Das Immerwiederkehrende

Alltag 5, März 2019:  Die „Dinge des Alltags – das Immerwiederkehrende“ – ist das Jahresprojekt der Bloggerin Ulli Gau, an dem ich mich beteilige und 12 Monate lang immer am  1. Monatswochenende etwas aus meinem Alltag vorstelle.

Diesmal: Der Selbstzweifel.
An dem reibe ich mich jeden Tag. Alle Jahre schon muss ich immerzu über dieses schwankende Land. Keine Etappe führte je in eine Gewissheit, die den Selbstzweifel vertrieb. Fraglos rührt vieles davon aus meiner Weiblichkeit, eben jener Tatsache, dass die Emanzipation der Frauen erst gut 100 Jahre her ist. Dass Frauen wählen durften und studieren. Bündnisse schmieden sie immer noch selten. Das Beziehungsgeflecht, dass Frauen stärkt und flankiert ist besonders im Osten kaum vorhanden. Und frau spürt es allenthalben überall, auch in der Kunst. Ich versuche pragmatisch all diese gesellschaftsimmanenten Hürden zu nehmen. Nicht mit Descartes philosophischer Methode – den Zweifel durch rationalistische Überlegungen zu entkräften. Nein, der Zweifel hält für mich die Dinge in Bewegung, gibt Anstoß, aber er blockiert auch. Meistens schaffe ich es, mich über das Selbstzweifeln hinwegzusetzten, indem ich es für einen Moment ausschalte und einfach losmache, ein paar Atemzüge verliert es sich, wie ein flüchtiges Gas, bis ich das Tagwerk beende. Und da ist er schon wieder, dieser Selbstzweifel, wenn ich kritisch Draufschau halte auf das Tagesschaffen.
Vielleicht ist es ja der klassische Weg des Einzelwesens, der aus der Art des kreativen Schaffens rührt: Zum Schreiben ist man/frau meist allein, in sich versunken, gräbt in sich und birgt Gedanken für das da Draußen. Aber werden sie wirklich gebraucht – die Märchen, die Geschichten, meine Reflektionen über die Zeit? Wer weiß.

Zeichnung: Petra Elsner

Kommentare auf FB:

Am 1. März 2019 auf FB: Barbara Liebrenz antwortet auf diesen Beitrag: Deine Geschichten werden sowas von gebraucht, liebe Petra! gerade wenn frau in Selbstzweifel verfällt, für die m.E. meistens kein rationaler Grund besteht. Dann hilft eine phantasievolle Geschichte, mir jedenfalls.


Heide Schenk am 8. März auf FB: „…manchmal erstaunt mich, dass auch andere Menschen das gleiche fühlen wie ich. Dein großer Vorteil ist es, dass du die richtigen Worte findest es auch auszudrücken. Die Selbstzweifel kenne ich. Und wahrscheinlich hat du recht – sie sind und in die Wiege gelegt. Mal sind sie Antrieb und mal Bremse.
War erstaunt das es dir auch so geht. Deshalb noch mal an dieser Stelle – du bist eine tolle Frau mitzauberschönen Bildern und wundervollen Geschichten und Gedichten. Sie werden sehr gebraucht.
Gundi hat mal gesagt er wünsche sich das seine Lieder wie Lebensmittel gebraucht werden. Genau so geht es mir mit seinen Liedern und mit deinen Texten. Sie sind ein Kraftquell! Erholung und Freude für die Seele und noch vieles mehr. Bitte schenke uns noch ganz viele davon…“

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