Morgenstunde (914. Blog-Notat)

Foto: Lutz Reinhardt

In dem letzten Tagen warnen immer mehr Politiker vor einem gesellschaftlichen Kipp-Punkt. Wir kennen das vornehmlich aus der Klima-Debatte, die vor UNUMKEHRBAREN Kipp-Punkten warnt und einen drastischen Wandel aufzeigt oder prophezeit. Der point of no return. Diese Kipp-Punkte gibt es auch in Gesellschaften, in denen plötzlich, durch eine scheinbar unwesentliche Veränderung alles instabil wird. Wir können sie auch Agra-Diesel nennen. Wenn eine Gesellschaftspolitik über Jahre beständig am Existenziellen der Mitmenschen nagt, wie beispielsweise die Verdoppelung ihrer Strompreise, stetig steigende Mieten, steigende Lebendmittelpreise, Fortschreiten der medizinischen Unterversorgung des ländlichen Raums, Kriegsgerassel… dann fühlen sich die Menschen in ihrer Lebensgrundlage bedroht. Nicht vage oder diffus, sondern sehr konkret. Hier entstehen gesellschaftliche Kipp-Punkte. Es ist an der Zeit als sachkundige Volksvertreter zu agieren. Den Sparkurs sollte m.E. der Staat zuallererst nach innen auf den Weg bringen: Bürokratische Konstrukte auflösen, Wege abkürzen – das spart Milliarden und setzt darüber hinaus Arbeitskräfte für die Wirtschaft frei und das Ergebnis „ein schlanker Staat“ würde agiler und vielleicht auch bürgernäher sein.

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Morgenstunde (849. Blog-Notat)

Es ist herbstkühl und draußen stehen die Probleme Schlange – privat, wie im ganzen Land. Unser altes Auto wird nicht mehr, sagt die Werkstatt. Nun müssen wir blitzschnell einen tauglichen Ersatz finden…
Für das Land braucht es wohl allenthalben einen schönen Schlossbesuch, um die Streitkulisse der Ampel zu richten. Wenn er nur helfen würde. Denn ob die schleppende Wirtschaftslage wirklich noch durch Hilfspakete angekurbelt werden kann, ist m.E. fragwürdig. Was auch immer, sie kommen zu spät. Die Abkehr vom Standort hat längst begonnen. Nach vier Krisenjahren, nun der streitbeladene Transformationsprozess, der der gesamten Gesellschaft viel abverlangt. Aber damit der gewaltige Wandel gelingen kann, muss die staatliche Verwaltung zu allererst ihre eigenen Hausaufgaben verrichten: Den Abbau von Bürokratie, und den bitte nicht nur mit dem Mund. Im Schönreden ist die Ampel ganz groß. In Wirklichkeit aber, steht vor jeder Hilfe zuerst ein neuerlicher Antragswust, der auf bestehende Regelungen obendrauf kommt. Der bürokratische Aufwand wächst, statt zu schmelzen. Es braucht jetzt eine radikale Bestandsanalyse, die Behördenhürden abbaut. Allein große Fördermittelpakete reichen nicht, den Standort Deutschland zu gesunden…

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