Mein Schaufenster im März

Morgenfrost. Foto: Petra Elsner

Zeitvergehen

Ein kalter Morgenwind greift mir ins Haar
und hält das Leben an
für einen Extraschlag des Herzens.
Das Stolpern aus dem Takt
singt eine alte Weise:
lebe, liebe, blühe rasch,
es welkt die Zeit –
ihr Zauber ist vergänglich.

1. März 2019
© Petra Elsner

Lyrikfenster im März. Das Lindenboot wird ab April in den Lesegarten wandern und dort auf einer Stange im Wind thronen.

Mein Atelierfenster zeigt im März: Krümel-Lyrik.

Will sagen – sie braucht immer mal ‘nen Krümel Lyrik, der sich als Stimmungsbarometer in meinem Blog wiederfindet. Später wird daraus ein handgebundenes Künstlerheft wie dieses hier: “Eine Handvoll Lyrik”.

Das schmale Bändchen ist für 10 Euro in meinem Atelier erhältlich (zzgl. Versand).
Zurzeit wächst das zweite Heft – still und langsam vor sich hin, es eilt ja nichts …

 

 

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Milchmond (31)

Öffentliche Winterschreibarbeit zu “Milchmond”, der Kriminalgeschichte von Petra Elsner.

… „Sie werden sich schon finden“, unkte der große Schatten in die Schneeweihnacht, „ganz bestimmt.“ Während die Alleinstehenden in der Wirtschaft miteinander tanzten, erschienen die Nachtschatten wieder unter den Sternen und sprachen über das große Zeitvergehen. Eine schmale, dritte Gestalt hatte sich zu ihnen gesellt. Die seufzte: „Ganz schön dunkel bei Euch.“
Der Große raunte warmherzig: „Du wirst Dich daran gewöhnen müssen, denn die Ewigkeit ist lang. In ihr begleiten wir unsere Sippe als Zeitschatten. Ab und an flüstern wir ihnen Botschaften in ihre Träume, ansonsten bewachen wir den Lauf der Zeit.“
„Deshalb sind wir hier, um unsere Liebsten zu beschützen“, fragte der neue Schatten überrascht.
Der Kleine nickte und murmelte bedächtig: „Die Lust der Menschen nach immer größerer Beschleunigung hat uns in das monumentale Jetzt getrieben. Auf immer, denn es lebt kaum noch jemand in diesem klaren Moment. Ruhelos jagen sich die Leute bis in die Erschöpfung. Der Erschöpfte aber hat keine Empathie, keinen Weitblick, ist verführbar. Er braucht unseren Beistand.“
Nebelschleier flossen um die erdigen Füße der Moosgestalten, die verschwanden als aus dem Dorfkrug ein Paar in die Nacht trat….

© Petra Elsner
März 2018

Hinweis zum Urheberrecht:

Der Text darf ohne Angabe des Urhebers nicht weiterverwendet oder kopiert werden. Auch das Zitieren von Textstellen bei Veranstaltungen bedarf meiner Genehmigung.
Alle in dieser Kriminalgeschichte vorkommenden Namen, Personen, Organisationen, Orte sind erfunden oder werden rein fiktiv benutzt. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Geschehnissen, Orten oder Personen, lebend oder tot, sind nicht beabsichtigt und rein zufällig.

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