Morgenstunde (1155. Blog-Notat)

Die Verschlechterung kam letzte Woche aus dem Nichts. Keine Erkältung, keine Lungenentzündung – ich nenne es mal einen „stillen“ Schub. Heißt, nach deutlich weniger Bewegung, kommt schon die Flatteratmung, begleitet von einem Ziehen im Brustkorb und dem Abfall der Sauerstoffsättigung auf 80er Werte. Das fühlt sich bescheiden an, es zieht eine Müdigkeit ins Herz. Vorgestern war es schlagartig wieder etwas leichter. Nicht gleich Japsen und Hinsetzen nach ein paar Schritten. Die Schwankungen sind nur minimal, aber dieses Müh fühlt sich deutlich besser an. Alles nimmt Einfluss: Wetterwechsel, Stress, Stimmungen und natürlich die tunlichst zu vermeidenden Infekte… Gestern schlug das Pendel wieder zurück, als ob da was unter den Rippen sitzt und sticht. Es sollte wärmer werden…
Heute scrolle ich mich durch die Kräuterportale und bestelle ich Königskerzenblüten, Lindenblüten und Isländisches Moos. Schafgarbe habe ich noch vorrätig. Aus diesen vier Ingredienzien mische ich nach Dr. P.N. zu gleichen Teilen einen Infektanflugstee. Einen Teelöffel auf eine Tasse, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Eine Tasse am Tag trinken, wenn man glaubt, da kommt was, vermeidet so manchen Ausbruch. Wenn die Nase schön läuft, ist der Tee für die Katz.
Mit dem Rest Königskerzenblüten werde ich jetzt Dampfbäder probieren. Das ist Schleimlösend, ich kaufe lieber das Original statt teure Wundertropfen… Der Tee gegen nervösen Blutdruck aus der Klosterkunde schlägt ja auch gut an (nicht geeignet, wenn man Antidepressiva nimmt). Für die Psyche ist es natürlich wärmend, wenn man sich um sich kümmert. So steige ich in meine Versuche und denke, besser als nur schlapp Abzuhängen, wenn draußen der Wind weht und das Atmen beschwerlich. Es gibt diese Tage, da ist die COPD sehr präsent und lässt sich nicht von einer schönen Idee aus dem Hirn vertreiben. Diese Tage muss man hinnehmen lernen…