Morgenstunde (414. Blog-Notat)

Gestern: 11 287 Neuinfizierte. An diesem Morgen brach der Server zusammen. Alle trauten wohl den Nachrichten nicht und wollten selbst die RKI-Zahlen in Augenschein nehmen. Die zweite Welle schlägt hart an Land. Und nun? Die Ratlosigkeit überrascht mich. Hat irgendwer wirklich geglaubt, das Virus hätte sich im Sommer verflüchtigt? Ein Kinderglaube. Der Liebste ist heute mit einem Topf Suppe ins Erzgebirge zu seinen Eltern gefahren. Der Vater muss das Krankenhaus früher verlassen, sie brauchen die Betten für Corona-Patienten. Was ist das nur für eine Zeit, in der man alle Nase lang befürchten muss, die beiden Hochbetagten nicht mehr besuchen zu können? Ich erwarte Gäste und habe draußen gedeckt, hoffentlich wird nicht zu frisch. Sitzheizung für Gartenstühle – ich weiß nicht. Wärmflaschen? Vielleicht dann doch besser ein Lagerfeuer und Grog. Was werden wir in diesem Herbst-Winter noch für seltsame Begegnungsarten erfinden…

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Morgenstunde (373. Blog-Notat)

Es ist sooo heiß und klebrig. Ich verkrieche mich wieder ins abgedunkelte Atelier, das sich leider auch langsam aufheizt. Die entstehende Zeichnung zu einer Winternacht, aus der meine neue Weihnachtsgeschichte erzählt, bringt zwar optische Kühle, aber nicht gefühlte. Und wähnend ich bei Ü30 Grad für das kommende Winterfest schaffe, legen die Virologen ein erstes Herbst-Szenario vor, das Familienfeste wieder einschränken könnte. Am liebsten würde ich dieses Jahr in die Tonne klopfen, aber es hilft nichts, wir müssen uns einlassen. In der ZEIT-Online findet sich ein bemerkenswerter Beitrag von Christian Drosten, der bedenkt, wie in einer zweiten Welle ein Lockdown möglichst verhindert werden kann. Das geht nur, wenn die Gesundheitsämter nicht in Überforderung ersticken. Deshalb rät der Virologe zur genauen Verfolgung von Quellclustern und das Restrisiko von Einzelübertragungen in Kauf zu nehmen. Wer es haarklein nachlesen möchte, was ich empfehle, der klicke hier. Ja, wir können nicht in die Glaskugel schauen, aber wir müssen uns konstant vorsehen. Ich habe es an mir selbst bemerken können, wie in der Ferienzeit die Achtsamkeit nachließ und man doch schon mal wieder die Familie und Freunde in die Arme nahm. Seltsam, wie schnell es geht, lästiges Wissen zu verdrängen. Gut, dass es ab und zu wieder Weckrufe gibt…

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