Wie es zu meinen Weihnachtsgeschichten kam …

Initial für den Advent Zeichnung Petra Elsner
Advent: Zeichnung Petra Elsner

 

Wenn es am 24. Dezember endlich dämmerte, zog mein Vater mit seinen zwei kleinen Töchtern um die Höfe und spielte mit uns unterwegs: „Wer entdeckt den ersten Weihnachtsbaum hinter den Fenstern?“ Danach begannen wir Mädchen zu betteln: „Ach, Vati, erzähl uns doch eine Geschichte!“ Und er begann uns jedes Jahr wieder mit dieser Endlosgeschichte zu foppen:  „Es war einmal ein Mann, der hatte sieben Söhne. Da sagten die Söhne, Vater erzähl uns eine Geschichte. Da fing der Vater an: Es war einmal ein Mann, der hatte sieben Söhne …“   Ich glaube, er kannte keine andere. Wir Kinder waren immer einigermaßen froh, wenn der Weihnachtsspaziergang gegen 16 Uhr endete und uns ein Glöckchen ins Weihnachtzimmer rief, wo eine prächtige Kiefer, geschmückt mit roten Kugeln, Lametta, weißen Lichtern und funkelnden Wunderkerzen, uns erwartete. Dieses Anstaunen des funkelnden Baumes war für mich der schönste Moment vom ganzen Fest, bei dem die gesamte Familie beieinander war, die Alten und die Jungen. Es gab knusprige Nussplätzchen und selbstgebackenen Stollen. Oma sang mit brüchiger Stimme „Stille Nacht…“ und Mama zupfte dazu die Laute. Es blieb für zwei Generationen genauso.
Als meine Eltern nicht mehr lebten, begann ich Weihnachtsgeschichten zu erfinden. Mein Sohn Jan war längst erwachsen, doch ich hatte plötzlich das Bedürfnis, etwas in diese Zeit zu legen – eine freundliche Zutat für ein festliches Miteinander. Erst für Freunde, dann auch für Zeitungsleser, jedes Jahr eine neue und so kam es, dass ich mit diesen Dezembergeschichten in die Advents- und Weihnachtszeit anderer Familien geriet. Es sind inzwischen 13 und sie spielen dort, wo ich lebte und lebe – in der Region Ostbrandenburg, wozu für mich auch Stadt Berlin gehört.
Petra Elsner

Cover
Cover

Im Dezemberlesebuch versammel sich nun die meisten von ihnen, die bis 2012 entstanden. Ausgenommen “Ottlies Nachwanderung”, die als eigenständiges  Weihnachtsbuch 2006 im Messner Verlag erschien und seit 2011 vergriffen ist.
Alle diese modernen Texte entspringen der Gegenwart. Das Dezemberlesebuch enthält Geschichten sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene. Real oder fiktiv erzählen sie märchenhaft von den Chancen, die diese Jahreszeit uns Menschen gib: uns zugewandt zu leben. Sie sprechen von Sanftmut, Liebe und Zuversicht. (pe)

Hier der Link zum Verlag:
Verlagsbuchhandlung Ehm Welk

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Dezemberlesebuch

Cover
Cover

Auf den Gabentisch 2013:

Nun halte ich es in der Hand und könnte andauernd “juhu” rufen und wie ein Wichtel hüpfen, denn das “Dezemberlesebuch” ist wirklich schön geworden. Der Druck ist statt, die Farben leuchten so, wie Weihnachten leuchtet. Alle haben all ihre Liebe in dieses Buch gesteckt. Glaubt es mir, es ist mir eine große Freude, dieses Bändchen auf den Gabentisch des Landes für das Weihnachtsfest 2013 legen zu dürfen. Es ist kein Schleimen, wenn ich konstatieren darf: Es ist das Beste, was mir in 20 Schreiberjahren mit einem Verlag geschehen ist. Kommunikation auf Augenhöhe, anspruchsvolles Lektorat, fantasievolle grafische Bearbeitung, inspirierende Gespräche – all das ist selten geworden, und dass es nun wahr wurde, lässt mich sehr dankbar sein.

Ab November deutschlandweit im Buchhandel, bitte schaut mal rein …

Verlagsbuchhandlung Ehm Welk

ISBN 978-3-943487-41-1

Der Schuhputzer im Dezemberlesebuch, gezeichnet von Petra Elsner
Der Schuhputzer im Dezemberlesebuch, gezeichnet von Petra Elsner

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