Morgenstunde (326. Blog-Notat)

Der Liebste kam gestern auf den Gedanken, mich zu einer Ausfahrt einzuladen. Er musste zum Imkereifachhandel in Hirschfelde und die Überlandfahrt könnte Stimmungsaufheller sein und das wurde sie auch. Zuvor entsann ich mich eines Rituals, dass ich vorzeiten bei einem Familienaufstellen in Berlin erlebt hatte. Es endete mit der Abgabe einer Last, Angst…, in dem der Akteur etwas abgab, um es loszuwerden. Ich habe mir also ein altes Buch gegriffen und es mit lauten Worten „Ich gebe die Angst ab!“ bewusst und demonstrativ weggelegt. Was auch immer, es half, ich stieg irgendwie leichter in das Auto. Das Wetter war kaiserlich und draußen war alles was Beine und Räder hatte unterwegs. Es war voll und aufgeregt. In Eichhorst am Werbellinkanal schlenderten die Menschen mit Eistüten und Fischbrötchen. Selbst im Vorbeifahren sah man ihnen die Entbehrlichkeiten und den angestauten Lebenshunger an. In Hirschfelde grüßte der Hirsch am Dorfteich, wo nur ein Männel auf der Parkbank döste. In der Bienengasse war kein Andrang. Rein durfte sowieso immer nur eine maskierte Person, so blieb ich beim Auto und zählte die Gänseblümchen und es ging mir gut… auch heute noch.

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