosthauch schwebt über dem Morgen. Nur ein paar Schritte über den Hof, dann rasch zurück, die kalte Luft kneift die Lunge… Zeit des Loslassens, des Abschieds von Wärme und Licht. Die Melancholie, die in dieser Jahreszeit wohnt, gehört schon immer zu meiner Grundstimmung, schon als Kind war das so. Dieses Sehnen, wonach nur? Letztes Leuchten im Weinlaub vor dem Fallen. Loslassen und über dem tröten die Kraniche. Gehen oder bleiben? Eine Karte fehlte in der Geburtstagspost und ich ahnte schon Schlimmes, denn meine alte Freundin vergisst nie zu schreiben. Heute wählte ich Mariannes Nummer und Gott sein Dank, sie ging vorsichtig ran. Man hörte ein zaghaftes Sprechen, zerbrechlich klang ihre Stimme. Aber sie freute sich, meine zu hören. Und wie erahnt, sie ist schwer erkrankt, eine große Tumor-OP kommt nächste Woche auf sie zu. Ich weiß, wie man da in sich geht. Menschen in unserem Alter… ich werde ihr in Krankenhaus schreiben, sie braucht jetzt Mut und Zuspruch, ein bisschen mehr als sonst, M. lebt allein…
Schlagwort: Herbstleuchten
Morgenstunde (1101. Blog-Notat)
Herbstleuchten. Anfang letzter Woche konnte der Liebste schon die Hirsche röhren hören. Da war ich schon längst in Morpheus‘ Armen. Leider, denn ich liebe es, in die Nacht zu lauschen. Aber seit ein paar Jahren, genauer gesagt seit 2017, ruft mein Körper nach sehr viel mehr Schlaf. Man sagt, eine Folge von Krebs. Aber damit kann man wohl leben und der Liebste hat mir was zu erzählen…
In den nächsten Tagen lassen wir uns ein auf den großen Blättertanz, Vogelzüge, Pilzgänge und den Garten. Wir werden die Flachbeete bei den Hochbeeten aufgeben, einebnen und Gras sähen. Altersgerechter Umbau, der kann etwas dauern…


