„Nachtbaden“ von Jana Weinert

Eine Buchbesprechung 

Sie führt sie uns vor, die Poesie des Augenblicks. Jana Weinert verrät in ihren Texten etwas davon was uns leicht und was schwer macht. Ihre sinnlichen Aufforderungen zum Glücklichsein berühren beim Lesen: „…Lass und übers Wasser gehen“. Die Autorin schenkt uns wahre Beobachtungen „Poeten stimmen sich am Meer…“ und solche Einsichten: „Im Schatten aller Worte wächst mit der Stille mein Klang.“. Man wird von ihrer feinen Lyrik und Prosa in „Nachtbaden“ angeschlagen wie ein Glas, das klingt. Sich selber spüren, sich finden und hinterfragen. In diesem Nachspüren treibt sie die Gefühle und die Gedanken „auf des Messers Schneide“ und holt die Spuren der Zeit ans Licht.
„…Die Worte stehn euch gut
wie Sonntagskleider,
und machen fremd
wie Schminke im Gesicht.
Die weißen Westen näht nur euer Schneider.
Unsrer hat das Händchen nicht….“
Jana Weinerts polemischen Buchstücke und winzige Geschichten sind dem Leben, dem Alltag abgelauscht und deshalb so unverstellt und echt.
„…der Tag ein ewiger Wiedergänger im Schelmenkleid.“ – so klingt die leichte, hintersinnige Saite ihrer Poesie, die manchen Narren „auf winterharten Brandenburger Sand“ tanzen lässt. Und manchmal verzaubert den Leser einfach nur ihr poetisches Naturgeflüster. „Nachtbaden“ ist eine weise und empfindsame Einstimmung auf die Liebe, das Menschsein und das Alter: „Je mehr das Herz Raum hat, desto länger leben wir.“

© Petra Elsner

Nachtbaden, Jana Weinert, 138 Seiten mit Illustrationen von Ulrike Wodner, Softcover, Dorise-Verlag
978-3-946219-53-8 (ISBN), 14,70 €

 

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