Morgenstunde (295. Blog-Notat)

Kaiserwetter, in den Gärten herrscht Auftrieb, aber es ist anders als all die Jahre zuvor – es ist leiser. Jeder wuselt still vor sich hin. Habt Ihr diese italienischen Netz-Videos gesehen? Sie singen und musizieren aus den Fenstern heraus und von den Balkonen. Das ganze Viertel singt, rasselt, spielt Schifferklavier oder Posaune. Musik als Kraftfutter, sie machen einander Mut und imponieren mir damit. Das italienische Blut in meinen Adern hat sich leider verwässert. Wobei, als Mädchen hab ich gerne im Fensterrahmen gesessen und Gitarre gespielt und Liedchen dazu geträllert. Mein Vater fand das eher peinlich. Aber dem Urururgroßvater hätte es vielleicht gefallen. Er war Italiener, er hieß Ziegerti, mehr weiß ich leider nicht. Statt die Corona-Angst mit Liedern zu verscheuchen, schneide ich derweil Passepartouts für alle Blätter, die ich im Winter gezeichnet habe, sozusagen alles ordentlich herrichten… und vielleicht singe ich noch ein bisschen nach innen, mal sehen, ob das auch hilft…

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5 Gedanken zu „Morgenstunde (295. Blog-Notat)“

  1. Ja sehr schön. Singen schaft die Verbindung nach innen zur Seele und zur eigenen Kraft. Einfach nur Tönen reicht schon, die Stimme selbst auf eine Reise schicken – und dabei die entstehenden Resonanzen erforschen. Das ist auch eine Selbstmassage. Und Massagen entspannen uns.

    Ich habe wie sehr viele Andere auch dieses Video gesehen und dachte: boa – da gibt es doch noch was anderes in dieser Welt voll Angst und Hysterie.
    Öffnet Fenster und Türen
    geht hinaus
    geht in den Wald und aufs Feld
    hört dem Vorfrühling zu
    atmet singt und wisset:
    ihr seid frei

    1. Schön. Ich finde gerade in solch düsteren Zeiten sollten wir uns auch an unsere inneren Schätze erinnern, sie hervorholen und nutzen.
      Schön. Du hast ja gleich noch ein Lied in die gefunden.
      Schön. Dass du da bist, und dich zeigst.

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