Morgenstunde (1199. Blog-Notat)

Dem kleinen Teufel im Efeu hat die Spatzenbande ganz schön zugesetzt. Wahrscheinlich ist er einfach zu winzig, dass jeder es mit ihm aufnehmen kann. Die Welt ist nicht gerecht.
Apropos 1199, bei dieser Zahl schwant mir was. Erinnert Ihr Euch noch an die neue Jugendsendung Elf99, die ab September 89 eine ungekannte Lippe „riskieren“ durfte? Benannt nach der Adlershofer Postleitzahl, läutete die Redaktion zumindest die kritische Berichterstattung über die letzten Atemzüge der DDR ein. Nun denn, vergessen und verrauscht. Wie alle, die damals Medien machten.
Eine hält immer noch das Heft in der Hand. Ingeborg Dittmann hat nach der Wende das Bürgerblatt Jot w.d. gegründet und es durch die Stürme der Zeit manövriert. Jahrzehnte schaut inzwischen das Magazin hinter die politischen Kulissen und schießt Federpfeile vom Rande ins Zentrum. Darüber hinaus porträtiert die Rock-Lady Inge (einst Musikredakteurin, später Chefredakteurin beim Neuen Leben) ostdeutsche Musiker und Kulturschaffende. Ein Leben für die (ihre) Zeitung. Neulich hat sie Micha Seidel auf seinem Kanal „Biertrinken mit Micha…“ sehr unterhaltsam vorgestellt. Lohnt sich reinzuhören! Heute bekam ich die jüngste Ausgabe von Jot w.d., worin meine Friedenstaube ein Plätzchen fand. Ich danke dafür!

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