Morgenstunde (809. Blog-Notat)

Stimmungen (2)

…„Warum antwortest du nicht?“, frage ich nach.
Das Seelchen flüstert „Die Welt sortiert sich neu, da stört der Frieden.“
„Warum flüsterst du?“
„Die Selbstgerechten könnten es hören und mich niedermachen.“
„Ein Seelchen?“
„Alles, was stört. Das Selbst verdrängt mit seiner Selbstoptimierung die alles belebende Seele.“
Ich seufze: „Ja, ja, das Ego verachtet das Mitmenschliche.“
Das Seelchen wispert: „Es ist noch schlimmer, das Ego züchtet das Einander-Fremd-Sein. Nur die Meinung des Egos gilt – unantastbar, geradezu versteinert.“
Mich gruselt es, weil ich mich erinnere, auf diesem Pfad war ich auch einige Jahre als Selbstständige, hatte aber das Füreinander nie abgelegt. Im Gegenteil, ich suchte es, weil ich es vermisste und denke: Das Fremd-Sein ist ein Schwergewicht dieser Zeit…

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4 Gedanken zu „Morgenstunde (809. Blog-Notat)“

  1. Liebe Petra
    Deine Beiträge der letzten Tage sprechen mir aus dem Herzen. Wo ist das Miteinander, das Herzliche, das uns Ostdeutschen so oft nachgesagt wurde, geblieben. Der Egoismus hat längst Oberhand gewonnen und viele Menschen werden mir allmählich sehr fremd. fremder als Menschen aus einem anderen Land.
    Ich danke Dir für Deine herzerfrischenden Inspirationen und Gedanken.
    Marion

    1. Liebe Petra,
      ich bin ganz bei Dir.
      Nach dem Sommer, wenn ich mein Manuskript abgegeben habe, möchte ich Dich gern besuchen. Freue mich schon auf einen guten Austausch.
      Lieben Gruß
      Marion

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