Morgenstunde (120. Blog-Notat)

Diese Herbsttage strahlen so herrlich, dass ich einfach nicht anders kann, als draußen zu sein, das Licht und das milde Wetter zu genießen. Kann mich nicht entsinnen, dass das Gold im Garten so lange seinen Glanz verströmte. Jetzt fällt das Birkenlaub langsam und wir haben plötzlich überall goldene Teppiche. Wundervoll und irgendwie barock. Dem Zaun mit dem russischen Betonpfählen hab‘ ich eine singende Maus als Untermieter spendiert, mir ist nach Spielen, denn die jüngsten Tage waren doch ein bisserl hart. Umso bekömmlicher ist diese verlängerte Spätsommerzeit im Funklochwald. 5G – das neue Netz machte gestern in den Nachrichten als Mobilfunkstandart von sich reden. Aufgeblasen tönten alle, es würde „lückenlos“ ausgebaut, auch im ländlichen Raum, nur einer streute wie nebenbei ein, 30 Prozent Deutschlands bestünden schließlich aus Wald… Eben, und so werden wir hier am Schorfheidewald wohl weiter die Handys an den Sichtschneisen zücken und Richtung Groß Dölln halten, wo der nächste Sendemast steht. 3 Kilometer entfernt. Bei so viel Mobilität fürs Telefonieren haben wir nach unserem Zuzug vor zehn Jahren die Handys einfach abgeschafft, Mailen ist ja eh viel schöner…

      
 

1048. Blogbeitrag

 

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4 Kommentare zu Morgenstunde (120. Blog-Notat)

  1. Deine Herbstbilder sind besonders schön, liebe Petra, wer benötigt da noch Handys …

  2. Petra Elsner sagt:

    Lieber Arno, dass ist kein Wunder, ich bin wie Du ein “Herbstkind” und es sind meine Farben, die mich da draußen gerade anschauen. Mit den Handys ist es seltsam, ich brauche es nicht, aber es ist der erste Technikschritt in meinem Leben, den ich nicht mitgegangen bin… Hab einen entspannten Tag

  3. Sicherlich ist eine gutes und starkes Mobilfunknetz in der heutigen Zeit eine wichtige Einrichtung. Es stärkt die Lebensqualität und öffnet die Welt nach draußen. Du zeigst aber mit deinen Fotos, dass du etwas viel wichtigeres in deinem Umfeld besitzt . Eine Natur wie sie schöner nich sein kann. Das ist ein Stück Lebensqualität von unschätzbaren Wert.

    • Petra Elsner sagt:

      Das stimmt, lieber Werner, und genau deshalb sind wir 2008 aus den Berliner Stadtsteinen hierher gezogen, da gab es Internet noch über Modem und alle paar Tage fiel der Strom aus… und trotzdem haben wir diesen Wald gewählt…:) Hab einen schönen Tag!

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